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Großer Preis von Südafrika 1970

Formel-1-Rennen

Der Große Preis von Südafrika 1970 fand am 7. März auf dem Kyalami Grand Prix Circuit statt und war das erste Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1970.

Flag of South Africa (1928–1994).svg Großer Preis von Südafrika 1970
Renndaten
1. von 13 Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1970
Streckenprofil
Name: IV Grand Prix of South Africa
Datum: 7. März 1970
Ort: Midrand
Kurs: Kyalami Grand Prix Circuit
Länge: 327,52 km in 80 Runden à 4,094 km

Wetter: sonnig und heiß
Pole-Position
Fahrer: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March
Zeit: 1:19,3 min
Schnellste Runde
Fahrer: AustralienAustralien Jack Brabham /
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Surtees
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham /
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren
Zeit: 1:20,8 min
Podium
Erster: AustralienAustralien Jack Brabham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham
Zweiter: NeuseelandNeuseeland Denis Hulme Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren
Dritter: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March

Inhaltsverzeichnis

BerichteBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Eine der zahlreichen Neuerungen, mit denen die Formel 1 in die neue Saison startete, war die Beteiligung des neuen Herstellers March, der bislang lediglich über Erfahrungen in der Formel 3 verfügte und nun mit dem Modell 701 erstmals einen Formel-1-Wagen konstruiert hatte. Zwei dieser Fahrzeuge wurden als Werkswagen eingesetzt und von Chris Amon, der von Ferrari abgeworben worden war, sowie von Jo Siffert pilotiert. Zudem wurden im Laufe der Saison zahlreiche Exemplare an Kundenteams und Privatfahrer verkauft. Einer der ersten Abnehmer war Ken Tyrrell, der sein Team in den Vorjahren mit Matra-Fahrzeugen ausgerüstet hatte.

Ferrari verpflichtete den ehemaligen Brabham-Piloten Jacky Ickx zunächst als einzigen Fahrer, da das Unternehmen finanzielle Schwierigkeiten hatte. Dank der Übernahme durch die Fiat S.p.A. im Vorjahr ging es wieder aufwärts, sodass für den weiteren Verlauf der Saison mit einer Aufstockung auf zwei oder drei Werkswagen zu rechnen war, was schließlich auch eintrat.

John Surtees startete erstmals für sein eigenes Team, zunächst allerdings in einem McLaren-Kundenfahrzeug.

Das Team Brabham konstruierte erstmals ein Monocoque-Chassis, während dies bei vielen Konkurrenten bereits seit mehreren Jahren die Standardbauweise war. Jack Brabham und Rolf Stommelen bildeten zusammen das Werksteam, wobei die beiden Wagen deutlich unterschiedlich lackiert und beklebt waren und auch stets unter verschiedenen Teamnamen gemeldet wurden, Brabhams Wagen unter dem Namen seines Unternehmens „Motor Racing Developments“ und Stommelens Wagen nach seinem Hauptsponsor, der deutschen Zeitschrift Auto Motor und Sport.

Lotus trat zunächst mit dem Vorjahresmodell Lotus 49 an, während eiligst am neuen Modell Lotus 72 gearbeitet wurde. Neben Jochen Rindt wurde John Miles zweiter Werksfahrer anstelle von Graham Hill, der in das Privatteam von Rob Walker wechselte und dort weiterhin Lotus-Fahrzeuge pilotierte.

Matra trat nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Tyrrell in diesem Jahr als selbständiges Werksteam mit den Fahrern Henri Pescarolo und Jean-Pierre Beltoise an.[1]

TrainingBearbeiten

March beeindruckte auf Anhieb, indem Jackie Stewart mit seinem Kundenfahrzeug die Pole-Position erreichte und Chris Amon in einem der beiden Werkswagen mit identischer Trainingsbestzeit neben ihm stand. Die aus drei Fahrzeugen bestehende erste Startreihe wurde durch Jack Brabham komplettiert. Dahinter folgten Jacky Ickx und Jochen Rindt, die sich die zweite Startreihe teilten.[2]

