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Tomáš Vaclík

tschechischer Fußballtorhüter

Tomáš Vaclík (* 29. März 1989 in Ostrava, Tschechoslowakei) ist ein tschechischer Fußballtorwart, der seit Juli 2018 beim FC Sevilla unter Vertrag steht. Nach dem Rücktritt von Petr Čech wurde er die neue Nummer 1 im Tor der tschechischen Fußballnationalmannschaft.

Tomáš Vaclík
Tomáš Vaclík.jpg
Personalia
Geburtstag 29. März 1989
Geburtsort OstravaTschechoslowakei
Größe 188 cm
Position Torwart
Junioren
Jahre Station
VP Frýdek-Místek
FC Vítkovice
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2006–2010 FC Vítkovice 19 (0)
2010–2011 Viktoria Žižkov 16 (0)
2012–2014 Sparta Prag 69 (0)
2014–2018 FC Basel 132 (0)
2018– FC Sevilla 0 (0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2005 Tschechien U-16 1 (0)
2006–2007 Tschechien U-18 2 (0)
2007–2008 Tschechien U-19 8 (0)
2009 Tschechien U-20 4 (0)
2009–2011 Tschechien U-21 17 (0)
2012– Tschechien 20 (0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 4. Juli 2018

2 Stand: 6. Juni 2018

Inhaltsverzeichnis

BiographieBearbeiten

Vaclík wurde als Sohn eines Ingenieurs und ehemaligen Volleyballers und Leichtathleten[1] in Ostrava geboren. Als Juniorspieler schloss er sich nacheinander den Vereinen VP Frýdek-Místek und FC Vítkovice an. Zur Spielzeit 2006/07 stieg Vaclík in die erste Mannschaft des damals in der zweiten Liga spielenden FC Vítkovice auf und kam dabei auf 19 Einsätze. Im Sommer 2010 wechselte er innerhalb der zweiten Liga zu Viktoria Žižkov. Mit diesem Verein stieg er in die erste Liga auf. Dabei weckte er das Interesse des niederländischen Fußballvereins De Graafschap Doetinchem.[2] Durch die Teilnahme an der U-21-EM in Dänemark im Jahr 2011 erlangte er noch mehr Beachtung, jedoch wurde bei ihm beim Medizincheck eine Herzrhythmusstörung diagnostiziert,[1] weshalb der Klub von einer vorgesehenen Verpflichtung für drei Jahre[1] Abstand nahm.[2] Vaclík blieb bei seinem Stammverein und absolvierte nach einer Operation[1] 16 Spiele. Dabei gelangen nur zwei Siege; zur Winterpause stand der Klub auf dem letzten Tabellenplatz.[2]

Sparta PragBearbeiten

Zur Winterpause wechselte Vaclík innerhalb der tschechischen ersten Liga zu Sparta Prag. Nachdem er im März 2012 beim 2:0-Auswärtssieg gegen seinen früheren Verein Viktoria Žižkov zu seinem ersten Erstligaeinsatz für die Prager gekommen war, setzte er sich als Stammtorwart von Sparta durch und kam auf elf Spiele. Mit Sparta belegte er zum Ende der Spielzeit den zweiten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League berechtigte. Dort setzte sich Sparta Prag gegen den FC Admira Wacker Mödling durch; in den Play-offs schlugen man Feyenoord Rotterdam. Vaclík kam in allen vier Spielen zum Einsatz. Im Hauptwettbewerb setzten sich die Prager als Gruppenzweiter durch, schieden aber im Sechzehntelfinal gegen den FC Chelsea aus. Vaclík kam im Wettbewerb in allen sieben Partien zum Einsatz. In der Meisterschaft kam er auf 30 Einsätze und belegte mit der Mannschaft erneut den zweiten Platz. Damit spielte er in der Folgesaison erneut in der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation, aus der die Prager gegen BK Häcken ausschieden. In der Liga kam Vaclík dieses Mal erneut in allen 30 Partien zum Einsatz und gewann das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg. In der Liga ließ er lediglich 19 Gegentreffer zu und blieb in 14 Partien ohne Gegentreffer.[2] Im Endspiel des tschechischen Pokalwettbewerbs gegen Meisterschaftskonkurrent Viktoria Pilsen setzte sich Sparta nach Elfmeterschießen durch; Vaclik parierte dabei den zehnten Strafstoß.[2]

FC BaselBearbeiten

Im Mai 2014 verpflichtete der FC Basel Vaclík. Er unterschrieb einen Vertrag über vier Jahre bis zum 30. Juni 2018 mit einer Option auf Verlängerung um ein weiteres Jahr.[3] Er ersetzte den zu Borussia Mönchengladbach abgewanderten Yann Sommer als Stammtorwart. Er wurde unter anderem von Vaclíks Landsmann Vratislav Lokvenc, der selber für den FC Basel gespielt hatte und zu diesem Zeitpunkt Scout des FC Basel war, empfohlen.[2] Sein Debüt in der Super League gab Vaclík am ersten Spieltag am 19. Juli 2014 beim 2:1-Auswärtssieg gegen den FC Aarau.

