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Bundestagswahlkreis Aurich – Emden

Wahlkreis in Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland

Der Bundestagswahlkreis Aurich – Emden (Wahlkreis 24) ist ein Wahlkreis in Niedersachsen für die Wahlen zum Deutschen Bundestag. Er umfasst den Landkreis Aurich und die kreisfreie Stadt Emden.[1] Der Wahlkreis gilt als eine der ausgeprägtesten SPD-Hochburgen in Deutschland.

Wahlkreis 24: Aurich – Emden
Bundestagswahlkreis 24-2013.svg
Staat Deutschland
Bundesland Niedersachsen
Wahlkreisnummer 24
Einwohner 240.000
Wahlberechtigte 191.560
Wahlbeteiligung 74,5 %
Wahldatum 24. September 2017
Wahlkreisabgeordneter
Name
Foto des Abgeordneten

Johann Saathoff
Partei SPD
Stimmanteil 49,6 %

Inhaltsverzeichnis

Bundestagswahl 2017Bearbeiten

Bundestagswahl 2017 – WK Aurich – Emden
 %
40
30
20
10
0
37,8
28,0
9,1
7,4
7,2
7,1
2,8
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2013
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,02
-4,4
+6,0
-0,9
+2,2
+3,8
-1,3

Zur Bundestagswahl 2017 am 24. September 2017 wurden 8 Direktkandidaten und 18 Landeslisten zugelassen.

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in %
Reinhard Hegewald CDU 27,6 28
Johann Saathoff SPD 49,6 37,8
Uwe Ewen FDP 4,9 7,1
Garrelt Agena GRÜNE 7,0 7,4
Marcus Stahl DIE LINKE. 6,7 7,2
Michael-Tillmann Berndt PIRATEN 1,7 0,4
- NPD - 0,3
- Tierschutzpartei - 0,8
- MLPD - 0,0
- AfD - 9,1
- DiB - 0,1
- DKP - 0,0
Alrich Bartels FREIE WÄHLER 2,4 0,5
- BGE - 0,1
Doris von Pentz Einzelbewerber 0,1 -
- DM - 0,1
- ÖDP - 0,1
- Die PARTEI - 0,7
- V-Partei³ - 0,1

Bundestagswahl 2013Bearbeiten

Bundestagswahl 2013 – WK Aurich – Emden
 %
50
40
30
20
10
0
43,8
32,4
8,3
5,0
3,3
3,1
4,1
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+5,0
+7,8
-2,1
-6,5
-7,1
+3,1
-0,2

Die Bundestagswahl 2013 fand am 22. September 2013 statt. Es wurden 14 Landeslisten zugelassen[2], und im Wahlkreis 24 Aurich-Emden sechs daran angeschlossene Direktkandidaten:[3] Direkt gewählt wurde Johann Saathoff von der SPD, Heiko Schmelzle gelang für die CDU der Einzug in den Bundestag über die niedersächsische Landesliste. Nicht wieder gewählt wurde Thilo Hoppe von den Grünen, der auf der Landesliste seiner Partei auf Platz acht gestanden hatte.[4] Da die Liste aufgrund des im Vergleich zu 2009 schlechteren Wahlergebnisses für die Grünen nur bis Platz sechs „zog“, verlor er sein Mandat.[5]

Mit einem Erststimmenergebnis von 50,3 Prozent holte Saathoff das zweitbeste Erststimmenergebnis für die SPD bundesweit nach Joachim Poß, der im Bundestagswahlkreis Gelsenkirchen 50,5 Prozent holte. Dies blieben die beiden einzigen mit absoluter Stimmenmehrheit geholten Mandate der SPD im Bund.[6] Das Zweitstimmenergebnis von 43,8 Prozent bedeutete gegenüber 2009 eine Verbesserung um fünf Prozent für die SPD, blieb aber dennoch deutlich unter demjenigen in den Wahlen bis 2005, in denen die Sozialdemokraten über Jahrzehnte mehr als 50 Prozent der Stimmen gewannen. Gemeinsam mit dem Bundestagswahlkreis Herne – Bochum II bedeuteten die 43,8 Prozent jedoch das zweitbeste Zweitstimmenergebnis bundesweit, wiederum nach dem Wahlkreis Gelsenkirchen mit 44,0 Prozent.

Gegenüber der Bundestagswahl 2009 verloren sowohl Grüne als auch Linke und FDP. Mit einer Wahlbeteiligung von 69,9 Prozent wurde der Wert von 2009 (70,0 Prozent) noch einmal unterboten.

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in %
Heiko Schmelzle CDU 32,3 32,4
Johann Saathoff SPD 50,3 43,8
Stephan Bünting FDP 1,6 3,3
Thilo Hoppe GRÜNE 9,6 8,3
Marco Notman DIE LINKE. 4,8 4,96
- PIRATEN - 1,4
- NPD - 1,0
- Tierschutzpartei - 0,8
- MLPD - 0,0
- AfD - 3,1
- pro Deutschland - 0,1
- REP - 0,1
Klaus Klitzsch FREIE WÄHLER 1,4 0,5
- PBC - 0,1

Ergebnis der Bundestagswahl 2009Bearbeiten

Bundestagswahl 2009 – WK Aurich – Emden
 %
40
30
20
10
0
38,8
24,6
11,5
10,4
10,4
4,3
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2005
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-18
-17,1
-0,3
+7,0
+4,2
+4,2
+2,0

Die Bundestagswahl 2009 hatte folgendes Ergebnis:

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in %
Garrelt Duin SPD 44,4 38,8
Reinhard Hegewald CDU 25,8 24,6
Cornelia Debus FDP 7,1 10,4
Thilo Hoppe Bündnis 90/Die Grünen 11,1 10,4
Martin Heilemann Die Linke. 10,1 11,5
Horst Wagener NPD 1,4 1,3
Die Tierschutzpartei 0,8
RRP 0,5
PIRATEN 1,5
MLPD 0,0

GeschichteBearbeiten

Der Wahlkreis gilt als eine der ausgeprägtesten SPD-Hochburgen in Deutschland. Hier waren deren Kandidaten bislang jedes Mal siegreich. Er war bei der Bundestagswahl 1949 die Nummer 1 der niedersächsischen Wahlkreise. Danach erhielt er die bundesweite Wahlkreisnummer 23. Für die Bundestagswahlen 1980 bis 1998 hatte er die Nummer 19, von 2002 bis 2009 die Nummer 25, seit 2013 die Nummer 24.

