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Wolfgang Zenkner

deutscher Carambolagespieler
Wolfgang Zenkner
Billard Picto 2-white-l.svg
One-cushion-EC 1986 in Dülmen-Gemany, Wolfgang Zenkner.jpeg
Personalien
Geburtstag 31. März 1954
Geburtsort Germaringen
Nationalität DeutschlandDeutschland Deutschland
Aktive Zeit Amateur
Erfolge
Wenn nicht anders ausgewiesen, beziehen
sich die Angaben auf die Disziplin „Dreiband“.
Bester ED: 150,00 (Einband (EM 1995 Wijchen/NL))
Bester GD: 12,83 (Einband (EM 2009 Wijchen/NL))
Höchstserie (HS): 291 (Einband (prolongiert)
(EM 1995 Wijchen/NL))
Weltmeisterschaften:

1991, Essen DeutschlandDeutschland
2009, Cervera, SpanienSpanien
Kontinentale Meisterschaften:

1986, Baden OsterreichÖsterreich
1995, Wijchen NiederlandeNiederlande
2010, Llinars del Vallès SpanienSpanien
Andere Turniere:
26× Deutscher Meister (Einzel)
Verein(e)

Wolfgang Zenkner (* 31. März 1954 in Germaringen, Allgäu) ist ein deutscher Karambolagespieler und Weltmeister im Einband.

PrivatesBearbeiten

Der Anfang Zenkners Billardkarriere geht in die 1960er-Jahre zurück als er und sein älterer Bruder vom Vater zu Weihnachten ein kleines Tischbillard geschenkt bekamen. Etwa 1968, im Alter von 14 Jahren hatte er sich dann endgültig einer Laufbahn als Billardleistungssportler verschrieben. Auf Grund besserer Spiel- und Trainingsmöglichkeiten wechselte er 1972 zum BSV München.[1] Aktuell spielt er für den BC München in der 2. Dreiband-Bundesliga. Von 2007 bis 2013 spielte er außerdem für den mehrfachen deutsche Mehrkampf-Mannschaftsmeister Billardfreunde Weitmar.

Von Beruf ist der geborene Germaringer Oberstudienrat für Sport, Mathematik und Geografie am Jakob-Brucker-Gymnasium in Kaufbeuren. Dort lebt er auch mit seiner Ehefrau und den gemeinsamen Kindern. Für ihn kam nie eine Karriere als Billardprofi in Frage. Seine Einstellung dazu kommentierte Zenkner eigenironisch mit den Worten:

„Um auf diese Weise eine Familie mit drei Kindern zu unterhalten, bin ich als Billardspieler einfach zu schwach, also bleibe ich lieber Beamter, das lohnt sich wenigstens.“

Wenn er an Turnieren teilnimmt gehört er aber immer zu den Besten. Auf die Frage hin, warum er sich Billard als Randsportart ausgewählt hat, antwortete er:

„Wahrscheinlich, weil ich bescheuert bin.“

Für Aufsehen sorgt Zenkner während seiner erfolgreichen Karriere dadurch, dass wesentlich impulsiver und extrovertierter als seine Mitspieler agiert, was entgegengesetzt zu seiner Vorliebe zu sanfter Popmusik zu stehen scheint.

Seit den 1990er-Jahren ist es etwas ruhiger um seine Person geworden. Dies liegt aber nicht daran, dass er keine Lust mehr aus das Spiel hat, sondern dass dem Familienmenschen Zenkner das Private vorgeht und für ihn Billard die „schönste Nebensache der Welt“ bleibt.[2]

KarriereBearbeiten

1978, für einen Berufsspieler eigentlich recht spät, gelang dem 24-jährigen Münchener der Sprung auf die internationale Bühne des Karambolage. Drei Jahre später, 1981, konnte er sich in seiner Lieblingsdisziplin, dem Einband, den ersten deutschen Meisterschaftstitel erkämpfen. Im darauffolgenden Jahr (1982) wurde er Mitglied der deutschen Nationalmannschaft mit der er, zur Überraschung der internationalen Fachwelt, 1983 Vizeweltmeister bei den Einband-Weltmeisterschaften im niederländischen Rucphen wurde. Im Folgejahr wurde Zenkner mit dem Sieg bei der Mannschaftseuropameisterschaft im niederländischen Amersfoort im Fünfkampf belohnt, sein Karrierehöhepunkt, bis dahin. Seinen ersten internationalen Einzeltitel holte sich der Allgäuer 1986 im österreichischen Baden bei Wien bei den Cadre-47/1-Europameisterschaften.

Da er von Anfang an zur Stammbesetzung der deutschen Nationalmannschaft gehörte, war es nur umso schöner für ihn dass das Team bei der Premiere 1989 in Essen gleich die Silbermedaille bei der Mannschaftsweltmeisterschaft im Dreikampf holte. Nach einem vierten Platz 1990 konnte Zenkner dann endlich 1991 die erste Goldmedaille in Essen gewinnen. Danach zog er sich aus der Nationalmannschaft zurück, weil ihm der Zeitaufwand zur Vorbereitung und Teilnahme an großen Meisterschaften zu hoch war. Auch die verbleibenden Turniere die er spielt plant er sorgfältig. Zu seinen weiteren Erfolgen zählen mehrere Deutsche Meisterschaften und vordere Platzierungen bei internationalen Turnieren. Am 29. November 2008 unterliegt er im Finale der Einband-EM dem Belgier Frédéric Caudron mit 35:150 und wird Vizeeuropameister. Nur gut zwei Monate später kann er sich am 3. Mai 2009 bei der im spanischen Cervera ausgetragenen Einband-WM im Finale gegen den niederländischen Titelverteidiger Jean Paul de Bruijn mit 150:78 durchsetzen und seinen ersten Einzeltitel gewinnen.[2]

AktuellesBearbeiten

Nach dem frühen Ausscheiden in der Gruppenphase der Einband-EM 2013 in Brandenburg an der Havel gab Zenkner in mehreren Interviews, u. a. mit der Billardzeitung Touch bekannt, dass er sich von der internationalen Bühne sowie aus der 1. Mehrkampf-Bundesliga[3] zurückziehen werde. Als Begründung gab er den enormen Trainingsaufwand an, den er leisten müsse nur um seine aktuelle Spielstärke zu erhalten. Derzeit tritt er gemeinsam mit Marco Zanetti für den BC München in der 2. Dreiband-Bundesliga an.

ErfolgeBearbeiten

Quellen:[4]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. BC München Historie (Memento vom 8. September 2012 im Internet Archive). Abgerufen am 8. Juli 2014.
  2. a b c d Wolfgang Zenkner, Internationales Sportarchiv 45/1994 vom 31. Oktober 1994 (rk). Ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 19/2009, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 5. Oktober 2012 (Artikelanfang frei abrufbar)
  3. Eberhard Franken: Zenkner: Eine „Legende“ tritt ab. (derwesten.de)
  4. Erfolgsstatistik Wolfgang Zenkner auf Kozoom.com. Abgerufen am 2. November 2012.