Fritz Bauer

Jurist, deutscher Richter, Generalstaatsanwalt in Hessen 1958-1968

Fritz Bauer (* 16. Juli 1903 in Stuttgart; † 1. Juli 1968 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Jurist. Mit seinem Namen und Wirken als Generalstaatsanwalt in Hessen von 1956 bis 1968 verbinden sich die Entführung Adolf Eichmanns nach Israel, die positive Neubewertung der Widerstandskämpfer des 20. Juli von 1944 und die Frankfurter Auschwitzprozesse.

Leben und WirkenBearbeiten

Fritz Bauer wurde als Sohn jüdischer Eltern geboren, verstand sich selbst aber als bekennender Atheist. Er studierte nach dem Besuch des Stuttgarter Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums Rechtswissenschaft in Heidelberg, München und Tübingen. Während seiner Studienzeit engagierte er sich in einer liberalen jüdischen Studentenverbindung, vor allem in politischen Debatten.[1][2] Nach seiner Promotion („Die rechtliche Struktur der Truste“)[3] zum Dr. jur. bei Karl Geiler wurde Bauer 1928 Gerichtsassessor beim Amtsgericht Stuttgart und bereits zwei Jahre später jüngster Amtsrichter in der Weimarer Republik.

Politische Aktivitäten und Haft während der Zeit des NationalsozialismusBearbeiten

Von früh an war Bauer politisch aktiv. Er war Mitgründer des Republikanischen Richterbundes in Württemberg. Bereits 1920 trat er der SPD bei und übernahm 1931 den Vorsitz der Ortsgruppe Stuttgart des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold.[4] Im Zusammenhang mit Planungen zu einem gegen die Machtübergabe an die Nationalsozialisten gerichteten Generalstreik wurde Bauer am 23. März 1933 festgenommen, acht Monate im KZ Heuberg und im Ulmer Garnisonsarresthaus inhaftiert und Ende 1933 wieder aus der Haft entlassen. Die württembergischen NS-Machthaber veröffentlichten in mehreren Zeitungen ein angeblich von acht Sozialdemokraten unterzeichnetes „Treuebekenntnis“. Unter den aufgeführten Unterzeichnern ist ein „Fritz Hauer“. Ein Sozialdemokrat namens Fritz Hauer ist unbekannt, ebenso wenig ein Insasse des Garnisonsarresthauses mit diesem Namen. Die Geschichtsforschung nimmt deshalb an, dass es sich bei der Veröffentlichung des „Treuebekenntnisses“ um einen Druck- bzw. Setzfehler handelt und der vorgebliche Unterzeichner der Häftling Fritz Bauer ist. Die Praxis der Haftentlassung aus den frühen KZ war, dass SS-, SA- und andere Stellen den zur Entlassung vorgesehenen Häftlingen eine Loyalitätserklärung – einen Revers – abpressten. Im Falle Fritz Bauers und seiner mitinhaftierten Genossen liegt deshalb die Annahme nahe, dass ihnen als Voraussetzung für ihre Entlassung eine Erklärung abverlangt wurde, deren Wortlaut selbstredend nicht bekannt ist. Die Nationalsozialisten machten aus dem Vorgang zu propagandistischen Zwecken ein „Treuebekenntnis einstiger Sozialdemokraten“, um ihre politischen Gegner zu entehren. Aus dem Staatsdienst wurde er auf der Basis des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassen.[5]

1936 emigrierte er nach Dänemark. Nach der deutschen Besetzung entzogen ihm die dänischen Behörden im April 1940 die Aufenthaltsbewilligung und internierten ihn für drei Monate in einem Lager. Zu seinem Schutz heiratete er im Juni 1943 formal die dänische Kindergärtnerin Anna Maria geb. Petersen.[5] Im Oktober 1943, als die Nationalsozialisten mit der Deportation der dänischen Juden in das KZ Theresienstadt begannen, tauchte er unter und floh mit Unterstützung einheimischer Helfer nach Schweden. Dort arbeitete er als Archivgehilfe und gründete mit Willy Brandt und anderen die Zeitschrift Sozialistische Tribüne.

