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Ein Transilien-Zug vom Typ Francilien im Bahnhof La Barre-Ormesson

Transilien sind Vorortzüge, die innerhalb des Großraums Paris verkehren. Gemeint sind die Regionalzüge, die weit über die Stadtgrenzen hinausfahren und ausschließlich von der SNCF betrieben werden.

Zum Transilien im weiteren Sinne gehören auch die RER-Linien A, B (die Linien A und B werden teilweise von der RATP betrieben), C, D und E. Deren Besonderheit im Gegensatz zum restlichen Transiliennetz besteht darin, dass sie die Hauptstadt durchqueren und so auch für den innerstädtischen Verkehr von Bedeutung sind, während Transilien im engeren Sinn diejenigen Linien sind, die ihren Ausgangspunkt an einem der großen Pariser Bahnhöfe haben. Transilien übernimmt die Aufgaben der 22 TER-Gesellschaften anderer Regionen Frankreichs. Transilien-Züge befördern 600 Millionen Passagiere im Jahr.[1]

Bedeutung innerhalb der SNCF-StreckenBearbeiten

SNCF Transilien betreibt innerhalb der Ile-de-France den Personennahverkehr der SNCF. Mehr als 6000 Zugverbindungen täglich fahren 381 Bahnhöfe an und befördern täglich 2,9 Millionen Fahrgäste. Dabei legen sie täglich 170 000 km zurück.

Auf 10 % des nationalen Bahnnetzes werden 40 % aller Zugfahrten durchgeführt. 2/3 aller Beförderungsfälle in Frankreich entfallen auf die Ile-de-France.[2]

NetzBearbeiten

 
Transilien-Netz in der Île-de-France
 
Ausschnittvergrößerung der Region Paris – die gepunkteten Strecken werden von der RATP betrieben

Das Netz des Transilien ist in verschiedene Streckengruppen unterteilt, die mit Buchstaben bezeichnet werden. Wobei Strecken mit dem gleichen Kennbuchstaben am gleichen Bahnhof in Paris beginnen, bzw. mit solchen zusammenhängen.

In der folgenden Aufstellung werden Streckengruppen unter der Überschrift des Ausgangsbahnhofs, z. B. „Saint-Lazare“, zusammengefasst.[3]

Linie Streckenverlauf Länge in km Anzahl der Bahnhöfe
H  Gare du Nord – Luzarches / Pontoise / Persan – Beaumont
Pontoise – Creil
138 46
J  Gare Saint-Lazare – Ermont – Eaubonne / Gisors / Mantes-la-Jolie – Vernon 256 52
K  Gare du Nord – Crépy-en-Valois 61 10
L  Gare Saint-Lazare – Cergy-le-Haut / Saint-Nom-la-Bretèche / Versailles-Rive-Droite
Saint-Germain-en-Laye-Grande-Ceinture – Noisy-le-Roi
86 40
N  Gare Montparnasse – Mantes-la-Jolie / Dreux / Rambouillet 117 35
P  Gare de l'Est – Château-Thierry / La Ferté-Milon / Provins / Coulommiers
Esbly – Crécy-la-Chapelle
Coulommiers – La Ferté-Gaucher (Busverkehr)
252 40
R  Gare de Lyon – Montereau / Montargis
Melun – Montereau
164 24
U  La Défense – La Verrière 31 10

Paris Nord H  K Bearbeiten

 
Infotafel im Bahnhof Paris-Nord:
Die Netze H  und K  (2008)

Diese Züge nehmen mit Ausnahme der von Pontoise aus bedienten Linie ihren Anfang im Bahnhof Paris-Nord.

