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Marienkirche (Würzburg)

Kirchengebäude in Würzburg
Die Marienkirche
Das rote Sandstein-Portal der Marienkirche

Die Marienkirche steht im inneren Burghof der Festung Marienberg in Würzburg, Bayern.

Das Bauwerk geht auf eine von Herzog Hedan II. im Jahr 706 errichtete frühe christliche Kirche zurück.[1] Der Grundbau der in den Grundzügen heutigen romanischen Kirche kann durch Stilanalysen auf Anfang des 11. Jahrhunderts datiert werden. Die Marienkirche ist die älteste Kirche Würzburgs und der älteste erhaltene Bauteil auf dem Festungsareal sowie das ältestes noch erhaltene Steinbauwerk rechts des Rheines.

PatronatBearbeiten

Die Marienkirche war von Anfang an bis heute der Gottesmutter Maria geweiht. Als Schutzpatronin Frankens ist das Patrozinium am 1. Mai.

GeschichteBearbeiten

Herzog Hetan II. ließ schon im Frühmittelalter um 706 eine kleine Kirche auf der später Marienberg genannten Bergzunge errichten und zu Ehren der Jungfrau Maria weihen. Bis zur Übertragung der dort angeblich ab 752 befindlichen[2] Gebeine der Märtyrer Kilian, Kolonat und Totnan in den rechtsmainischen Würzburger Dom im Jahre 788 blieb die Kirche die Bischofskirche des 742 gegründeten Bistums. Überliefert ist, dass die Kirche 983 als Pfarrkirche dem Burkarder Kloster übergeben wurde.

Unter Bischof Heinrich I. entstand am bisherigen Standort mit Beginn des Hochmittelalters zu Beginn des 11. Jahrhunderts eine erneuerte ottonische Kirche, die möglicherweise Teile der Ersten mit einbezog. Die Kirche entwickelte sich bald zur Marienwallfahrtsstätte und wurde unter Konrad von Querfurt fürstliche Hofkirche, als dieser um 1200 die Hofhaltung auf die Burg verlegte. Er nahm einige bauliche Veränderungen an der Kirche vor, erhöhte den oberen Bauzylinder und vergrößerte die Fenster. Nach einem Brand im Jahr 1600 ließ Fürstbischof Julius Echter die Kirche wieder aufrichten. Er erweiterte den Hochchor, ließ eine Balustrade anfügen und auf dem neuen halbkugelförmigen Dach eine Dachlaterne als Glockenstuhl aufsetzen. Der um 1600 im Auftrag Julius Echters wohl von dem Bildhauer Sebastian Götz aus Zizers/Graubünden geschaffene Chorerker der Marienkirche wurde 1814 abgebrochen. Er zeigte zwölf Cäsarenhäupter als Reliefs, von denen fünf im Fürstenbaumuseum erhalten sind.[3] In der Echterzeit wurde ebenso der Innenraum im Renaissancestil ausgestaltet und mit Stuckaturen verziert.

PortalBearbeiten

Das Schmuckportal aus rotem Sandstein stammt aus der Echterzeit. Figürlich sind unten die Apostel Petrus und Paulus, darüber Verkündigung des Herrn, schließlich zwei Bischöfe (Kilian und Burkard) und bekrönend eine Marienstatue dargestellt. Über dem Portal ist ein reich verziertes Echterwappen einbezogen.

GrablegeBearbeiten

Im Zentralbau der Kirche befindet sich ein Grablege, deren 20 Grabplatten die Reliefs von Würzburger Bischöfen zeigen.

LiteraturBearbeiten

  • Max Hermann von Freeden: Die Festung Marienberg. Würzburg 1982.
  • Flachenecker, Götschmann, Kummer (Hrsg.): Burg. Schloss. Festung. Der Marienberg im Wandel. Mainfränkische Studien 78. Echter, Würzburg 2009, S. 168.
  • Festung Marienberg. Burgführer mit 41 Farbaufnahmen. Würzburg 2004.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Marienkirche (Marienberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Commons: Grabplatten in der Marienkirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Friedrich Oswald: Würzburger Kirchenbauten des 11. und 12. Jahrhunderts. mit 81 Abbildungen und Plänen. In: Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. (Hrsg.): Mainfränkische Hefte. Nr. 45. Würzburg 1966, S. 11–32.
  2. Wilhelm Engel in: Willy Schmitt-Lieb, Wilhelm Engel: Würzburg im Bild. Mit einem Geleitwort von Oberbürgermeister Franz Stadelmayer. Wisli-Mappe, Würzburg 1956, S. 9.
  3. Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände; Band 2: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1477-8, S. 576–678 und 942–952, hier: S. 600.

Koordinaten: 49° 47′ 24,5″ N, 9° 55′ 6,5″ O