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Burkardroth

Gemeinde im Landkreis Bad Kissingen in Deutschland

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Der Ort liegt am Südhang des Biosphärenreservats Rhön etwa 14 Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Bad Kissingen. Im Norden grenzt die Gemeinde an den Landkreis Rhön-Grabfeld.

GemeindegliederungBearbeiten

Burkardroth gliedert sich in 23 Ortsteile[2][3]

GeschichteBearbeiten

NameBearbeiten

EtymologieBearbeiten

Der Ortsname Burkardroth ist ein Rodungsname. Er besteht aus dem Personennamen des Ortsgründers burkart und dem mittelhochdeutschen Wort rode. Als Erklärung ergibt sich daraus „Rodung des Burkarts“.[4]

Frühere SchreibweisenBearbeiten

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 1136 Burkarterode
  • 1140 Burcarderod
  • 1162 Burchartrode
  • 1193 Burchartesrode
  • 1329 Burchardrode
  • 1453 Burgkartrode
  • 1457 Burkhartzrode
  • 1661 Burckardtroda
  • 1799 Burkardroth

EingemeindungenBearbeiten

Der Markt wurde am 1. Januar 1972 im Zuge der kommunalen Neuordnung Bayerns durch den Zusammenschluss der Gemeinden Burkardroth, Frauenroth, Gefäll, Katzenbach, Lauter, Oehrberg, Stralsbach, Waldfenster, Wollbach bei Bad Kissingen und Zahlbach neu gebildet.[5] Am 1. Mai 1978 kamen Premich und Stangenroth hinzu.[6]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Nach der letzten Kommunalwahl 2014 hat der Gemeinderat 20 Mitglieder. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister. Die Wahlbeteiligung lag bei 63,1 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  Freie Wähler der Pfarrei 4 Sitze (18,6 %)
  Bürgerblock Premich 3 Sitze (14,2 %)
  Wählergemeinschaft Stangenroth 2 Sitze (12,3 %)
  CSU     2 Sitze  (11,9 %)
  Christliche Wählergemeinschaft Lauter 2 Sitze (8,5 %)
  Wählergemeinschaft Gefäll 2 Sitze (8,3 %)
  Wählergemeinschaft Waldfenster 2 Sitze  (8,0 %)
  Christliche Wählergemeinschaft Stralsbach 1 Sitz (6,5 %)
  Christliche Wählergemeinschaft Oehrberg 1 Sitz (6,3 %)
  Wählergemeinschaft Katzenbach 1 Sitz (5,5 %)

BürgermeisterBearbeiten

Bei der Bürgermeisterwahl von 2008 musste sich Amtsinhaber Emil Müller (CSU) mit 49,5 % knapp seinem Herausforderer Waldemar Bug (ÖDP) geschlagen geben, der 50,5 % erreichte und mit einem Vorsprung von nur 45 Stimmen die Wahl gewann. Bug ist gleichzeitig das erste ÖDP-Mitglied, dem der Sieg bei einer Bürgermeisterwahl gelang.[7]

Bug wurde im März 2014 mit 95,7 % der Stimmen wiedergewählt.[8]

WappenBearbeiten

BlasonierungBearbeiten

Geteilt, oben gespalten; vorne geschacht von Rot und Silber; hinten in Silber zwei schräg gekreuzte, rote Streitkolben; unten in Blau zwei schräg gekreuzte, wachsende, silberne Lilienstängel

WappengeschichteBearbeiten

Burkardroth ist eine junge Gemeinde und entstand 1972 durch die Zusammenlegung der oben unter Gemeindegliederung genannten ehemals selbständigen Gemeinden. Die gekreuzten Lilienstängel im Wappen sind dem Wappen des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters Frauenroth entnommen. Otto Graf von Botenlauben-Henneberg verkaufte 1231 seinen Besitz an das Hochstift Würzburg. Er errichtete 1234 das Kloster, das 1574 aufgehoben wurde. Die Schachung im Wappen der Gemeinde stammt aus dem Wappen dieser Grafen. Sie weist auf ihre Bedeutung für das Gemeindegebiet hin. Das Grab des Klostergründers befindet sich in der früheren Klosterkirche. Die gekreuzten Streitkolben wurden dem Wappen der Forstmeister von Lebenhan-Rotenkolben entnommen. Sie waren für einen großen Teil des Gemeindegebiets die Forstmeister im so genannten Salzforst.
Das Wappen wurde am 28. Juni 1974 von der Regierung von Unterfranken verliehen.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

1989 wurde eine offizielle Gemeindefreundschaft mit Ense (Nordrhein-Westfalen) geschlossen.