RennenBearbeiten

Nach dem Start übernahm zunächst Jackie Stewart die Führung, während Amon, Rindt und Brabham sich in der ersten Kurve leicht berührten und zurückfielen. Jacky Ickx, Jean-Pierre Beltoise, Jackie Oliver und Bruce McLaren gingen zunächst an den Duellanten vorbei. Der sehr stark fahrende Brabham konnte jedoch schnell aufschließen und hatte diese vier Fahrer bereits nach sechs Runden wieder überholt. Am Ende von Runde 20 passierte er schließlich den führenden Stewart und lag somit an der Spitze. Einige Runden später überholte auch Denis Hulme, der sich zwischenzeitlich bis auf Platz drei vorgearbeitet hatte, den zweitplatzierten Stewart. Diese Reihenfolge blieb bis ins Ziel bestehen. Nur die ersten drei sowie der viertplatzierte Beltoise befanden sich am Ende noch innerhalb von einer Runde.[3]

MeldelisteBearbeiten

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes Konigreich  Tyrrell Racing Organisation 1 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart March 701 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 D
2 Frankreich  Johnny Servoz-Gavin
Frankreich  Equipe Matra Elf 3 Frankreich  Jean-Pierre Beltoise Matra MS120 Matra MS12 3.0 V12 G
4 Frankreich  Henri Pescarolo
Vereinigtes Konigreich  Bruce McLaren Motor Racing 5 Neuseeland  Bruce McLaren McLaren M14A Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
6 Neuseeland  Denis Hulme
Vereinigtes Konigreich  Team Surtees 7 Vereinigtes Konigreich  John Surtees McLaren M7C F
Vereinigte Staaten  STP Corporation 8 Vereinigte Staaten  Mario Andretti March 701 F
Vereinigtes Konigreich  Gold Leaf Team Lotus 9 Osterreich  Jochen Rindt Lotus 49C F
10 Vereinigtes Konigreich  John Miles
Vereinigtes Konigreich  Rob Walker Racing Team 11 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill
Vereinigtes Konigreich  Motor Racing Developments 12 Australien  Jack Brabham Brabham BT33 G
Vereinigtes Konigreich  Auto Motor und Sport 14 Deutschland  Rolf Stommelen
Vereinigtes Konigreich  March Engineering 15 Neuseeland  Chris Amon March 701 F
16 Schweiz  Jo Siffert
Italien  Scuderia Ferrari SpA SEFAC 17 Belgien  Jacky Ickx Ferrari 312B Ferrari 001 3.0 F12 F
Vereinigtes Konigreich  Owen Racing Organisation 19 Vereinigtes Konigreich  Jackie Oliver BRM P153 BRM P142 3.0 V12 D
20 Mexiko  Pedro Rodríguez
21 Kanada  George Eaton
Vereinigtes Konigreich  Frank Williams Racing Cars 22 Vereinigtes Konigreich  Piers Courage De Tomaso 505 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 D
Rhodesien  Team Gunston 23 Rhodesien  John Love Lotus 49 D
24 Sudafrika 1961  Peter de Klerk Brabham BT26A G
Sudafrika 1961  Scuderia Scribante 25 Sudafrika 1961  Dave Charlton Lotus 49C F

KlassifikationenBearbeiten

StartaufstellungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start
01 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:19,3 186,310 km/h 01
02 Neuseeland  Chris Amon Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:19,3 186,310 km/h 02
03 Australien  Jack Brabham Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 1:19,6 185,608 km/h 03
04 Osterreich  Jochen Rindt Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:19,9 184,911 km/h 04
05 Belgien  Jacky Ickx Italien  Ferrari 1:20,0 184,680 km/h 05
06 Neuseeland  Denis Hulme Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 1:20,1 184,449 km/h 06
07 Vereinigtes Konigreich  John Surtees Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 1:20,2 184,219 km/h 07
08 Frankreich  Jean-Pierre Beltoise Frankreich  Matra 1:20,2 184,219 km/h 08
09 Schweiz  Jo Siffert Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:20,2 184,219 km/h 09
10 Neuseeland  Bruce McLaren Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 1:20,3 183,990 km/h 10
11 Vereinigte Staaten  Mario Andretti Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:20,5 183,533 km/h 11
12 Vereinigtes Konigreich  Jackie Oliver Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:20,9 182,625 km/h 12
13 Sudafrika 1961  Dave Charlton Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:20,9 182,625 km/h 13
14 Vereinigtes Konigreich  John Miles Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:21,0 182,400 km/h 14
15 Deutschland  Rolf Stommelen Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 1:21,2 181,951 km/h 15
16 Mexiko  Pedro Rodríguez Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:21,3 181,727 km/h 16
17 Frankreich  Johnny Servoz-Gavin Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:21,4 181,504 km/h 17
18 Frankreich  Henri Pescarolo Frankreich  Matra 1:21,5 181,281 km/h 18
19 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:21,6 181,059 km/h 19
20 Vereinigtes Konigreich  Piers Courage Italien  De Tomaso-Ford 1:22,0 180,176 km/h 20
21 Sudafrika 1961  Peter de Klerk Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 1:22,7 178,651 km/h 21
22 Rhodesien  John Love Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:23,1 177,791 km/h 22
23 Kanada  George Eaton Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:24,4 175,052 km/h 23

RennenBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 Australien  Jack Brabham Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 80 0 1:49:35,4 03 1:20,8
02 Neuseeland  Denis Hulme Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 80 0 + 8,1 06 1:21,1
03 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart Vereinigtes Konigreich  March-Ford 80 0 + 17,1 01 1:21,5
04 Frankreich  Jean-Pierre Beltoise Frankreich  Matra 80 0 + 1:13,1 08 1:21,4
05 Vereinigtes Konigreich  John Miles Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 79 0 + 1 Runde 14 1:22,6
06 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 79 0 + 1 Runde 19 1:23,1
07 Frankreich  Henri Pescarolo Frankreich  Matra 78 0 + 2 Runden 18 1:22,4
08 Rhodesien  John Love Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 78 0 + 2 Runden 22 1:23,5
09 Mexiko  Pedro Rodríguez Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 76 0 + 4 Runden 16 1:22,2
10 Schweiz  Jo Siffert Vereinigtes Konigreich  March-Ford 75 1 + 5 Runden 09 1:22,3
11 Sudafrika 1961  Peter de Klerk Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 75 0 + 5 Runden 21 1:24,0
12 Sudafrika 1961  Dave Charlton Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 73 0 DNF 13 1:23,1 Reifenschaden
13 Osterreich  Jochen Rindt Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 72 0 DNF 04 1:22,0 Motorschaden
Belgien  Jacky Ickx Italien  Ferrari 60 0 DNF 05 1:22,3 Ölverlust
Vereinigtes Konigreich  John Surtees Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 60 0 DNF 07 1:20,8 Motorschaden
Kanada  George Eaton Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 58 0 DNF 23 1:24,7 Motorschaden
Frankreich  Johnny Servoz-Gavin Vereinigtes Konigreich  March-Ford 57 0 DNF 17 1:22,5 Motorschaden
Neuseeland  Bruce McLaren Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 39 0 DNF 10 1:21,6 Motorschaden
Vereinigtes Konigreich  Piers Courage Italien  De Tomaso-Ford 39 0 DNF 20 1:23,7 Aufhängungsschaden
Vereinigte Staaten  Mario Andretti Vereinigtes Konigreich  March-Ford 26 0 DNF 11 1:22,5 Wasserkühler defekt
Deutschland  Rolf Stommelen Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 23 0 DNF 15 1:23,7 Motorschaden
Vereinigtes Konigreich  Jackie Oliver Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 22 0 DNF 12 1:23,4 Getriebeschaden
Neuseeland  Chris Amon Vereinigtes Konigreich  March-Ford 14 0 DNF 02 1:22,1 Wasserkühler defekt

WM-Stände nach dem RennenBearbeiten

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).[4]

FahrerwertungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Australien  Jack Brabham Brabham 9
02 Neuseeland  Denis Hulme McLaren 6
03 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart March 4
04 Frankreich  Jean-Pierre Beltoise Matra 3
05 Vereinigtes Konigreich  John Miles Lotus 2
06 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Lotus 1

KonstrukteurswertungBearbeiten

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  Brabham 9
02 Vereinigtes Konigreich  McLaren 6
03 Vereinigtes Konigreich  March 4
04 Frankreich  Matra 3
05 Vereinigtes Konigreich  Lotus 2

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Neuerungen“ (abgerufen am 13. Juni 2011)
  2. „Training“ (Memento vom 4. Dezember 2008 im Internet Archive) (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 13. Juni 2011)
  3. „Bericht“ (abgerufen am 13. Juni 2011)
  4. „WM-Stände“ (Memento vom 4. Dezember 2008 im Internet Archive) (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 13. Juni 2011)