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Vergiss mein Ich

Film von Jan Schomburg (2014)

Vergiss mein Ich ist ein deutscher Spielfilm von Jan Schomburg, der auch das Drehbuch zum Film schrieb. Vergiss mein Ich feierte seine Uraufführung am 27. Januar 2014 beim Internationalen Film Festival Rotterdam und kam am 1. Mai 2014 in die deutschen Kinos.

Filmdaten
OriginaltitelVergiss mein Ich
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2014
Länge93 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieJan Schomburg
DrehbuchJan Schomburg
ProduktionChristoph Friedel,
Claudia Steffen
MusikChristopher Bremus,
Steven Schwalbe,
Tobias Wagner
KameraMarc Comes
SchnittBernd Euscher
Besetzung

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Die schon lange mit ihrem Mann Tore verheiratete Lena Ferben erleidet plötzlich eine retrograde Amnesie, wie die Ärzte ihren Zustand beschreiben. Die Ursache ist eine nicht diagnostizierte Gehirnentzündung. Das hat zur Folge, dass Lena über Nacht ihr komplettes Gedächtnis verloren hat. Sie kann zwar noch sprechen, aber sämtliche Erinnerungen an ihr bisheriges Leben sind ausgelöscht. Ihre Freunde und Eltern sind für sie plötzlich Fremde. Selbst ihren Ehemann Tore erkennt sie nicht mehr wieder.

Lenas altes Leben wird für sie zu einer Geschichte, die ihr andere schildern müssen. Zunächst versucht sie, ihre „alte“ Rolle in dieser Geschichte auszufüllen und so den Erwartungen ihrer sozialen Umwelt zu entsprechen. Doch Lena entwickelt eine eigene individuelle Persönlichkeit, welche sich dagegen wehrt, das zu tun, was ihre Umwelt von ihr erwartet und wozu sie gedrängt wird – nämlich, sie selbst zu werden. Von Zeit zu Zeit stellt Lena fest, dass ihr „neues“ Ich vollkommen andere Wünsche und Bedürfnisse hat.

KritikenBearbeiten

„Wie schon in Jan Schomburgs Debüt ‚Über uns das All‘ (mit Sandra Hüller, die hier Lenas beste Freundin spielt) wird auch in ‚Vergiss mein Ich‘ durchgespielt, was einen Menschen ausmacht. Nicht nur diese ganz spezielle Situation ist faszinierend, auch wie Maria Schrader großartig verschiedene Schichten und Persönlichkeits-Entwürfe spielt.“

filmtabs-blogspot.de[2]

„Neben der angenehm unverkopften Reflexion darüber, was es denn nun eigentlich ist, das einen Menschen ausmacht, scheint es Schomburg zudem ein Anliegen zu sein, eine Paarbeziehung genauer zu betrachten, die der neuen Situation erst noch standhalten muss. Schließlich hatte Torbe sein Leben einst mit einer diskussionswütigen, frauenbewegten, wilden Hummel aufgebaut, nicht mit einer blankäugigen, im wahrsten Wortsinn selbstvergessenen Pubertistin mit Liebeskummer.“

Spiegel-online[3]

„Dennoch gelingt es Schomburg auch in Vergiss mein Ich immer wieder, aus Figurenbegegnungen, aus den kleinen Irritationen in Worten, Blicken, Gesten, eine starke szenische Spannung zu entwickeln. Der schönste Moment des Films zeigt jedoch keine scheiternde, sondern eine ‚verschoben gelungene‘ Kommunikation: Auf der sonnigen Dachterrasse eines Pflegeheims führt Lena ein vertrautes, von zärtlichen Gesten begleitetes Gespräch mit einer dementen alten Dame, wobei beide einander irrtümlich für Mutter und Tochter halten. Hier fängt der Film den Zustand der Selbstvergessenheit als sanften Zauber zwischen Glück und Melancholie ein – in einer Szene, die ihre Kraft nicht aus dem gedanklichen Überbau, sondern ganz aus sich gewinnt.“

critic.de[4]

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für Vergiss mein Ich. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, März 2014 (PDF; Prüf­nummer: 143 989 K).
  2. Vgl. filmtabs.blogspot.de
  3. Jenni Zylka auf Spiegel.de
  4. Vgl. critic.de