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Hamburg-Bergstedt

Stadtteil von Hamburg

LageBearbeiten

Bergstedt grenzt an folgende Stadtteile: Im Westen an Lehmsahl-Mellingstedt, im Norden an Wohldorf-Ohlstedt, im Osten an Volksdorf und im Süden an Sasel.

GeschichteBearbeiten

1248 wurde Bergstedt, das ehemals ein sächsisches Runddorf war, erstmals urkundlich unter dem Namen Bericstede genannt. Diese Bezeichnung geht nicht auf einen landschaftlichen Berg, sondern auf den sächsischen Ortsgründer namens Beric zurück, wobei auch die Endsilbe -stedt auf eine sächsische Gründung verweist und die Bedeutung von einer sicheren Siedlung oder einem sicheren Wohnsitz hat.[1] 1345 verpfändete die Familie von Wedel das Dorf an das Hamburger Domkapitel. Im 16. Jahrhundert gelangte Bergstedt an die Herzöge von Holstein-Gottorp, bevor es 1750 bis 1773 wieder an Hamburg verpfändet war. Seit 1889 bildete Bergstedt gemeinsam mit der Landgemeinde und dem Gutsbezirk Hoisbüttel einen Amtsbezirk im preußischen Kreis Stormarn. Im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes wurde Bergstedt 1937 nach Hamburg eingemeindet. Bis zur Abschaffung der Ortsämter in Hamburg im Jahre 2007 gehörte es zum Ortsamtsgebiet Walddörfer.

ReligionenBearbeiten

 
Bergstedter Baustufenplan vom 8. Juni 1952 mit Änderungen vom 14. Januar 1955

Das Kirchspiel Bergstedt, das fast ganz Stormarn umfasste, besteht bereits seit etwa 1150. Die Bergstedter Kirche ist eine der ältesten Hamburgs. Sie wurde 1256 unter dem Abt zu Stade und Vizebischof von Hamburg gebaut. Im Laufe der Zeit wurde sie erweitert und vergrößert und auch renoviert.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1937: 01.300
  • 1999: 08.530
  • 2013: 10.206

Die Einwohnerentwicklung wurde seit 1958 wesentlich von der Walddörfer Wohnungsbaugenossenschaft eG beeinflusst, die die direkt an den Stadtteil Volksdorf angrenzende Feldmark – u. a. den Stüffel – bebaute.

BevölkerungBearbeiten

Die Bergstedter Bevölkerung setzt sich folgendermaßen zusammen (Daten des Statistikamt Nord, Stand Dezember 2016):

  • Gesamtbevölkerung: 10.687
  • Minderjährigenquote: 21,4 %, liegt deutlich über dem Hamburger Durchschnitt von 16,2 %.
  • Anteil der Haushalte mit Kindern: 26,8 %, liegt deutlich über dem Hamburger Durchschnitt von 17,8 %.
  • Altenquote: 21,2 %, liegt über dem Hamburger Durchschnitt von 18,3 %.
  • Ausländeranteil: 8,2 %, liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 16,7 %.
  • Anteil von Leistungsempfängern nach SGBII (Hartz IV): 4,9 %, liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 10,3 %
  • Arbeitslosenquote: 2,7 %, liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 5,3 %.

Bergstedt zählt zu den wohlhabenderen Hamburger Stadtteilen. Die durchschnittlichen jährlichen Einkünfte pro Steuerpflichtigen betrugen hier im Jahre 2013 etwa 51.374 Euro und sind deutlich höher als der Hamburger Durchschnitt (39.054 Euro)[2].

PolitikBearbeiten

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Bergstedt zum Wahlkreis Alstertal-Walddörfer. Die Bürgerschaftswahl 2015 führte zu folgendem Ergebnis[3]:

  • SPD 48,0 % (– 1,9)
  • CDU 15,3 % (– 5,3)
  • Grüne 13,7 % (+ 0,5)
  • FDP 8,5 % (– 0,1)
  • Linke 5,8 % (+ 1,9)
  • AfD 5,8 % (+ 5,8)
  • Übrige 2,9 % (– 0,9)

Bei der Bundestagswahl ist Bergstedt dem Wahlkreis Hamburg-Nord zugeordnet.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Bergstedts Kirche

BauwerkeBearbeiten

Die Bergstedter Kirche ist ein Feldsteinbau aus dem frühen 13. Jahrhundert, der Fachwerkturm wurde 1745 angebaut. Die Emporen im Innern stammen von 1663, die Kanzel von 1686.

