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Öffentlicher Nahverkehr in Paris

Übersicht über den öffentlichen Nahverkehr in Paris

Der öffentliche Nahverkehr in Paris und der Île-de-France besteht aus einem engmaschigen Netz von Bus-, U- und Straßenbahn-Linien sowie einem großräumigen Netz von S-Bahn-Strecken (RER) und Vorortbahnen (Transilien). Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) ist die Régie Autonome des Transports Parisiens (RATP), teils in Verbindung mit der staatlichen Eisenbahngesellschaft Société nationale des chemins de fer français (SNCF). Aufgabenträger für den ÖPNV in dieser Region ist das Syndicat des transports d’Île-de-France (STIF). Im Jahr 2014 zählten die öffentlichen Nahverkehrsmittel in der Île-de-France 4,3 Milliarden Fahrgäste, woraus sich ein durchschnittlicher Wert von etwa 11,8 Millionen Fahrgästen pro Tag ergibt.[1] Bis 2020 wird mit einem Anstieg der Fahrten mit dem ÖPNV um 20 % gegenüber 2014 erwartet.[2] Insgesamt werden im Großraum Paris pro Tag etwa 41 Millionen Fortbewegungen getätigt.[2]

ÜberblickBearbeiten

Folgende Verkehrsmittel werden in Paris betrieben:

Verkehrsmittel Betreiber Anteil am Verkehrsaufkommen
Métro RATP 48 %
Linienbus RATP 34 %
RER RATP gemeinsam mit der SNCF 15 %
Tramway RATP (drei der vier Linien) 2 %
Orlyval RATP < 1 %
Funiculaire de Montmartre RATP < 1 %

Dabei wurden von RATP-Fahrzeugen 2011 über drei Milliarden Kilometer zurückgelegt.[3]

Verkehrsmittel Betreiber Gebiet Fahrgäste (in Millionen) Linien Länge des Streckennetzes
(in km)
Stationen / Bahnhöfe
Métro RATP Paris und nahe Vororte 1.541 16 220 303
RER RATP Paris und Vororte 449 5 117 65
SNCF Paris und Vororte 676 488 443
Transilien SNCF Paris und Vororte 8 920
Tramway RATP Paris und Vororte 96 6 74 134
SNCF Vororte 14 1 8 11
Bus RATP Paris 345 64 597 1.313
Vororte 643 257 2.685 3.402
Optile Vororte 309 1.079 20.032 25.704
Noctilien Paris und Vororte 9 47 1.341 1.239

MetroBearbeiten

 
Schild der Pariser Metro

Der Verkehr innerhalb Paris wird überwiegend über die U-Bahn abgewickelt. Die Métro Paris ist nach London (1863), Glasgow und Budapest (beide 1896) die viertälteste U-Bahn Europas. Die erste Métrolinie wurde am 19. Juli 1900 eröffnet. Das Pariser U-Bahn-Netz besteht aus 16 Linien (14 vollwertige und zwei Ergänzungslinien mit der lateinischen Zusatzbezeichnung bis) und ist mit 219,9 Kilometern Gesamtlänge und 303 Stationen eines der größten Netze der Welt. Die Métro wird täglich von rund fünf Millionen Menschen genutzt und repräsentiert 20 Prozent des Pariser Gesamtverkehrs.[4] Mit dem Projekt Grand Paris Express soll das Netz auch großräumig auf die Vororte ausgeweitet werden. Seine Länge wird sich dabei fast verdoppeln. Darüber hinaus sind zahlreiche Erweiterungen bereits bestehender Linien geplant.

