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Wünschendorf/Elster

Gemeinde im Landkreis Greiz, Thüringen, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wünschendorf/Elster
Wünschendorf/Elster
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wünschendorf/Elster hervorgehoben

Koordinaten: 50° 48′ N, 12° 6′ O

Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Greiz
Verwaltungs­gemeinschaft: Wünschendorf/Elster
Höhe: 216 m ü. NHN
Fläche: 19,5 km2
Einwohner: 2822 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner je km2
Postleitzahl: 07570
Vorwahl: 036603
Kfz-Kennzeichen: GRZ, ZR
Gemeindeschlüssel: 16 0 76 084
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Poststraße 8
07570 Wünschendorf/Elster
Website: www.wuenschendorf.de
Bürgermeister: Marco Geelhaar (parteilos)
Lage der Gemeinde Wünschendorf/Elster im Landkreis Greiz
Auma-WeidatalBad KöstritzBerga/ElsterBethenhausenBockaBrahmenauBraunichswaldeCaaschwitzCrimlaEndschützGauernGreizGroßensteinLangenwetzendorfHarth-PöllnitzHartmannsdorfHilbersdorfHirschfeldHohenleubenWeidaHundhauptenKauernKorbußenKraftsdorfKühdorfLangenwetzendorfLangenwolschendorfLederhoseLindaLindenkreuzLangenwetzendorfMohlsdorf-TeichwolframsdorfMünchenbernsdorfLangenwetzendorfNeumühlePaitzdorfPölzigReichstädtRonneburgRückersdorfSaaraWeidaSchwaaraSchwarzbachSeelingstädtWeidaTeichwitzWeidaWeißendorfLangenwetzendorfWünschendorfZedlitzZeulenroda-TriebesThüringenKarte
Über dieses Bild

Wünschendorf/Elster ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Greiz. Sie ist seit dem 1. Januar 2012 Mitglied in der Verwaltungsgemeinschaft Wünschendorf/Elster, die bis zum 7. Februar 2013 Verwaltungsgemeinschaft Ländereck hieß.

GeographieBearbeiten

 
Das Elstertal oberhalb des Wünschendorfer Märchenwaldes
 
Pfarrkirche St. Veit

Wünschendorf liegt südlich von Gera im Landkreis Greiz, an der Weißen Elster und markiert den südlichsten Ausdehnungspunkt der Elstereiszeit und gilt als die Pforte zum oberen Elstertal zwischen Wünschendorf und Greiz.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Veitsberg, Mildenfurth, Cronschwitz, Zschorta, Zossen, Meilitz, Untitz, Pösneck, Mosen und Wünschendorf.

NachbargemeindenBearbeiten

Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Berga/Elster, Crimla, Endschütz, Teichwitz, die Stadt Weida und Zedlitz im Landkreis Greiz sowie die kreisfreie Stadt Gera.

GeschichteBearbeiten

Auf Grund seiner besonderen Lage am Südrand der Leipziger Tieflandsbucht war der langgestreckte Rücken des Veitsberges von Wünschendorf schon in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. Das am Zusammenfluss von Weißer Elster und Weida befindliche Dorf lag im Frühmittelalter am Rand einer slawischen Siedlungskammer um Gera. Darauf weist auch noch der Ortsname hin, der sich von Wendendorf – Windischendorf ableitet. Der heute Veitsberg genannte Bergrücken soll zunächst eine Burg getragen haben, von der man die sechs Furten über die Elster kontrollieren und beschützen konnte. In Schriften aus dem 16. Jahrhundert wird 974 als Gründungsjahr der Veitskirche genannt.[2] Der heutige Kirchenbau geht allerdings eher auf das 11. oder 12. Jahrhundert zurück.[3] Die Kirche gehört damit zu den ältesten Kirchen des Vogtlandes.

1193 wurde unweit des Ortes das Kloster Mildenfurth durch die Vögte von Weida als Hauskloster gestiftet. Danach ging der ursprüngliche Ortsname Mildenfurth für Wünschendorf (1209: in slavica villa Mildenvorde) allmählich auf das Kloster über. Im Jahr 1238 stiftete Jutta, die Gemahlin Heinrichs IV., Vogt von Weida, mit dem Kloster Cronschwitz ein weiteres Hauskloster für weibliche Familienangehörige und den vogtländischen Adel. Bis heute blieb nur die Ruine der Kirche erhalten.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten 15 Frauen und Männer aus der Sowjetunion in einer kriegswichtigen Flugmotorenreparatur-Fabrik Zwangsarbeit leisten.[4]

EingemeindungenBearbeiten

Die Orte Veitsberg und Cronschwitz waren bereits am 1. August 1945 eingegliedert worden. Am 1. Juli 1950 folgten Meilitz, Pösneck, Untitz, Zossen und Zschorta.[5] Mosen verlor am 2. September 1995 seine Selbstständigkeit und ist seitdem ein Ortsteil von Wünschendorf.[6]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1994 31. Dezember):