Die dänische Fremdenpolizei verdächtigte Bauer, mit männlichen Prostituierten Umgang zu haben, was in einer Ausstellung des Fritz-Bauer-Instituts thematisiert wurde, die erstmals 2014 im Jüdischen Museum in Frankfurt am Main zu sehen war.[6] Seitdem wird Bauer als Homosexueller kategorisiert, obwohl er sich weder dazu bekannt hat noch eindeutige Belege hierfür vorliegen.[7]

Tätigkeit als Generalstaatsanwalt in der Bundesrepublik DeutschlandBearbeiten

 
Auf Initiative Bauers angebrachter Artikel 1, Satz 1 Grundgesetz am Gebäude der Frankfurter Staatsanwaltschaft

1949 kehrte Bauer nach Deutschland zurück, wurde Landgerichtsdirektor am Landgericht Braunschweig und 1950 Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht der Stadt. 1956 wurde er auf Initiative des Ministerpräsidenten Georg-August Zinn in das Amt des hessischen Generalstaatsanwalts mit Sitz in Frankfurt am Main berufen, das er bis zu seinem Tod 1968 innehatte.

Einer seiner ersten Fälle als Generalstaatsanwalt in Braunschweig machte ihn auch außerhalb Deutschlands bekannt: 1952 war er der Ankläger im sogenannten Remer-Prozess. Bauer prägte dabei den Satz: „Ein Unrechtsstaat, der täglich Zehntausende Morde begeht, berechtigt jedermann zur Notwehr.“[8] Infolge dieses Prozesses wurden die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 rehabilitiert und ihr Versuch, Hitler zu töten, legitimiert. Das Gericht schloss sich Bauers Auffassung in seinem Plädoyer an, der NS-Staat sei „kein Rechtsstaat, sondern ein Unrechtsstaat“ gewesen.[9]

Im Jahr 1957 informierte Fritz Bauer den Leiter der Israel-Mission in Köln, und damit den israelischen Geheimdienst Mossad über den Wohnort Adolf Eichmanns in Argentinien, nachdem er dies von dem in Argentinien lebenden ehemaligen KZ-Häftling Lothar Hermann erfahren hatte.[10] Bauer misstraute der deutschen Justiz und Polizei – er befürchtete, man werde Eichmann von dort aus warnen – und wandte sich früh direkt an Israel. Diese Mitteilung war der entscheidende Anstoß für Eichmanns Ergreifung 1960.[11] Zum Hintergrund dieses Vorgangs gehört, dass Bauers Antrag, die deutsche Bundesregierung möge sich um die Auslieferung Eichmanns in die Bundesrepublik bemühen, von der Regierung sofort abgelehnt worden war.[12]

1959 erreichte Bauer, dass der Bundesgerichtshof die „Untersuchung und Entscheidung“ in der Strafsache gegen Auschwitz-Täter dem Landgericht Frankfurt am Main übertrug. Auf Weisung Bauers leitete die dortige Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen vormalige Angehörige und Führer der SS-Wachmannschaft des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz ein. Der erste Auschwitzprozess in Westdeutschland, die „Strafsache gegen Mulka u. a.“, wurde schließlich im Dezember 1963 gegen 22 Angeklagte vor dem Landgericht Frankfurt eröffnet.

Innerhalb der bundesdeutschen Nachkriegsjustiz war Bauer wegen seines Engagements umstritten, hatten doch die meisten damaligen Juristen in der Zeit zuvor schon der NS-Diktatur gedient. Er selbst soll einmal gesagt haben: „In der Justiz lebe ich wie im Exil.“[13] Medien zitierten ihn ebenfalls mit dem Satz: „Wenn ich mein [Dienst-]Zimmer verlasse, betrete ich feindliches Ausland.“[14]

Im August 1959 erhielt Fritz Bauer von Willy Rudolf Foerster Informationen über die Hinrichtung von Gefangenen auf deutschen Blockadebrechern während des Zweiten Weltkrieges. Diese seien in Japan „mit Gewalt“ auf deutsche Schiffe gebracht und auf der Fahrt „ohne Gerichtsurteil kaltblütig ermordet“ worden.[15] Zudem berichtete er Bauer von „unwahren Zeugenaussagen“ ehemaliger deutscher Diplomaten vor Gericht. Diese hätten zum Ziel gehabt, eine „ernsthafte und eingehende Untersuchung“ seines eigenen Falls zu verhindern.[16] Foerster hatte zusammen mit dem Jüdischen Hilfskomitee in Tokio einer beträchtlichen Anzahl von Juden zur Flucht nach Japan verholfen und sie in seinem Unternehmen beschäftigt. Hierfür war er 1943 verhaftet und gefoltert worden.[17]

