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Tatort: Bausünden

Episode der Fernsehserie Tatort

Bausünden ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom WDR produzierte Beitrag wurde am 21. Januar 2018 im Ersten ausgestrahlt. In dieser 1044. Tatort-Folge ermitteln die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk ihren 71. Fall. Für Assistenten Tobias Reisser ist es der letzte Einsatz im Team.

Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelBausünden
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Bavaria Fiction GmbH
Länge88 Minuten
EinordnungFolge 1044 (Liste)
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
21. Januar 2018 auf Das Erste
Stab
RegieKaspar Heidelbach
DrehbuchUwe Erichsen
Wolfgang Wysocki
ProduktionSonja Goslicki
MusikKlaus Doldinger
KameraDaniel Koppelkamm
SchnittDagmar Lichius
Besetzung

HandlungBearbeiten

Die Hotelangestellte Marion Faust wurde zu Hause gewaltsam vom Balkon gestürzt. Ballauf und Schenk finden heraus, dass sie kurz vor ihrem Tod mehrere besorgte Nachrichten auf dem Anrufbeantworter von Susanne Baumann hinterlassen hatte. Doch die Mitarbeiterin des international renommierten Architekturbüros Könecke & Partner ist derzeit unauffindbar.

Ihr Ehemann Lars Baumann müsste als Bauleiter eigentlich längst zurück in Katar sein, wo Könecke & Partner für die Fußball-WM 2022 baut. Auch er ist angeblich dringend auf der Suche nach seiner Frau. Und offensichtlich hatte es an der Hotelrezeption erst kürzlich einen lauten Streit zwischen ihm und Marion Faust gegeben. Doch als die Kommissare ihn auf dem Präsidium verhören wollen, taucht er unter.[1]

Sowohl seine Nachforschungen, als auch die der Polizei ergeben, dass seine Frau ein Doppelleben geführt hatte. Während er dienstlich unterwegs war, hatte sie sich, angestiftet von ihrem Chef Könecke, mit potentiellen Kunden getroffen, um mit sexuellen Diensten Vertragsabschlüsse oder auch behördliche Genehmigungen begünstigt zu erhalten. Nachweislich war sie zuletzt mit dem Vorstandsmitglied Peter Waltherscheid zusammen im Hotel, der für die Auftragsvergabe eines Hotelbaus in Katar zuständig ist. Als Ballauf und Schenk die Überwachungsaufnahmen des Hotels in die Hände fallen, die sich die Hotelangestellte Marion Faust angeeignet und versteckt hatte, ist das Tatmotiv klar. Susanne Baumann hatte einen kleinen Sexunfall mit Waltherscheid so inszeniert, dass er annehmen musste, er hätte sie getötet. Zusammen mit Hans Könecke hat sie ihren Abtransport als Leiche so glaubhaft dargestellt, dass Waltherscheid völlig in Köneckes Hand war. Marion Faust hatte dieses Szenario auf den Überwachungsbändern entdeckt und an sich genommen, um Könecke zu erpressen. Daraufhin hat Köneckes Mitarbeiter und rechte Hand, Terstegen, Marion Faust im Streit um die Überwachungsaufnahmen vom Balkon gestürzt.

Susanne Baumann kann am Ende wohlbehalten in Köneckes Villa aufgespürt werden.

HintergrundBearbeiten

Der Film wurde vom 7. März 2017 bis zum 6. April 2017 in Köln und Umgebung gedreht.[2]

Für ihre Dienstfahrten nutzen die beiden Hauptkommissare diesmal eine Mercedes-Benz S-Klasse der Baureihe 126.

RezeptionBearbeiten

KritikenBearbeiten

Focus Online-Autorin Stefanie Will kam zu dem Urteil: „Die Kölner liefern trotz großer Themen wie SM-Spiele und WM-Skandal einen eher soliden Ermittler-Fall nach dem Schema ‚Wer war es?‘ ab. Nicht neu, nicht innovativ, aber auch nicht zu sexy oder sozialkritisch. Zum Glück gibt´s am Ende noch eine überraschende Wendung!“[3]

Christian Buß von Spiegel Online wertete: „Eine Frau wird vom Balkon gestoßen, eine andere verschwindet nach SM-Spielen. Zurück bleiben in diesem ‚Tatort‘ ein Reihe Männer, die vollkommen hilflos sind – Filmemacher inklusive. […] Hier aber bleiben allenfalls Handschellen und Highheels am Tatort von [den Frauen] zurück, nachdem sie ihre dramaturgische Funktion für den Männerkrimi erfüllt haben. Bisschen wenig für das Jahr 2018.“[4]

Bei der Süddeutsche Zeitung schrieb Katharina Riehl: „Der Fall ist kein misslungenes Experiment, kein verkünstelter Griff ins Leere – dieser Film ist eine nach dem Baukastenprinzip zusammengeschraubte Antwort auf die Frage, wie man im Jahr 2018 auf keinen Fall mehr einen Fernsehkrimi erzählen sollte.“[5]

Oliver Jungen von der FAZ war der Meinung: „Der Kölner ‚Tatort‘ verbindet ein Ehedrama mit dilettantischer Wirtschaftskriminalität und verabschiedet den Assistenten Reisser. Hoffentlich bringt der nächste die leicht eingerosteten Kommissare wieder auf Trab.“[6]

EinschaltquoteBearbeiten

Die Erstausstrahlung von Bausünden am 21. Januar 2018 wurde in Deutschland von 11,52 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 31,6 % für Das Erste.[7]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bausünden. In: tatort. Das Erste, abgerufen am 9. März 2018.
  2. Tatort: Bausünden bei crew united
  3. Stefanie Will: Sadomaso-Sex und Fifa-Korruption: „Bausünden“ verspricht viel, hält es aber nicht bei Focus Online, abgerufen am 25. Mai 2018.
  4. Christian Buß: Köln-"Tatort" über verstörte Männer. Arme Würstchen. In: Kultur. Spiegel Online, 19. Januar 2018, abgerufen am 19. Januar 2018: „4 von 10 Punkten“
  5. Katharina Riehl: Dialoge, direkt aus der Krimi-Hölle. Süddeutsche Zeitung, 19. Januar 2018, abgerufen am 20. Januar 2018.
  6. Wie ein gestrandeter Wal bei faz.net, abgerufen am 25. Mai 2018.
  7. Sidney Schering: Primetime-Check: Sonntag, 21. Januar 2018. Quotenmeter.de, 22. Januar 2018, abgerufen am 22. Januar 2018.