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RER E

S-Bahn ähnliche Nahverkehrslinie im Großraum Paris
RER.svgParis RER E icon.svg
Ein Zug am Bahnhof Tournan
Ein Zug am Bahnhof Tournan
Strecke der RER E
Streckenlänge:56 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Fahrgäste täglich 372.000
Stationen 22
Eröffnung 1999
Fahrzeuge der Linie E im Endbahnhof Haussmann – Saint-Lazare

Die Linie RER E ist eine der RER-Linien des Pariser Nahverkehrssystems.

Sie ist die jüngste der Linien und zudem die einzige RER-Linie, die die Stadt nicht durchquert, sondern intra muros endet.

Die Linie hat ihren Anfangspunkt im RER-Bahnhof Haussmann – Saint-Lazare unterhalb des Boulevard Haussmann, der jedoch mit dem Bahnhof Saint-Lazare verbunden ist und so Anschluss an die Métro hat.

GeschichteBearbeiten

PlanungBearbeiten

Im Herbst 1989 genehmigte die französische Regierung den Bau von zwei unterirdischen Bahnlinien in Paris um die RER-Linie A zu entlasten. Die RATP sollte die sog. METEOR-Strecke als vollautomatische Metrolinie Saint-Lazare – Tolbiac bauen, die heutige Linie 14. Gleichzeitig wurde die SNCF beauftragt, das Projekt EOLE als weitere RER-Linie zu realisieren. EOLE steht für Est-Ouest liaison express (Ost-West-Expressverbindung)

BauBearbeiten

1992 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Zunächst ging es darum, die Wohngebiete östlich von Paris mit dem Geschäftsviertel im Nordwesten der Stadt, d. h. in der Umgebung des Bahnhofs Saint-Lazare zu verbinden. Dazu wurde ein Tunnel mit zwei unterirdischen Bahnhöfen benötigt. Der Bau der Tunnelanlagen und der beiden Bahnhöfe in einem dicht bewohnten Gebiet war sehr problematisch. Die auftretenden Probleme führten dazu, dass die Strecke erst mit zwei Jahren Verspätung gegenüber den ursprünglichen Planungen fertiggestellt werden konnte.

Die ursprünglich geplante Verlängerung nach Westen wurden schon frühzeitig auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

InbetriebnahmenBearbeiten

Die erste Teilstrecke bis Chelles wurde im Juli 1999 in Betrieb genommen; im August folgte der Zweig nach Villiers, welcher im Dezember 2003 bis Tournan verlängert wurde.[1]

Rosa Parks – ein neuer BahnhofBearbeiten

Zwischen den Stationen Magenta und Pantin wurde im Dezember 2015 der neue Bahnhof Rosa Parks in Betrieb genommen. Es ist der 22. Bahnhof der Linie E und der dritte in Paris – alle anderen liegen außerhalb des Pariser Stadtgebiets. Erwartet werden 50.000 Fahrgäste täglich.[2]

Die Bauarbeiten begannen im Dezember 2011. Dieser Haltepunkt verbessert die Verkehrsanbindung des Nordostens von Paris erheblich. Es besteht nun auch eine Umsteigemöglichkeit zur Tramlinie T3b und später, nach Vollendung des zweiten Streckenabschnitts der Linie T8 kommt ein weiterer Umstieg zu den Straßenbahnen hinzu.[3] Nach Inbetriebnahme der Westverlängerung des RER E wird Rosa Parks zur Endstation der aus Richtung Normandie kommenden Züge.

