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Bistum Würzburg

Diözese in der Kirchenprovinz Bamberg, Deutschland

Das Bistum Würzburg (lateinisch Dioecesis Herbipolensis) ist eine römisch-katholische Diözese in Franken, Bayern. Es wurde Anfang 742 gegründet und war im Hochmittelalter ein bedeutender Machtfaktor des römisch-deutschen Reichs. Die Fürstbischöfe regierten bis zur Säkularisation am 24. August 1802 das Hochstift Würzburg, ein reichsunmittelbares Territorium. 1818 wurde das Bistum wieder eingerichtet[2] und seit 1822 gehört es zur Kirchenprovinz Bamberg.

Bistum Würzburg
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Deutschland
Kirchenprovinz Bamberg
Metropolitanbistum Erzbistum Bamberg
Diözesanbischof Sedisvakanz
Diözesanadministrator Ulrich Boom
Weihbischof Ulrich Boom
Emeritierter Weihbischof Helmut Bauer
Generalvikar vakant
Fläche 8.532 km²
Dekanate 20 (31. Dezember 2014 / AP2015)
Pfarreien 612 (31. Dezember 2015[1])
Einwohner 1.297.727 (31. Dezember 2014 / AP2015)
Katholiken 766.798 (31. Dezember 2015[1])
Anteil 59,1 %
Diözesanpriester 482 (31. Dezember 2014 / AP2015)
Ordenspriester 163 (31. Dezember 2014 / AP2015)
Ständige Diakone 206 (31. Dezember 2014 / AP2015)
Katholiken je Priester 1.189
Ordensbrüder 279 (31. Dezember 2014 / AP2015)
Ordensschwestern 1.073 (31. Dezember 2014 / AP2015)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Latein, Deutsch
Kathedrale Dom St. Kilian
Website www.bistum-wuerzburg.de
Kirchenprovinz
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Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

AnfängeBearbeiten

Das Christentum wurde anfänglich von den Merowingern im Jahre 531 in die Region gebracht. Weitere Zeugnisse der Christianisierung findet man um 640 mit St. Gertrud in Karlburg und Neustadt am Main, um 689 mit den irischen Wandermönchen Kilian, Kolonat und Totnan in Würzburg und 704 mit Willibrord in Würzburg.

Das Bistum Würzburg selbst wurde im Jahr 742 von Bonifatius gegründet. Erster Bischof war der Angelsachse Burkard. Der Sprengel erstreckte sich damals vom Rennsteig und der Fulda im Norden bis zur Linie Lauffen-Ellwangen-Feuchtwangen-Roßtal im Süden. Die Westgrenze lag an der östlichen Seite des Mainvierecks, im Osten ging es ohne feste Begrenzung bis über die Mainquellen hinaus. Am Ende des 8. Jahrhunderts wurde Würzburg Suffraganbistum des unter Karl dem Großen zum Erzbistum erhobenen Mainz (→ Kirchenprovinz Mainz).

Das zweite JahrtausendBearbeiten

Im Jahre 1007 erwirkte König Heinrich II. die Bildung des neuen Bistums Bamberg im Wesentlichen aus Teilen des Bistums Würzburg.

Ende des 12. Jahrhunderts erreichte Würzburg eine weitgehende Unabhängigkeit von den Stiftsvögten, vor allem der Grafen von Henneberg. Durch ein Privileg Kaiser Friedrich Barbarossas wurden die Bischöfe von Würzburg zu Herzogen (spätere Titulatur: Herzöge von Franken). Würzburg entwickelte sich zu einem bedeutenden Fürstbistum.

Mitte des 13. bis Mitte des 15. Jahrhunderts kam es zu einer drückenden Verschuldung des Hochstifts, so dass sogar 1441 dessen Abtretung an den Deutschen Orden erwogen wurde. Der Einfluss des sich aus der Ritterschaft rekrutierenden Domkapitels stieg.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg errichteten die Fürstbischöfe zahlreiche Barockbauten, so die Würzburger Residenz. Nach der Säkularisation durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 wurde das Bistum der Kirchenprovinz Bamberg angeschlossen.