Bauer hielt 1960 vor Vertretern von Jugendverbänden das Referat Die Wurzeln faschistischen und nationalsozialistischen Handelns. Der Vorschlag des rheinland-pfälzischen Landesjugendrings, den Text Oberstufengymnasien und Berufsschulen als Broschüre zur Verfügung zu stellen, wurde vom Kultusministerium des Bundeslandes abgelehnt. Die Ablehnung wurde 1962 vom jungen CDU-Abgeordneten Helmut Kohl „nassforsch“ begründet: Der zeitliche Abstand vom Nationalsozialismus sei zu gering, um sich darüber ein abschließendes Urteil bilden zu können.[18] Der Text, in dem Bauer Argumente dafür brachte, dass der NS-Staat kein Betriebsunfall der Geschichte war, erschien erst 1965 im Buchhandel. Die von Bauer begonnenen Ermittlungen gegen mutmaßliche Schreibtischtäter der „Euthanasie“ wurden später eingestellt.

Fritz Bauers Werk galt dem Aufbau einer demokratischen Justiz, der konsequenten strafrechtlichen Verfolgung nationalsozialistischen Unrechts und der Reform des Straf- und Strafvollzugsrechts. Die Frankfurter Auschwitzprozesse (1963–1981) wären ohne Bauers hartnäckigen Einsatz wohl nicht zustande gekommen. Die Tatbeteiligten wurden größtenteils nur zu wenigen Jahren Haft wegen Beihilfe zum Mord verurteilt, auch lehnten breite Schichten der Gesellschaft die Verfahren ab. Dennoch besteht das Verdienst Bauers darin, durch die von ihm angestrengten Prozesse ab Mitte der 1960er Jahre die öffentliche Auseinandersetzung mit der Holocaust-Thematik eingeleitet zu haben. Von seinen Schriften gilt das 1957 erschienene Buch Das Verbrechen und die Gesellschaft als Hauptwerk. Darin zweifelt er die Annahme der Willensfreiheit als Grundlage des geltenden Schuldstrafrechts an und plädiert stattdessen anknüpfend an die Lehren von Franz von Liszt und Gustav Radbruch für ein „Kriminalrecht, das – unter Verzicht auf Strafe – ausschließlich Maßnahmen resozialisierenden und sichernden Charakters kennt.“[19]

TodBearbeiten

 
Gedenktafel am letzten Wohnhaus in Frankfurt am Main

Bauer wurde am 1. Juli 1968 tot in der Badewanne seiner Wohnung in Frankfurt aufgefunden. Bei der von dem Frankfurter Gerichtsmediziner Joachim Gerchow vorgenommenen Leichenöffnung wurden eine Herzvorschädigung, eine schwere akute Bronchitis sowie die Einnahme eines Schlafmittels festgestellt. Es ergaben sich keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden.[20] So vermutete Gerchow in seinem abschließenden Gutachten und späteren Äußerungen einen Suizid. Darauf hinweisende Verhaltensweisen Bauers vor seinem Tod fehlen indes. Bauer wurde auf seinen Wunsch entgegen jüdischer Tradition eingeäschert. Die Anweisung von Bauers Stellvertreter, eine gerichtliche Leichenöffnung zu beantragen, missachtete die dafür zuständige Frankfurter Staatsanwaltschaft aus heute unerkennbarem Grund und gab die Leiche sogleich – auch zur Feuerbestattung – frei. Eine Verwaltungssektion[21] fand statt, weil Angehörige Bauers in Skandinavien zustimmten, worum sich Bauers Stellvertreter bemüht hatte.[22]

Fritz Bauers Urne wurde auf dem Friedhof Örgryte gamla kyrkogård in Göteborg beigesetzt.

