Hauptmenü öffnen

Tatort: Der Fall Reinhardt

Episode der Fernsehserie Tatort

Der Fall Reinhardt ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Es ist der 59. Fall des Kölner Ermittler-Teams Max Ballauf und Freddy Schenk und die 905. Tatortfolge. Der vom WDR produzierte Beitrag wurde am 23. März 2014 im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt. Die Premiere war bereits am 29. September 2013 beim Filmfest Hamburg.[1]

Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelDer Fall Reinhardt
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
WDR
Länge90[1] Minuten
EinordnungFolge 905 (Liste)
Erstausstrahlung23. März 2014 auf Das Erste
Stab
RegieTorsten C. Fischer
DrehbuchDagmar Gabler
ProduktionSonja Goslicki
MusikFabian Römer,
Steffen Kaltschmid
KameraHolly Fink
SchnittBenjamin Hembus
Besetzung

HandlungBearbeiten

Die Hauptkommissare Max Ballauf und Freddy Schenk werden zu einer Villa gerufen, in der drei Kinder verbrannt sind. Die Mutter finden sie völlig verstört, aber relativ unverletzt außerhalb des Hauses. Sie kann sich an nichts erinnern und reagiert auf die Todesnachricht mit einem Zusammenbruch. In den Tagen vorher gab es mehrfach Brandstiftungen in dieser Gegend.

Da Ballauf und Schenk seit Franziskas tragischem Tod ohne ihre Assistentin auskommen müssen, unterstützt sie der neue Kollege Tobias Reisser. Er hat inzwischen ermittelt, dass der Vater der Kinder, Gerald Reinhardt, seit längerem spurlos verschwunden ist und bereits vor zwei Jahren seine Anstellung als Luftfahrtingenieur bei der Firma Cologne Airtech verloren hat. Somit gilt er als tatverdächtig und hat möglicherweise die Brandstiftungen im Kölner Raum, die seit einiger Zeit vorgefallen sind, für seine Zwecke ausgenutzt. Gefahndet wird parallel nach einem Verdächtigen, der in der Tatnacht an einer Tankstelle zwei große Kanister Benzin gekauft hat und der durch die Überwachungsaufnahmen der Tankstelle aufgefallen ist.

Der Rechtsmediziner stellt fest, dass die Kinder an einer Kohlenmonoxydvergiftung gestorben sind und findet Betäubungsmittel in ihrem Blut. Alle Hinweise deuten darauf, dass Gerald Reinhardt die Familie tatsächlich im Stich gelassen hat. Nachbarn der Reinhardts sagen aus, dass sie Tage vor dem Brand eine Frau um das Haus haben „schleichen“ sehen.

Karen Reinhardt wird aus der Klinik entlassen und versucht den Tod ihrer Kinder zu verarbeiten. Noch immer kann sie sich an nichts erinnern, auch nicht, dass ihr Mann schon längere Zeit arbeitslos ist. Es ist allerdings offensichtlich, dass es seit der Arbeitslosigkeit der Familie finanziell schlecht geht. Ballauf und Schenk finden heraus, dass Karen Reinhardt vor zwei jahren ein Kind abtrieb, jedoch sich infolge ihrer Amnesie für immer noch schwanger hält. Während sie gerade Karens Nachbarin Iris Fries befragen, erhalten sie die Nachricht, dass der vermutliche Brandstifter Heller gefunden wurde. Sofort wird er verhört, doch die Beweise reichen nicht aus, um ihn in Haft zu behalten.

Ballauf und Schenk entdecken eine Spur von Gerald Reinhardt, die in die Niederlande führt und können ihn dort ausfindig machen. Er lebt inzwischen mit einer anderen Frau zusammen und wird nach Deutschland geholt und verhört. Er gibt an, nichts von dem Unglück mit seinen Kindern gewusst zu haben. Seine holländische Frau, Marijke Steen, sei in Urlaub auf Mallorca und wisse nichts von seiner deutschen Familie. Sie erwartet ein Kind von ihm. Ballauf und Schenk behalten Reinhardt in Haft, da sie der Meinung sind, dass er hinreichend Gründe hat, seine alte Familie loswerden zu wollen. Auf die Frage, warum er seine Familie verlassen hätte, gibt er an, dass seine Frau keine finanziellen Abstriche machen wollte, er das aber nicht habe leisten können. Er wolle neu anfangen, was ihm mit Marijke gelungen wäre.

