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Schnitzel geht immer

Fernsehfilm von Wolfgang Murnberger (2017)

Schnitzel geht immer ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2017 und die Fortsetzung von Ein Schnitzel für drei (2009) und Ein Schnitzel für alle aus dem Jahr 2013. In den Hauptrollen sind wieder Armin Rohde sowie Ludger Pistor zu sehen.[1]

Filmdaten
OriginaltitelSchnitzel geht immer
Dreharbeiten zu „Schnitzel geht immer“-9390.jpg
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2017
Länge87 Minuten
Stab
RegieWolfgang Murnberger
DrehbuchIngo Haeb
ProduktionGabriele Graf
Oliver Vogel
MusikMatthias Weber
KameraPeter von Haller
SchnittAnke Berthold
Besetzung
Chronologie

← Vorgänger
Ein Schnitzel für alle

Nachfolger →
Schnitzel de Luxe

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Zum wiederholten Mal versuchen die Freunde Günther Kuballa und Wolfgang Krettek, beide Hartz-IV-Empfänger, der Arbeitslosigkeit zu entkommen. Sie wollen einen T-Shirt-Druck-Laden eröffnen und hoffen dabei auf 4000 Euro Startkapital, das ihnen Frau Gottschalk, ihre Sachbearbeiterin im Jobcenter Dortmund, vermitteln soll. Doch Frau Gottschalk ist wenig begeistert von diesem Projekts und will die beiden lieber in zwei neue Kursen unterbringen. Frustriert über die Ablehnung ihrer T-Shirt-Idee beschmiert Günther das Auto von Frau Gottschalk mit weißer Farbe, was ihm dann aber doch leid tut und er beginnt, die Schmiererei wieder wegzuwischen. In diesem Moment erscheint jedoch Frau Gottschalk und stürmt wütend auf Günther zu. Dabei achtet sie nicht auf den Straßenverkehr und wenn Wolfgang nicht geistesgegenwärtig die Frau zu Boden geworfen hätte, wäre sie von einem LKW erfasst worden. Aus Dankbarkeit steckt sie Günther einen Zettel zu, den sie durch Zufall vor kurzem erhalten hatte. Darauf befinden sich die Fragen, die in der nächsten Ausgabe bei einem Fernsehquiz gestellt werden sollen und wo viel Geld zu gewinnen ist. Da ihre Retter aber nur 4000 Euro benötigen, reißt sie den Zettel an der entsprechend Stelle ab und behält den Rest. Günther und Wolfgang genießen nun bei einem schön gebratenen Schnitzel nicht nur die Medienberichte über ihre Heldentat, sondern auch die Vorfreude auf den zu erwartenden Gewinn. In der Medienanstalt angekommen besteht die erste Herausforderung darin, überhaupt als Kandidaten für die nächste Sendung ausgewählt zu werden. Zum Glück ist auch hier der Zeitungsbericht bekannt, was den beiden hilft und sie tatsächlich ausgewählt zu werden. Nachdem sich Günther und Wolfgang ordentlich für das „Quizzdoppel“ vorbereitet haben, begeben sie sich optimistisch ins Fernsehstudio. Zielsicher schaffen sie die drei Fragen, bis dann die Sendezeit zu Ende geht und sich Günther im Alleingang dazu entscheidet weiterspielen zu wollen. Da dies so nicht abgesprochen war, bekommt Wolfgang Stress mit seiner Frau und er zieht vorübergehend mit zu Günther. Das hat den Vorteil, dass sie intensiv lernen können, um bis zur nächsten Sendung entsprechend gut vorbereitet zu sein. Wolfgangs Tochter Jessica hilft den beiden dabei und muss feststellen, dass sie ohne die Antworten zu kennen kaum eine Chance haben werden. Deshalb entschließen sie sich Frau Gottschalk im Krankenhaus zu besuchen, um den Rest des Zettels zu bekommen. Doch die strenge Beamtin lehnt ab, was ihr nach einer Weile dann doch leid tut. Sie besucht die Livesendung des „Quizzdoppel“ und nimmt regen Anteil am Schicksal der beiden. Da sie die nächste Frage mithilfe von Wolfgangs Ehefrau als Telefonjoker lösen können ist Frau Gottschalk dann erleichtert, doch Günther lässt sich vom Moderator überreden weiter zu spielen und so hilft sie mit einem Husten an der richtigen Stelle, dass Günther und Wolfgang nun 16.000 Euro gewinnen. Durch ihre kurzfristige Teilnahme an der Quizzshow, werden die eigentlich vorgesehenen Kandidaten neidisch, spionieren ihren Konkurrenten nach und zeigen sie bei der Redaktion des Fernsehsenders an. Dort war schon bei der ersten Teilnahme aufgefallen, dass die Antworten sehr zügig und präzise gegeben wurden. Bei der Kontrolle des TV-Mitschnitts ist dann deutlich das Husten von Frau Gottschalk zu vernehmen. Günther und Wolfgang werden zum Sender bestellt, um die Angelegenheit zu klären. Sie leugnen zwar regelwidrig gehandelt zu haben, doch sind die Beweise gegen die beiden nicht zu widerlegen. Da man aber nicht an einem Skandal interessiert ist, will die Redaktion das Ganze auf sich beruhen lassen, wenn Günther und Wolfgang sich bereit erklären, das gewonnenen Geld einem wohltätigen Zweck zukommen zu lassen. Da sie diesen Zweck selber bestimmen dürfen, wird nun für das Wohngebiet, wo die beiden wohnen ein Bolzplatz für die Kinder errichtet. Für Günther ist dies eine Herzensangelegenheit, denn der Sohn einer Mitbewohnerin, die er sehr mag ist leidenschaftlicher Fußballspieler und so hofft Günther bessere Chancen bei „seiner“ Johanna zu haben.

