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Tatort: Dicker als Wasser

Episode der Fernsehserie Tatort

Dicker als Wasser ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der von der Colonia Media für den WDR produzierte Beitrag wurde am 19. April 2015 im Ersten ausgestrahlt. In dieser 944. Tatortfolge ermitteln die Kölner Hauptkommissare Ballauf und Schenk ihren 63. Fall.

Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelDicker als Wasser
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
WDR
Länge88 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
EinordnungFolge 944 (Liste)
Erstausstrahlung19. April 2015 auf Das Erste
Stab
RegieKaspar Heidelbach
DrehbuchNorbert Ehry
ProduktionSonja Goslicki
Colonia Media
MusikArno Steffen
KameraAchim Poulheim
SchnittHedy Altschiller
Besetzung

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Laura Albertz findet ihren Freund Oliver Mohren nachts tot vor seinem Szenelokal „Sax Club“ auf. Bei der Befragung durch Max Ballauf und Freddy Schenk verwickelt sich Laura schnell in Widersprüche. Sie gibt offen zu, noch immer Kontakt mit ihrem Exfreund Erik Trimborn zu haben, sodass die Ermittler eine Beziehungstat vermuten. Nach Lauras Angaben würde sie Erik noch lieben und ihn nur verlassen haben, weil sein Vater ein Tyrann sei und sie unter diesen Bedingungen keine Zukunft für sie beide sah.

Erik Trimborn wird von den Kommissaren befragt. Er gibt an, mit Oliver Mohren befreundet gewesen zu sein. Die Freundschaft habe allerdings darunter gelitten, dass er ihm seine Freundin ausgespannt habe, aber deshalb würde er ihn nicht umbringen. Noch während Ballauf und Schenk Erik befragen, lernen sie seinen Vater Ralf kennen. Der will seinem Sohn für die Nacht ein Alibi geben und mischt sich ungefragt in die Unterredung ein. Schenk recherchiert über ihn und findet heraus, dass Ralf Trimborn erst vor kurzem aus der Haft entlassen wurde, wo er wegen Totschlags neun Jahre verbüßt hatte. Von Laura erhält Schenk den Hinweis, Elisabeth Förg zu befragen. Sie sei Eriks Großmutter und könnte ihnen einiges über seinen Vater erzählen. Ballauf und Schenk fahren zu ihr und sie berichtet, dass Ralf Trimborn ihre Tochter geschlagen habe und sie sei sich sicher, dass er sie damals in der Badewanne ertränkt habe, was dann als Unfall dargestellt wurde. Da Ralf Trimborn einen geschickten Anwalt hatte, kam es nie zur Anklage und alle Verfahrensunterlagen wurden aus Datenschutzgründen gelöscht. Schenk spricht mit Staatsanwalt Heuwagen, der damals den Fall bearbeitet hatte und der ist noch immer davon überzeugt, dass Trimborn nichts Schuldhaftes nachzuweisen war. Ein Freund hatte seinerzeit sehr überzeugend für ihn ausgesagt, sodass die Beweislage nicht ausgereicht hatte, um Anklage zu erheben. Dieser Zeuge war Jürgen Mohren, der Vater des Opfers, der seit einigen Jahren auf Teneriffa lebt. Zurzeit ist er aber in Köln, da er nach dem Tod seines Sohnes nach Deutschland zurückgekehrt ist und sich um den Nachlass und die Kneipe kümmern will.