Linie Strecke Eröffnung Letzte Erweiterung Länge in km

(km an der Oberfläche)

Stationen Fahrgäste

(Jahr)

Betriebssystem
01  La Défense – Grande ArcheChâteau de Vincennes 1900 1992 16,6

(0,6)

25 207.000.000

(2010)

gummibereift
02  Porte DauphineNation 1900 1903 12,3

(2,2)

25 102.000.000

(2009)

konventionell
03  Pont de Levallois – BéconGallieni 1904 1971 11,7 25 98.000.000

(2009)

konventionell
03bis  GambettaPorte des Lilas 1921 1971 1,3 4 schon bei Linie 3 mitgezählt

konventionell
04  Porte de ClignancourtMairie de Montrouge 1908 2013 12,1 27 172.000.000

(2009)

gummibereift
05  Bobigny – Pablo PicassoPlace d’Italie 1906 1985 14,6

(2,5)

22 101.000.000

(2009)

konventionell
06  Charles de Gaulle – ÉtoileNation 1900 1942 13,6

(6,1)

28 104.000.000

(2009)

gummibereift
07  La Courneuve – 8 Mai 1945Villejuif – Louis Aragon / Mairie d’Ivry 1910 1987 22,4 38 129.000.000

(2009)

konventionell
07bis  Louis BlancPré Saint-Gervais 1911 1967 3,1 8 schon bei Linie 7 mitgezählt

konventionell
08  BalardPointe du Lac 1913 2011 23,4

(4,1)

38 96.000.000

(2009)

konventionell
09  Pont de Sèvres ↔ Mairie de Montreuil 1922 1937 19,6 37 130.000.000

(2010)

konventionell
10  Boulogne – Pont de Saint-Cloud ↔ Gare d’Austerlitz 1913 1981 11,7 23 43.000.000

(2009)

konventionell
11  Châtelet ↔ Mairie des Lilas 1935 1937 6,3 13 47.000.000

(2009)

gummibereift
12  Front Populaire ↔ Mairie d’Issy 1910 2012 15,3 29 86.000.000

(2013)

konventionell
13  Asnières–Gennevilliers – Les Courtilles / Saint-Denis – Université ↔ Châtillon – Montrouge 1911 2008 24,3

(2,4)

32 126.800.000

(2010)

konventionell
14  Saint-Lazare ↔ Olympiades 1998 2007 9,0 9 80.000.000

(2009)

gummibereift

RER und VorortbahnenBearbeiten

Ergänzend zum Métro-Netz gibt es das Réseau Express Régional (RER), dessen Züge Paris mit den Vororten (Banlieues) verbinden. Zum RER-Netz gehören die Linien A bis E, die auf den zentralen Streckenabschnitten Zugfolgen von bis zu zwei Minuten erreichen. Das jetzige RER hat seine Ursprünge in den von der staatlichen französischen Eisenbahngesellschaft SNCF oder ihren Vorgängern stillgelegten Vorortbahnen, von denen eine Strecke (der heutige südliche Abschnitt des RER B) schon 1937 von der Pariser Métro übernommen wurde.

Linie Streckenverlauf Bahnhöfe Länge in km Züge pro Tag Fahrgäste pro Tag
A  Saint-Germain-en-Laye / Cergy-le-Haut / Poissy – Boissy-Saint-Léger / Marne-la-Vallée – Chessy 46 108 580 1.400.000
B  Aéroport Charles-de-Gaulle 2 / Mitry-Claye – Robinson / Saint-Rémy-lès-Chevreuse 47 80 540 900.000
C  Pontoise / Versailles-Château / Saint-Quentin-en-Yvelines – Massy-Palaiseau / Dourdan / Saint-Martin-d’Étampes / Versailles-Chantiers 84 187 531 540.000
D  Creil – Corbeil-Essonnes / Melun / Malesherbes 59 197 440 615.000
E  Gare Haussmann – Saint-Lazare – Chelles-Gournay / Tournan 22 56 430 372.000

Der Großraum Paris wird mit dem Nahverkehrssystem Transilien durch die SNCF bedient. Dieses unterscheidet sich von den RER-Zügen darin, dass die Transilien-Linien nicht die Stadt unterqueren, sondern in den großen Zentralbahnhöfen enden.