Vaclík und der FC Basel beendete die Spielzeit 2014/15 zum 18. Mal als Meister (zum sechsten Mal in Folge). Der FC Basel stand wiederholt im Finale des Schweizer Cups, das gegen FC Sion 0:3 verloren wurde.[4] In der 2014/15 Champions League Saison kam Basel bis in das Achtelfinale. Vaclík hatte in der Saison insgesamt 51 Einsätze, 33 davon in der Super League, 8 in der Champions League und 10 in Testspielen.[5]

Unter Trainer Urs Fischer gewann Vaclík am Ende der Meisterschaft 2015/16[6] und der Meisterschaft 2016/17[7] wieder den Meistertitel mit dem FCB. Für den Club war es der 8. Titel in Serie und insgesamt der 20. Titel in der Vereinsgeschichte. Sie gewannen auch den Pokalwettbewerb[8] am 25. Mai 2017 mit drei zu null gegen Sion und somit das Double. In der UEFA Champions League 2016/17 belegte er mit Basel in der Gruppenphase hinter dem FC Arsenal, Paris Saint-Germain und Ludogorez Rasgrad nur den letzten Platz und blieb dabei nur beim torlosen Remis gegen Ludogorez Rasgrad ohne Gegentor.

FC SevillaBearbeiten

Am 4. Juli 2018 wechselte er in die spanische Primera División zum FC Sevilla.[9][10]

NationalmannschaftBearbeiten

Vaclík spielte für die tschechischen Juniorenauswahlmannschaften U-16, U-18, U-19, U-20 und U-21. Mit der U-19-Auswahl nahm er 2008 an der U-19-Fußball-Europameisterschaft 2008 in Tschechien teil,[11] bei der die Mannschaft im Halbfinale gegen den späteren Titelträger Deutschland ausschied. Für die U-20-Auswahl spielte er bei der Weltmeisterschaft 2009 in Ägypten und für die U-21-Mannschaft bei der Europameisterschaft 2011 in Dänemark. Mit der tschechischen U-21-Nationalmannschaft nahm er an der U-21-Fußball-Europameisterschaft 2011 in Dänemark teil.

Bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich wurde er als Ersatztorhüter in das tschechische Aufgebot aufgenommen, kam aber nicht zum Einsatz. Nach der EM und dem Rücktritt von Stammtorhüter Petr Čech wurde Vaclík die neue Nummer 1 im tschechischen Tor für die Qualifikation zur WM 2018.

Titel und ErfolgeBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Thomas Schifferle: Schlau und stark. In: Tages Anzeiger. Tamedia AG, 18. Februar 2015, abgerufen am 18. April 2015.
  2. a b c d e f Christoph Kieslich: Tomas Vaclik und der grosse Yann-Sommer-Vergleichs-Contest. In: Tages Woche. Neue Medien Basel AG, 17. Juli 2014, abgerufen am 18. April 2015.
  3. Tomas Vaclík wird neuer Torhüter beim FCB (Memento vom 25. Dezember 2014 im Internet Archive), FCB.ch vom 22. Mai 2014
  4. SFV: Schweizer-Cup – Würth Schweizer Cup / Final – 7. Juni 2015. SFV. 2015. Abgerufen am 7. Juni 2015.
  5. Josef Zindel: Rotblau: Jahrbuch Saison 2015/2016. FC Basel Marketing AG, 2015, ISBN 978-3-7245-2050-4.
  6. Casper Marti: Es ist vollbracht ! Der FCB ist zum 19. Mal Meister. FC Basel 1893. 2016. Abgerufen am 30. April 2016.
  7. Caspar Marti: 2:1-Sieg in Luzern – der FCB ist Schweizer Meister!. FC Basel 1893. 2017. Abgerufen am 28. April 2017.
  8. Caspar Marti: Der FCB besiegt Sion im Cupfinal!. FC Basel 1893. 2017. Abgerufen am 25. Mai 2017.
  9. Tomas Vaclik wechselt zum FC Sevilla. FC Basel 1893, 4. Juli 2018, abgerufen am 4. Juli 2018.
  10. Acuerdo con el Basilea para la incorporación del guardameta Tomas Vaclik. Sevilla FC, 4. Juli 2018, abgerufen am 4. Juli 2018.
  11. UEFA Under 19 Championship, Czech Republic, englisch