StreckenverlaufBearbeiten

RER-Linie E
Haussmann – Saint-Lazare RER  A  M  03  07  08  09  12  13  14 
Paris-Magenta RER  B  D  M  04  05 
Rosa Parks T  T3 
Pantin
Noisy-le-Sec T  T1 
Bondy T  T4 
Le Raincy-Villemomble – Montfermeil
Gagny
Chenay-Gagny
Chelles-Gournay (E 2) Transilien P 
Rosny Bois Perrier
Rosny-sous-Bois
Val de Fontenay RER  A 
Nogent – Le Perreux
Les Boullereaux
Villiers-sur-Marne
Les Yvris – Noisy-le-Grand
Émerainville
Roissy-en-Brie
Gretz-Armainvilliers
Tournan (E 4) Transilien P 

RollmaterialBearbeiten

 
Ein Zug Z22500 im Pariser Ostbahnhof

Gegenwärtig sind zwei verschiedene Zugtypen im Einsatz: Die 53 Züge der Baureihe Z225000 wurden in den Jahren 1995 bis 2000 geliefert. Acht Züge der Baureihe Z50000, welche auch als Francilien bezeichnet werden, sind seit Dezember 2015 auf den Strecken des RER E unterwegs.

In naher Zukunft sollen diese Züge durch 130 Züge mit dem (vorläufigen) Namen RER NG (NG = nouvelle génération) ersetzt werden. Sie werden von einem Konsortium Alstom-Bombardier geliefert und haben mit 2700 Plätzen eine um 15 % größere Transportkapazität. Gegenüber der Vorgängergeneration sollen die zukünftigen Züge 20 % geringere Betriebskosten verursachen und auch der Energieverbrauch soll kräftig sinken.[4]

FahrtzeitenBearbeiten

  • Auf der Strecke Haussmann – Saint-Lazare - Chelles halten alle Züge an allen Stationen. Die theoretische Fahrzeit beträgt 27 Minuten, kann aber zu den Hauptverkehrszeiten etwas länger sein.
  • Die Züge mit Endstation Villiers halten unterwegs an allen Bahnhöfen. Fahrzeit beträgt 32 Minuten.
  • Bei den Zügen bis Tournan gibt es drei verschiedene Varianten:
    • Ohne Halt an den zwischen Magenta und Val de Fontenay liegenden Bahnhöfen: 44 Minuten
    • Zwischen Magenta und Val de Fontenay nur Halt in Noisy-le-Sec: 48 Minuten
    • Halt an allen Bahnhöfen der Strecke: 55 Minuten

ZugnamenBearbeiten

 
Bahnhof Rosny-sous-Bois

Der genaue Linienverlauf ist anhand einer vierstelligen Abkürzung zu erkennen, deren erster Buchstabe stellvertretend den Endbahnhof angibt.

  • C = Chelles-Gournay; Strecke E2
  • E = Émerainville–Pontault-Combault
  • H = Haussmann Saint-Lazare; Strecke E1
  • J = Gagny
  • N = Magenta
  • T = Tournan
  • V = Villiers-sur-Marne – Le Plessis-Trévise; Strecke E4

Beispiel: Zug „COLE“ fährt nach Chelles-Gournay, „VALO“ allerdings nach Villiers-sur-Marne. Beide Zugläufe starten in Haussmann Saint-Lazare. Um von der Strecke E2 auf E4 zu wechseln, ist ein Umstieg notwendig.

FahrgastzahlenBearbeiten

Für das Jahr 2005 wurden folgende Fahrgastzahlen ermittelt (Angegeben ist dabei die Zahl der pro Tag an den Bahnhöfen der entsprechenden Teilstrecken zusteigenden Fahrgäste):

Stammstrecke Haussmann - Saint-Lazare bis Noisy-le-Sec 150 600
Zweig Bondy - Chelles-Gournay 42 500
Zweig Pantin - Tournan 83 250
Gesamt 276 350

In beiden ersten Stationen der Stammstrecke (d. h. Haussmann – Saint-Lazare und Magenta) stiegen jeweils rund 25 % der Fahrgäste ein. Dort hat Zahl die Fahrgäste 2005 gegenüber dem Jahr 2000 um 75 % zugenommen.[5]