  • 1933: 1606
  • 1939: 1714
  • 1994: 3019
  • 1995: 3299
  • 1996: 3326
  • 1997: 3364
  • 1998: 3381
  • 1999: 3391
  • 2000: 3372
  • 2001: 3352
  • 2002: 3302
  • 2003: 3280
  • 2004: 3221
  • 2005: 3243
  • 2006: 3192
  • 2007: 3160
  • 2008: 3140
  • 2009: 3074
  • 2010: 3032
  • 2011: 2978
  • 2012: 2923
  • 2013: 2906
  • 2014: 2895
  • 2015: 2927
  • 2016: 2899
  • 2017: 2836
  • 2018: 2822
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Der derzeitige ehrenamtliche Bürgermeister ist Marco Geelhaar (parteilos). Er ging als einziger Kandidat bei der Wahl am 30. August 2015 mit einer Mehrheit von 62,7 % und einer Beteiligung von 42,8 % (−27,7 %p) als Sieger hervor.[7] Vorherige Bürgermeister waren Leopold Christl bis 2003 und bis 2015 Jens Auer, sie übten das Amt hauptamtlich aus, da die Gemeinde zu diesen Zeitpunkten noch mehr als 3000 Einwohner besaß.

GemeinderatBearbeiten

Kommunalwahl 2014[8][9]
Wahlbeteiligung: 58,3 % (2009: 57,7 %)
 %
40
30
20
10
0
32,1 %
26,5 %
18,2 %
12,7 %
10,5 %
BGW
HVVWU
OWBF
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,4 %p
-1,5 %p
+7,1 %p
-2,5 %p
-2,7 %p
BGW
HVVWU
OWBF

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 wie folgt zusammen:

  • Bürgergemeinschaft Wünschendorf und Ortsteile e.V. (BGW): 4 Sitze (- 1)
  • Freie Wählergemeinschaft Wünschendorf e.V. (FWG): 4 Sitze (- 1)
  • Heimat- u. Verschönerungsverein Wünschendorf und Umgebung (HVVWU): 3 Sitze (+ 1)
  • Offene Wählergemeinschaft für Bürgerinteressen und Feuerwehr (OWBF): 2 Sitze (± 0)
  • Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU): 1 Sitz (- 1)

Die Wahlbeteiligung lag bei 58,3 % und damit um 0,6 %p über der von 2009. Da die Einwohnerzahl Wünschendorfs in dieser Zeit unter 3000 Einwohner sank, verringerte sich die Anzahl der Gemeinderatsmitglieder von 16 auf 14.

WappenBearbeiten

Das Gemeindewappen, am Rathaus zu betrachten, zeigt eine Pelikangruppe in den Farben Weiß und Rot auf gelbem Grund.

StädtepartnerschaftBearbeiten

Die Partnerstadt von Wünschendorf ist die Stadt Taunusstein im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen.

 
Historische Holzbrücke aus dem Jahr 1786

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die 1786 errichtete, schindelgedeckte Historische Holzbrücke Wünschendorf über die Weiße Elster (Veitsberg), die über 900-jährige Kirche St. Veit, das 1193 von Vogt Heinrich II. von Weida gegründete Kloster Mildenfurth und die Ruine des 1238 gegründeten Klosters Cronschwitz. Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die mit Wasserkraft betriebenen Märchenspiele, weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt als Märchenwald. Der Märchenwald feierte im Jahr 2007 sein 80-jähriges Bestehen. Im Juni 2019 wurde er durch ein Unwetter zerstört.[10]

GedenkstättenBearbeiten

  • Eine Grabstätte mit Gedenkstein auf dem Ortsfriedhof erinnert an zwei KZ-Häftlinge von einem Todesmarsch des KZ Buchenwald, die im Frühjahr 1945 von SS-Männern ermordet wurden.
  • Am Grab mit Grabstein auf dem Friedhof des Ortsteils Zossen gedenkt die Gemeinde eines unbekannten Häftlings aus dem gleichen Todesmarsch.

VerkehrBearbeiten

 
Lochgut-Tunnel und Elsterbrücke zwischen Wünschendorf und Berga

Am 29. Mai 1999 wurde die Eisenbahnstrecke von Wünschendorf über Teichwolframsdorf nach Werdau stillgelegt. Sie war Bestandteil der Bahnstrecke Werdau–Mehltheuer. Heute hat Wünschendorf noch Eisenbahnanschluss über den Haltepunkt Wünschendorf-Nord und den Bahnhof im Ort, beide an der Elstertalbahn.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Michael Köhler: Heidnische Heiligtümer. Jenzig-Verlag, 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 247.
  3. Hans Müller: Thüringen. Landschaft, Kultur und Geschichte im „grünen Herzen“ Deutschlands. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2005, ISBN 978-3-7701-3848-7, S. 262
  4. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 119, ISBN 3-88864-343-0
  5. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  7. Wahlergebnisse der Bürgermeisterwahlen
  8. Kommunalwahl 2014
  9. Kommunalwahl 2009
  10. Unwetter zerstört Märchenwald in Wünschendorf