Hans Globke

Deutscher Jurist, seit 1929 Ministerialbeamter, 1953-1963 Chef des Bundeskanzleramts, wegen seiner Rolle in der NS-Zeit bis heute umstritten

Hans Josef Maria Globke (* 10. September 1898 in Düsseldorf; † 13. Februar 1973 in Bonn) war ein deutscher Verwaltungsjurist im preußischen und im Reichsinnenministerium, Mitverfasser und Kommentator der Nürnberger Rassengesetze und verantwortlicher Ministerialbeamter für die judenfeindliche Namensänderungsverordnung in der Zeit des Nationalsozialismus sowie von 1953 bis 1963 Chef des Bundeskanzleramts unter Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Hans Globke (1963)

Globke ist das prominenteste Beispiel für die Kontinuität der Verwaltungseliten vom „Dritten Reich“ zur frühen Bundesrepublik Deutschland. In der Adenauer-Ära war er als „graue Eminenz“ und engster Vertrauter des Kanzlers verantwortlich für Personalpolitik, Kabinettsarbeit, die Einrichtung und Kontrolle von BND und Verfassungsschutz sowie für Fragen der CDU-Parteiführung. Zu seinen Lebzeiten wurde sein Einsatz für die nationalsozialistische Diktatur nur teilweise bekannt. Im In- und Ausland wurde er deshalb immer wieder scharf angegriffen, von der Bundesregierung, dem BND und der CIA aber jedes Mal geschützt.

LebenBearbeiten

Herkunft und Studium (1898 bis 1929)Bearbeiten

Globke wurde 1898 als Sohn eines Tuchgroßhändlers in Düsseldorf geboren. Die Familie zog kurz nach der Geburt von Hans Globke nach Aachen. Nach dem Abitur am Kaiser-Karls-Gymnasium am 15. November 1916 trat er in den Kriegsdienst ein und diente bis zum Ende des Krieges im Feldartillerie-Regiment 56 an der Westfront.[1]

Unmittelbar nach Kriegsende studierte Globke von 1919 bis 1921 Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten von Bonn und Köln. Am 21. Mai 1921 bestand er die 1. juristische Prüfung.[1] Er war Mitglied der katholischen Studentenverbindung Bavaria Bonn. Globke promovierte im Mai 1922 an der Universität Gießen über Die Immunität der Mitglieder des Reichstages und der Landtage. 1922 trat er als praktizierender Katholik der Zentrumspartei bei, der er bis zu deren Auflösung im Juli 1933 angehörte.

Globke wurde im April 1924 Gerichtsassessor. Ab dem 4. Mai 1925 arbeitete er bei der Polizeiverwaltung Aachen; am 1. März 1925 wurde er zum preußischen Regierungsassessor (Beamter auf Lebenszeit) ernannt und damit in die innere Staatsverwaltung übernommen.

Beginn der Karriere als Ministerialbeamter (1929 bis 1933)Bearbeiten

Globke wurde am 29. November 1929 Regierungsrat im preußischen Innenministerium. Dort bearbeitete er unter anderem die Themengebiete Standesämter, Namensänderungen, Saarfragen, Entmilitarisierung des Rheinlandes und Folgen des Friedensvertrages von Versailles.

Im November 1932 entstanden unter Globkes Federführung zunächst eine Verordnung und ein Runderlass des preußischen Innenministeriums zum Namensrecht und im Dezember die dazugehörigen Ausführungsrichtlinien. Sie sollten es Juden unmöglich machen, einen als jüdisch geltenden Familiennamen abzulegen.

Diese Ungleichbehandlung der Juden bereits in der Endphase der Weimarer Republik, an der Globke maßgeblich mitwirkte, gilt in der Forschung und in der früheren Rechtsprechung der DDR[2] als Vorstufe zu den namensrechtlichen Diskriminierungen in der Zeit des Nationalsozialismus und als Anzeichen von Globkes tendenziellem Antisemitismus.[3]

Globkes Tätigkeit in der Zeit des Nationalsozialismus (1933 bis 1945)Bearbeiten

 
Kommentar zum Reichsbürgergesetz

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Anfang 1933 war Globke an der Ausarbeitung einer Reihe von Gesetzen beteiligt, die auf die Gleichschaltung der Rechtsordnung Preußens mit dem Reich abzielten. Am 1. Dezember 1933 wurde er zum Oberregierungsrat ernannt.[1] Globke äußerte später, diese Beförderung sei zuvor wegen seiner im Ministerium bekannten Zweifel an der Rechtmäßigkeit des sogenannten Preußenschlags von 1932 zeitweilig zurückgestellt worden.

Nach der Vereinigung des Preußischen Innenministeriums mit dem Reichsinnenministerium wurde Globke ab 1. November 1934 als Referent in das neu gebildete Reichs- und Preußische Ministerium des Innern unter Minister Wilhelm Frick übernommen, wo er bis 1945 tätig war. Im Juli 1938 erfolgte letztmals in der NS-Zeit eine Beförderung Globkes, diesmal zum Ministerialrat.

1934 heiratete er Augusta Vaillant. Das Ehepaar hatte zwei Söhne und eine Tochter.[4]

Maßnahmen zur Ausgrenzung und Verfolgung von JudenBearbeiten

In seiner Tätigkeit ab 1934 war Globke weiterhin hauptsächlich für Namensänderungen und Personenstandsfragen verantwortlich; ab 1937 kam der Aufgabenbereich Internationale Fragen auf dem Gebiet des Staatsangehörigkeitswesens und Optionsverträge hinzu. Als Korreferent beschäftigte er sich auch mit „Allgemeinen Rassefragen“, „Ein- und Auswanderungen“ und Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem antisemitischenBlutschutzgesetz“. Globkes Wirken umschloss auch die Erarbeitung von Vorlagen und Entwürfen für Gesetze und Verordnungen. In diesem Zusammenhang war er führend beteiligt an der Vorbereitung der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935, dem Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes vom 18. Oktober 1935 und dem Personenstandsgesetz (3. November 1937). Das „J“, das in Pässe von Juden eingeprägt wurde, hat Globke mit konzipiert.[5]

 
Hans Globkes Entwurf für ein judenfeindliches Gesetz über die Änderung von Familiennamen vom 10. Dezember 1937 wird freigegeben.