Eine Fahrgastbefragung im Jahr 2005 ergab, dass 45 % der Fahrgäste eine Monatskarte (Carte Orange) besaßen und 35 % eine Jahreskarte. Im Jahr 2000 lag der Anteil der Jahreskarteninhaber nur bei 22 %, der Anteil der Monatskartennutzer lag bei 56 %.[6]

ZukunftBearbeiten

Verlängerung nach WestenBearbeiten

Langwierige PlanungenBearbeiten

Die ersten Planungen aus dem Jahr 1989 gingen von einer Ost-West-Verbindung aus: Bahnstrecken östlich von Paris sollten durch das Stadtgebiet von Paris hindurch mit Bahnstrecken westlich von Paris verknüpft werden. Aber schon bald beschränkte man sich auf die Verlängerung der östlichen Strecken bis in den Westen von Paris - zur gegenwärtigen Endstation Haussmann – Saint-Lazare.

Aber in den Jahren 2005–06 stellte sich das Problem erneut: Die Linie RER A droht wieder an die Kapazitätsgrenzen zu stoßen, so dass eine dauerhafte Verbesserung des Verkehrsanbindung von Paris in Richtung Normandie über Mantes-la-Jolie gefunden werden muss. Genehmigt wurde schließlich der Plan den Bahnhof Haussmann – Saint-Lazare nach Westen hin mit La Défense zu verbinden und die bestehende Strecke bis Mantes auszubauen, und dann die jetzige Transilien-Strecke J und die jetzige Verbindung Paris-Saint-Lazare - Poissy - Mantes-la-Jolie zu übernehmen. Insgesamt wird dadurch die RER-Linie E um 47 Kilometer verlängert.

 
Die geplante Westverlängerung des RER E

Die BauvorhabenBearbeiten

Baubeginn sollte ursprünglich 2015 sein, welcher wegen verschiedener Probleme verschoben werden musste. Vom Bahnhof Haussmann – Saint-Lazare wird ein acht Kilometer langer Tunnel über Porte Maillot (Umstieg RER C), La Défense (Umstieg RER A) nach Nanterre gebaut. Dabei entstehen auch drei neue Bahnhöfe: Porte Maillot, CNIT - la Défense und Nanterre-la-Folie. Ab Nanterre wird die Linie über Poissy und Verneuil oberirdisch auf bestehenden Gleisen nach Mantes-la-Jolie weitergeführt werden. Zwischen den Bahnhöfen Épône - Mézières und Mantes-Station wird ein drittes Gleis verlegt.[7]

Die Eröffnung der Teilstrecke bis Nanterre soll 2022 erfolgen; die Reststrecke soll gegen 2024 eröffnet werden. Die Verbindung soll Entlastungen für den RER B (zwischen Gare du Nord und Châtelet) bzw. den RER A (zwischen La Défense und Auber) in einer Größenordnung von 10 % bis 15 % bringen und außerdem den Umsteigeknoten Châtelet-Les Halles entlasten.[8] Die neue Verbindung erhält mehrere Umstiegsmöglichkeiten zu den bestehenden (und auszubauenden) Schienennetzen, nämlich zu RER A und RER C, zu den Transilien-Linien L und U, zur Metrolinie 1 und den Straßenbahnlinien T1, T2 und T3.[7]

Der Einsatz der Züge wird von einem CBTC-System geleitet. Dieses wird von Siemens-France unter der Bezeichnung NExTEO vermarktet.