Linie Streckenverlauf Länge in km Anzahl der Bahnhöfe
H  Gare du Nord – Luzarches / Pontoise / Persan – Beaumont
Pontoise – Creil
138 46
J  Gare Saint-Lazare – Ermont – Eaubonne / Gisors / Mantes-la-Jolie – Vernon 256 52
K  Gare du Nord – Crépy-en-Valois 61 10
L  Gare Saint-Lazare – Cergy-le-Haut / Saint-Nom-la-Bretèche / Versailles-Rive-Droite
Saint-Germain-en-Laye-Grande-Ceinture – Noisy-le-Roi
86 40
N  Gare Montparnasse – Mantes-la-Jolie / Dreux / Rambouillet 117 35
P  Gare de l’Est – Château-Thierry / La Ferté-Milon / Provins / Coulommiers
Esbly – Crécy-la-Chapelle
Coulommiers – La Ferté-Gaucher
252 40
R  Gare de Lyon – Montereau / Montargis
Melun – Montereau
164 24
U  La Défense – La Verrière 31 10

StraßenbahnenBearbeiten

Am 21. November 1853 wurde in Paris die Pferdestraßenbahn als erste in Europa eingeführt. Mit der Elektrifizierung des Gleisnetzes in den Straßen begann man am 6. November 1881 die Aufrüstung zur elektrischen Straßenbahn. Der Betrieb wurde bereits am 14. August 1938 eingestellt, die Verkehrsbedürfnisse wurden von Motorbussen erfüllt. Nach 54 Jahren Unterbrechung gibt es seit dem 6. Juli 1992 wieder eine Straßenbahn in den Vororten. Heute befahren sieben Linien ein mehr als 80 Kilometer langes Streckennetz.

Seit dem 16. Dezember 2006 verkehrt mit der neu gebauten Linie T3 die Straßenbahn auch wieder in Paris selbst. Die Linie T3 führt entlang der Boulevards des Maréchaux in zwei Abschnitten von der Seine-Brücke Pont du Garigliano im Südwesten bis zur Porte de Vincennes im Osten (als Linie 3a) von Paris und von dort zur Porte de la Chapelle (als Linie 3b) im Norden der Stadt. Die seit der Verlängerung im Dezember 2012 gut 22 Kilometer lange Strecke ist überwiegend als Rasengleis ausgeführt und für 270.000 Fahrgäste pro Tag ausgelegt. Die Linie 4 wird von der SNCF betrieben, alle anderen von der RATP.

Linie Streckenverlauf Eröffnung Länge in km Stationen
 T1  Asnières – Gennevilliers – Les Courtilles ↔ Noisy-le-Sec 1992 17 36
 T2  Pont de Bezons ↔ Porte de Versailles 1997 17,9 24
 T3a  Pont du Garigliano ↔ Porte de Vincennes 2006 12,4 25
 T3b  Porte de Vincennes ↔ Porte de la Chapelle 2012 9,9 18
 T4  Bondy ↔ Aulnay-sous-Bois 2006 7,9 11
 T5  Marché de Saint-Denis ↔ Garges – Sarcelles 2013 6,6 16
 T6  Châtillon – Montrouge ↔ Viroflay-Rive-Droite 2014 14 21
 T7  Villejuif – Louis Aragon ↔ Athis-Mons – Porte de l’Essonne 2013 11,2 18
 T8  Saint-Denis – Porte de Paris ↔ Villetaneuse-Université / Épinay-sur-Seine 2014 8,5 17

BusBearbeiten

 
Ein Agora-Bus der RATP. Busse dieses Typs wurden in großer Zahl in den Jahren 1996–2006 angeschafft.

Paris ist auch von einem dichten Buslinien-Netz durchzogen. Die Busse mit dreistelligen Nummern fahren in die Vororte, die mit zweistelligen Nummern verkehren nur innerhalb der Stadt. Kurse mit durchgestrichener Liniennummer bedienen dabei nur eine Teilstrecke. Die meisten Omnibusse fahren zwischen 6:30 Uhr und 20:30 Uhr, die wichtigsten Linien länger bis etwa 1:00 Uhr nachts. Die Nachtbusse Noctilien verkehren täglich die ganze Nacht.

Auf 1435 Linien werden mehr als 9000 Busse eingesetzt mit einer jährlichen Fahrleistung von zusammen über 300 Millionen Kilometern. Pro Tag werden die Busse von rund 3,5 Millionen Fahrgästen benützt, das sind rund 42 Prozent der Transporte im ÖPNV der Île-de-France.