Zitate von Fritz BauerBearbeiten

„Ein Unrechtsstaat wie das Dritte Reich ist überhaupt nicht hochverratsfähig.“

Plädoyer im Remer-Prozess 1952[23]

„Ich glaube, es ist eine traurige Wahrheit, dass wir unserem Affenzustand noch sehr nahe sind und dass die Zivilisation nur eine sehr dünne Decke ist, die sehr schnell abblättert.“

Tonaufnahme von Fritz Bauer in Frankfurter Ausstellung Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht (2014)[24]

„Wenn ich mein Büro verlasse, betrete ich Feindesland“

Fritz Bauer

Würdigungen und BenennungenBearbeiten

Denkmale
 
Fritz-Bauer-Denkmal vor dem OLG Frankfurt
 
Infotafel zum Fritz-Bauer-Denkmal vor dem OLG Frankfurt
  • Ein wie ein Eisberg aus dem Boden ragender 4,5 Tonnen schwerer Naturstein wurde 2016 auf der Zeil vor dem OLG Frankfurt am Main als Gedenkstein „Nur die Spitze des Eisbergs“ für Fritz Bauer aufgestellt. Die Künstlerin Tamara Grcic greift damit ein Zitat Bauers auf: „Sie müssen wissen, es gibt einen Eisberg und wir sehen einen kleinen Teil und den größeren sehen wir nicht“.[25]
Preise
Institutionen
Straßen
 
Fritz-Bauer-Platz in Braunschweig mit auf Initiative Bauers angebrachtem Grundgesetz-Zitat als Wandschmuck.
  • Im neuen Frankfurter Stadtteil Riedberg wurde 2011 ihm zu Ehren die Fritz-Bauer-Straße im Quartier Altkönigblick benannt.[29]
  • Ein Platz am Landgericht in der Stadtmitte Braunschweigs wurde im April 2012 als Fritz-Bauer-Platz benannt.[30]
  • In Tübingen auf dem Österberg wurde im März 2017 die Scheefstraße umbenannt in Fritz-Bauer-Straße.[31]
  • In München Aubing wurde 2017 eine weitere Straße nach ihm benannt.[32]
Säle
Briefmarken
  • 2017 hat Klaus Staeck ein Portraitbild kreiert, mit dessen Verwendung jeder bei der Deutschen Post (individuelle) Fritz-Bauer-Briefmarken bestellen kann. Zuvor hatte das Bundesfinanzministerium den Vorschlag des Braunschweiger Fritz-Bauer-Freundeskreises abgelehnt, zum 50. Todestag 2018 eine Sonderbriefmarke herauszugeben[36]
  • Am 2. November 2019 brachte die Deutsche Post AG im Rahmen ihrer Reihe Aufrechte Demokraten ein 270-Eurocent-Postwertzeichen mit Bauers Konterfei und Zitat "Nichts gehört der Vergangenheit an, alles ist noch Gegenwart und kann wieder Zukunft werden" heraus. Fritz Bauer wurde dort als "Streiter für die Demokratie" geehrt. Der Entwurf stammt vom Grafiker Detlef Behr aus Köln.[37]
Veranstaltungen
  • Am 1. Juli 2018, Fritz Bauers 50. Todestag, würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem Gedenkakt in der Frankfurter Paulskirche dessen Bedeutung für die Frankfurter Auschwitzprozesse und nannte ihn wegen seines Wirkens in der Bundesrepublik „eine der Schlüsselfiguren in der jungen Demokratie“. Der Historiker Norbert Frei hielt den Gedenkvortrag.[38] Der Bundespräsident führte aus, Bauer habe so viel wie kaum ein anderer zur deutschen Rechtspflege und politischen Kultur in den 1950er und 1960er Jahren beigetragen.[39]