Transilien H Bearbeiten

 
Schematischer Streckenverlauf der Linie H
  • Gare du Nord – Luzarches
  • Gare du Nord – Montsoult-Maffliers – Persan-Beaumont – Beauvais
  • Gare du Nord – Ermont-Eaubonne – Persan-Beaumont – Beauvais
  • Gare du Nord – Pontoise
  • Pontoise – Persan-Beaumont – Bruyères-sur-Oise – Creil D 

Transilien K Bearbeiten

 
Schematischer Streckenverlauf der Linie K
  • Gare du Nord – Mitry-Claye B 
  • Gare du Nord – Dammartin Juilly Saint-Mard – Crépy-en-Valois

Paris Est P Bearbeiten

 
Schematischer Streckenverlauf der Linie P

Die Linie P verläuft nicht vollständig in der Île-de-France, denn fünf Bahnhöfe des Nordzweiges liegen im Département Aisne in der Picardie. Die Bezeichnung Linie P wurde Ende 2004 eingeführt.

Die Linie P ist ziemlich störanfällig: Im Jahr 2011 waren nur 90,6 % der Züge pünktlich, d. h., sie kamen mit weniger als 5 Minuten Verspätung an. 2012 waren es sogar nur 88,8 %.[4]

Gegenwärtig wird das Rollmaterial sukzessive durch die sog. Francilien-Züge (Baureihe SNCF Z 50000) ersetzt: Die ersten Züge wurden im Februar 2013 in Betrieb genommen, die Aktion soll 2015 abgeschlossen werden. Um das hohe Verkehrsaufkommen zu bewältigen, werden auf der Strecke Paris ↔ Meaux während der Stoßzeiten auch nach 2015 weiterhin Doppelstockzüge zum Einsatz kommen.[5]

  Teile dieses Artikels scheinen seit 2015 nicht mehr aktuell zu sein.
Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Transilien P  NordBearbeiten

  • Paris Est – Meaux
  • Paris Est – Crouy-sur-Ourcq – La Ferté-Milon
  • Paris Est – Nanteuil-Saâcy – Château-Thierry
  • Esbly – Crécy-la-Chapelle: Der Verkehr auf der nur knapp 10 km langen Strecke wird von Siemens Avanto-Zügen erbracht, welche auch auf der Linie 4 der Pariser Straßenbahn zum Einsatz kommen.

Transilien P  SudBearbeiten

  • Paris Est – La Ferté-Gaucher
  • Paris Est – Longueville – Provins
  • Paris Est – Coulommiers

Paris Gare de Lyon R Bearbeiten

Transilien R Bearbeiten

 
Schematischer Streckenverlauf der Linie R

Paris Montparnasse / Rive gauche N Bearbeiten

 
Schematischer Streckenverlauf der Linie N
  • Paris Montparnasse – Saint-Cyr – Plaisir-Grignon – Mantes-la-Jolie
  • Paris Montparnasse – Saint-Cyr – Plaisir-Grignon – Houdan – Dreux
  • Paris Montparnasse – Saint-Cyr – Rambouillet

Paris Saint-Lazare J  L  U Bearbeiten

Transilien J Bearbeiten

 
Schematischer Streckenverlauf Linie J

 

  • Paris St.Lazare – Gisors
  • Paris St.Lazare – Pontoise C 
  • Paris St.Lazare – Ermont-Eaubonne
  • Paris St.Lazare – Port-Villez – Vernon
  • Paris St.Lazare – Conflans A  – Mantes-la-Jolie
  • Paris St.Lazare – Poissy A  – Mantes-la-Jolie
  • Paris St.Lazare – Bréval – Évreux

Transilien L Bearbeiten

 
Schematischer Streckenverlauf Linie L
  • Paris St.Lazare – Bécon-les-Bruyères-Cergy – Le Haut
  • Paris St.Lazare – Bécon-les-Bruyères – Saint-Cloud – Versailles Rive Droite
  • Paris St.Lazare – Bécon-les-Bruyères – Saint-Cloud – Saint-Nom-la-Bretèche
  • Paris St.Lazare – Bécon-les-Bruyères

Transilien U Bearbeiten

 
Schematischer Streckenverlauf Linie U

Die direkte Verbindungen La Défense – La Verrière besteht seit Mai 1995, seit Ende 2004 lautet die offizielle Bezeichnung Ligne U du Transilien.