Im Rahmen eines Mobilitätsplans Bus 2013–2016 wird sukzessive das Angebot der Buslinien an die wachsende Nachfrage angepasst: z. B. durch Verbesserung der Linienführung, Erhöhung der Busfrequenz oder Verlängerung der Betriebszeiten. Seit Beginn der Operation im Jahr 2013 wurde bis Mitte 2014 bereits das Angebot auf mehr als 400 Linien verbessert. Im zweiten Halbjahr 2014 werden weitere 63 Linien von Angebotsverbesserungen profitieren.[5]

 
Fahrradvermietsystem Vélib’ in Paris

Andere VerkehrsmittelBearbeiten

Öffentlicher FahrradverleihBearbeiten

Seit Sommer 2007 gibt es zudem ein flächendeckendes Netz von Fahrradmietstationen namens Vélib’. Das System umfasst heute über 20.000 Fahrräder an 1202 Stationen in Paris und einigen Gemeinden im Umland der französischen Hauptstadt und wird von JCDecaux betrieben.[6] Mit der Einführung von Vélib’ spielt Radverkehr erstmals eine signifikante Rolle im Pariser Stadtverkehr.

Öffentliches CarsharingBearbeiten

Unter dem Namen Autolib’ gab es von 2011 bis 2018 auch ein öffentliches Carsharing-Angebot mit Elektroautos (Bluecars). Das großangelegte, vom Bürgermeister Bertrand Delanoë ins Leben gerufene und vom Bolloré-Konzern betriebene Projekt wurde jedoch Mitte 2018 wegen mangelnder Rentabilität, stetig abnehmender Qualität des Dienstes (schlechter Zustand der Fahrzeuge) und drastisch gesunkener Abonnentenzahlen eingestellt; die Verluste des Projektes beliefen sich zu diesem Zeitpunkt auf etwa 300 Millionen Euro.[7]

Noch in der Planung: Seilbahn TélévalBearbeiten

Unter dem Kunstnamen Téléval (Zusammenziehung aus Téléphérique und Val-de-Marne) soll bis ca. 2018 eine Seilbahn als Verlängerung der bestehenden Métrolinie 8 gebaut werden. Der Bau wurde inzwischen vom STIF genehmigt. Sie wird an der Métrostation Pointe du Lac beginnen und Richtung Süden führen. An der 4,5 km langen Strecke werden 4 Haltestellen liegen. Dadurch werden die Orte Valenton, Limeil-Brévannes und Villeneuve-Saint-Georges besser an die Hauptstadt angebunden. Die Seilbahn erhielt den Zuschlag gegenüber erdgebundenen Verkehrsmitteln wie z. B. die Straßenbahn, weil in diesem Fall aufwändige Kunstbauten (Brücken bzw. Tunnels) erforderlich wären, um mehrere Eisenbahnlinien (darunter die Ligne de la grande ceinture de Paris) und die Route nationale 406 zu über- bzw. unterqueren.[8]

Véligo – das eigene Fahrrad sicher abstellenBearbeiten

 
Der Véligo-Unterstand im Bahnhof Corbeil-Essonnes

Hinter der Bezeichnung Véligo verbirgt sich ein Projekt mit dem Ziel, dass die Nutzer des ÖPNV der Ile-de-France ihre Fahrräder diebstahlsicher abstellen können: An Bahnhöfen und Straßenbahnhaltestellen werden umzäunte und überdachte Bereiche mit Abstellplätzen für 32 bis 122 Fahrräder errichtet. Der Drahtesel kann dort an einen ortsfesten Bügel angekettet werden. Zugang zu den Véligo-Bereichen haben nur Kunden mit einem Navigo-Pass für Zeitkarten und einem Abonnement für einen Stellplatz.

