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Böhmischbruck ist ein Pfarrdorf in der nördlichen Oberpfalz. Es liegt im Vorderen Oberpfälzer Wald im Tal der Pfreimd, etwa sechs Kilometer südlich der Stadt Vohenstrauß, deren Ortsteil Böhmischbruck seit 1972 ist.

Böhmischbruck
Gemeinde Vohenstrauß
Koordinaten: 49° 34′ 34″ N, 12° 21′ 5″ O
Höhe: 469 m
Einwohner: 240 (2011)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 92648
Vorwahl: 09651
Böhmischbruck (Bayern)
Böhmischbruck

Lage von Böhmischbruck in Bayern

Böhmischbruck (2013)

GeschichteBearbeiten

Ortsnamen weisen darauf hin, dass das Tal der Pfreimd erstmals im 9. Jahrhundert von Slawen besiedelt wurde.

Die Ortsgründung geht vermutlich auf Ministerialen der Grafen von Ortenburg zurück, die im 13. Jahrhundert an dieser Stelle eine Brücke über die Pfreimd errichten ließen.

Erstmals erwähnt wurde Böhmischbruck („locus pons Boemorum“) 1250 in einer Schenkungsurkunde für das Kloster Sankt Emmeram in Regensburg. 1299 gründeten Benediktiner in dem Ort ein Kloster, aus dem wenig später die Propstei Böhmischbruck hervorging. Die Lage am linken Ufer der Pfreimd diente früh einer vorindustriellen Nutzung der Wasserkraft. Ein Hammerwerk ist seit 1362 nachgewiesen. 1431 wurde der Ort von Hussiten verwüstet, am 5. Mai 1562 zerstörte ein Brand Propstei, Kirche und Pfarrhof.

1830 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Altentreswitz (mit den Ortsteilen Grünhammer und Wastlmühle) und Kößing (mit dem Ortsteil Linglmühle) nach Böhmischbruck eingemeindet. Spätestens 1885 kam noch der Ortsteil Goldbachschleife dazu. Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Bayern verlor Böhmischbruck am 1. Juli 1972 den Status einer selbständigen Gemeinde und ist seither ein Ortsteil der Stadt Vohenstrauß.[1]

Einwohnerentwicklung in Böhmischbruck ab 1875[2]Bearbeiten

1875–1950
Jahr Einwohner Gebäude
1875 312 62[3]
1885 112 16[4]
1900 289 22[5]
1928 239 21[6]
1950 311 39[7]
1964–2016
Jahr Einwohner Gebäude
1961 204 44[8]
1970 202 k. A.[9][10]
1987 168 52[11]
2011 240 k. A.[12]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das Ortsbild wird geprägt von der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt aus dem 18. Jahrhundert. Ebenfalls denkmalgeschützt ist der zur Pfarrei gehörende Pfarrhof an der Südseite der Kirche.

Charakteristisch sind auch die zahlreichen Wegkreuze in der Umgebung des Ortes, die insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert entstanden und Zeugnis von der allgemeinen Volksfrömmigkeit geben.

BildergalerieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Böhmischbruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 586.
  2. https://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/landesbeschreibungen-orte
  3. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00052489/images/index.html?fip=193.174.98.30&seite=528&pdfseitex=
  4. http://daten.digitale-sammlungen.de/0006/bsb00066440/images/index.html?fip=193.174.98.30&id=00066440&seite=515
  5. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0006/bsb00066402/images/index.html?id=00066402&nativeno=971-972
  6. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00052487/images/index.html?id=00052487&nativeno=989-990
  7. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00052490/images/index.html?id=00052490&nativeno=851-852
  8. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00059538/images/index.html?id=00059538&nativeno=625-626
  9. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0006/bsb00062219/images/index.html?id=00062219&groesser=&fip=193.174.98.30&no=&seite=180
  10. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00052491/images/index.html?id=00052491&groesser=&fip=193.174.98.30&no=&seite=177
  11. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00059539/images/index.html?id=00059539&groesser=&fip=193.174.98.30&no=&seite=298
  12. http://atlas.zensus2011.de/