Taunusstein

Stadt im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen

Taunusstein ist mit etwa 30.000 Einwohnern und 10 Stadtteilen die größte Stadt im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis, neun Kilometer nordwestlich der Landeshauptstadt Wiesbaden. Der Sitz der Stadtverwaltung liegt im Stadtteil Hahn.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Taunusstein
Taunusstein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Taunusstein hervorgehoben

Koordinaten: 50° 9′ N, 8° 10′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Rheingau-Taunus-Kreis
Höhe: 393 m ü. NHN
Fläche: 67,03 km2
Einwohner: 30.068 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 449 Einwohner je km2
Postleitzahl: 65232
Vorwahl: 06128
Kfz-Kennzeichen: RÜD, SWA
Gemeindeschlüssel: 06 4 39 015
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Aarstraße 150
65232 Taunusstein
Website: www.taunusstein.de
Bürgermeister: Sandro Zehner (CDU)
Lage der Stadt Taunusstein im Rheingau-Taunus-Kreis
Lorch (Rheingau)Rüdesheim am RheinGeisenheimOestrich-WinkelKiedrichEltville am RheinWallufSchlangenbadBad SchwalbachHeidenrodAarbergenHohenstein (Untertaunus)TaunussteinHünstettenIdsteinNiedernhausenWaldemsRheinland-PfalzWiesbadenLandkreis Limburg-WeilburgMain-Taunus-KreisHochtaunuskreisLandkreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild
Blick von Nordwest auf die beiden Stadtteile Hahn und Bleidenstadt

GeografieBearbeiten

NachbargemeindenBearbeiten

Hohenstein Hünstetten Idstein
Bad Schwalbach   Niedernhausen
Schlangenbad Wiesbaden

GliederungBearbeiten

Taunusstein besteht aus zehn Stadtteilen:

Stadtteil Einwohner
Stand Mai 2021[2]
Bleidenstadt 8046
Hahn 7257
Wehen 7224
Neuhof 3504
Seitzenhahn 1333
Orlen 1187
Wingsbach 748
Niederlibbach 525
Hambach 392
Watzhahn 291
Gesamt 30.507

GeschichteBearbeiten

GemeindebildungBearbeiten

Die Stadt Taunusstein entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Oktober 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Bleidenstadt, Hahn, Neuhof, Seitzenhahn, Watzhahn und Wehen.[3] Mit dem Zusammenschluss wurden Taunusstein die Stadtrechte verliehen. Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Hambach, Niederlibbach, Orlen und Wingsbach in die Stadt Taunusstein auf freiwilliger Basis eingegliedert.[4][5] Für alle nach Taunusstein eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.[6] Im Jahre 1991 wurde im Ortsteil Hahn der nach dem langjährigen Taunussteiner Bürgermeister benannte Dr.-Peter-Nikolaus-Platz eingeweiht. Er ist umgeben vom Bürgerhaus „Taunus“, dem katholischen Kirchenzentrum St. Johannes Nepomuk sowie dem neuen Rathaus und bildet mit der Bündelung dieser öffentlichen Funktionen das neue Stadtzentrum. Das Bürgerhaus „Taunus“ wurde 1989 eröffnet, das Kirchenzentrum 1991, beide entworfen von dem Hamburger Architekten Bernhard Hirche, von dem auch das städtebauliche Konzept für die neue Ortsmitte stammt. Das von dem Hohensteiner Architekten Armin Bielak entworfene Rathaus konnte dagegen erst 1998 eingeweiht werden.[7]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

EinwohnerstrukturBearbeiten

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Taunusstein 28.365 Einwohner. Darunter waren 2077 (7,3 %) Ausländer, von denen 671 aus dem EU-Ausland, 923 aus anderen Europäischen Ländern und 483 aus anderen Staaten kamen.[8] Von den deutschen Einwohnern hatten 13,1 % einen Migrationshintergrund.[9] Die Einwohner lebten in 12.775 Haushalten. Davon waren 4218 Singlehaushalte, 4015 Paare ohne Kinder und 3505 Paare mit Kindern, sowie 817 Alleinerziehende und 220 Wohngemeinschaften.[10] 10.158 Einwohner gehörten der evangelischen (35,8 %) und 6.361 Einwohner der katholischen (22,4 %) Konfession an.[11]