Am nordwestlichen Rand Bergstedts liegt nahe der Alster das 1911/1912 von Distel & Grubitz erbaute Landhaus Mahr, das seit 1989 unter Denkmalschutz steht.

An der Grenze zu Sasel befindet sich, vermutlich seit dem 15. Jahrhundert, die Alte Mühle.

Friedhof Bergstedt[4] mit besonderen Bauwerken/Grabmalen:

 
Übersicht Friedhof Bergstedt mit Markierung von Prominentengräbern

NaturschutzgebieteBearbeiten

 
Timmermoor

Im Südosten des Stadtteils liegt das etwa 4 ha große Naturdenkmal Timmermoor, ein Moorteich mit Heide und Gehölzsaum, der in der letzten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren vermutlich durch die Sackung von Bodenschichten über tauendem Toteis entstanden ist.[7]

Im Südwesten des Stadtteils, zwischen dem Alsternebenfluss Saselbek und ihrem Zufluss Furtbek, liegt das Naturschutzgebiet Hainesch/Iland.

Im Norden des Stadtteils liegt das Naturschutzgebiet Rodenbeker Quellental.

SportBearbeiten

In Bergstedt gibt es den Sportverein Bergstedt von 1948 (e. V.). Der Verein bietet neben Fußball, Hockey, Judo, Handball und Volleyball noch weitere Sportarten an und verfügt außerdem über ein Vereinshaus samt Gaststätte und Fitnessraum. In der Nachbarschaft dazu befinden sich eine Tennishalle und mehrere Freiplätze. Im Senator-Neumann-Haus hat der Bergstedter Schachklub von 1962 seinen Sitz.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Jedes Jahr findet in Bergstedt regelmäßig die „Bunte Meile“ statt, die einen Flohmarkt sowie die Vorstellung von Institutionen und Vereinen beinhaltet. Im Dorfzentrum werden mehrere Straßen weiträumig abgesperrt. Mitglieder der Gemeinde sowie Gäste aus Hamburg und der Umgebung bummeln, essen und treffen sich beim Flohmarkt. Es gibt ein Veranstaltungsprogramm aus Sport, Spiel und Musik.

VerkehrBearbeiten

Bergstedt ist durch die Bergstedter Chaussee, den Königsweg (Stormarn) von Hamburg nach Lübeck (später Bundesstraße 434), die den Stadtteil von Südwest nach Nordost durchschneidet, an das überregionale Straßennetz angebunden.

Der ÖPNV wird wie in ganz Hamburg und den umgebenden Kreisen innerhalb des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) angeboten. Verschiedene Buslinien der Verkehrsunternehmen Hamburger Hochbahn und VHH binden Bergstedt in wenigen Minuten Fahrzeit an die U-Bahn-Haltestellen Hoisbüttel, Buckhorn und Volksdorf (U-Bahn-Linie U1) sowie an den S-Bahnhof Poppenbüttel (S-Bahn-Linie S1) an.

BildungBearbeiten

In Bergstedt gibt es eine Stadtteilschule und eine Grundschule. Das von vielen Bergstedter Schülern besuchte Gymnasium Buckhorn liegt bereits auf Volksdorfer Gebiet, das Gymnasium Oberalster in Hamburg-Sasel. Außerdem existieren eine privat betriebene Rudolf-Steiner-Schule und die Christophorus-Schule, eine anthroposophische Förderschule.

LiteraturBearbeiten

  • Friedrich Sparmann: Bergstedt. Die 850-jährige Geschichte eines Kirchspieldorfes. M + K Hansa-Verlag Hamburg 1973, ISBN 39206100511
  • Karin Cordes, Alke Kelling, Joachim Pohlmann, Susanne Wischhöfer: Wir in Bergstedt, Verlag Dr. Joachim Pohlmann Hamburg 2015, ISBN 978-3981631739

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hamburg-Bergstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 19
  2. Statistikamt Nord, Hamburger Stadtteilprofile Berichtsjahr 2016, S. 164–165, Datenstand: 31. Dezember 2016, abgerufen am 6. Februar 2018
  3. Bürgerschaftswahl 2015 Ergebnis Bergstedt
  4. Barbara Leisner, Norbert Fischer: Der Friedhofsführer – Spaziergänge zu bekannten und unbekannten Gräbern in Hamburg und Umgebung. Christians Verlag, Hamburg 1994, ISBN 3-7672-1215-3, S. 120
  5. Faltblatt Grabstätten von bekannten Persönlichkeiten auf dem Bergstedter Friedhof
  6. Biografie der Pianistin Hedwig Florey bei hamburg.de/frauenbiografien
  7. Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt: Timmermoor (Memento des Originals vom 27. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hamburg.de