Im März 2013 standen 19 Véligo-Bereiche zu Verfügung. Bis zum Jahr 2020 sollen 20.000 solcher Fahrradstellplätze errichtet werden.[9]

FahrausweiseBearbeiten

TageskartenBearbeiten

Paris VisiteBearbeiten

Paris Visite ist ein Pariser Nahverkehrsticket speziell für Touristen. Es ist für eine Nutzungsdauer von 1, 2, 3 oder 5 Tagen erhältlich. Das Pariser Nahverkehrsnetz ist in konzentrische Zonen aufgeteilt. Paris Visite gibt es für die Zonen 1–3 oder 1–6. Dabei decken die Zonen 1–3 zumindest das gesamte Stadtkerngebiet von Paris und das gesamte Metronetz ab. Gebiete der Region Île-de-France, die außerhalb des Pariser Stadtgebiets liegen, werden von diesen drei Zonen jedoch nicht abgedeckt. Zum 1. Juli 2007 entfielen die früheren Außenzonen 7 und 8, diese wurden preislich in die Zone 6 integriert.

Innerhalb dieser Zonen gilt es in allen Verkehrsmitteln der RATP (Métro, RER, Bus, Straßenbahn (Tramway), Funiculaire de Montmartre, Montmartrobus, Nachtbus (Noctilien)) und Nahverkehrszügen der SNCF. Mit dem Ticket für die Zonen 1–6 sind auch das Schloss Versailles, Disneyland und die Flughäfen Charles de Gaulle im Norden und Orly im Süden der Stadt erreichbar. Zudem werden mit „Paris-visite“-Ermäßigungen in Museen und Geschäften gewährt.

MobilisBearbeiten

Die Tageskarte Mobilis beinhaltet keine Ermäßigungen und gilt nicht für die Fahrt zu den Flughäfen. Ansonsten gilt sie ebenfalls an einem Betriebstag in allen Verkehrsmitteln (RER/Metró/Tram/Bus) der gewählten Zonen. Betriebsbeginn ist ca. 0:30 Uhr für die Nachtbusse „Noctilien“ und 5:30 Uhr für die Métro, Betriebsschluss ist gegen 1:15 Uhr (2:15 Uhr am Samstagmorgen, Sonntagmorgen und frühe Morgenstunden von Feiertagen) bei der Métro und sogar 5 Uhr bei Nachtbussen.

Der Preis für das Ticket in den Zonen 1 und 2 beträgt 7,00 Euro (Stand 1. Januar 2015).[10]

EinzelfahrscheineBearbeiten

Das t+-TicketBearbeiten

Der Einzelfahrschein „ticket t+“ gilt für eine Fahrt inklusive einer beliebigen Anzahl an Umstiegen zwischen den Metrolinien (gesamtes Netz unabhängig von der Zone) bzw. RER-Linien im Stadtgebiet („intra muros“) von Paris. Es kann aber alternativ auch im Bus- und Tramnetz genutzt werden. Hier gilt es 90 Minuten inklusive einer beliebigen Anzahl an Umstiegen, allerdings ohne Rück- und Rundfahrten oder Fahrtunterbrechungen. In den Nachtbuslinien (Noctilien) gilt eine abweichende Regelung, hier müssen je nach Ziel mehrere t+ entwertet werden.

Dabei gibt es – bis auf wenige Ausnahmen – keine Zonen- oder Linieneinschränkungen, seine Nutzung erstreckt sich auf Bus- und Tramlinien der RATP, SNCF und Optile in der gesamten Region Île-de-France. Nicht erlaubt ist der Umstieg von Bus oder Tram auf das Netz der Metro/RER. Ebenso dürfen keine Bahnstrecken (Metro, RER, Transilien oder sonstige) außerhalb des Pariser Stadtgebiets genutzt werden.[11] Ein im Bus gekauftes „ticket t+“ berechtigt nicht zum Umstieg (Aufdruck: „sans correspodances“). Fahrtunterbrechungen sind generell nicht erlaubt. Beim Umsteigen muss das „ticket t+“ direkt beim Einstieg (Tram/Bus) bzw. an den Zugangsschranken (RER/Metro) neu entwertet werden.

Das Ticket t+ ist seit 2007 in Gebrauch und ersetzt das Ticket t, welches seit 2003 existierte.

Es ist einzeln erhältlich für 1,80 Euro oder als 10 einzelne Tickets für 14,10 Euro (Stand 28. April 2016).