EinwohnerzahlenBearbeiten

Taunusstein: Einwohnerzahlen von 1973 bis 2020
Jahr  Einwohner
1973
  
21.916
1975
  
23.582
1980
  
25.659
1985
  
25.979
1990
  
26.977
1995
  
28.072
2000
  
28.745
2005
  
29.322
2010
  
28.963
2011
  
28.365
2015
  
29.063
2020
  
30.464
Quellen: Hessisches Statistisches Informationssystem[12]; Stadt Taunusstein[2]; Zensus 2011[8]

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

• 1987: 13.016 evangelische (= 50,53 %), 7652 katholische (= 29,70 %), 5093 sonstige (= 19,77 %) Einwohner[13]
• 2011: 10.600 evangelische (= 37,37 %), 6570 katholische (= 23,16 %), 10.600 sonstige (= 37,37 %) Einwohner[13]

ReligionBearbeiten

Religionsgemeinschaften

PolitikBearbeiten

StadtverordnetenversammlungBearbeiten

Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre in der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Wählen darf, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und Deutscher Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes oder Staatsangehöriger eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Für alle gilt, dass sie seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet sein müssen.

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[16] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[17][18][19][20]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2021
      
Insgesamt 45 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften 2021 2016 2011 2006 2001 1997
Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,0 16 39,9 18 35,1 16 40,7 18 37,1 17 28,5 13
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 21,1 10 22,7 10 30,3 14 30,2 14 37,2 17 36,9 17
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 18,0 8 12,0 5 21,1 9 14,4 6 10,8 5 11,5 5
FWG Freie Wählergemeinschaft Taunusstein 10,0 5 15,3 7 7,5 3 8,7 4 7,7 3 10,2 5
FDP Freie Demokratische Partei 7,6 3 10,1 5 6,0 3 6,1 3 7,2 3 5,2 2
AfD Alternative für Deutschland 7,3 3
REP Die Republikaner 7,7 3
Ungültige Stimmen in % 2,8 3,5 3,7 3,4 2,7 2,9
Gesamtzahl Sitze 45 45 45 45 45 45
Wahlbeteiligung in % 52,9 50,4 48,9 46,3 51,2 62,1
a prozentualer Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen

Es waren 45 Stadtverordnete sowie die Ortsbeiräte der Stadt für die Legislaturperiode vom 1. April 2021 bis 31. März 2026 zu wählen. Von 22.707 Wahlberechtigten gingen 12.022 zur Wahl. Somit stieg die Wahlbeteiligung von 50,4 % im Jahr 2016 auf 52,9 % im Jahr 2021.

BürgermeisterBearbeiten

Der Bürgermeister Sandro Zehner (CDU) wurde am 22. September 2013 im ersten Wahlgang bei einer Wahlbeteiligung von 73,2 % mit 60,5 % der Stimmen gewählt. Am 26. Mai 2019 wurde Zehner, der diesmal der einzige Kandidat war, mit 79,1 % wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,8 %.[21]

FinanzenBearbeiten

Die Schulden der Stadt Taunusstein liegen zum 31. Dezember 2012 bei 75.664.097 Euro. Dies entspricht 2669 Euro je Einwohner.[22] Als eine der ersten Kommunen in Deutschland hat Taunusstein für den Bereich der städtischen Finanzen freiwillig eine sogenannte Nachhaltigkeitssatzung eingeführt, über die die Stadt anstrebt, finanzielle Belastungen künftiger Generationen zu verhindern und die Verschuldung abzubauen.[23]

WappenBearbeiten

Das Stadtwappen zeigt auf blauem Hintergrund einen goldenen Löwen, der in seinen Pranken einen Schild mit rotem Kreuz auf silbernem Grund trägt. Mit dem goldenen Löwen erinnert das Wappen an die jahrhundertelange Herrschaft der Grafen und Fürsten von Nassau und nimmt zugleich die Tradition der Wappen des nassauischen Amtssitzes Wehen und der Gemeinden Hahn und Seitzenhahn auf, die sämtlich einen goldenen Löwen oder Löwenkopf führten. Das Kreuz ist Attribut des heiligen Ferrutius, des Schutzpatrons des Klosters Bleidenstadt. Dieses Kloster wurde schon im 8. Jahrhundert gegründet und hat in jahrhundertelangem Wirken große Verdienste um Christentum und Kultur im Raum an der oberen Aar erworben. Die ehemalige Gemeinde Bleidenstadt hat dieses Kreuz bereits früher in ihrem Wappen geführt.

