Hauptmenü öffnen

Obernankau ist ein Ortsteil der Stadt Vohenstrauß und eine Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Waldnaab in der nördlichen Oberpfalz.

Obernankau
Gemeinde Vohenstrauß
Koordinaten: 49° 35′ 11″ N, 12° 18′ 6″ O
Höhe: 566 m
Einwohner: 30 (2011)
Eingemeindung: 1938
Eingemeindet nach: Oberlind
Postleitzahl: 92648
Vorwahl: 09656
Obernankau (Bayern)
Obernankau

Lage von Obernankau in Bayern

Geographische LageBearbeiten

Der Weiler liegt im Vorderen Oberpfälzer Wald etwa 5 km südwestlich von Vohenstrauß und 700 m südlich der Autobahn A6. Etwa 600 m nordöstlich entspringt der Kaltenbaumbach, der 1 km südöstlich von Obernankau in die Pfreimd mündet. 800 m südlich erstreckt sich in Ost-West-Richtung das tief eingeschnittene Pfreimdtal. Die Pfreimd ist hier zum Kainzmühlstausee aufgestaut.[1]

GeschichteBearbeiten

Im 18. Jahrhundert gehörte Obernankau zur Herrschaft Waldau und hatte 9 Anwesen und ein Hirtenhaus. Der Ort gehörte zur Pfarrei Vohenstrauß[2] sowie zum 1808 gebildeten Steuerdistrikt Lerau. Zu diesem gehörten neben Lerau selbst Kleßberg, Obernankau, Unternankau, Steinach, Wieselrieth und Linglmühle.[3]

1809 gehörte Obernankau zum Patrimonialgericht Waldau, dessen Inhaber die Freiherrn von Lilien waren.[4]

Obernankau war eine selbständige Gemeinde ohne weitere Ortsteile, die 1938 nach Oberlind eingemeindet wurde.[5][6]

Mit der Gemeindereform 1972 kam Obernankau in die Gemeinde Vohenstrauß.[7]

 
Glockentrum mit Dorfkreuz in Obernankau

Dorfkreuz und GlockenturmBearbeiten

Neben dem hölzernen Glockenturm in Obernankau steht ein denkmalgeschütztes und farbig gehaltenes Dorfkreuz mit dem gekreuzigten Jesu und der schmerzhaften Muttergottes. Das ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert stammende Holzkreuz musste erneuert werden und wurde am 21. Juli 1999 durch Pfarrer Franz Winkelmann und Pater Georg Messer geweiht. Auch der Glockenturm wurde 1988 behutsam restauriert und ist heute mit einem elektrischen Geläute ausgestattet. Während früher zahlreiche solche hölzerne Glockentürme in der Oberpfalz vorhanden waren, sind diese heute selten geworden (z. B. noch in Wieselrieth bei Leuchtenberg, Lerau, Roggenstein, Lerau oder Kaimling).[8][9]

Einwohnerentwicklung in Obernankau ab 1838[10]Bearbeiten

1838–1928
Jahr Einwohner Wohngebäude
1838 48 9[11]
1871 38 9[12]
1885 36 8[13]
1900 26 7[14]
1913 35 7[15]
1925 46 6[16]
1950–2011
Jahr Einwohner Wohngebäude
1950 30 6[17]
1961 25 7[18]
1970 23 k. A.[19]
1987 17 6[20]
2011 30 k. A.[21]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://geoportal.bayern.de/bayernatlas/index.html?bgLayer=tk&X=5494513.36&Y=4521757.47&zoom=10&lang=de&topic=ba&layers=e528a2a8-44e7-46e9-9069-1a8295b113b5&layers_visibility=false&catalogNodes=122
  2. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 125
  3. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 209
  4. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 202
  5. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 219, 225
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 129, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat – Landkreis Vohenstrauß; Fußnote 6).
  7. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 232
  8. Hans Frischholz, Peter Staniczek: Dorfkreuz und Glockenturm in Obernankau. In Kirchenführer zu Kirchen und Kapellen in der Stadt und Großgemeinde Vohenstrauß. (= Streifzüge – Beiträge zur Heimatkunde und Heimatgeschichte der Stadt und Großgemeinde Vohenstrauß und Umgebung, 15. Jahrgang, 2000, Heft 22), S. 79.
  9. Bilder von Dorfkreuz und Glockenturm in Obernankau
  10. https://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/landesbeschreibungen-orte
  11. Bistum Regensburg (Hrsg.): Matrikel des Bisthums Regensburg. bearbeitet von Josepf Lipf. Pustet, Regensburg 1838, S. 337 (Digitalisat).
  12. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 988, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  13. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 934 (Digitalisat).
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 977 (Digitalisat).
  15. Bistum Regensburg (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. hrsg. i. A. Sr Exzellenz des Hochwürdigsten Herrn Bischofs Dr. Antonius von Henle vom Bischöflichen Ordinariate Regensburg. Regensburg 1916, S. 333 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 994 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 855 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 630 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 132 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 266 (Digitalisat).
  21. http://atlas.zensus2011.de/