Die Aschaffenburger Gebiete kamen 1814 vom alten Erzbistum Mainz zum Bistum Würzburg. Dafür fielen in diesem Zusammenhang einige Gebiete des Bistums Würzburg an westlich und südlich davon gelegene Bistümer.

Spätestens 1826 wechselte das Gebiet des Herzogtums Sachsen-Coburg, vermutlich zusammen mit dem Banzgau und Teilen des Rodachtals, zum Bistum Bamberg.[3]

1843 fand die 1100-Jahrfeier der Bistumsgründung wegen einer Missernte mit einem Jahr Verspätung statt.[4]

Die Zeit nach dem Zweiten WeltkriegBearbeiten

 
Würzburger St.-Kilians-Dom

Das Ende des Zweiten Weltkrieges bedeutete neben der Teilung Deutschlands auch die Teilung einiger Bistümer, deren Wirkungsbereich sich auch auf Gebiete der neu entstandenen DDR erstreckte. Betroffen war auch die Würzburger Diözese, deren Dekanate Meiningen und Saalfeld in der DDR lagen und bis 1973 offiziell und bis 1994 rechtlich zum Bistum Würzburg gehörten. Der letzte bischöfliche Kommissar des Bischofs von Würzburg in Meiningen war Karl Ebert. Im Jahre 1973 wurden auf päpstliches Dekret die in der DDR gelegenen Teile der Bistümer Fulda und Würzburg zum Bischöflichen Amt Erfurt-Meiningen mit Sitz in Erfurt zusammengeschlossen. Dieses Bischöfliche Amt wurde im Jahre 1994 zum Bistum Erfurt erhoben. Eine Besonderheit ist in diesem Zusammenhang die Kuratie Ostheim vor der Rhön, die kirchenrechtlich als ehemalige Exklave des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach zum Bistum Fulda gehört, aber seit 1945 von der Diözese Würzburg seelsorgerisch betreut wird.

Nach der Zerstörung des Doms war bis zu seiner erneuten Weihe im Jahre 1967 die Stiftskirche Neumünster Bischofskirche des Bistums Würzburg.

Von 1971 bis 1975 fand im St.-Kilians-Dom die Würzburger Synode statt.

Seit 1989 besteht eine Diözesanpartnerschaft zu der tansanischen Diözese Mbinga. Am 2. Dezember 2012 wurde eine weitere Partnerschaft mit der Diözese Óbidos in Brasilien geschlossen.[5]

BistumspatroneBearbeiten

Patron des Bistums Würzburg ist der heilige Kilian. Seine Weggefährten Kolonat und Totnan sind Mitpatrone des Bistums.

Stiftsvögte bzw. Burggrafen von WürzburgBearbeiten

Burggrafen von Würzburg aus der Familie der fränkischen Babenberger waren:

  • Godebold I.; † nach 1100, 1057 Burggraf von Würzburg, Bruder des Grafen Poppo I. von Henneberg
  • Godebold II.; † 1144, Burggraf von Würzburg, Sohn Godebolds I.,
  • Berthold; † 1157, Burggraf von Würzburg, Sohn Godebolds II., Bruder des Grafen Poppo II. von Henneberg und des Bischofs Gebhard († 1159), Stammvater der weiteren Grafen von Henneberg

DekanateBearbeiten

Erzdiözese BambergDiözese ErfurtErzdiözese FreiburgErzdiözese FreiburgDiözese FuldaDiözese MainzDiözese MainzDiözese Rottenburg-StuttgartDekanat AlzenauDekanat Aschaffenburg-StadtDekanat Aschaffenburg-OstDekanat Aschaffenburg-WestDekanat Bad KissingenDekanat Bad NeustadtDekanat HammelburgDekanat HaßbergeDekanat KarlstadtDekanat KitzingenDekanat Lohr (Bistum Würzburg)Dekanat MiltenbergDekanat ObernburgDekanat OchsenfurtDekanat Schweinfurt-NordDekanat Schweinfurt-StadtDekanat Schweinfurt-SüdDekanat Würzburg links des MainsDekanat Würzburg rechts des MainsDekanat Würzburg-Stadt 

Bis 2010 bestand außerdem das Dekanat Ebern, welches dann in das Dekanat Haßberge eingegliedert wurde, sowie das Dekanat Rhön-Grabfeld, welches seit 2011 zum Dekanat Bad Neustadt gehört.