In Globkes Verantwortung fiel die Vorbereitung von Gesetzeskommentaren und -erläuterungen für seine Aufgabengebiete. 1936 gab er gemeinsam mit seinem Vorgesetzten, Staatssekretär Wilhelm Stuckart, den ersten Kommentar zu den Nürnberger Gesetzen und deren Ausführungsverordnungen heraus. Dieser erwies sich als besonders einflussreich für die Auslegung der Nürnberger Gesetze, weil ihm ein offiziöser Charakter beigemessen wurde. Ursprünglich sollte Globke nur die eherechtlichen Fragen kommentieren. Den restlichen Teil wollte Stuckart selbst übernehmen, erkrankte jedoch für längere Zeit, so dass Globke den Kommentar Stuckart/Globke schließlich allein verfassen musste. Stuckart schrieb dann lediglich die umfangreiche Einleitung.[6] Globkes spätere Verteidiger verwiesen in diesem Zusammenhang darauf, dass er nicht für die rassistische Wortwahl Stuckarts verantwortlich zu machen sei und sein Gesetzeskommentar im Vergleich zu späteren Kommentaren die Nürnberger Gesetze eng auslege. Dies habe sich in Einzelfällen, insbesondere bei sogenannten Mischehen, als günstig für die Betroffenen erwiesen.[7]

Den Begriff des Beischlafs allerdings dehnten Stuckart und Globke in ihren Kommentaren sehr weit und damit für die Betroffenen nachteilig aus: So bestraften die Gerichte nicht nur den eigentlichen Geschlechtsverkehr, sondern bereits „beischlafähnliche Handlungen, z. B. gegenseitige Onanie“. Wegen der von Globke so definierten „Rassenschande“ wurden bis 1940 insgesamt 1911 Personen durch offizielle, also rechtsförmliche Urteile verurteilt; Angriffe anderer NS-Institutionen (Gestapo usw.) nicht mitgerechnet.[8]

 
Globke, Wilhelm Frick und Wilhelm Stuckart, 1941 in der Slowakei

Globke verfasste auch das Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen vom 5. Januar 1938, die Namensänderungsverordnung vom 17. August 1938 und die zugehörigen Ausführungsverordnungen.[9] Danach mussten Juden, die keinen der in einer anhängenden Liste aufgeführten Vornamen trugen, ihrem eigenen einen zweiten Vornamen hinzufügen: „Sara“ bei Frauen und „Israel“ bei Männern. Die Liste der männlichen Vornamen begann mit Abel, Abieser, Abimelech, Abner, Absalom, Ahab, Ahasja, Ahasver und so fort. Teilweise waren die Namen auf der Liste frei erfunden oder strittig ausgewählt. Es ist unklar, ob dies auf die Absicht zurückzuführen ist, Juden zusätzlich herabzusetzen, oder ob es sich um Fehler und Ungenauigkeiten handelte. Sofern sie damals unter deutschen Juden besonders verbreitet waren, wurden selbst die Namen christlicher Heiliger auf diese Liste gesetzt, z. B. „Isidor“, der Name des Kirchenvaters Isidor von Sevilla oder des Heiligen Isidor von Madrid, des Patrons vieler süddeutscher Dorfkirchen.[10] Globke schuf mit der Erfassung der als jüdisch angesehenen Bevölkerung die verwaltungstechnischen Voraussetzungen für den Ende 1941 beginnenden Holocaust.

Dass diese Vorgaben bis zur Vernichtung der jüdischen Minderheit radikalisiert wurden, war Globke vollständig bewusst. Im Wilhelmstraßen-Prozess sagte er als Zeuge der Anklage gegen den dort angeklagten Stuckart aus und erklärte in diesem Zusammenhang, gewusst zu haben, „daß die Juden massenweise umgebracht wurden.“ Er habe „zu jener Zeit“ gewusst, dass „die Ausrottung der Juden systematisch betrieben wurde“, wenngleich, gab er einschränkend an, „nicht, daß sie sich auf alle Juden bezog.“[11]

Tätigkeit während des Krieges (1939 bis 1945)Bearbeiten

Bei Kriegsbeginn war Globke im Reichsministerium des Innern auch für die neuen deutschen Reichsgrenzen im Westen zuständig. Dafür unternahm er mehrfach Reisen in eroberte Gebiete. Wie der Historiker Peter Schöttler vermutet, war er im Juni 1940 wohl auch der Verfasser einer Denkschrift an Hitler, mit der Stuckart eine weitgehende Annexion ostfranzösischer und belgischer Gebiete vorschlug, womit die Deportation von etwa 5 Millionen Menschen verbunden gewesen wäre.[12]

 
Hanns Ludin, Globke (links hinter Frick) und Frick, Bratislava, Slowakei, September 1941

Anfang September 1941 begleitete Globke Innenminister Frick und Staatssekretär Stuckart bei einem offiziellen Besuch in der Slowakei, die damals ein Satellitenstaat des Deutschen Reichs war. Kurz nach diesem Besuch gab die Regierung der Slowakei die Einführung des sogenannten Judenkodex bekannt, der die Rechtsgrundlage für die späteren Enteignungen und Deportationen der slowakischen Juden schuf. Globke bestritt 1961 jeden Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen und den Vorwurf, er habe an der Entstehung des Kodex mitgewirkt. Eindeutige Belege dafür konnten in der Tat nie beigebracht werden.[13]

Laut CIA-Unterlagen war Globke möglicherweise auch für die Deportation von 20.000 Juden aus Nordgriechenland in deutsche Vernichtungslager in Polen mitverantwortlich.[14][15]

Globke stellte einen Antrag auf Mitgliedschaft in der NSDAP, der aber wegen seiner früheren Zugehörigkeit zur Deutschen Zentrumspartei 1943 endgültig abgelehnt wurde.[16] Andrerseits unterhielt er Kontakte zu militärischen und zivilen Kreisen des Widerstandes: Er war Informant des Berliner Bischofs Konrad Graf von Preysing und Mitwisser der Staatsstreichvorbereitungen durch die Hitler-Gegner um Carl Friedrich Goerdeler und Ludwig Beck. Nach Zeugnissen von Jakob Kaiser und Otto Lenz war Globke für den Fall, dass der Sturz des nationalsozialistischen Regimes gelungen wäre, für einen gehobenen Ministerialposten in einer von Goerdeler gebildeten Reichsregierung vorgesehen.[17] Es fand sich jedoch nie ein Beleg für Globkes spätere Behauptung, die Nationalsozialisten hätten ihn noch 1945 verhaften wollen, seien daran aber durch das Vorrücken der Alliierten gehindert worden.

