Festival des deutschen Films

Jährliches Filmfestival in Ludwigshafen am Rhein, Deutschland

Das Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein fand erstmals im Jahr 2005 auf der Ludwigshafener Parkinsel in zwei Kinozelten statt. 2018 gab es erstmals ein drittes Kinozelt, wo Beiträge des Kinderfilmfests und der Reihe Salon – Internationaler Film gezeigt wurden.[1] Die 17. Auflage fand vom 1. bis 19. September 2021 statt.[2]

Logo des Festivals 2018

GeschichteBearbeiten

Das Filmfestival wurde durch die „Zukunftsinitiative Metropolregion Rhein-Neckar“ und durch die Unterstützung der BASF AG ermöglicht. Es wurde mit seinen „Strandgesprächen“ zu einem Treffpunkt junger deutscher Regisseure, Produzenten, Verleiher und Schauspieler. Resultat davon ist die „Ludwigshafener Position“ – aus intensiven Gesprächen zwischen den anwesenden Regisseuren und Produzenten mit der Themenstellung „Was braucht der deutsche Film?“ entstand eine gemeinsame Resolution, die 2005 von 22 Filmregisseuren, Schauspielern und Produzenten unterzeichnet wurde. Sie forderte eine primär künstlerische Ausrichtung des deutschen Films.

Im zweiten Jahr fand erstmals eine Sommerakademie statt. Sie ging hervor aus den Strandgesprächen des letzten Jahres. Eine Meisterschule, bei der deutsche Filmemacher sich austauschen konnten. Die Sparkasse Vorderpfalz und die GAG Ludwigshafen beteiligten sich erstmals an der Finanzierung des Festivals.

Die Stadt Ludwigshafen sicherte erstmals zusammen mit den bisherigen Sponsoren den Fortbestand des Festivals: Mit großer Mehrheit stimmte der Gemeinderat dem Wunsch der Oberbürgermeisterin Eva Lohse einer Mitfinanzierung zu. Ab 2008 sponserte auch das Klinikum der Stadt Ludwigshafen das Festival.

Im fünften Jahr wurde die Besucherzahl verdreifacht. Besucher waren unter anderem Hannelore Elsner, die den „Preis für Schauspielkunst“ entgegennimmt, Senta Berger, die ihren neuen Film vorstellte und Werner Schroeter. Dies war einer seiner letzten Auftritte, denn Werner Schroeter verstarb im April 2010.

Seit 2011 kann der Filmkunstpreis gleichberechtigt nicht nur an reine Kinoproduktionen und Kino-Fernseh-Misch-Produktionen gehen, sondern auch an reine Fernsehproduktionen in Deutschland. Im Jahr 2010 erhielt Moritz Bleibtreu den „Preis für Schauspielkunst“. Im siebten Jahr stieg TWL als neuer Sponsor ein.

Der Filmkunstpreis ging an Für Elise von Wolfgang Dinslage. Der „Preis für Schauspielkunst“ ging an Otto Sander sowie Sandra Hüller.

 
Auf dem Roten Teppich des Jubiläums Festivals 2014 (Von links nach rechts Golo Euler, Lucie Heinze, Programm-Managerin Daniela Kötz, Ulrich Matthes, Festivaldirektor Michael Kötz, Ulrich Tukur, Barbara Philipp und Anatole Taubman)

Das 9. Festival im Jahr 2013 erreichte eine erneute Steigerung der Besucherzahl. Wegen des Rheinhochwassers Ende Mai/Anfang Juni 2013 wurde das Festival-Gelände kurzfristig auf eine Brachfläche am Luitpoldhafen, gegenüber der Parkinsel, verlegt.[3] Die Vorführungen des 22. Juni mussten aufgrund eines Großbrandes einer Lagerhalle in unmittelbarer Nähe aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.[4]

Bei der 10. Auflage vergab das Festival 2014 erstmals den „Medienkulturpreis von Ludwigshafen am Rhein“ und zeichnete damit eine Fernsehredaktion aus, die hauptverantwortlich für eine besonders gelungene neue Fernsehfilm-Produktion (Fernsehspiel) ist, die vorbildhaft für den Erhalt einer Medienkultur in Deutschland ist und der es unabhängig von Einschaltquoten um Qualitätsfernsehen im Bereich des Fernsehspiels geht.

2016 wurden 245 Vorführungen und 90 Filmgespräche präsentiert.[5]

2017 fand das Festivals erstmals im Spätsommer statt, vom 30. August bis 17. September, um den immer wiederkehrenden Überschwemmungen der Parkinsel auszuweichen. 41 Regisseure, 88 Produzenten und andere Branchenvertreter sowie 62 Schauspieler waren mit über 60 neuen Filmwerken zu Gast. Seit dem Frühjahr hat das Festival auch sein Büro in Ludwigshafen und den Namen der Stadt voll in sein neues Logo integriert.

