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Das Dorf Braunetsrieth ist ein Ortsteil von Vohenstrauß im Landkreis Neustadt an der Waldnaab in der Oberpfalz.

Braunetsrieth
Koordinaten: 49° 37′ 1″ N, 12° 23′ 5″ O
Höhe: 555 m
Einwohner: 65 (9. Mai 2011)[1]
Postleitzahl: 92648
Vorwahl: 09651
Braunetsrieth (Bayern)
Braunetsrieth

Lage von Braunetsrieth in Bayern

Dorfkapelle in Braunetsrieth
Dorfkapelle in Braunetsrieth

Inhaltsverzeichnis

OrtsnameBearbeiten

Die Endung -rieth des Ortsnamens Braunetsrieth deutet auf eine frühe Entstehung des Ortes schon vor dem 13. Jahrhundert hin. Die Orte mit den auf -reuth, -rieth, -ried, -richt (frühere Schreibweisen: -riut, -rivt, -rewt, abgeleitet von "roden", "Rodung") endenden Ortsnamen entstanden im Zusammenhang mit der ersten Besiedelung des Gebietes durch Rodung des dichten Waldes. Orte mit solchen Namen kommen sehr häufig im Bereich der Flüsse Pfreimd und Luhe und der angrenzenden Bäche vor. Diese waren Ausgangspunkt für die Besiedelung der Region.[2]

Geographische LageBearbeiten

Braunetsrieth liegt ungefähr 3 Kilometer östlich von Vohenstrauß am Fuß des 611 Meter hohen Steinbühl. Westlich von Braunetsrieth entspringt der Michlbach. Am südlichen Ortsrand von Braunetsried entspringt der Fahrnbach. In einem Bogen verläuft südlich von Braunetsried die Bundesautobahn 6.

GeschichteBearbeiten

In einem Zinsregister von 1454 des Pflegamtes Pleystein wurde Braunetsrieth (früher auch: Bruersriet) genannt, aber als öde und verlassen beschrieben.[3] Braunetsrieth gehörte zur Herrschaft der Waldauer. 1483 wurde Braunetsrieth genannt als Ulrich von Waldau einen Teil seiner Besitzungen an seine Söhne übergab.[4]

Mitte des 16. Jahrhunderts ging die Herrschaft der Waldauer – und damit auch Braunetsrieth – an die Wirsberger über. 1632 gelangte sie in den Besitz der Herren von Enkefort. Seit Ende des 17. Jahrhunderts hatten die Freiherren von Rumel den Lehensbesitz inne. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Freiherren von Lilien als Inhaber von Braunetsrieth genannt.[5]

Ein Salbuch des Amtes Pleystein aus dem Jahr 1560 nannte Braunetsrieth mit 11 Anwesen, darunter 6 Höfe, eine Behausung und ein Hirtenhaus. Die Herrschaft Waldau hatte in Braunetsrieth 3 Mannschaften mit Grundherrschaft und Niedergericht. Das Gotteshaus Altenstadt, das Gotteshaus Floß und der Richter zu Vohenstrauß hatten Zehentrechte in Braunetsrieth.[6] Noch 1596 gehörte Braunetsrieth zum Pflegamt Pleystein.[7] Im 18. Jahrhundert gehörte Braunetsrieth zum 4. Viertel des Pflegamts Pleystein.[8] In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte Braunetsrieth 16 Anwesen, einen Weber, einen Schmied und ein Hirtenhaus. Grundherrschaft und Niedergericht über Braunetsrieth lagen bei der Herrschaft Waldau. Braunetsrieth gehörte zur Pfarrei Vohenstrauß.[9]

1808 bei der Bildung der Steuerdistrikte gelangte Braunetsrieth in den Steuerdisktrikt Treswitz (= Burgtreswitz). Zum Steuerdistrikt Treswitz gehörten die beiden Dörfer Braunetsrieth, Treswitz und die Einöde Pölitzmühl.[10]

1809 gehörte Braunetsrieth zum Patrimonialgericht Waldau.[11]

Bis 1818 wurde Übersteherhäusl als Teil der Gemeinde Braunetsrieth genannt.[12]

1821 wurde Braunetsrieth mit 17 Familien zusammen mit der Einöde Weißenstein mit 4 Familien Gemeinde.[13]

1830 wurde die Gemeinde Braunetsrieth in die Gemeinde Burgtreswitz eingegliedert. 1949 wurden Braunetsrieth und Weißenstein aus der Gemeinde Burgtreswitz ausgegliedert und nach Vohenstrauß eingemeindet.[14]

Einwohnerentwicklung in Braunetsried ab 1875[15]Bearbeiten

1875–1950
Jahr Einwohner Gebäude
1875 155 40[16]
1885 166 20[17]
1900 161 20[18]
1928 137 21[19]
1950 164 24[20]
1964–2016
Jahr Einwohner Gebäude
1961 95 19[21]
1970 90 k. A.[22][23]
1987 78 19[24]
2011 65 k. A.[25]
 
Grenzstein beim Hartwichshof
 
Dellingkreuz in Braunetsried
 
Fuchsn Martel in Braunetsried

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Kapelle von Braunetsrieth steht unter Denkmalschutz. In der Umgebung von Braunetsrieth gibt es zahlreiche alte Grenzsteine, Marterl und ein Steinkreuz, teilweise aus dem 16. Jahrhundert. Am 21. November 1977 wurde ein Marterlweg eingerichtet, der 17 Flurdenkmäler berührt. Zwischen Braunetsrieth und Oberlind sind mittelalterliche Reste der historischen Heerstraße Nürnberg-Prag erhalten.[26]

LiteraturBearbeiten

  • Hans Frischholz, Otto Würschinger: Vohenstrauß im Wandel der Zeiten. Heimatkundlihces zur Geschichte der Stadt aus Anlass der 600-Jahrfeier ihrer Erstnennung. 1378 - 1978. Stadt Vohenstrauß, Vohenstrauß 1978, S. 35–39.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Braunetsrieth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. atlas.zensus2011.de
  2. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 6
  3. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 144
  4. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 123
  5. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 124, 202
  6. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 144, 145
  7. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 144
  8. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 125, 138
  9. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 147
  10. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 211
  11. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 202
  12. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 220
  13. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 215
  14. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 220
  15. https://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/landesbeschreibungen-orte
  16. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00052489/images/index.html?fip=193.174.98.30&seite=528&pdfseitex=
  17. http://daten.digitale-sammlungen.de/0006/bsb00066440/images/index.html?fip=193.174.98.30&id=00066440&seite=515
  18. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0006/bsb00066402/images/index.html?id=00066402&nativeno=971-972
  19. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00052487/images/index.html?id=00052487&nativeno=989-990
  20. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00052490/images/index.html?id=00052490&groesser=&fip=sdasxsfsdrqrseayaxdsydfsdrxsw&no=3&seite=594
  21. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00059538/images/index.html?id=00059538&groesser=&fip=sdasxsfsdrqrseayaxdsydfsdrxsw&no=3&seite=367
  22. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0006/bsb00062219/images/index.html?id=00062219&groesser=&fip=193.174.98.30&no=&seite=180
  23. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00052491/images/index.html?id=00052491&groesser=&fip=193.174.98.30&no=&seite=177
  24. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00059539/images/index.html?id=00059539&groesser=&fip=193.174.98.30&no=&seite=298
  25. http://atlas.zensus2011.de/
  26. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss S. 8