Nachkriegszeit (1945 bis 1949)Bearbeiten

Bei seiner Entnazifizierung gab Globke an, er sei im Widerstand gegen den Nationalsozialismus gewesen, und wurde von der Spruchkammer daher am 8. September 1947 in die Kategorie V (unbelastet) eingeordnet.[18] Globke war beim Wilhelmstraßen-Prozess sowohl Zeuge der Verteidigung als auch Zeuge der Anklage.[19] Im Prozess gegen Stuckart sagte er als Zeuge der Anklage aus: „Ich wußte, daß die Juden massenweise umgebracht wurden.“[20]

Von 1948 bis 1949 war Globke Vizepräsident des Landesrechnungshofs in NRW.

Globke in der Adenauer-Ära (1949 bis 1963)Bearbeiten

 
Bahnhof Bonn, Verabschiedung des Apostolischen Nuntius, 1959

In Westdeutschland konnte Globke seine Karriere als Beamter im Höheren Dienst ungehindert fortsetzen. Unter Konrad Adenauer wurde er 1949 im Bundeskanzleramt zum Ministerialdirigenten sowie 1950 als Leiter der Hauptabteilung für innere Angelegen zum Ministerialdirektoren[21] ernannt und stieg 1953 als Nachfolger des in den Bundestag gewählten Otto Lenz zum Beamteten Staatssekretär und somit zum Chef des Bundeskanzleramtes auf.[22] In dieser Funktion war er Mitglied des engsten Führungszirkels um Adenauer und dessen engster Vertrauter. Im Schatten des Bundeskanzlers zog Globke im Hintergrund die Fäden und galt als wichtiger Stützpfeiler von Adenauers „Kanzlerdemokratie“.

Seine Aufgaben ergaben sich aus der bis heute unveränderten Regelung in § 7 der Geschäftsordnung der Bundesregierung (GOBReg), wonach der Staatssekretär des Bundeskanzleramtes zugleich die Geschäfte eines Staatssekretärs der Bundesregierung wahrnimmt. In dieser Position beeinflusste Globke die Regierungspolitik maßgeblich. Während der 2. Legislaturperiode Adenauers leitete er die Überführung der Organisation Gehlen in den Bundesnachrichtendienst. Adenauer holte auf gemeinsamen Spaziergängen im Garten des Kanzleramtes seinen Rat bei wichtigen politischen Entscheidungen ein, etwa zum Wiedergutmachungsabkommen mit Israel oder den Notstandsgesetzen; er machte Adenauer Personalvorschläge für die Ministerien und überwachte deren Linientreue, u. a. durch die von ihm geschaffenen Spiegel-Referate im Kanzleramt; er pflegte den engen Kontakt zur CDU/CSU-Bundestagsfraktion, insbesondere durch seine gute Beziehung zum CDU-Fraktionsvorsitzenden Heinrich Krone; er war als „heimlicher Generalsekretär“ der CDU die zentrale Kontaktstelle, um das Gehör des Kanzlers zu erhalten, und er verwaltete maßgeblich die Wirtschaftsspenden der CDU, die über die „Staatsbürgerliche Vereinigung“ flossen.[23]

Im Wahlkampf 1961 gegen den später (1969) gewählten Bundeskanzler Willy Brandt machte Globke laut CIA-Dokumenten Brandt das Angebot, aus dessen Exilzeit resultierende vorgebliche Vaterlandsverratsvorwürfe nicht zum Wahlkampfthema zu machen, vorausgesetzt, die SPD würde das Thema Globke nicht verwenden. Brandt soll – so die Unterlagen – auf den Vorschlag eingegangen sein.[24]

Nach der Pensionierung (1963)Bearbeiten

Am 15. Oktober 1963, also vier Tage nachdem Adenauer sein Amt niedergelegt hatte, wurde Globke auf Vorschlag des Altkanzlers vom damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Er blieb weiterhin für Adenauer beratend aktiv. Insbesondere bei der Suche nach einem Nachfolger für Ludwig Erhard wirkte er mit.

Nach der Pensionierung wollte Globke in die Schweiz übersiedeln. Seine Frau Augusta hatte 1957 in Chardonne VD (Kanton Waadt) am Genfersee ein Grundstück gekauft und darauf ein Ferienhaus bauen lassen. Im Herbst 1963 erklärte das Parlament des Kantons Waadt jedoch, Globke werde keine Aufenthaltsgenehmigung erteilt. Dieser gab 1964 eine Verzichtserklärung ab; darin verpflichtete er sich, „jede räumliche und künftige Verbindung mit der Schweiz abzubrechen“. Der damalige Schweizer Bundespräsident Ludwig von Moos sagte vor dem Nationalrat, „angesichts dieser Erklärung“ habe die Regierung „vom Erlass einer Einreisesperre“ Abstand genommen.[25]

Tod (1973)Bearbeiten

Globke starb nach schwerer Krankheit am 13. Februar 1973.[26] Er wurde auf dem Zentralfriedhof Bad Godesberg in Bonn-Plittersdorf beigesetzt.

Diskussion um Globkes NS-VergangenheitBearbeiten

Politische DebatteBearbeiten

Dass ein Mann wie Globke schon kurz nach Gründung der Bundesrepublik wieder eine führende Rolle in der deutschen Politik spielte, löste eine erbittert geführte Debatte im Deutschen Bundestag aus. Am 12. Juli 1950 zitierte dabei Adolf Arndt, der rechtspolitische Sprecher der SPD, aus den Kommentaren zu den Nürnberger Gesetzen u. a. eine Passage, in der Globke diskutiert, ob nicht auch die im Ausland begangene „Rassenschande“ bestraft werden könne. Bundesinnenminister Gustav Heinemann, der damals noch der CDU angehörte, verwies in seiner Antwort auf das entlastende Leumundszeugnis des Nürnberger Anklägers Robert Kempner, dem Globke mit seiner Aussagebereitschaft gedient hatte. Obwohl Globke wegen seiner NS-Vergangenheit umstritten war, hielt Adenauer bis zum Ende seiner Amtszeit 1963 an ihm fest. Einerseits kommentierte er die Debatte um Globkes Beteiligung an der Ausarbeitung der Nürnberger Rassegesetze mit den Worten „Man schüttet kein schmutziges Wasser weg, solange man kein sauberes hat“,[27] andererseits erklärte er am 25. März 1956 in einem Zeitungsinterview, Behauptungen, sein enger Mitarbeiter sei ein eifriger Gehilfe der Nationalsozialisten gewesen, entbehrten jeder Grundlage. Viele Personen, auch aus den Reihen der katholischen Kirche, bescheinigten Globke, er habe sich mehrfach für verfolgte Personen eingesetzt.[28]