KirchenschließungenBearbeiten

Im Bistum Würzburg wurden, im Gegensatz zu einigen anderen katholischen Bistümern in Deutschland, in den letzten Jahren nur wenige Kirchen aufgegeben. Dazu gehören:

  • Bad Neustadt an der Saale, Ortsteil Lebenhan, Klosterkirche St. Kilian: am 23. November 2008 profaniert[6]
  • Burkardroth, Ortsteil Waldfenster, St.-Pius-Kirche: 1965/66 erbaut, Abriss geplant, seit 2014 Nachfolgekirche im Bau[7]
  • Himmelstadt, St.-Immina-Gedächtniskirche: 1963–1965 erbaut, am 26. Februar 2010 profaniert, im November 2010 abgerissen, heute Nutzung der benachbarten St.-Jakobus-Kirche[8]
  • Hofheim i.UFr., Eichelsdorf, Klosterkirche St. Alfons: am 2. Dezember 2008 profaniert, Klostergebäude verkauft, Kirche in einen Konzertsaal umgebaut
  • Sailauf, Pfarrkirche „Auferstehung unseres Herrn Jesu Christus“: 1969–1971 erbaut, Allerheiligen 2008 letzter Gottesdienst, am 11. März 2009 profaniert, im Juli/August 2009 abgerissen, heute Nutzung der nahegelegenen St.-Vitus-Kirche[9]
  • Waigolshausen, St.-Jakobus-Kirche: 1961 erbaut, am 2. August 2012 letzter Gottesdienst, Kirchenschiff abgerissen, 2012–2014 durch Neubau ersetzt[10]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Wolfgang Brückner: Frommes Franken. Kult und Kirchenvolk in der Diözese Würzburg seit dem Mittelalter, Echter Verlag, Würzburg 2008, ISBN 978-3-429-03012-4.
  • Johannes Merz (Hrsg.): Aufbrüche und Kontroversen. Das Bistum Würzburg 1945–1963, Echter Verlag, Würzburg 2009, ISBN 978-3-429-03177-0.
  • Verena von Wiczlinski (Hrsg.): Kirche in Trümmern? Krieg und Zusammenbruch 1945 in der Berichterstattung von Pfarrern des Bistums Würzburg, Echter Verlag, Würzburg 2005, ISBN 3-429-02717-9.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bistum Würzburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Eckdaten des Kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands 2015, Pressemeldung der Deutschen Bischofskonferenz vom 15. Juli 2016
  2. Ulrich Wagner: Würzburger Landesherren, bayerische Ministerpräsidenten, Vorsitzende des Landrates/Bezirkstagspräsidenten, Regierungspräsidenten, Bischöfe, Oberbürgermeister/Bürgermeister 1814–2006. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Band 2, 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1221–1224; hier: S. 1223 (Bischöfe von Würzburg).
  3. http://www.fraenkischer-bund.de/geschichte-frankens/kirche-in-franken/
  4. Sybille Grübel: Zeittafel zur Geschichte der Stadt von 1814–2006. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Band 2, 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1225–1247; hier: S. 1228.
  5. Angaben auf der Internetseite der Partnerschaft
  6. http://www.caritas-mil.de/bwo/dcms/res/domains/caritasdv/pages/_imagegallery.html?f_gallery_id=5798&f_image_id=221844
  7. http://www.chm.de/profil/referenzen/werksverzeichnis.html
  8. http://www.mainpost.de/regional/main-spessart/Himmelstadter-Kirche-wird-abgerissen;art776,5805989
  9. http://www.sailauf.pg-vorspessart.de/kunst-und-geschichte/auferstehungskirche/
  10. http://www.waigolshausen.pg-luisenhoehe.de/aktuelles-001/index.html/letzter-gottesdienst-in-der-st-jakobus-kirche-waigolshausen/4ba32733-a947-46f5-9ad5-38b2a7deeb15?mode=Detail