Armin Rohde

deutscher Schauspieler

Armin Rohde (bürgerlich Armin Kurt Rohde-Baron von Schilling, * 4. April 1955 in Gladbeck[1]) ist ein deutscher Theater- und Filmschauspieler. Er wurde in der Rolle des „Bierchen“ in dem Kinofilm Kleine Haie erstmals einem größeren Publikum bekannt. Erstmals 2003 erschien er als Kommissar Erichsen in Lars Beckers ZDF-Krimireihe Nachtschicht.

Armin Rohde, 2018

LebenBearbeiten

Rohde ist das älteste von vier Kindern. Sein Vater war Bergmann auf der Zeche Graf Moltke in Gladbeck und später Maler und Lackierer, die Mutter Ursel Rohde arbeitete in einer Fabrik. Er wuchs in Gladbeck und in Wuppertal auf und besuchte das Gymnasium. In seiner Klasse war Rohde einer der wenigen Schüler aus einer Arbeiterfamilie. Er verließ die Schule zwei Monate vor dem Abitur und jobbte anschließend als Hilfsarbeiter.[2][3]

Nach seiner Ausbildung an der Folkwang Universität der Künste in Essen und an Pierre Bylands Clown-Schule war Rohde ab 1984 an diversen Theatern in Bielefeld und Bochum beschäftigt. Erste Rollen hatte er in Bertolt Brechts Dreigroschenoper als Mackie Messer, in SophoklesOedipus und in Warten auf Godot von Samuel Beckett. Zu seinen Ensemble-Kollegen gehörten unter anderem Dietmar Bär, Peter Lohmeyer und Joachim Król.

1991 war er im letzten Schimanski-Tatort als Gegenspieler von Götz George zu sehen. 1992 spielte er eine kleine Rolle in Helmut Dietls Schtonk! Im selben Jahr hatte er mit Sönke Wortmanns Film Kleine Haie seinen Durchbruch. Mit seiner Darstellung des Sportwagenfahrers „Bierchen“ wurde Rohde einem größeren Publikum bekannt. In den folgenden sechs Jahren drehte er Filme wie Der bewegte Mann, Das Superweib, Rossini, Das Leben ist eine Baustelle und Lola rennt. 1996 beerbte er Manfred Krug als Fernfahrer in der Neuauflage der Fernsehserie Auf Achse. Seit 2003 ist Rohde als Kommissar Erichsen eine der Hauptfiguren in Lars Beckers ZDF-Krimireihe Nachtschicht.

Im Jahr 2009 erschien Rohdes Autobiografie Größenwahn und Lampenfieber, ein humorvolles Vademecum des Schauspielerberufes.

Rohde heiratete 1995 Angela Freifrau von Schilling.[4][5] Sein drei Jahre jüngerer Bruder Uwe Rohde ist ebenfalls Schauspieler. Rohde ist Buddhist und trägt den buddhistischen Namen Karma Geleg Palsang.[6]

2011 übernahm Rohde die Schirmherrschaft für die Aktion „Gemeinsam für Greta“ der Deutschen Knochenmarkspenderdatei.[7] 2015 übernahm er darüber hinaus die Schirmherrschaft für die Opferberatungsstelle des Chance e.V. Münster.[8]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

HörbücherBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

DokumentationBearbeiten

  • Wolfgang Klauser (Buch/Regie): Armin Rohde – Das Geheimnis meiner Familie. Dokumentarfilm, Deutschland 2008, 45 Min., Produktion: NDR, Erstausstrahlung: 7. April 2008.

LiteraturBearbeiten

  • Tobias Haucke, Timo Rieg (Hrsg.): Bochumer Bekannte. Band 2, biblioviel Verlag, Bochum 2003, ISBN 3-928781-82-0 (Andrea Donat, Armin Rohde und neun weitere Bochumer im Porträt).
  • Armin Rohde: Größenwahn und Lampenfieber. Die Wahrheit über Schauspieler. rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-499-62501-5.[10]
  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 595.

WeblinksBearbeiten

Commons: Armin Rohde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Baron Armin Rohde will seinen Adelstitel loswerden. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG, 14. Januar 2010, abgerufen am 7. Januar 2015 (letzte Aktualisierung: 6. Juli 2010).
  2. Mein Leben als Schüler. In: Welt online. 1. September 2007.
  3. Ich wär' gern kalt, leise und gefährlich. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 24. April 2005, Nr. 16, S. 61, Interview
  4. Ich kann alles, nur nichts Elegantes.
  5. Seit ‚Easy Rider‘ liebe ich Harleys! In: Hamburger Morgenpost. 23. Juni 2008.
  6. „Ich fügte mir Stammesnarben zu“. In: Der Tagesspiegel. 10. Januar 2010.
  7. Gemeinsam für Greta – Schirmherren (Memento vom 3. November 2013 im Internet Archive)
  8. Opferberatungsstelle des Chance e.V. Münster
  9. Grimme-Preis 2004, abgerufen am 16. Januar 2019.
  10. Verlagsnotiz 2009