Veröffentlichungen von Fritz BauerBearbeiten

  • Die Kriegsverbrecher vor Gericht. Nachwort: Hans Felix Pfenninger. Reihe: Neue Internationale Bibliothek, 3. Europa, Zürich 1945.
  • Das Verbrechen und die Gesellschaft. Ernst Reinhardt, München 1957.
  • Wurzeln nazistischen Denkens und Handelns. Hg. Hessische Landesbank, Frankfurt o. J. (um 1960).
  • Die Wurzeln faschistischen und nationalsozialistischen Handelns. Mainz 1961, 31 S.
  • Widerstandsrecht und Widerstandspflicht des Staatsbürgers. In: [Hans–Werner] Bartsch, Bethke, Farr, [Herbert] Mochalski und Teblin. [Alle] Kirchliche Bruderschaft in Hessen und Nassau. (Hg.): 3 [Drei] Vorträge gehalten auf der Landestagung [4. und 5. November] 1961 der Kirchlichen Bruderschaft in Hessen und Nassau. Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Widerstandsrecht und Widerstandspflicht des Staatsbürgers. Rechtsanwalt Heinrich Hannover [Bremen]. Die Verteidigung des Staates als Gewissensfrage. Dozent Hans–Werner Bartsch. Der Staat ist nicht der liebe Gott. S. 4164. [im Anhang]: Einige Fragen und Antworten nach dem Vortrag von [...] Fritz Bauer [hier ohne Angabe der Interview–Partner]. Tonbandmitschrift [...] soweit verständlich [...]. S. 65–68. Stimme–Verlag. Frankfurt. 1962.
  • Sexualität und Verbrechen. Beiträge zur Strafrechtsreform. Hg.: Fritz Bauer, Hans Bürger-Prinz, Hans Giese und Herbert Jäger. Fischer TB, Frankfurt 1963. (3. Auflage 1965).
  • Die neue Gewalt. Die Notwendigkeit der Einführung eines Kontrollorgans in der Bundesrepublik Deutschland. Verlag der Zeitschrift Ruf und Echo, München 1964, 24 S.
  • Widerstand gegen die Staatsgewalt. Dokumente der Jahrtausende. Zusammenst. & Komm. F. B. – Fischer TB, Frankfurt 1965.
  • Die Wurzeln faschistischen und nationalsozialistischen Handelns. Europäische Verlagsanstalt. Frankfurt. 1965, 77 S.
  • Auf der Suche nach dem Recht. Mit 20 Fotos und 7 Zeichnungen. Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart. 1966.
  • Die Reformbedürftigkeit der Strafrechtsreform. Sonderreihe „Aus gestern und heute“, 20. Dokumentationen und zeitgeschichtliche Beiträge. München o. J. (1966), 23 S.
  • Alternativen zum politischen Strafrecht. Vortrag vom 6. März 1968 bei der Hochschulwoche für staatswissenschaftliche Fortbildung in Bad Nauheim. Bad Homburg v. d. H., Dr. Max Gehlen, Berlin. 1968, 15 S.
  • Vom kommenden Strafrecht. Vorwort Herbert Jäger. C. F. Müller, Karlsruhe. 1969, 85 S.
  • Die Humanität der Rechtsordnung. Ausgewählte Schriften. Hrsg. Joachim Perels und Irmtrud Wojak, Campus, Frankfurt. 1998. ISBN 3-593-35841-7.
  • Nach den Wurzeln des Bösen fragen. Auszüge aus dem Wortlaut eines Vortrags, den Bauer am 5. Februar 1964 in der Frankfurter Universität hielt. In: Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 120 ff. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: online (abgerufen: 24. Mai 2019).

Fritz Bauer in Kunst und KulturBearbeiten

Fritz Bauer in der LiteraturBearbeiten

Der Filmregisseur und Schriftsteller Alexander Kluge lässt Bauer in seinem Abschied von gestern (1966) ein Plädoyer für die Humanisierung der Justiz halten. 2013 hat er ihm ein Buch gewidmet: 48 Geschichten für Fritz Bauer. Gerahmt werden diese Geschichten eingangs durch eine Erzählung, die über Bauers Beerdigung berichtet, sowie abschließend durch einen Widmungstext.[40]

Fritz Bauer in der MusikBearbeiten

Fritz Bauer in der KunstBearbeiten

Bauer wird auf dem Wandmosaik Frankfurter Treppe / XX. Jahrhundert von Stephan Huber gewürdigt.