Ralf Trimborn plant einen Überfall und will, dass sein Sohn ihm als zweiter Mann zur Seite steht. Als dieser sich weigert, macht er ihm mit Gewalt klar, dass Blut nunmal dicker als Wasser sei und er gar keine andere Wahl habe. Auch für Schenk ist klar, dass Trimborn der Schlüssel zu ihrem Fall ist. Nach den Recherchen steht dessen Haus zur Zwangsversteigerung an und er braucht deshalb dringend Geld, was er sich in Kürze besorgen muss. Das rechtfertigt eine Überwachung und die Ermittler versuchen seine Handygespräche abzuhören. So können sie in Erfahrung bringen, dass Jürgen Mohren Trimborn Geld schuldet und sie vermuten, dass Trimborn der alten Schulden wegen Mohrens Sohn bedroht hatte und er im Streit darüber zu Tode kam. Unerwartet meldet sich Jürgen Mohren auf dem Revier. Trimborn hatte ihn vor Kurzem aufgesucht und ihm zu verstehen gegeben, dass er sein Geld zurück wolle. Nun hat Mohren Angst vor seinem ehemaligen Freund. Er erklärt Ballauf, dass Ralf Trimborn ein „Ungeheuer“ sei. Der Vorfall mit seiner Frau sei kein Unfall gewesen, sondern Absicht. Trimborn hatte ihn an der Lebensversicherung seiner Frau beteiligt, weshalb er damals die Falschaussage gemacht habe.

Jürgen Mohrens Angst war berechtigt. Am Abend lauert ihm Ralf Trimborn auf und erschießt ihn kaltblütig. Als die Polizei die Leiche findet, ist den Ermittlern klar, dass Trimborn tatsächlich vor nichts zurückschreckt. Sie forcieren die Überwachung und können den Überfall verhindern. Ralf Trimborn wird dabei getötet.

HintergrundBearbeiten

Der Film wurde vom 1. bis zum 30. Juli 2014 in Köln und Umgebung unter dem Arbeitstitel Das Ungeheuer gedreht.[2] Die Audiodeskription zum Film wurde von der WDR Media Group erstellt. Sprecherin ist Nicole Engeln.[3]

RezeptionBearbeiten

KritikBearbeiten

„Doch brisant ist an dem neuen Fall gar nichts. […] Kommissar Schenk […] und Kollege Ballauf […] werden von Drehbuchautor Norbert Ehry und Regisseur Kaspar Heidelbach aufs übliche Verdächtigen-Hopping geschickt. Der Plot ist plump, der Erzählrhythmus eher Bumbum als Jazz, fast alle Figuren wirken konstruiert. […] Nur einer strahlt: Armin Rohde, der Rocker-Rächer von 2001, gibt hier ein weiteres Mal den Knochenbrechervater.“

„Dieser Tatort beginnt so traditionell, man hätte glatt die Stahlnetz-Erkennungsmelodie nochmal drüberlegen können. […] 'Show, don't tell', sagen die Amerikaner, das ist ihr Rezept für eine gute Geschichte. Aber hier wird immer nur erzählt, erzählt, Autotür auf, Autotür zu, […] So geht es weiter, die Ausmaße des Fragenkatalogs sind tatsächlich erstaunlich […]“

EinschaltquoteBearbeiten

Die Erstausstrahlung von Dicker als Wasser am 19. April 2015 wurde in Deutschland von 10,73 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 30,6 % für Das Erste.[6] Damit gehörte sie zu den 20 meistgesehenen Fernsehsendungen des Jahres 2015.[7]

TriviaBearbeiten

 
„Dienstwagen“ von PHK Schenk (Original in Goldmetallic)

Wie üblich benutzt der PHK Schenk als „Dienstwagen“ einen Oldtimer, diesmal einen Opel Rekord C Coupe Baujahr 1967 bis 72.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für Tatort: Dicker als Wasser. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Tatort: Dicker als Wasser bei crew united
  3. Dicker als Wasser in der Hörfilm-Datenbank des Hörfilm e. V.
  4. Christian Buß: "Tatort" aus Köln. Dem Kommissar geht's an die Kehle. In: Kultur. Spiegel Online, 17. April 2015, abgerufen am 9. September 2017.
  5. Holger Gertz: Ein Fragenkatalog wie das Kölner Telefonbuch. Süddeutsche Zeitung, 19. April 2015, abgerufen am 9. Juli 2017.
  6. Sidney Schering: Primetime-Check: Sonntag, 19. April 2015. Quotenmeter.de, 20. April 2015, abgerufen am 9. Juli 2017.
  7. Jens Schröder: Das TV-Jahr 2015: Kein Gewinner in der Sender-Top-Ten, Münster-„Tatort“ besiegt alle Fußballspiele. Meedia GmbH & Co. KG, 4. Januar 2016, abgerufen am 9. Juli 2017.