Nach Ansicht des Journalisten Harald Jähner führte die Weiterverwendung Globkes zu „schändlichen staatlichen Maßnahmen der Strafvereitelung und Justizbehinderung“ und boten der DDR immer wieder willkommenen Anlass, die Bundesrepublik als „faschistisch“ zu bezeichnen.[29] Insbesondere nach 1960, als der israelische Geheimdienst Mossad in Argentinien Adolf Eichmann aufspürte, erwies sich das Festhalten an Globke zunehmend als Belastung für die Regierung Adenauer.[30][31] Eichmann hatte in Buenos Aires bei Mercedes-Benz gearbeitet, und dem BND war sein Aufenthaltsort seit 1952 bekannt. Ob auch Globke schon Ende der 1950er Jahre wusste, wo Eichmann sich aufhielt, war noch 2013 Gegenstand politischer Debatten.[32]

Ermittlungsverfahren in WestdeutschlandBearbeiten

Der ehemalige Verwaltungsoffizier der Heeresgruppe E in Saloniki Max Merten hatte Globke als mitverantwortlich für den Holocaust in Griechenland schwer belastet. Ein dazu von dem hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer in Frankfurt am Main begonnenes Ermittlungsverfahren gegen Globke[33] wurde im Mai 1961 nach Intervention des Kanzlers Konrad Adenauer an die Staatsanwaltschaft Bonn abgegeben und dort mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt.[34] Bauers Vorermittlungen setzten ein, als ihm bekannt wurde, dass Globke die Rettung von 20.000 Juden in Saloniki verhindert haben sollte. Adolf Eichmann soll damals das Reichsinnenministerium kontaktiert und Globke um die Erlaubnis zum Abtransport der Juden in Vernichtungslager gebeten haben.[33]

Globke-Prozess in Ost-BerlinBearbeiten

 
Hilde Benjamin (rechts) und Friedel Malter beobachten den zweiten Prozesstag gegen Hans Globke

Anfang der 1960er Jahre kam es in der DDR zu einer großen, von dem Politbüro-Mitglied Albert Norden geleiteten Kampagne des Ministeriums für Staatssicherheit gegen den so bezeichneten „Verfasser der Nürnberger Blutgesetze“ sowie „Hetzer und Organisator der Judenverfolgungen“.[35] Ihr Ziel war es, Globke Kontakte mit Adolf Eichmann nachzuweisen. In einer Aktennotiz von 1961 hielt Norden fest, dass dafür „in Zusammenarbeit mit Erich Mielke bestimmte Materialien besorgt bzw. hergestellt werden sollten. Wir brauchen unbedingt ein Dokument, das in irgend einer Form die direkte Zusammenarbeit Eichmanns mit Globke beweist.“[36]

Im Juli 1963 eröffnete das Oberste Gericht der DDR unter Vorsitz von Gerichtspräsident Heinrich Toeplitz den Globke-Prozess, einen Schauprozess,[37] in dem es nicht um Wahrheitsfindung ging, sondern darum, propagandistisch der Bundesrepublik ihre nationalsozialistische Vergangenheit vorzuhalten und den eigenen antifaschistischen Gründungsmythos zu betonen.[38] Das Gericht verurteilte Globke in Abwesenheit „wegen in Mittäterschaft begangener fortgesetzter Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in teilweiser Tateinheit mit Mord“ zu lebenslangem Zuchthaus.[39] In dem Prozess und in der umfangreichen Urteilsbegründung[40] versuchte das Gericht, die angebliche „Wesensgleichheit des Bonner Regimes“ mit dem Terrorstaat Hitlers nachzuweisen.

Wissenschaftliche UntersuchungBearbeiten

Im Jahr 1961 erschien im zu Bertelsmann gehörenden Rütten & Loening Verlag Reinhard-M. Streckers Buch Dr. Hans Globke – Aktenauszüge, Dokumente, das auf Recherchen Streckers in polnischen und tschechischen Archiven beruhte.[41] Globke versuchte, die weitere Veröffentlichung gerichtlich zu verhindern.[42] Der Bundesnachrichtendienst, damals noch unter der Führung des NS-belasteten ehemaligen Generals der Wehrmacht Reinhard Gehlen, soll 50.000 Mark investiert haben, um das Buch schnellstmöglich vom Markt zu nehmen. Aufgrund zweier unwesentlicher Fehler kam es zu einem Prozessvergleich, in dem Bertelsmann sich einverstanden erklärte, auf weitere Auflagen zu verzichten. Dem sollen Drohungen Bonns vorausgegangen sein, andernfalls keine Bücher des Bertelsmann-Verlages mehr für amtliche Stellen zu erwerben.[43] Seit Januar 2021 ist eine historische Kopie der Originalausgabe aus dem Rütten & Loening Verlag Hamburg unter dem Titel Dr. Hans Globke. Aktenauszüge, Dokumente. Herausgegeben von Reinhard-M. Strecker online verfügbar.[44] Sie ist Teil des neuen Dossiers Schreibtischtäter Globke, das die Internetplattform FragDenStaat am 22. Januar 2021 veröffentlichte.[45] Zu dem Dossier zur Nazi-Vergangenheit des Kanzleramtschefs gehört auch die zweibändige Personalakte Globkes[46] aus dem Bestand des Bundesarchivs, die FragDenStaat nach eigener Angabe erstmals öffentlich zugänglich macht.[47]