Ausstellungen über Fritz BauerBearbeiten

  • Die Ausstellung Generalstaatsanwalt Fritz Bauer und der Prozess um den 20. Juli (16. Juli bis 28. September 2012 im Landgericht Braunschweig) wurde vom Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte in Kooperation mit der Generalstaatsanwaltschaft Braunschweig erstellt.[41]
  • Der Prozess um den 20. Juli 1944 – Generalstaatsanwalt Fritz Bauer und das Verfahren gegen Otto Ernst Remer 1952 wegen Verleumdung des Widerstandes. Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof, Karlsruhe, 27. Juni bis 25. Juli 2013

Filme über Fritz BauerBearbeiten

SekundärliteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ronen Steinke: Fritz Bauer. Oder Auschwitz vor Gericht. München 2013, S. 56–65
  2. David Rüschenschmidt: Fritz Bauer (1903 – 1968). In: Manfred Blänkner, Axel Bernd Kunze: Rote Fahnen, Bunte Bänder. Korporierte Sozialdemokraten von Lassalle bis heute. Mit einem Vorwort von Erhard Eppler, Bonn 2016, S. 65–73
  3. Ronen Steinke: Fritz Bauer. Oder Auschwitz vor Gericht. München 2013, S. 71
  4. Ronen Steinke: Fritz Bauer. Oder Auschwitz vor Gericht. München 2013, S. 88 f.
  5. a b Rudolf Walther: Erinnerung an einen Unvergessenen. Neues Deutschland, 26. Juli 2014, S. 17
  6. Frankfurter Allgemeine Zeitung über die Ausstellung im jüdischen Museum Frankfurt, „Was wir von Fritz Bauer lernen können“. Abgerufen am 9. Oktober 2015
  7. Siehe dazu kritisch Erardo Cristoforo Rautenberg: Die Auseinandersetzung des Generalstaatsanwalts Dr. Fritz Bauer mit dem NS-Unrecht., S. 2
    Jan Feddersen: Die Denunziation. In: taz.de, 8. Oktober 2015
    Ronen Steinke: „Fritz Bauers Lebensumstände lassen die Vermutung – nicht mehr als das – als möglich erscheinen, dass es eine homosexuelle Grundorientierung Fritz Bauers gab, die seinerzeit nicht gelebt werden konnte, wollte er seine politische Existenz nicht aufs Spiel setzen.“ in: Neue Justiz 2014, S. 515
  8. Erardo Cristoforo Rautenberg: Zu Haus unter Feinden. In: Wochenzeitung Die Zeit, Hamburg, Nr. 47, 13. November 2014, S. 17
  9. Urteil des Braunschweiger Landgerichts im März 1952, zitiert nach: Lenz, Friedrich (1953): Der ekle Wurm der deutschen Zwietracht: politische Problem rund um den 20. Juli, 1944. Selbstverlag. Die Anklageschrift und das Plädoyer Bauers sind abgedruckt in: Monika Nöhre (Hrsg.): Zerstörte Rechtskultur. Vorträge im Berliner Kammergericht. Berlin 2013, S. 45 ff.
  10. Eichmann vor Gericht, Fritz Bauer Archiv
  11. Zum Hintergrund gehört, dass sowohl die CIA als auch der Bundesnachrichtendienst bereits 1958 die Tarnidentität Eichmanns aufgedeckt hatten und seinen genauen Aufenthaltsort kannten, siehe Scott Shane: C.I.A. Knew Where Eichmann Was Hiding, Documents Show.
  12. Irmtrud Wojak: Fritz Bauer 1903–1968. Eine Biographie. München 2009, S. 302
  13. Rudolf Wassermann: Fritz Bauer (1903–1968). In: Peter Glotz und Wolfgang R. Langenbucher (Hrsg.): Vorbilder für Deutsche. Korrektur einer Heldengalerie. München, Zürich 1974, S. 296
  14. Feindliches Ausland. In: Der Spiegel, 31. Juli 1995
  15. Clemens Jochem: Der Fall Foerster: Die deutsch-japanische Maschinenfabrik in Tokio und das Jüdische Hilfskomitee Hentrich und Hentrich, Berlin 2017, S. 71 f., ISBN 978-3-95565-225-8.
  16. Jochem: Der Fall Foerster, Berlin 2017, S. 168.
  17. Jochem: Der Fall Foerster, Berlin 2017, S. 181 ff.
  18. Conrad Taler (alias Kurt Nelhiebel): Asche auf vereisten Wegen. Eine Chronik des Grauens. Berichte vom Auschwitz-Prozess. Köln 2003, S. 139
  19. Fritz Bauer: Das Verbrechen und die Gesellschaft, S. 252, siehe dazu Erardo Cristoforo Rautenberg: Fritz Bauer: Das Verbrechen und die Gesellschaft. Neue Justiz, 2016, S. 316 ff.
  20. Irmtrud Wojak: Fritz Bauer 1903 – 1968. Eine Biographie. München 2009, S. 30, sowie Dieter Schenk, siehe Lit., 2012 und 2014
  21. Einer Verwaltungssektion zugeführt werden sollten alle unklaren oder gewaltsamen Todesfälle, an deren weiterer Aufklärung die Staatsanwaltschaft kein Interesse hat. Burkhard Madea u. a.: Verwaltungssektionen: Dringende Notwendigkeit auf aerzteblatt.de, abgerufen am 28. April 2017
  22. Erardo Cristoforo Rautenberg: Die Auseinandersetzung des Generalstaatsanwalts Dr. Fritz Bauer mit dem NS-Unrecht. S. 16.
  23. zitiert nach: Süddeutsche Zeitung Nr. 245 vom 24. Oktober 2015, S. 57
  24. zitiert nach: Welt.de https://www.welt.de/regionales/frankfurt/article126771697/Erinnerung-an-NS-Anklaeger-Fritz-Bauer.html
  25. Oliver Teutsch: Denkmal für Fritz Bauer – Ein Eisberg auf der Zeil für Fritz Bauer. In: Frankfurter Rundschau, 13. Mai 2016
  26. Fritz-Bauer-Studienpreis des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, abgerufen am 28. April 2017
  27. Justizvollzugsanstalt Darmstadt, abgerufen am 28. April 2017
  28. Kölner Stadt-Anzeiger, Ausgabe vom 22. August 2017, S. 31; http://www.fritz-bauer-gesamtschule.de/, abgerufen am 28. September 2017
  29. Straße Nr. 8515 für Fritz Bauer auf fr-online.de, abgerufen am 26. Februar 2016.
  30. Bekanntmachung von Straßenbenennungen: Fritz-Bauer-Platz auf braunschweig.de, abgerufen am 29. August 2012.
  31. Straße umbenannt. Aus Scheef wurde Fritz Bauer, Schwäbisches Tagblatt, 28. März 2017
  32. Landeshauptstadt München Redaktion: Straßenneubenennung. Abgerufen am 4. Mai 2020.
  33. Großer Veranstaltungssaal des Amtsgerichts Stuttgart trägt Namen des gebürtigen Stuttgarters und früheren hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer – Justizminister enthüllt Erinnerungstafel. Justizministerium Baden-Württemberg, 13. Februar 2012, abgerufen am 25. Januar 2020.
  34. Journal Frankfurt: Ehrung von Fritz Bauer , 7. März 2019
  35. BM der Justiz und für Verbraucherschutz: „Wir haben heute unseren Lichthof nach #FritzBauer benannt. Fritz Bauer war ein großer Jurist. Als Generalstaatsanwalt brachte er das Menschheitsverbrechen von Auschwitz vor Gericht. Sein Wirken bleibt Ansporn und Vorbild für uns – gerade heute.“ In: Twitter-Account @BMJV_Bund. 15. Januar 2020, abgerufen am 17. Januar 2020.
  36. Generalstaatsanwaltschaft des Landes Brandenburg: Briefmarke mit Fritz Bauer Motiv, abgerufen am 7. Oktober 2017
  37. Neues Sonderpostwertzeichen »Fritz Bauer«. Abgerufen am 3. November 2019.
  38. Ronen Steinke Laudatio auf einen großen Demokraten, Süddeutsche Zeitung 2. Juli 2018, S. 5
  39. www.bundespraesident.de: Der Bundespräsident / Reden / Festakt zum 50. Todestag von Fritz Bauer. Abgerufen am 1. Juli 2018.
  40. Alexander Kluge: „Wer ein Wort des Trostes spricht, ist ein Verräter“. 48 Geschichten für Fritz Bauer. Suhrkamp, Berlin 2013, S. 6–9 und 113
  41. Ausstellungsankündigung des Landgerichts Braunschweig, abgerufen am 29. August 2012.
  42. Heidelberger Ausstellung würdigt Nazi-Jäger Fritz Bauer. (Memento vom 27. Februar 2015 im Internet Archive) auf ka-news.de