 
Die westliche Endstation: der Bahnhof Verrière

Die Züge der Transilien-Linie U befördern täglich 55 000 Reisende.[6] Eingesetzt werden Zweisystemfahrzeuge, nämlich Doppelstock-Triebzüge der Baureihe SNCF Z 8800, bis Dezember 2003 kamen Züge der Baureihe Z 20 500 zum Einsatz.

Die Züge der Linie U fahren normalerweise im 30-Minuten-Abstand. Zu den Hauptverkehrszeiten wird Montags bis Freitags meist in Doppeltraktion und im 15-Minuten-Abstand gefahren. An Sonn- und Feiertagen fährt stündlich ein Zug pro Richtung. Täglich werden bis zu 43 Fahrten pro Richtung angeboten.[7] Die Fahrt zwischen den beiden Endstationen dauert etwa 45 Minuten.

Da der Nordteil der Strecke (Von La Défense bis hinter Viroflay-Rive-Droite) mit Wechselstrom (25 kV; 50 HZ) versorgt wird, der Südteil hingegen mit Gleichstrom von 1,5 kV Spannung ist der Einsatz von Zweisystemfahrzeugen unumgänglich.

Pünktlichkeit der Transilien-LinienBearbeiten

Von den Benützern der Transilien-Züge wird oft bemängelt, dass das System an Mängeln leidet und dass die Züge oft unpünktlich sind oder sogar ganz ausfallen.

Nicht zu Unrecht, wie die untenstehende Tabelle zeigt. Dabei beruhen der Soll- und die Istwerte auf einer Vereinbarung zwischen dem Besteller der Fahrten (STIF) und dem die Fahrten durchführenden Betreiber (SNCF): Der Istwert entspricht dem Prozentsatz der Reisenden, die in einem bestimmten Zeitraum ihren Bestimmungsbahnhof pünktlich bzw. mit höchstens 5 Minuten Verspätung erreichen. Wird der vorgegebene Sollwert überschritten, so erhält der Betreiber einen Bonus auf die vereinbarten Zahlungen durch das STIF, wird der Sollwert unterschritten, so ist der Betreiber zu Strafzahlungen verpflichtet.

Pünktlichkeit der Transilien-Linien in den Jahren 2012–13
Linie H  J  K  L  N  P  R  U 
Sollwert in % 92,5 94 92,5 95 93 94 93 94
Istwert 2012 in % 91,5 89,5 77,5 89,5 94,5 89 85 94,5
Istwert 2013 in % 94,5 86 80,5 84,5 93 89 89 92,5

Rundung der Istwerte auf halbe Prozent

Quelle: [8]

FahrzeugeBearbeiten

Auf den Transilienlinien kommen verschiedene Fahrzeugbaureihen zum Einsatz:

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Angaben auf der offiziellen Seite der Gesellschaft (frz.) (Memento des Originals vom 28. Dezember 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.transilien.com, abgerufen am 2. August 2012
  2. Pressemitteilung des STIF vom Februar 2012 (frz.) abgerufen am 13. Juni 2014
  3. Netzplan von Transilien (Memento des Originals vom 9. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.transilien.com
  4. Studie des STIF vom April 2013 (frz.) abgerufen 21. August 2014
  5. Studie des STIF vom April 2013, S. 8 (frz.) abgerufen 21. August 2014
  6. Website der SNCF Transilien U (frz.) abgerufen am 16. August 2014
  7. Fahrplan 2014 abgerufen am 16. August 2014 (Memento des Originals vom 25. September 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.transilien.com
  8. Le qualité des services en chiffres Veröffentlichung des STIF vom Februar 2014 (frz.) abgerufen am 3. September 2014

WeblinksBearbeiten