Im Juni 2006 wurde bekannt, dass die Regierung Adenauer den US-Geheimdienst CIA im März 1958 über den Aufenthaltsort Adolf Eichmanns informiert hatte. Dem US-amerikanischen Historiker Timothy Naftali zufolge sorgte sie aber durch Kontakte auf höchster Ebene gleichzeitig dafür, dass die CIA dieses Wissen nicht nutzte. Weder die Bundesregierung noch die CIA informierten Israel über die neuen Kenntnisse.[48][49][50][51] Naftali vermutet, dass Adenauer so eine direkte Belastung Globkes durch Eichmann verhindern wollte. Eichmann hatte zuvor dem niederländischen Journalisten und ehemaligen SS-Mann Willem Sassen umfangreiche Interviews gegeben, aus denen seine Memoiren entstehen sollten. Seit 1957 waren Sassens Versuche, dieses Material an das US-amerikanische Magazin Life zu verkaufen, vergeblich geblieben. Das änderte sich mit Eichmanns spektakulärer Entführung durch den Mossad im Mai 1960 – die durch einen inoffiziellen Hinweis des hessischen Generalstaatsanwaltes Fritz Bauer ermöglicht worden war – und mit der Vorbereitung des Eichmann-Prozesses in Israel. Life veröffentlichte nun in zwei Artikeln, am 28. November und 5. Dezember 1960, Auszüge aus Sassens Material über Eichmann. Die Tantiemen wollte dessen Familie für seine Verteidigung verwenden. Allerdings hatte die Bundesregierung, die ohnehin über die Ost-Berliner Kampagne beunruhigt war, zuvor die CIA eingeschaltet und so erreicht, dass jeder Hinweis auf Globke aus den Life-Artikeln gestrichen wurde. CIA-Chef Allen Dulles hielt in einem internen Memo vom 20. September 1960 fest: „Gesamtes Material wurde gelesen. Eine unklare Erwähnung von Globke, die Life auf unsere Forderung hin wegläßt.“[52]

2009 erschien im Campus-Verlag eine Monographie des Historikers Erik Lommatzsch, für die er den Nachlass Globkes im Archiv der Konrad-Adenauer-Stiftung hatte auswerten können.[53] Globkes tatsächliches Verhältnis zum Nationalsozialismus sowie sein Einfluss auf die Regierung Adenauers werden darin jedoch nicht wirklich geklärt, was laut Rezensent Hans-Heinrich Jansen „[a]ngesichts der in vielen zentralen Fragen letztlich dann doch dürftigen Quellenlage“ nicht abschließend möglich sei.[54] Auch die Hintergründe der MfS-Kampagne gegen Globke bleiben weitgehend im Dunkeln;[55] allerdings war dieser Aspekt der Globke-Biographie von Lommatzsch ohnehin nur als Exkurs vorgesehen,[56] da er eine separate Behandlung erfordert. Jedoch zeigt Lommatzsch an einer Reihe von Beispielen auf, dass Globke sich tatsächlich für Verfolgte eingesetzt habe, sein Kommentar zu den Nürnberger Gesetzen vom Ziel getragen sei, die Regelungen zu entschärfen, und er in der Nachkriegszeit nicht die beherrschende Rolle gespielt habe, die ihm von Adenauergegnern unterstellt worden sei.[57]

Der Historiker Wolfgang Benz urteilt, Globke sei zwar „kein Nationalsozialist und kein Antisemit gewesen“, habe „aber im Sinne des NS-Regimes funktioniert und sich durch sachkompetente Mitwirkung am System der Judenverfolgung mitschuldig gemacht“.[58]

EhrungenBearbeiten

Vor 1945Bearbeiten

Nach 1945Bearbeiten

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Die Immunität der Mitglieder des Reichstags und der Landtage. Dissertation. Universität Gießen, 1923.
  • Volksbegehren und Volksentscheid. Berliner Aktien-Gesellschaft f. Druck u. Verlag, Berlin 1931. Staatsbürgerliche Bildung, Heft 1.
  • Die Namensänderung auf Grund der preußischen Verordnung vom 3. November 1919 und der übrigen einschlägigen Bestimmungen. R. Müller, Eberswalde-Berlin 1934 (mit Walter Kriege und Fritz Opitz).
  • Reichsbürgergesetz vom 15. September 1935. Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre vom 15. September 1935. Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes (Ehegesundheitsgesetz) vom 18. Oktober 1935. Nebst allen Ausführungsvorschriften und den einschlägigen Gesetzen und Verordnungen. Beck, München/Berlin 1936 (erläutert mit Wilhelm Stuckart)[68]
  • Der Zusatzvertrag zum deutsch-slowakischen Staatsangehörigkeitsvertrag. In: Zeitschrift für Osteuropäisches Recht. November/Dezember 1941, S. 278–283.
  • Die Staatsangehörigkeit der Volksdeutschen Umsiedler aus Ost- und Südosteuropa. In: Zeitschrift für Osteuropäisches Recht. Januar 1943, S. 1–26.