Der Wahlkreis bestand ursprünglich aus der Stadt Emden, dem Landkreis Aurich und dem Landkreis Norden. Da der Landkreis Norden 1977 in den Landkreis Aurich eingegliedert wurde, ist aber keine Veränderung des Wahlkreisgebietes eingetreten.

Der Wahlkreis wurde zur Bundestagswahl 1965 aufgelöst. Die Stadt Emden und der Landkreis Norden gingen dabei an den Wahlkreis Emden – Leer und der Landkreis Aurich an den Wahlkreis Wilhelmshaven. Im Zuge der Neuordnung der Wahlkreise vor der Bundestagswahl 1980 wurde der Wahlkreis Aurich – Emden wieder in seiner alten Form neu errichtet.

Bei der Bundestagswahl 2002 errang die SPD mit 61,7 Prozent das beste Zweitstimmenergebnis aller deutschen Wahlkreise, bei der Bundestagswahl 2005 mit 55,9 Prozent das zweitbeste.[7] 2009 errang die SPD nach hohen Verlusten von 17,1 Prozentpunkten erstmals seit Jahrzehnten kein Ergebnis jenseits der 50-Prozent-Marke.

Bisherige Abgeordnete und ältere WahlergebnisseBearbeiten

Direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Aurich – Emden waren

Wahl Name Partei Anteil der Erststimmen
2017 Johann Saathoff SPD 49,6 %
2013 Johann Saathoff SPD 50,3 %
2009 Garrelt Duin SPD 44,4 %
2005 Garrelt Duin SPD 58,3 %
2002 Jann-Peter Janssen SPD 61,4 %
1998 Jann-Peter Janssen SPD 59,6 %
1994 Jann-Peter Janssen SPD 57,1 %
1990 Carl Ewen SPD 56,9 %
1987 Carl Ewen SPD 58,7 %
1983 Carl Ewen SPD 57,1 %
1980 Carl Ewen SPD 62,4 %
1965 bis 1976 siehe Wahlkreise Emden – Leer und Wilhelmshaven
1961 Georg Peters SPD 48,6 %
1957 Georg Peters SPD 48,6 %
1953 Georg Peters SPD 43,0 %
1949 Georg Peters SPD 35,5 %

Detaillierte Wahlergebnisse:

Wahl SPD CDU FDP Grüne Linke[8] NPD (REP)[9] Piraten GB/BdH DP DKP-DRP KPD
2009 38,8 % 24,6 % 10,4 % 10,4 % 11,5 % 1,3 % 1,5 %
2005 55,9 % 24,9 % 6,2 % 6,2 % 4,5 % 1,1 %
2002 61,7 % 24,0 % 6,0 % 5,6 % 1,0 % 0,5 %
1998 61,6 % 25,8 % 4,4 % 4,9 % 0,9 % 0,7 %
1994 56,0 % 29,2 % 6,0 % 5,9 % 0,9 % 0,7 %
1990 55,3 % 30,9 % 7,1 % 4,6 % 0,3 % 0,7 %
1987 57,0 % 28,6 % 6,4 % 7,4 % 0,3 %
1983 54,8 % 33,9 % 5,3 % 5,6 % 0,1 %
1980 60,3 % 28,5 % 9,2 % 1,6 % 0,1 %
1965 bis 1976 siehe Wahlkreise Emden – Leer und Wilhelmshaven
1961 47,5 % 36,0 % 10,1 %
1957 48,0 % 33,7 % 5,3 % 6,0 % -
1953 40,3 % 28,1 % 11,7 % 5,3 % 2,9 % 7,9 % 2,8 %
1949 35,5 % 13,4 % 10,0 % 9,9 % 11,5 % 5,3 %

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wahlkreiseinteilung beim Bundeswahlleiter (Memento des Originals vom 27. Juli 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundeswahlleiter.de
  2. 14 Landeslisten vom Landeswahlausschuss zugelassen. Landeswahlleiterin, 26. Juli 2013, abgerufen am 26. Juli 2013.
  3. Zugelassene Kreiswahlvorschläge. (PDF; 12 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) Kreiswahlleiter, 26. Juli 2013, archiviert vom Original am 5. Januar 2016; abgerufen am 28. Juli 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.landkreis-aurich.de
  4. Grüne Landesliste zur Bundestagswahl steht:. Bündnis 90/DIE GRÜNEN Niedersachsen, 9. März 2013, archiviert vom Original am 28. September 2013; abgerufen am 31. August 2018.
  5. Deutscher Bundestag: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen- Liste der Abgeordneten der Partei. Archiviert vom Original am 23. Oktober 2013; abgerufen am 1. September 2018.
  6. Bundestagswahl 2013: Alle Ergebnisse. In: Spiegel Online. 22. September 2013, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  7. Bundestagswahl: Hochburgen der Parteien. In: Spiegel Online. 4. September 2013, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  8. 1990-2002: PDS
  9. 1990/94: REP, 1998/2002: REP und NPD