FlughäfenBearbeiten

Für einzelne Fahrten zu den Flughäfen Charles de Gaulle und Orly müssen gesonderte Tickets gelöst werden. Diese können an jedem Ticketschalter oder auch an den Ticketautomaten gekauft werden.
Ein Ticket vom Stadtgebiet Paris zum Flughafen Charles de Gaulle kostet beispielsweise 9,25 Euro (Kinder 6,50 Euro; Stand 12. Dezember 2012). Für eine Fahrt vom Gare de l’Est mit der Nachtbuslinie (Noctilien) N144 zum Flughafen Orly können 3 t+ entwertet werden (4,23 Euro; Stand 28. April 2016).

TicketautomatenBearbeiten

An den Stationen der RATP gibt es verschiedene Generationen von Ticketautomaten. An fast allen Automaten kann man außerdem den Pass Navigo aufladen. Diese Transponderkarte dient als Träger für elektronische Wochen- oder Monatskarten.

Die meisten Ticketautomaten haben neben Französisch auch eine englische und spanische, einige sogar eine deutsche Sprachauswahl. An fast allen RATP-Ticketautomaten kann man mit Münzen bezahlen, nur sehr wenige Automaten akzeptieren auch Banknoten. Im Allgemeinen findet man einen, maximal zwei Automaten mit Geldscheinakzeptanz – dort, wo kein Fahrscheinverkauf mehr am Schalter stattfindet (Umgestaltung zum Info-Counter).

Obwohl an den Automaten die internationalen Kreditkarten-Logos angebracht sind, ist eine Zahlung mit ausländischen Kreditkarten nicht an allen Geräten möglich. Selbst neuere ausländische Kreditkarten, die bereits mit dem EMV-Chip ausgestattet sind, werden teilweise nicht akzeptiert. Nur PIN-aktivierte Kreditkarten werden an allen Ticketautomaten akzeptiert.

Bei geringen Beträgen wird bei Karten mit einem EMV-Chip, in dem die PIN-Autorisierung nicht freigeschaltet ist, auf die Autorisierung manchmal generell verzichtet. Entsprechend wird weder PIN noch Unterschrift verlangt, der Kauf aber trotzdem abgewickelt und nur eine Bestätigungsmeldung kurzzeitig im Automaten-Bildschirm angezeigt.

Die Zahlung mit Maestro-Karte ist nach Eingabe der PIN problemlos möglich. In jedem Fall ist die Chance an Automaten mit Geldschein-Akzeptanz höher, da diese – wenn auch äußerlich nur schwer erkennbar – einer neueren Generation angehören.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Le trafic annuel, auf www.stif.org
  2. a b L’Île-de-France réinventée. Quelle région pour 2030? Le Mook autrement, 2014, ISBN 978-2-746-73982-6. S. 77.
  3. RAPPORT D’ACTIVITÉ. (pdf; 6,8 MB) In: ratp.fr. 2011, S. 58, archiviert vom Original am 11. November 2012; abgerufen am 14. Dezember 2012 (französisch).
  4. Julien Demade, Les embarras de Paris, ou l’illusion techniciste de la politique parisienne des déplacements, Paris, L’Harmattan, S. 13.
  5. Pressemitteilung der STIF vom 2. Juli 2014 (frz.) abgerufen am 24. August 2014 (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive)
  6. Vélib' peine à trouver un second souffle, in Le Figaro, 25. März 2010
  7. Paris zieht Carsharingprojekt Autolib’ den Stecker. In: manager-magazin.de. 22. Juni 2018, abgerufen am 14. April 2019.
  8. Urbanews von Oktober 2013 (frz.) – einschl. Ausschnitt aus Stadtplan – abgerufen am 25. April 2014
  9. Broschüre des STIF vom März 2013 (frz.) abgerufen am 24. August 2014 (Memento vom 28. September 2014 im Internet Archive)
  10. Preis Mobilis Day Ticket
  11. Le ticket t+ à l’unité et en carnet (Memento vom 18. März 2014 im Internet Archive)