Die amtliche Blasonierung lautet: „In blau ein rotbewehrter goldener Löwe, in seinen Pranken ein silberner Schild mit durchgehendem roten Kreuz.“

StädtepartnerschaftenBearbeiten

 
Schild in Wingsbach, aufgenommen 2008

Taunusstein unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu:

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

BahnBearbeiten

Der Bahnhof Hahn-Wehen sowie der Haltepunkt Bleidenstadt liegen an der Strecke der seit 2008 nicht betriebenen Aartalbahn. Im Rahmen der eingestellten Projekte Stadtbahn Wiesbaden und Citybahn Wiesbaden war eine Nahverkehrsanbindung an die Landeshauptstadt vorgesehen.

OmnibusseBearbeiten

Der Busverkehr in Taunusstein wird zum großen Teil von der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft geplant und in Auftrag gegeben. Jedoch berühren auch vom Rhein-Main-Verkehrsverbund vergebene Linien die Stadt.

In Taunusstein gibt es zwei Umstiegsknoten im Integralen Taktfahrplan, Hahn Busbahnhof und Neuhof Mitte. Von beiden Knoten dauert eine Fahrt zum Hauptbahnhof Wiesbaden etwa 25 Minuten.

Weitere Linien fahren vom Hahner Busbahnhof in Richtung Hohenstein und Aarbergen, Bad Schwalbach sowie zu den Taunussteiner Stadtteilen Seitzenhahn und Watzhahn. Von Neuhof Mitte aus bestehen Verbindungen in Richtung Idstein, Niedernhausen, Orlen sowie zu einem Schnellbus nach Limburg an der Lahn. Zwischen den beiden Umstiegspunkten verkehren mehrere Buslinien, die ca. 20 Minuten für die Strecke benötigen.

Seit August 2021 ist eine das On-Demand-Shuttle EMIL (kurz für elektrisch mobil). Statt nach festem Fahrplan ist EMIL einfach über eine von ioki entwickelte App buchbar.[24]

StraßenverkehrBearbeiten

 
Mitfahrbank in Bleidenstadt

Das Stadtgebiet wird von der B 275 der Länge nach durchquert. Verbindungen nach Wiesbaden werden durch die B 417 von Neuhof/Wehen über die Platte und die B 54 von Hahn über die Eiserne Hand hergestellt. Der nächstgelegene Autobahnanschluss ist die Anschlussstelle Idstein der A 3, zwölf Kilometer vom Stadtteil Hahn entfernt.

Taunusstein zählt zu den Gemeinden, in denen zur Verbesserung der Mobilität von Personen ohne Auto (wie Ältere, Jugendliche) als Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr einige Mitfahrbänke aufgestellt wurden. Hierdurch werden beispielsweise zusätzliche, kostenlose Verbindungen von und nach Watzhahn und Bleidenstadt ermöglicht.

LuftverkehrBearbeiten

Der nächste internationale Verkehrsflughafen ist der Flughafen Frankfurt am Main in etwa 40 km Entfernung. Der nächste Verkehrslandeplatz ist der Flugplatz Mainz-Finthen in 26 km Entfernung.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

BildungBearbeiten

  • Regenbogenschule – Grundschule in Bleidenstadt
  • Silberbachschule – Grundschule in Wehen
  • Sonnenschule – Grundschule in Neuhof
  • Integrierte Gesamtschule „Obere Aar“ im Schulzentrum Hahn (mit Grundstufe)
  • Gymnasium Taunusstein in Bleidenstadt
  • Berufliche Schulen Untertaunus im Schulzentrum Hahn
  • Obermayr Europa-Schule Taunusstein – Bilinguale Grundschule, Bilinguale Realschule und Bilinguales Gymnasium in Neuhof