  43. Fritz Bauer. Der Staatsanwalt - NS-Verbrechen vor Gericht. Abgerufen am 18. März 2019.
  44. https://www.fritz-bauer-institut.de/mitteilung/ausstellungseroeffnung-br-fritz-bauer-der-staatsanwalt-ns-verbrechen-vor-gericht-br-vortrag-von-generalstaatsanwalt-norbert-wolf-braunschweig
  45. Sonderausstellungen - Jüdisches Museum Westfalen. In: Jüdisches Museum Westfalen. (jmw-dorsten.de [abgerufen am 1. Februar 2018]).
  46. Museen Nürnberg: Ausstellung "Fritz Bauer. Der Staatsanwalt" - Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Abgerufen am 30. Juni 2018.
  47. Alexander Kluge: Abschied von gestern. Protokoll. in: Enno Patalas (Hrsg.): Cinemathek. Ausgewählte Filmtexte. Bd. 17, Verlag Filmkritik, Frankfurt am Main 1967, S. 71–74
  48. Prädikat: „Besonders wertvoll“, Titel „Dokumentarfilm des Monats Januar 2011“ verliehen durch die FBW, Website zum Film: Fritz Bauer – Tod auf Raten. abgerufen am 28. April 2017
  49. Der wiederholten Behauptung im Film, Bauers Tod sei geheimnisumwittert ist entgegengehalten worden, dass Ziok dadurch den falschen Unterton einer mörderischen Verschwörung gegen Bauer hineingebracht habe. Dazu hat der brandenburgische Generalstaatsanwalt Rautenberg bemerkt: „Auch hat Ziok nicht ignorieren können, dass wegen der zahlreichen Fritz Bauer gegenüber ausgesprochenen Morddrohungen nicht wenige von seiner Ermordung überzeugt sind. Zwar haben sich dafür keine Anhaltspunkte ergeben, doch lässt sich dies andererseits auch nicht mit völliger Sicherheit ausschließen. Dieser Befund ist angesichts des Umstandes, dass eine Vielzahl von Personen ein Tatmotiv gehabt haben könnten – und einige darunter auch gewusst haben dürften, wie man einen Mord verschleiert, nicht geeignet, die Zweifler endgültig verstummen zu lassen.“
  50. Anja Seeliger: Berlinale Der Ungeehrte. Rezension auf perlentaucher.de, abgerufen am 28. April 2017
  51. Ann Claire Richter: Ein mutiger Kämpfer gegen das Verdrängen. in Braunschweiger Zeitung, abgerufen am 28. April 2017 (PDF; 601 kB)
  52. Video ZDF History: Mörder unter uns – Fritz Bauers Kampf (29. Januar 2014, 23:25 Uhr, 44:19 Min.) in der ZDFmediathek, abgerufen am 29. Januar 2014.
  53. Trailer Im Labyrinth des Schweigens. auf upig.de, abgerufen am 28. April 2017
  54. Paul Katzenberger: Held in Robe, Rezension 31. Juli 2015, sueddeutsche.de, abgerufen am 28. April 2017
  55. Fritz Bauer - Generalstaatsanwalt. Nazi-Jäger. Archiviert vom Original am 28. Mai 2019; abgerufen am 11. Dezember 2019.
  56. Minutiöse Erwägung kriminalistischer, gerichtsmedizinischer und psychologischer Faktoren, mit dem Ergebnis, dass der Tod Bauers ungewollt und medizinisch bedingt gewesen sei. Demgegenüber ist der brandenburgische Generalstaatsanwalt Rautenberg bei seiner Erörterung der Todesumstände (Lit. 2015, S. 179–185 bzw. S. 15–21) nun zu dem Ergebnis gekommen, dass weder ein Suizid noch ein verdeckter Mord mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden kann, weil sich die Frankfurter Ermittlungsbehörden gar nicht um eine umfassende Aufklärung der Todesumstände bemüht hätten und dies im Nachhinein nicht mehr möglich sei.
  57. Claudia Moisel: Rezension Fritz Bauer 1903–1968. Eine Biographie. auf hsozkult.de, abgerufen am 28. April 2017.
  58. Fritz Bauer 1903–1968. Eine Biographie. Rezensionsüberblick auf perlentaucher.de, abgerufen am 28. April 2017.

WeblinksBearbeiten

Commons: Fritz Bauer – Sammlung von Bildern