Sehenswürdigkeiten und BaudenkmälerBearbeiten

Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten und Baudenkmäler des Marktes sind die Pfarrkirche St. Petrus in Ketten aus dem 17. Jahrhundert, die Lächelnde Madonna von Lauter, die Museumsscheune in Katzenbach sowie die Klosterkirche Frauenroth mit dem Hochgrab von Otto von Botenlauben und seiner Frau Beatrix.[9]

PfarrerBearbeiten

Pfarrer von Burkardroth seit 1574[10]
Name Tätigkeit
Johann Pfeffer 1568–1574
Johann Weißensel ab 1575
Peter Wassermann 1584–1600
Erhard Graf 20. Februar 1604–3. Juli 1615 (†)
Kilian Kreith ab 29. Juli 1615
Michael Baumann ab 3. September 1633
Michael Heilmann († vermutlich 1683 in Hammelburg) 1636–1647
Nikolaus Sonnenborn 7. Juni 1647–1651
Georg Riegler 18. März 1651–1652
David Kempf 1653–1655
Markus Franz 3. September 1655–1659
Johann Hohmann 22. Februar 1659–1669
Gottfried Römscheid Februar 1669–1681
Valentin Schöppner († 26. Juni 1706 in Burkardroth) 22. Februar 1681–26. Juni 1706 (†)
Johann Michael Schreyer († 28. Februar 1735 in Burkardroth) 1706–28. Februar 1735 (†)
Andreas Endres († 11. Juni 1758 in Burkardroth) 4. Mai 1735–11. Juni 1758 (†)
Johann Caspar Saar (* 1701 in Rottershausen, † in Burkardroth) 25. Juli 1758–1763
Franz Martin Höfling (* in Oberfladungen, † 12. März 1791 in Burkardroth) 27. Juni 1763–12. März 1791 (†)
Franz Alexander Fischer (* 5. August 1748 in Bütthard, † 19. Juni 1809 in Kolitzheim) 1791
Andreas Schwinn 9. April 1792–1805
Georg Adam Krug († 16. Mai 1810 in Burkardroth) 20. März 1805–16. Mai 1810 (†)
Georg Joseph Tann (* 2. Februar 1756, † 30. März 1824 in Burkardroth) 22. Juli 1810–30. März 1824 (†)
Michael Friedrich Kleer (* 8. April 1778 in Volkach, † 15. August 1833 in Volkach) 1824–1832
Jakob Hock (* 24. Juni 1801 in Waldaschaff, † 27. August 1880 in Ebern) 11. November 1832–1849
Caspar Friedrich († 7. April 1856 in Burkardroth) 1849–7. April 1856 (†)
Jakob Deigeli (* 8. Mai 1811 in Forchheim, † 30. April 1874 in Burkardroth) 1856–30. April 1874
Michael Joseph Kahler (* 6. September 1874 in Burglauer, † 18. November 1918 in Schwebenried) 6. September 1874–1884
Otto Blumenkamp (* 29. April 1850 in Blankenstein, † 8. Juni 1894 in Burkardroth) 15. Januar 1885–8. Juni 1894 (†)
Eugen Huber (* 27. Juli 1865 in Untergröningen, † 9. Januar 1934 in Aschaffenburg) September 1894–1901
Joseph Frey (* 4. Februar 1867 in Greßhausen, † 31. März 1952 in Münnerstadt) 21. Januar 1902–1909
Ludwig Kolb (* 6. November 1876 in Retzstadt, † 10. September 1942 in Burkardroth) 19. Dezember 1909–10. September 1942
Hans Hain (* 8. April 1906 in Königshofen i. Gr., † 2. Oktober 1957 in Burkardroth) 22. November 1942–2. Oktober 1957 (†)
Karl Fischer (* 7. November 1909 in Mühlhausen a. d. Werrn, † 29. April 1971 in Bad Kissingen, bestattet in Mühlhausen a. d. Werrn) 15. Dezember 1957–29. April 1971
Anton Reinhard (* 29. September 1928 in Greßhausen) 29. August 1971–11. März 2001
Armin Haas (* 10. September 1962 in Lohr am Main) 15. März 2001–23. September 2007
Marcus Lux (* 10. Februar 1977 in Miltenberg) 2008–20. November 2011

TourismusBearbeiten

Im Markt Burkardroth gibt es eine Vielzahl an Unterkünften sowie Gasthäusern. Wanderer können von Burkardroth aus den Hochrhöner beschreiten.

LiteraturBearbeiten

  • Anton Reinhard: Burkardroth: Frauenroth, Stangenroth, Wollbach, Zahlbach. Beiträge zur Geschichte. Oeckler, Haßfurt 1975.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Alphabetisches Ortsverzeichnis für den Landkreis Bad Kissingen mit allen Gemeindeteilen. Landratsamt Bad Kissingen, 1. Januar 2013, abgerufen am 24. November 2017.
  3. Alle Orte in der Gemeinde Burkardroth. In: Bayerische Landesbibliothek Online. Abgerufen am 25. November 2017.
  4. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 47 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 426.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 738.
  7. Wahlurne vergessen – Erster ÖDP-Bürgermeister Bayerns musste bangen, Münchener Merkus, 4. März 2008
  8. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  9. Sehenswürdigkeiten. In: Burkardroth.de. Abgerufen am 8. März 2018.
  10. „Seelsorger in der Pfarrei Burkardroth“ auf www.burkardroth.de