FinanzierungsvereinbarungenBearbeiten

Erst im Sommer 2016 einigte man sich bezüglich der Aufteilung der Baukosten, welche mit 3,8 Milliarden Euro veranschlagt werden: Den Löwenanteil tragen die SGP (Société du Grand Paris) mit 1,4 Mrd. Euro und die Region Ile-de-France mit 1,1 Mrd. Euro; Der französische Staat bringt 460 Millionen Euro ein. Weitere Beitragszahler sind die SNCF (250 Mio. Euro), das STIF (81 Mio. Euro), die Départements Yvelines (200 Mio. Euro) und Hauts-de-Seine (150 Mio. Euro), sowie die Stadt Paris (130 Mio. Euro)

Für die Anschaffung der Züge muss das STIF rund zwei Mrd. Euro aufbringen.[7]

Zukünftiger BahnbetriebBearbeiten

 
Die zukünftige westliche Endstation des RER E: Mantes-la-Jolie

Es wird nicht wie in den anderen RER-Strecken zu einer Durchbindung der Züge zwischen den Endstationen kommen, sondern die aus dem Westen kommenden Züge werden im neu gebauten Bahnhof Rosa Parks enden, die aus dem Osten kommenden Züge im (neu zu bauenden) Bahnhof Nanterre-La Folie. Dies führt dazu, dass im Überlappungsbereich der beiden Teilstrecken das Zugangebot mit bis zu 22 Züge pro Stunde und Richtung höher sein wird als in den Außenbereichen. Außerdem hofft man, dass Betriebsstörungen in einem Außenbereich nicht auf den Betrieb im anderen Außenbereich durchschlagen.

Zukünftige Verknüpfungspunkte mit dem Schienenverkehr der RegionBearbeiten

Die Bedeutung und Beliebtheit der Linie E dürfte in den nächsten Jahren – vor allem auf den Strecken östlich von Paris – weiter zunehmen, denn es entstehen eine Reihe von Umsteigeverbindungen u. a. zum Metro-Netz und vor allem zum Grand Paris Express. (Planungsstand für Termine: 2014)

Zukünftigen Anbindungen des RER E an andere Schienennetze
Jahr Bahnhof Anbindung an Anmerkungen
2018 Noisy-le-Sec Tangentielle Nord Stammstrecke
2019 Rosny-Bois-Perrier M 11  Verlängerung der Linie M11 nach Osten / Süd-Ost-Zweig (E4)
ca. 2020 Val de Fontenay M 01  Verlängerung der Linie M1 nach Osten / Süd-Ost-Zweig (E4)
2025 Chelles - Gournay M 16  Linie des Grand Paris Express durch die östliche Vorstadt / Nord-Ost-Zweig (E2)
2025 La Défense M 15  Ringlinie des Grand Paris Express / Westzweig des RER E
2025 Bondy M 15  Ringlinie des Grand Paris Express / Nord-Ost-Zweig (E2)
2025 Rosny-Bois-Perrier M 15  Ringlinie des Grand Paris Express / Süd-Ost-Zweig (E4)
2025 Val de Fontenay M 15  Ringlinie des Grand Paris Express / Süd-Ost-Zweig des RER (= E4)
2025 Nogent - Le Perreux M 15  Ringlinie des Grand Paris Express / Süd-Ost-Zweig (E4)
? Rosa Parks T T8  Stammstrecke / verlängerte Linie T8

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bilanz LOTI bezüglich des RER E; S. 4 f
  2. Le parisien vom 11. Dezember 2015: Avec Rosa Parks, Paris s'offre une nouvelle gare RER (französisch) abgerufen am 16. Dezember 2015
  3. Informationsseite des STIF zum Bahnhof Rosa Parks
  4. [1] mobilicies.com vom 11. Januar 2017: Le RER NG sera polyvalent (französisch), abgerufen am 12. April 2017
  5. Bilanz LOTI bezüglich des RER E S. 50 f
  6. Bilanz LOTI bezüglich des RER E S. 64 f
  7. a b c Pressemitteilung des STIF vom 13. Juli 2016 (pdf, Französisch); abgerufen am 24. August 2016
  8. RER E: Prolongement d‘Haussmann-Saint-Lazare à Mantes-la-Jolie. (pdf) STIF, Februar 2013, abgerufen am 21. März 2014.

WeblinksBearbeiten

  Commons: RER E – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien