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Capital Bra

Deutscher Rapper mit ukrainischen Wurzeln
Capital Bra (2018)

Capital Bra (* 23. November 1994 in Sibirien, Russland; bürgerlich Vladislav Balovatsky; Aussprache: [kɐpiˌtal ˈbɾa] mit alveolarem „gerollten“ r, auch [kæpɪtɫ bɻa]), auch Capital oder Joker Bra genannt, ist ein Berliner Rapper mit russischen und ukrainischen Wurzeln.[1] Er besitzt ein eigenes Label „Bra Musik“, dessen Vertrieb über Universal Urban abgewickelt wird. Erste Bekanntheit erlangte er vor allem durch seine Auftritte bei Rap am Mittwoch. In Deutschland und Österreich ist Capital Bra, gemessen an der Anzahl der Nummer-eins-Hits, der erfolgreichste Künstler der Geschichte. Er ist zudem der erste Künstler, dem es gelang, innerhalb eines Kalenderjahres acht bzw. innerhalb eines Jahres zwölf Nummer-eins-Hits in den deutschen Musikcharts zu platzieren.[2][3][4][5][6]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Capital Bra wurde 1994 in Sibirien geboren. Seine Eltern waren in der Ölindustrie tätig. Die Familie zog anschließend nach Dnipropetrowsk in die Ukraine, wo er einen Teil seiner Kindheit verbrachte.[7] Mit sieben Jahren zog er gemeinsam mit seiner Mutter nach Berlin in den Stadtteil Hohenschönhausen um. In seiner Jugend spielte er beim BFC Dynamo Fußball. Anschließend geriet er ins kleinkriminelle Milieu und verbüßte mehrere Jugendstrafen. Wegen Schlägereien musste er öfter die Schule wechseln und brach sie in der neunten Klasse komplett ab.[8]

Karriere

Capital Bra begann im Alter von elf Jahren Raptexte zu schreiben. Nachdem er vorwiegend in der Berliner Untergrund-Szene aktiv gewesen war, trat er 2014 erstmals bei der ortsansässigen Hip-Hop-Veranstaltung Rap am Mittwoch auf und bestritt dort einige Battles. Durch sein Engagement und die schnell steigende Beliebtheit wurde er noch in derselben Staffel zum besten Newcomer der Show gewählt.[8] Am 12. Februar 2016 veröffentlichte er sein erstes Album, das von den Hijackers produziert wurde. Aufgrund der in den vorhergehenden Monaten rasant gewachsenen Aufmerksamkeit stieg Capital mit dem Album in die Top 100 der deutschen Charts ein, wo es für eine Woche bis auf Platz 32 kletterte. In Österreich erreichte es Platz 61. Capital war als Feature auf dem im Mai 2016 veröffentlichten Album High und Hungrig 2 vertreten und erhielt für die Single Paff paff & weiter mit Gzuz eine Goldene Schallplatte.

 
Capital Bra im Interview mit dem YouTube-Format "Germania"[9]

Im Februar 2017 erschien sein zweites Album, das von Saven Musiq produziert wurde und den Namen Makarov Komplex trägt. Es war acht Wochen lang in den deutschen Charts und erreichte Platz 2. In Österreich erreichte es Platz 1, in der Schweiz Platz 5; in den beiden Ländern hielt es sich drei Wochen in den Charts. Anfang Mai 2017 veröffentlichte Capital Bra seine erste EP Ibrakadabra, schaffte es in die Schweizer Charts und hielt sich eine Woche auf Platz 77. Sein drittes Album namens BLYAT wurde am 29. September 2017 veröffentlicht und stieg auf Platz 3 der deutschen als auch österreichischen Charts ein. In der Schweiz landete es auf dem 5. Platz.[10] Am 11. Juni 2018 wurde verkündet, dass Capital Bra sein eigens gegründetes Label Team Kuku verlässt.[11][12] Am 22. Juni 2018 erschien sein viertes Studioalbum Berlin lebt. Es erreichte die Spitzenposition in den deutschen, österreichischen und Schweizer Albumcharts. Schon am 2. November 2018 wurde sein nächstes Album Allein veröffentlicht. Am 5. Juli 2018 erschien der Track Für euch alle zusammen mit Bushido und Samra, in welchem Capital Bra verkündet, dass er nun bei Ersguterjunge unter Vertrag steht. Bereits am 22. Januar 2019 kündigte er allerdings auf Instagram an, dass er das Label aufgrund von Problemen mit Bushido verlassen habe.[13] Im Februar 2019 wurde bekannt, dass Capital Bra sein eigenes Label namens Bra Musik gegründet hat.[14]

Musikstil

Sein Stil lässt sich insbesondere dem Straßenrap zuordnen. Sein Markenzeichen ist die Verwendung von ostslawischen Fremdwörtern, wie beispielsweise der Titel seines Debütalbums Kuku Bra was auf Deutsch etwa „pass auf Bruder“ bedeutet.[15] Neben einem aggressiven Rapstil nutzt er seit 2018 vermehrt auch Trapelemente in seiner Musik.

Diskografie

Studioalben

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH
2016 Kuku Bra
32
(1 Wo.)
61
(1 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 29. Januar 2016
2017 Makarov Komplex
2
(8 Wo.)
1
(3 Wo.)
5
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Februar 2017
Blyat
3
(51 Wo.)
3
(27 Wo.)
5
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. September 2017
2018 Berlin lebt
1
 Gold

(… Wo.)
1
(… Wo.)
1
(32 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Juni 2018
Verkäufe: + 100.000
Allein
2
(17 Wo.)
3
(15 Wo.)
5
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. November 2018
2019 CB6
1
(… Wo.)
1
(… Wo.)
2
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. April 2019

Weblinks

Einzelnachweise

  1. https://www.br.de/puls/musik/erfolgsformel-capital-bra-100.html
  2. HipHopper Capital Bra stellt Dreifach-Rekord auf. offiziellecharts.de, abgerufen am 9. Juni 2018.
  3. Capital Bra auf offiziellecharts.de, abgerufen am 26. Februar 2019
  4. KC Rebell auf offiziellecharts.de, abgerufen am 26. Februar 2019
  5. Bushido auf offiziellecharts.de, abgerufen am 26. Februar 2019
  6. Capital Bra bricht Beatles-Rekord, Radio Hamburg, abgerufen am 1. April 2019
  7. GERMANIA: GERMANIA | Capital Bra. 18. Januar 2017, abgerufen am 5. Juni 2019.
  8. a b Johann Voigt: Capital: »Wenn es mit Musik nicht klappt, mache ich eben wieder Sachen auf der Straße, Bra« // HipHope. In: Juice.com. 3. Juni 2016, abgerufen am 21. Oktober 2016.
  9. GERMANIA: GERMANIA | Capital Bra. 18. Januar 2017, abgerufen am 5. Juni 2019.
  10. Capital Bra mit Trailer zu "Blyat". In: Boutblank.com. Abgerufen am 19. Juni 2017.
  11. Michael Rubach: Mit Trailer, Cover & Release-Datum: Neues Capital Bra-Album angekündigt. 26. März 2018. Abgerufen am 3. April 2018.
  12. "Es sollte leider nicht mehr so sein" – Capital Bra trennt sich von "Team Kuku". Abgerufen am 11. Juni 2018.
  13. Capital Bra on Instagram: “Gott sieht alles”. Abgerufen am 22. Januar 2019.
  14. "Bra Musik" – Capital Bra hat jetzt sein eigenes Label. Watson, 22. Februar 2019, abgerufen am 24. März 2019.
  15. Louis Richter: Review von Kuku Bra. In: rap.de, 15. Februar 2016, abgerufen am 3. April 2016.