LiteraturBearbeiten

  • Carsten Sick: Hans Globke (1898-1973). Eine bundesdeutsche Nachkriegskarriere?. Deutscher Wissenschafts-Verlag (DWV), Baden-Baden 2020, ISBN 978-3-86888-162-2
  • Franz Josef Bach: Konrad Adenauer und Hans Globke. In: Dieter Blumenwitz u. a. (Hrsg.): Konrad Adenauer und seine Zeit. Politik und Persönlichkeit des ersten Bundeskanzlers. Band 1, Beiträge von Weg- und Zeitgenossen. DVA, Stuttgart 1976.
  • Klaus Bästlein: Der Fall Globke. Propaganda und Justiz in Ost und West. Metropol-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-86331-424-8.
  • Jürgen Bevers: Der Mann hinter Adenauer. Hans Globkes Aufstieg vom NS-Juristen zur Grauen Eminenz der Bonner Republik. Christoph Links, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-518-8 (Rezension).
  • Frank Bösch: Die Adenauer-CDU. Gründung, Aufstieg und Krise einer Erfolgspartei 1945–1969. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 2001, ISBN 3-421-05438-X.
  • Theodor Eschenburg: Globke. In: Zur politischen Praxis in der Bundesrepublik. Band 1: Krit. Betrachtungen 1957 bis 1961. 2. Auflage. Piper, München 1967, S. 246–250 (zuerst in: Die Zeit).
  • Klaus Gotto (Hrsg.): Der Staatssekretär Adenauers. Persönlichkeit und politisches Wirken Hans Globkes. Klett-Cotta, Stuttgart 1980
  • Hans Hartl: Der „Fall Globke“ und seine Hintergründe. In: Deutsche Monatshefte für Politik und Kultur. Heft 7/8, August 1961, S. 14–19.
  • Ulrich von Hehl: Hans Globke (1898–1973). In: Jürgen Aretz u. a. (Hrsg.): Zeitgeschichte in Lebensbildern. Aus dem deutschen Katholizismus des 19. und 20. Jahrhunderts. Band 3. Mainz 1979, S. 247–259.
  • Michael Lemke: Kampagnen gegen Bonn. Die Systemkrise der DDR und die Westpropaganda der SED 1960–1963. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 41, 1993, S. 153–174 (auch online).
  • Erik Lommatzsch: Hans Globke und der Nationalsozialismus. Eine Skizze. In: Historisch-politische Mitteilungen. #10, 2003, S. 95–128.
  • Erik Lommatzsch: Hans Globke (1898–1973). Beamter im Dritten Reich und Staatssekretär Adenauers. Campus, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-593-39035-2.
  • Thomas Ramge: Braune Eminenz. Hans Globke und die Nürnberger Rassegesetze 1950–1963. In: Die großen Polit-Skandale. Eine andere Geschichte der Bundesrepublik. Campus, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-593-37069-7
  • Stephan Reinhardt: Der Fall Globke. Neue Gesellschaft – Frankfurter Hefte, 5, 1995, S. 437–447
  • Norbert Jacobs: Der Streit um Dr. Hans Globke in der öffentlichen Meinung der Bundesrepublik Deutschland 1949–1973. Ein Beitrag zur politischen Kultur in Deutschland. Bonn 1992
  • Peter Schöttler: Eine Art „Generalplan West“: Die Stuckart-Denkschrift vom 14. Juni 1940 und die Planungen für eine neue deutsch-französische Grenze im Zweiten Weltkrieg. In: Sozial.Geschichte. N.F. 18, Nr. 3, 2003 ISSN 1660-2870 S. 83–131
  • Reinhard Strecker (Hrsg.): Dr. Hans Globke. Aktenauszüge, Dokumente. Rütten & Loening, Hamburg 1961[69]
  • Michael Wagner-Kern: Staat und Namensänderung. Die öffentlich-rechtliche Namensänderung in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert (= Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts, Band 35). Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2002, ISBN 3-16-147718-9.
  • Diskussion. Zeitschrift des Bundesverbands Deutsch-Israelischer Studiengruppen. Schwerpunktheft, Heft 4, Berlin 1961 (Korrespondenz von Mitarbeitern des Dt. Evangelischen Kirchentags Berlin 1961 mit einem Herrn Wünsche, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, über die negative Erwähnung Globkes in öffentlichen Unterlagen des DEKT, die jener bemängelt. Rede des Barzel zwecks Verteidigung des Globke am 17. Juli 1961 beim Ring Christlich-Demokratischer Studenten in Bonn.)
  • Dr. Globke und der politische Humanismus. In: Junge Kirche, Dortmund, April 1962, Sonderdruck mit der gesamten Kontroverse nach dem DEKT, ähnlich dem vorigen. Heft[70]

DokumentationenBearbeiten

  • Jürgen Bevers, Bernhard Pfletschinger: Der Mann hinter Adenauer: Hans Maria Globke. Dokumentarfilm, WDR/ARTE, 52 Min., Deutschland 2008.[71]
  • Jean-Michel Meurice: Schwarze Kassen. (Originaltitel: Le Système Octogon) Dokumentarfilm, ARTE France, Maha und Anthracite, 70 Min., Frankreich 2008.