Der neue Assistent Tobias Reisser recherchiert nach Marijke Steen und findet heraus, dass sie gar nicht nach Mallorca, sondern zu einer Freundin nach Bonn gefahren ist. Umgehend begeben sich Ballauf und Schenk zu ihr um sie zu befragen. Sie macht einen recht abweisenden Eindruck und verstrickt sich in Widersprüche. In ihrer Manteltasche findet sich zudem ein Schlafmittel. Die Ermittler konfrontieren sie mit der Tatsache, dass sie wissen, dass sie Gerald Reinhardts Familie heimlich aufgesucht hat, da sie von Nachbarn gesehen wurde. So räumt sie ein, dass sie dahintergekommen sei, dass Gerald in Deutschland eine Familie hat und sie wollte sie nur einmal sehen. Sie hätte mit Gerald darüber gesprochen, doch der wäre sofort wütend geworden. Auf die Tabletten angesprochen gibt sie an, dass sie die von Reinhardt hätte. Dieser wird befragt und hat auf die Anschuldigungen der Ermittler keine Antworten. Sie bringen ihn mit seiner Frau Karen zusammen. Bei diesem Gespräch stellt sich heraus, dass Karen Reinhardt aus Verzweiflung, den Ansprüchen ihrer Kinder nicht mehr gerecht zu werden und ihren Mann für immer verloren zu haben, den Kindern ein Schlafmittel gab und das Haus anzündete. Anschließend ging sie in den Keller, um sich zu erhängen, was allerdings missglückte.

Aufgrund der Suizidgefahr bleibt Karen Reinhardt in stationärer psychiatrischer Betreuung. Der Brandstifter Heller kann letztlich für die anderen Brandstiftungen überführt werden.

RezeptionBearbeiten

KritikenBearbeiten

„Wir sehen: Hier liegt eine bürgerliche Existenz in Asche, aber erfahren nicht wirklich, wie es dazu gekommen ist. Da hätte das Drehbuch etwas mehr Schliff gebraucht. Ein Stück harte Arbeit ist dieser 'Tatort'. Mit dem Schmunzeln scheint es in Köln erst einmal vorbei.“

„'Der Fall Reinhardt' ist kein Krimi von der Stange, weder vom Thema noch von der Inszenierung und schon gar nicht mit Blick auf die Darsteller. Susanne Wolff ('Mobbing', 'Dreileben') verschmilzt völlig mit ihrer Rolle. Die Schauspielerin, die seit 2009 zum Ensemble des Deutschen Theaters in Berlin gehört, zeigt das Leiden von Karen Reinhardt in all seinen Facetten.“

Kurt Sagatz: Der Tagesspiegel[3]

„'Der Fall Reinhardt' von Regisseur Torsten C. Fischer und Autorin Dagmar Gabler lässt keinen Platz für Plattitüden der Preisklasse Köln-Sülz. Niemand lacht. Kein Spusi-Mensch killt die Stimmung mit im Dialekt vorgetragenen Überlegungen, wo denn die Tatwaffe sei. Die Wohnung der Familie Reinhardt ist ausgebrannt, drei Kinder sind tot. Man sieht die verkohlten Hände, wie gefrorene Schatten hängen sie über der Wohnlandschaft aus Ruß und Rauch.“

EinschaltquotenBearbeiten

Die Erstausstrahlung von Der Fall Reinhardt am 23. März 2014 wurde in Deutschland von 11,29 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 30,0 % für Das Erste.[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Tatort: Der Fall Reinhardt. In: Filmfest Hamburg. Filmfest Hamburg gGmbH, abgerufen am 23. März 2014: „Vorstellung am 03.10.“
  2. Christian Buß: Düsterer Köln-"Tatort". Abstieg ins Familiengrab. In: Kultur. Spiegel Online, 21. März 2014, abgerufen am 23. März 2014.
  3. Kurt Sagatz: Ben Becker und Susanne Wolff brillieren im Kölner "Tatort". Der Tagesspiegel, 1. Januar 2014, abgerufen am 1. Januar 2014.
  4. Holger Gertz: Tragödie ohne Wurst und Trost. Süddeutsche Zeitung, 23. März 2014, abgerufen am 23. März 2014: „Früher strandeten die Fälle aus Köln zu oft an der Imbissbude. Ein Schluck dünnes Bier, ein dünner Witz, noch ein Stück Wurst.“
  5. Sidney Schering: Primetime-Check: Sonntag, 23. März 2014. Quotenmeter.de, 24. März 2014, abgerufen am 24. März 2014.