BildergalerieBearbeiten

FestivalleitungBearbeiten

  • Michael Kötz, Intendant und künstlerischer Direktor
  • Daniela Kötz, Programmdirektorin

PreiseBearbeiten

  • Ludwigshafener Filmkunstpreis – seit 2019 mit 30.000 Euro (bis 2017 50.000 €, 2018 20.000 €) dotiert. Er wird von einer Fachjury an den „besten deutschen Film“ vergeben. Entscheidend ist die „ästhetische Qualität“, egal ob Kino- oder Fernsehproduktion. Jeweils 10.000 Euro gehen an die Regie, an den Produzenten und an den deutschen Filmverleih, der den Film ins Kino bringt. Die Preisgelder werden ohne Bedingungen vergeben. Eine unabhängige, jährlich neu berufene Jury anerkannter Persönlichkeiten des deutschen Films vergibt den Preis. Zwei weitere Filme erhalten eine lobende Erwähnung, die „Ludwigshafener Auszeichnungen“.
  • Rheingold – Der Ludwigshafener Publikumspreis – gleichwertig wie der Ludwigshafener Filmkunstpreis und seit 2018 unter dem Namen Rheingold in gleicher Höhe dotiert (bis 2017 10.000 €). Jeweils 10.000 Euro gehen an die Regie, an den Produzenten und 10.000 Euro an den deutschen Filmverleih, der Film ins Kino bringt. Die Preisgelder werden ohne Bedingungen vergeben. Über den Preisträger stimmt das Publikum unter den neueren Filmen des Programms ab (Bewertung pro Vorstellung in Relation zur Anzahl pro Vorstellung).
  • Preis für Schauspielkunst – Preis an „herausagende Persönlichkeiten der Schauspielkunst“, seit 2005 verliehen.
  • Autorenpreis Ludwigshafen – Preis für einen Drehbuchautor, der eine „herausragende Arbeit im Bereich von Film und Fernsehen in Deutschland vorgelegt hat“, 2013 erstmals vergeben.
  • Regiepreis Ludwigshafen – Preis für einen Regisseur, der eine „herausragende Filmarbeit präsentiert hat“, 2018 erstmals vergeben.
  • Medienkulturpreis – Preis für einen „besonders cineastisch gelungenen“ reinen Fernsehfilm, der ohne Kinobeteiligung entstanden ist. Er wird von einer „renommierten Persönlichkeit der Film- und Fernsehwelt“ als einzelner Juror vergeben.
  • Kinderfilmpreis Der goldene Nils – seit 2014 vergeben. Die Jury besteht aus Kindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren sowie Redakteuren der Rheinpfalz und dem Kurator Rolf-Rüdiger Hamacher.

PreisträgerBearbeiten

Ludwigshafener FilmkunstpreisBearbeiten

Preis für SchauspielkunstBearbeiten

Rheingold – Ludwigshafener PublikumspreisBearbeiten

Autorenpreis LudwigshafenBearbeiten

MedienkulturpreisBearbeiten

  • Preisträger 2017:
    • Lucia Keuter (WDR)
  • Preisträger 2018:
    • Frankfurt, Dezember 17 (Petra K. Wagner/Fernsehspielredaktion des Hessischen Rundfunks)

Der goldene NilsBearbeiten

Regiepreis LudwigshafenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Festival des deutschen Films – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Filmfestival Ludwigshafen: Iris Berben erhält Preis für Schauspielkunst. Artikel vom 10. Juli 2018, abgerufen am 10. Juli 2018.
  2. 60.000 Besucher beim Festival des deutschen Films - Ludwigshafen. rheinpfalz.de. In: web.archive.org. 18. September 2021, abgerufen am 18. Juni 2022: „Für 2021 rechnet Kötz nun mit 200.000 bis 300.000 Euro Defizit. Die Summe werde allerdings über den Sonderfonds für Kulturveranstaltungen der Bundesregierung aufgefangen.“
  3. Festival des deutschen Films vom 4. Juni 2013: Filmfestival im Trockenen! festival-des-deutschen-films.de. In: web.archive.org. 23. Dezember 2015, abgerufen am 18. Juni 2022.
  4. Ludwigshafen: Feuerwehr bringt Großbrand unter Kontrolle. auf: Spiegel Online. 23. Juni 2013.
  5. Geschichte. festival-des-deutschen-films.de. In: web.archive.org. Festival des deutschen Films, 24. Juli 2017, abgerufen am 18. Juni 2022.
  6. a b Ludwigshafener Preis geht an zwei Filme. Artikel vom 16. September 2017, abgerufen am 16. September 2017.
  7. Filmkunstpreis 2018 des 14. Festivals des deutschen Films Ludwigshafen. festival-des-deutschen-films.de. In: web.archive.org. 10. September 2018, abgerufen am 18. Juni 2022.
  8. a b c Die Preisträger 2019 - Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein. festival-des-deutschen-films.de. In: web.archive.org. 7. September 2019, abgerufen am 18. Juni 2022.
  9. a b Festivalfinale mit Preisverleihung. In: festival-des-deutschen-films.de. Abgerufen am 20. September 2021.
  10. Murot-"Tatort" gewinnt Filmpreis in Ludwigshafen. Artikel vom 8. September 2018, abgerufen am 9. September 2018.
  11. Goldener Nils. (Nicht mehr online verfügbar.) Festival des deutschen Films, archiviert vom Original am 24. Juli 2017; abgerufen am 19. Juli 2017.