Mit Genugtuung sehen Günther und Wolfgangs ihre Konkurrenten, die durch ihr Ausscheiden im „Quizzdoppel“ nachrücken durften, in der Finalfrage scheitern, die ausgerechnet eine Robbenfrage war und die Günther natürlich hätte beantworten können.

RezeptionBearbeiten

EinschaltquotenBearbeiten

Der Fernsehfilm Schnitzel geht immer erreichte bei seiner Erstausstrahlung im Ersten am 18. Januar 2017 durchschnittlich 4,26 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 13,2 Proztent entsprach.[2]

KritikenBearbeiten

Tilmann P. Gangloff von tittelbach.tv beurteilte den Film positiv: „Zuschauer und Kritiker haben bei Fortsetzungen nicht zu Unrecht häufig den Verdacht, dass da dieselbe Geschichte noch einmal – nur leicht variiert – erzählt werde. Für ‚Schnitzel geht immer‘ mag das vielleicht sogar zutreffend sein, in diesem speziellen Fall aber ist die geringe Variation eine besondere Stärke des Films.“ „Die ästhetische Distanz, die Komödien gern nachgesagt wird, hält sich […] bei ‚Schnitzel geht immer‘ in Grenzen. Diese ‚Stehaufmanderl‘, wie Regisseur Wolfgang Murnberger sie nennt, sind komisch und uns Zuschauern gleichsam nah.“[2]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm zeigen mit dem „Daumen nach oben“ und meinten: „Wie ‚Schnitzel für drei‘ und ‚Schnitzel für alle‘ lebt auch der dritte Teil der Reihe von den liebenswerten Hauptfiguren mit ihren Ecken und Kanten. Trotz unrealistischer Story bleiben die Dialoge stets authentisch und witzig.“[3]

Oliver Jungen von der FAZ war der Meinung: „Die Stehaufmännchen sind zurück. Die beiden Hartzer mit Herz, die sich vom permanenten Scheitern nicht unterkriegen lassen“, haben „Anders als die meisten Pappnasen, die sonst über den Bildschirm paradieren, […] tatsächlich etwas mitzugeben.“ Nämlich: „In allen Entwicklungen zunächst einmal Chancen zu sehen ist in unseren mäkelnden Zeiten schließlich so selten geworden wie die Fähigkeit, Rückschläge zu verdauen, oder reinsten Gewissens zu glauben, es schaffen zu können.“ „Die feinsinnige, dem echten Leben abgeschaute Komik von Pistor & Rohde und der hochdosierte Optimismus von Krettek & Kuballa, das ergibt zusammengenommen ein Antidepressivum der Extraklasse.“[4]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. imfernsehen GmbH & Co. KG: Ein Schnitzel für … Folge 3: Schnitzel geht immer. Abgerufen am 12. April 2018 (deutsch).
  2. a b Tilmann P. Gangloff: Armin Rohde, Ludger Pistor, Haeb, Murnberger. Zwei, die ihresgleichen suchen Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 19. Mai 2019.
  3. TV-Komödie. Der Weg aus der Arbeitslosigkeit führt Armin Rohde und Ludger Pistor in eine Quizshow. bei tvspielfilm.de, abgerufen am 19. Mai 2019.
  4. Zwei Stehaufmännchen und das Märchen vom Prekariat bei faz.net, abgerufen am 19. Mai 2019.