WeblinksBearbeiten

Commons: Hans Globke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c pdf (S. 12 f.)
  2. Das Urteil gegen Hans Josef Maria Globke. (PDF; 790 kB) Universiteit van Amsterdam, 2003, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 23. Mai 2015.
  3. Michael Wagner-Kern: Staat und Namensänderung. Die öffentlich-rechtliche Namensänderung in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert (= Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Band 35). Mohr Siebeck, Tübingen 2002, S. 214–222.
  4. Susanne Wirtz: Biografie Hans Globke in: LeMO-Biographien, Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
  5. Vgl. Strecker (Hrsg.): Dr. Hans Globke. Aktenauszüge, Dokumente. Hamburg 1961, S. 144 ff.
  6. Erik Lommatzsch: Hans Globke und der Nationalsozialismus. Eine Skizze. (PDF) In: Konrad-Adenauer-Stiftung (Hrsg.): Historisch-politische Mitteilungen. Band 10, 2003, S. 95–128.
  7. Marius Hetzel: Die Anfechtung der Rassenmischehe in den Jahren 1933–1939. Die Entwicklung der Rechtsprechung im Dritten Reich. Anpassung und Selbstbehauptung der Gerichte. Mohr, Tübingen 1997, S. 146–148.
  8. Hans-Ulrich Wehler: Der Nationalsozialismus. Bewegung, Führerschaft, Verbrechen. Verlag C. H. Beck, München 2009, S. 138 f.
  9. Erik Lommatzsch: Hans Globke (1898–1973). Beamter im Dritten Reich und Staatssekretär Adenauers. Campus, Frankfurt am Main 2009 ISBN 978-3-593-39035-2, S. 75.
  10. Saul Friedländer, Martin Pfeiffer (Übers.): Das Dritte Reich und die Juden. Beck, München 2007, S. 276.
  11. Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): Der Nationalsozialismus vor Gericht. Fischer, Frankfurt am Main 2000, S. 192; wörtliche Zitate nach: Böse Erinnerungen. In: Der Spiegel. Nr. 14, 1956 (online).
  12. Peter Schöttler: Eine Art „Generalplan West“: Die Stuckart-Denkschrift vom 14. Juni 1940 und die Planungen für eine neue deutsch-französische Grenze im Zweiten Weltkrieg. In: Sozial.Geschichte. N.F. 18, Nr. 3, 2003, S. 88, 92 f. und 106.
  13. Jürgen Bevers: Der Mann hinter Adenauer. Hans Globkes Aufstieg vom NS-Juristen zur Grauen Eminenz der Bonner Republik. Christoph Links Verlag, Berlin 2009, S. 44 f.
  14. "E Eichmann Trial". (PDF) Central Intelligence Agency, 6. April 1961, abgerufen am 21. November 2014.
  15. Wolfgang Breyer: Dr. Max Merten – ein Militärbeamter der deutschen Wehrmacht im Spannungsfeld zwischen Legende und Wahrheit. (PDF) Inauguraldissertation, Universität Mannheim, 2003, abgerufen am 21. November 2014.
  16. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. 2. Auflage. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2005, S. 187.
  17. Eidesstattliche Erklärung von Jakob Kaiser, 31. Dezember 1945; eidesstattliche Erklärung von Otto Lenz, 3. Januar 1946; Erklärung von Konrad Kardinal von Preysing, 18. Januar 1946. Abgedruckt in: Klaus Gotto (Hrsg.): Der Staatssekretär Adenauers. Persönlichkeit und politisches Wirken Hans Globkes. Klett-Cotta, Stuttgart 1980, S. 259–262, 266–267.
  18. Erik Lommatzsch: Hans Globke (1898–1973). Beamter im Dritten Reich und Staatssekretär Adenauers. Campus, Frankfurt am Main 2009. S. 108–111.
  19. Das Urteil im Wilhelmstrassen-Prozess: D. amtl. Wortlaut d. Entscheidung im Fall Nr. 11 d. Nürnberger Militärtribunals gegen von Weizsäcker u. andere, mit abweichender Urteilsbegründung, Berichtigungsbeschlüssen, d. grundlegenden Gesetzesbestimmungen, e. Verz. d. Gerichtspersonen u. Zeugen u. Einführungen von Robert M. W. Kempner u. Carl Haensel. Hrsg. unter Mitw. von C. H. Tuerck. (amtl. anerkannt. Übers. aus d. Engl.), Bürger Verlag, Schwäbisch Gmünd 1950 DNB, S. XXIII
  20. Das Urteil im Wilhelmstrassen-Prozess. S. 167.
  21. Hans Globke. In: Lebendiges Museum Online. Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, abgerufen am 14. April 2021.
  22. Vgl. Kabinettsprotokoll vom 27. Oktober 1953 (Bundesarchiv)
  23. Frank Bösch: Die Adenauer-CDU. Gründung, Aufstieg und Krise einer Erfolgspartei, 1945–1969. Stuttgart/München 2001, S. 230–234, 257–261.
  24. Jürgen Bevers: Der Mann hinter Adenauer. Ch. Links Verlag, 2009, ISBN 978-3-86153-518-8, S. 172 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  25. Der Spiegel 7. April 1965: Reisen in die Vergangenheit
  26. https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42650973.html
  27. Kleine Chronik der deutschen NS-Debatten. In: Tagesspiegel. 23. August 2006, abgerufen am 13. Mai 2015.
  28. Chronik 1956. Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag, 1989, 1996 C, S. 58.
  29. Harald Jähner, Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945 bis 1955, Rowohlt - Berlin Verlag GmbH, Berlin 2019, S. 398
  30. Klaus Wiegrefe: Der Fluch der bösen Tat. Die Angst vor Adolf Eichmann. In: Der Spiegel. Nr. 15, 2011 (online).
  31. Willi Winkler: Holocaust-Prozess: Adolf Eichmann. Als Adenauer in Panik geriet. Süddeutsche Zeitung, 29. März 2011
  32. Aufklärung über die Beziehungen von Bundesregierung und Bundesnachrichtendienst zu Adolf Eichmann (PDF) Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Claudia Roth (Augsburg), Ekin Deligöz, Katja Dörner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. BT-Drucksache 17/13563 vom 13. Mai 2013; abgerufen am 16. September 2016.
  33. a b Genocidium - Der Fall Globke, Fritz Bauer Archiv, abgerufen am 15. September 2016
  34. Jürgen Bevers: Der Mann hinter Adenauer. Hans Globkes Aufstieg vom NS-Juristen zur Grauen Eminenz der Bonner Republik. Berlin: Christoph Links Verlag 2009, S. 170 f.
  35. Globke und die Ausrottung der Juden. Über die verbrecherische Vergangenheit des Staatssekretärs im Amt des Bundeskanzlers Adenauer. Hg. vom Ausschuß für Deutsche Einheit, 2. Auflage. Berlin (Ost) 1960, S. 7 und 15.
  36. Zitiert nach: Michael Lemke: Kampagnen gegen Bonn: Die Systemkrise der DDR und die Westpropaganda der SED 1960–1963. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Band 41, 1993, S. 153–174, hier S. 163.
  37. Wolfgang Benz: Globke, Hans Maria. In: derselbe (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Band 2: Personen De Gruyter Saur, Berlin 2009, ISBN 978-3-598-44159-2, S. 287.
  38. Dominique Schröder: Fälle Globke und Oberländer. In: Torben Fischer und Matthias N. Lorenz (Hrsg.): Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945. 3. überarbeitete Auflage, transcript, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-8394-2366-0, S. 107 f.
  39. Henry Leide: NS-Verbrecher und Staatssicherheit. Die geheime Vergangenheitspolitik der DDR.Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2006, S. 82.
  40. Urteil des OG vom 23. Juli 1963 (PDF, 135 S.)
  41. Reinhard-M. Strecker (Hrsg.): Dr. Hans Globke. Aktenauszüge, Dokumente. Rütten & Loening, Hamburg 1961 (archive.org)
  42. Gottfried Oy, Christoph Schneider: Die Schärfe der Konkretion. Reinhard Strecker, 1968 und der Nationalsozialismus in der bundesdeutschen Historiographie. 2. Auflage, Münster 2014.
  43. Otto Köhler: Eichmann, Globke, Adenauer. In: Freitag. 16. Juni 2006.
  44. Dr. Hans Globke. Aktenauszüge, Dokumente. Herausgegeben von Reinhard-M. Strecker. 290 Seiten. Auf: FragDenStaat. Das Dokument lässt sich online lesen oder als PDF herunterladen.
  45. Schreibtischtäter Globke: Neues Dossier zur Nazi-Vergangenheit des Kanzleramtschefs. 22. Januar 2021 – Exklusiv auf FragDenStaat. Von Arne Semsrott, Journalist und Projektleiter von FragDenStaat.
  46. Dokumente zu Hans Globke: Personalakte Band 1. 234 Seiten. Personalakte Band 2. 130 Seiten. Außerdem: Besoldungsakte Globke. 75 Seiten. Alle auf: FragDenStaat.
  47. Schreibtischtäter Globke. Beschreibung der Dokumente durch den Dossier-Verantwortlichen auf FragDenStaat.
  48. Timothy Naftali: New Information on Cold War CIA Stay-Behind Operations in Germany and on the Adolf Eichmann Case (PDF; 721 kB). Website der Federation of American Scientists. 6. Juni 2006, S. 4 ff.
  49. Scott Shane: C. I. A. Knew Where Eichmann Was Hiding, Documents Show. In: The New York Times. 7. Juni 2006.
  50. Jennifer Abramsohn: „Dies ist eine deutsche Geschichte“. Deutsche Welle, 10. Juni 2006 (Interview mit Naftali)
  51. Riedl/Kleine-Brockhoff: Geschichte: Unter Freunden. In: Die Zeit. 13. Juni 2006.
  52. Timothy Naftali: New Information on Cold War CIA Stay-Behind Operations in Germany and on the Adolf Eichmann Case (PDF; 721 kB). Website der Federation of American Scientists. 6. Juni 2006, S. 6 u. 16; Übersetzung nach Rainer Blasius: Nationalsozialismus: Nazi-Verbrecher gedeckt, Staatssekretär geschützt? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Juni 2006.
  53. Erik Lommatzsch: Hans Globke (1898–1973). Beamter im Dritten Reich und Staatssekretär Adenauers. Campus, Frankfurt am Main / New York 2009. ISBN 978-3-593-39035-2
  54. Hans-Heinrich Jansen: E. Lommatzsch: Hans Globke. Buchrezension für H-Soz-Kult, 10. Februar 2010, abgerufen am 20. Oktober 2017.
  55. Sven Felix Kellerhoff: Symbolfigur der frühen Bundesrepublik: Von Hitler zu Adenauer – Eine neue Biografie zeichnet ein differenzierteres Bild von Hans Globke. In: Die Welt, 1. Oktober 2009.
  56. Erik Lommatzsch: Hans Globke (1898–1973). Beamter im Dritten Reich und Staatssekretär Adenauers. Frankfurt am Main / New York 2009, ISBN 978-3-593-39035-2, Kap. V. Exkurs: Angriffe, Kampagnen und Diffamierungen, S. 310–322.
  57. Erik Lommatzsch: Hans Globke und der Nationalsozialismus. Eine Skizze. (PDF) Abgerufen am 24. März 2016.
  58. Wolfgang Benz: Globke, Hans Maria. In: derselbe (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Band 2: Personen De Gruyter Saur, Berlin 2009, ISBN 978-3-598-44159-2, S. 287 (abgerufen über De Gruyter Online).
  59. Oberstes Gericht der DDR, Urteil vom 23. Juli 1963, Az.: 1 Zst (I) 1/63 – auf eigenen Antrag. Prof. Dr. C.F. Rüter: DDR-Justiz und NS-Verbrechen, Bd.III, Verfahren NR.1068.
  60. für 25-jährige Beamtentätigkeit unter Anrechnung des Militärdienstes
  61. verliehen von der Antonescu-Regierung
  62. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  63. Regierung prüft Aberkennung von Ehrenzeichen orf.at, 16. Juli 2018, abgerufen 16. Juli 2018.
  64. Ehrenzeichen Aberkennung: Historiker appellieren an Sobotka, Kleine Zeitung, 15. Juli 2020, S. 6.
  65. Datenbank der Träger italienischer Ehrenzeichen
  66. Verliehen durch Regierungschef und Außenminister Joseph Bech in Bonn. Später, als Globke Rentner war, gab es eine Kontroverse darüber. Nach Der Spiegel, Nr. 6, 1965, hatte Globke seinerzeit als Ministerialrat im RMI im offiziösen NS-Rechts-Kommentar Pfundtner-Neubert Luxemburg unter der deutschen Besetzung (1940–1944) zum Niemandsland erklärt: „Mit der Besetzung […] ist der selbständige luxemburgische Staat aufgelöst worden, die luxemburgische Staatsangehörigkeit ist untergegangen, die früheren luxemburgischen Staatsangehörigen sind staatenlos geworden.“ Das Letzeburger Journal korrigierte den Spiegel: Nicht Außenminister Eugen Schaus, ein Liberaler, sondern sein christsozialer Vorgänger Bech hat die „Halsumhängung“ vorgenommen. Die Zeitung schrieb: „Unverständlich bleibt […] warum […] Bech diesen Globke für eine luxemburgische Auszeichnung vorgeschlagen hat. Die Verantwortung für die Verleihung, für diese unglaubliche Borniertheit, trägt die Regierung.“ Globke gab den Orden jedoch nicht, wie dann von Luxemburg erbeten, zurück (Bech 1965: „Eines ist sicher: Hätte ich damals schon gewußt, daß Luxemburg in Globkes Augen ein Niemandsland ist, hätte er die Auszeichnung bestimmt nicht erhalten.“), sondern verlangte stattdessen, von der deutschen Presse in Ruhe gelassen zu werden. Lt. Jürgen Bevers: Der Mann hinter Adenauer. Christoph Links, Berlin 2009, S. 54.
  67. Ehrungen. Hans Globke. In: Der Spiegel. Nr. 8, 1960, S. 79 (online).
  68. Vollständiger Text der „Ersten Verordnung“ im Artikel Reichsbürgergesetz, unter Weblinks: Wikisource
  69. Laut Strecker (als einzige Quelle) hatte Reinhard Gehlen von der Organisation Gehlen 50.000 DM geboten, um die Veröffentlichung des Buches zu verhindern. Jürgen Bevers: Der Mann hinter Adenauer. Ch. Links Verlag, 2009, ISBN 978-3-86153-518-8, S. 177 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)..
  70. Auszüge in: Dietrich Goldschmidt, Hans-Joachim Kraus (Hrsg.): Der ungekündigte Bund. Neue Begegnung von Juden und christlicher Gemeinde. Kreuz, Stuttgart 1962, S. 130f. Im Kern ergab der Briefwechsel, dass die DEKT-Vertreter bei ihrer Ansicht blieben, schon Globke/Stuckarts Kommentar habe das Gesetz zu Lasten der Juden deutlich verschärft, und es gäbe keine Belege für irgendeine Hilfe, die er später geleistet haben soll
  71. Der Mann hinter Adenauer - Die unheimliche deutsche Karriere des Dr. Globke in der Internet Movie Database (englisch)