Freizeit- und SportanlagenBearbeiten

  • Stadion am Halberg in Wehen, ehemaliges Heimstadion der 1. Mannschaft des SV Wehen
  • Freibad in Hahn
  • Silberbachhalle in Wehen
  • Aartalhalle in Neuhof
  • Bürgerhaus/Dorfgemeinschaftshaus in jedem Stadtteil
  • Sportplätze in Bleidenstadt, Hahn, Neuhof, Orlen, Seitzenhahn, Wehen (alle Kunstrasenplätze)
  • Sport- und Jugendzentrum in Bleidenstadt
  • Soccerhalle in Bleidenstadt
  • Bouleplätze in Orlen und Neuhof
  • Bolzplätze in fast jedem Stadtteil

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseumBearbeiten

 
Das Wehener Schloss

1995 wurde das Museum der Stadt Taunusstein mit festen Räumen im Wehener Schloss eingerichtet. Als Themenschwerpunkte findet seitdem eine dauernde Ausstellung zur jüngeren Regionalgeschichte statt, die auch über den Zustand Taunussteins im, vor und nach dem Zweiten Weltkrieg berichtet. Dabei handelt es sich überwiegend um die Darstellungen der Alltagskultur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein zweites und gleichberechtigtes Standbein bilden die Ausstellungen der Reihe „Kunst im Schloss“, mit denen der zeitgenössischen Kunst, nicht nur der engeren Region, ein Forum in Taunusstein geboten wird.

BauwerkeBearbeiten

Wehener Schloss
Genutzt unter anderem als Witwensitz und Jagdschloss. Dort befindet sich heute das Taunussteiner Museum.
Evangelische Kirche Wehen
 
Ev. Kirche Wehen
Die denkmalgeschützte[25] Evangelische Kirche Wehen wurde 1810–1812 unter Verwendung von Steinen der alten Stadtbefestigung (Stadtmauer, Obertorturm) am Standort des früheren fürstlichen Jagdzeughauses nach Plänen des herzoglich nassauischen Baudirektors Carl Florian Goetz aus Wiesbaden erbaut. Die historische Voigt-Orgel der Ev. Kirche Wehen ist eine der wenigen original erhaltenen Instrumente des Wiesbadener Orgelbauers Heinrich Voigt. Im Oktober 1999 wurde sie restauriert und in den Originalzustand zurückgeführt.
Ehemalige Wehener Schule
Erbaut um 1900, ein Bauwerk des Übergangs von der Gründerzeit zum Jugendstil.
Ehemaliges Kloster mit Kirche, Bleidenstadt
(heute Pfarrkirche der kath. Pfarrei „St. Ferrutius“). Über dem Hauptportal der Kirche die Statue des heiligen Ferrutius (Schutzpatron) aus 1718, im Gebäude ein im Chor eingebauter Wandtabernakel aus Sandstein aus der Zeit der Hochgotik, ein Taufstein von 1696, eine spätbarocke Madonnenfigur und eine mit barockem Umbau versehene Orgel. Im Turm zwei Glocken von 1309 und 1411.
Evangelische Kirche St. Peter auf dem Berg, Bleidenstadt
(ehemalige kath. Pfarrkirche, nach 1530 der neuen protestantischen Gemeinde als Kirche überlassen) mit dem ältesten Steindenkmal des Stadtteils, einer Grabplatte des 1363 verstorbenen Pfarrers Johannes von Spangenberg. Der Turm ist im unteren Teil romanischen Ursprungs. Ein dekoratives Rosenfenster mit Ornamenten aus Sandstein versehen befindet sich über dem Eingang im Osten.
Kastell Zugmantel, Orlen
Ein ehemaliges römisches Kohortenkastell an der westlichen Taunusstrecke des Obergermanischen Limes, der seit 2005 den Status des UNESCO-Weltkulturerbes besitzt. Das obertägig im Gelände noch sehr gut wahrnehmbare Bodendenkmal befindet sich in einem Waldrandgebiet von Taunusstein-Orlen im hessischen Rheingau-Taunus-Kreis.

Jüdischer Friedhof in WehenBearbeiten

 
Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof am Halberg in Wehen ist ungefähr so alt wie die Siedlung selbst.

1329 ordnete Graf Gerlach von Nassau-Weilburg die Niederlassung von Juden an. Die Grabsteine von damals existieren nicht mehr. Der älteste noch stehende ist aus dem Jahre 1694. Heute gibt es auf dem Friedhof noch 58 sichtbare Gräber.[26] Bis 1749 wurden auf dem Wehner jüdischen Friedhof auch Wiesbadener Juden beigesetzt. 1726 stellten die Juden den Antrag, eine Mauer um den Friedhof zu bauen, was allerdings untersagt blieb, weil der jüdische Friedhof nicht schöner sein durfte als der christliche. So hoben sie bloß einfach einen Graben aus. Nach 1933 fanden auch noch Beisetzungen statt, allerdings war es verboten, dass Grabsteine aufgestellt wurden.[27]

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Insgesamt gibt es in Taunusstein sechs regelmäßig stattfindende Kirchweihfeste (Kerben): Die Bleischter Kerb, die Orlener Kerb, die Hahner Kerb, die Weher Kerb sowie die Wingsbacher Kerb und die Neuhofer Kerb.

Darüber hinaus gibt es noch den Orlener Markt und den Weher Markt, wobei es bei letzterem eine Tradition ist, dass die Wehner Firmen morgens mit ihren Angestellten zum Frühschoppen auf den Markt gehen. Ferner gibt es noch das Hahner Zentrumsfest. Außerdem gibt es vier Weihnachtsmärkte: Den Taunussteiner Weihnachtsmarkt, den Waldweihnachtsmarkt Hahn am Forsthaus Altenstein, den Wingsbacher Weihnachtsmarkt sowie seit 2004 den Weihnachtsmarkt in Orlen, dessen Einnahmen für einen guten Zweck gespendet werden.

Alle zwei Jahre in den geraden Jahren findet außerdem die TIGA (Taunussteiner Industrie- und Gewerbeausstellung) statt.

PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Einwohnerstatistik Taunusstein. In: Webauftritt. Stadt Taunusstein. Abgerufen im Juni 2021.
  3. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 17. September 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 39, S. 1603, Punkt 1320; Abs. 15. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  4. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 28, S. 1197, Punkt 851 Abs. 7. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 377–378.
  6. Hauptsatzung. (PDF; 90 kB) §; 5. In: Webauftritt. Stadt Taunusstein, abgerufen im Februar 2019.
  7. Bernhard Hirche, Architekt BDA – Stadtzentrum Taunusstein-Mitte
  8. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Stadt Taunusstein. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Januar 2021.
  9. Migrationshintergrund in %: Stadt Taunusstein. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Januar 2021.
  10. Haushalte nach Familien: Stadt Taunusstein. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Januar 2021.
  11. Religionszugehörigkeit: Stadt Taunusstein. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Januar 2021.
  12. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  13. a b Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 174;.
  14. NAK Taunusstein
  15. Moscheesuche Taunusstein
  16. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  17. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  18. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  19. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  20. Ergebnis der Gemeindewahl am 18. März 2001. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2001.
  21. Bürgermeister-Direktwahlen in Taunusstein, Stadt. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  22. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Integrierte Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände – Anteilige Modellrechnung für den interkommunalen Vergleich – Stand 31. Dezember 2012 – Gemeinschaftsveröffentlichung
  23. Nachhaltigkeitssatzung der Stadt Taunusstein, abgerufen am 30. August 2014.
  24. DMM vom 31. Juli 2021
  25. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Evangelische Pfarrkirche Wehen In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen
  26. Jüdischer Friedhof Wehen. Jüdische Grabstätten in Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  27. Jüdische Friedhöfe im Rheingau-Taunus-Kreis Alemannia Judaica – Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Taunusstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien