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Tatort: Odins Rache

Episode der Fernsehserie Tatort

Odins Rache ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Es ist der 28. Fall des Ermittler-Teams Max Ballauf und Freddy Schenk und die 569. Tatortfolge. Der vom Westdeutschen Rundfunk und Colonia Media produzierte Beitrag wurde am 11. Juli 2004 auf Das Erste zum ersten Mal gesendet.

Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelOdins Rache
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
WDR
Länge84 Minuten
EinordnungFolge 569 (Liste)
Erstausstrahlung11. Juli 2004 auf Das Erste
Stab
RegieHannes Stöhr
DrehbuchHannes Stöhr
ProduktionAnke Scheib
MusikFlorian Appl
KameraAndreas Doub
SchnittAnne Fabini
Besetzung

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Der Neonazi Michael Wimmer wird auf offener Straße aus zirka 300 Meter Entfernung erschossen. Er war in einen Brandanschlag auf eine türkische Familie verwickelt, der sich vier Jahre zuvor ereignet hat und bei dem die Eltern der Geschwister Ayda und Özgur Aydin ums Leben gekommen sind. Noch während Ballauf und Schenk erste Ermittlungen anstellen, wird Torsten Schrader, ein weiterer Neonazi, ebenfalls erschossen. Auch er war wegen Beteiligung an dem Brandanschlag angeklagt, wurde aber mangels Beweisen freigesprochen. Die Ermittler suchen Astrid Gehrmeier, die Freundin von Torsten Schrader, auf, die bereits vom Tod ihres Freundes informiert ist. Auch sie gehört zur Neonazi-Szene und zu den Beschuldigten des Brandanschlages. Noch ehe Ballauf und Schenk sie befragen können, ergreift sie die Flucht.

Während Schenk sich in der Wohnung von Schraders Freundin umsieht, will Ballauf Ayda Aydin befragen. Dort wird er Zeuge und Opfer eines Überfalls von Neonazis auf das Lokal, das Ayda Aydin betreibt. Verletzt wird Ballauf ins Krankenhaus gebracht, aber bereits am nächsten Tag ist er wieder in der Lage, weiterzuermitteln. Schenk hat inzwischen den Verfassungsschutz eingeschaltet und bittet um Kontakt zu einem V-Mann, um Insiderinformationen aus der Neonazi-Szene zu bekommen. Zum einen wollen sie unbedingt Astrid Gehrmeier finden, die möglicherweise in Lebensgefahr schwebt und natürlich die Täter, die Ballauf zusammengeschlagen haben. Als sie sich mit dem V-Mann „Olaf“ treffen, ist auch er der Meinung, dass die Morde nur mit dem Brandanschlag zu tun haben können. Und er ist davon überzeugt, dass der Haupttäter, Kurt Keller, auch aus dem Gefängnis heraus in der Lage ist, Leute umbringen zu lassen.

Schenk befragt Özgur Aydin, der zurzeit bei der Bundeswehr dient und mit dem Gebrauch großkalibriger Schusswaffen vertraut ist. Da er zur Tatzeit im Afghanistaneinsatz war und gerade erst zurückgekommen ist, kommt er als Täter nicht in Frage.

Eine Spur führt zu dem Rechtsanwalt Helmut Hartmann, Vorsitzender der neonazistischen Partei NRA, der die beiden erschossenen Neonazis beim Brandprozess vertreten hat. Offensichtlich versteckt sich Astrid Gehrmeier bei ihm, die ebenfalls zu seinen Mandanten gehört. Über den V-Mann „Olaf“ gelingt es den Ermittlern, die Gesuchte zu befragen. Sie ist sehr abweisend, doch gewinnen Ballauf und Schenk den Eindruck, dass mit dem V-Mann „Olaf“ etwas nicht stimmt. Bei einem erneuten Treffen mit ihm stellt er wieder Keller als den Hauptverdächtigen dar. Sie lassen den V-Mann observieren und auch abhören. Da er zu Hartmann einen guten Kontakt hat, könnte er ihnen helfen, belastendes Material gegen diesen zu sammeln. Bei der Überwachung werden Ballauf und Schenk Zeugen eines Treffens von „Olaf“ mit seiner Auftraggeberin Ute Meier-Brinkmann vom Verfassungsschutz. Sie findet das heraus und beschwert sich über die Vorgehensweise. Sie schwört auf ihren V-Mann. Für sie ist er der einzige, der helfen kann, Hartmann auf seinem radikalen Weg aufzuhalten. Mit seiner Hilfe gelingt es dem Verfassungsschutz, eine Waffenlieferung, die Keller aus dem Gefängnis heraus für seine gewaltsame Befreiung organisiert hat und „Olaf“ nun zum Schein Hartmann anbietet, sicherzustellen und Hartmann festzunehmen. Damit ist die Hauptaufgabe von V-Mann „Olaf“ erledigt ist und er soll aus der Neonazi-Szene abgerufen werden. Mit einem neuen Pass und einem Visum für Mexiko ausgestattet, soll er das Land verlassen und untertauchen. Das Ziel, wofür er eigentlich all die Strapazen auf sich genommen hat.

Ballauf und Schenk finden heraus, dass „Olaf“ als V-Mann von Michael Wimmer und Torsten Schrader enttarnt wurde. Damit war sein Ziel, Deutschland verlassen zu können, in Gefahr, was er unter keinen Umständen riskieren wollte. Es gelingt ihnen, seinen Schießübungsplatz und ein Projektil der Tatwaffe zu finden und „Olaf“ noch vor dem Abflug festzunehmen.

HintergrundBearbeiten

Der Film wurde vom 11. März 2003 bis 10. April 2003 in Köln und Umgebung gedreht.[1] Um das Drehbuch so authentisch wie möglich zu schreiben, recherchierte der Autor Hannes Stöhr bei einer Aussteigerorganisation für Neonazis.[2]

RezeptionBearbeiten

KritikenBearbeiten

Die Berliner Zeitung hält diesen Tatort für sehenswert und schreibt: „Regisseur und Drehbuchautor Hannes Stöhr […] liefert mit dieser Krimi-Folge aus Köln einen spannenden, realitätsnahen Fall mit guter Personenzeichnung. Mit einer glänzend aufgelegten Barbara Rudnik als durchtriebene Verfassungsschutzbeamtin.“[3]

Der Spiegel sieht Odins Rache kritischer: „An der Psychologie der Personen ist der Krimi wenig interessiert; die Lösung des komplizierten Falls erscheint wichtiger als der Weg dorthin; der schreckliche Rechtsextremismus wird filmisch harmlos ins Bild gesetzt.“[4]

Bei Zeit online kommt Feridun Zaimoglu zu der Feststellung: „Wir haben die Einladung zu einem rauschenden Fest ausgeschlagen, um diesen Film zu sehen. Es war die richtige Entscheidung.“[5]

Lars-Christian Daniels von "Wie war der Tatort?" findet trotz des ernsten Themas auch heitere Momente: „Regisseur Hannes Stöhr, der auch das Drehbuch zu Odins Rache schrieb, überzeichnet den harten Hund Ballauf hier herrlich und macht früh deutlich, dass trotz der ernsten Thematik auch immer wieder laut gelacht werden darf - wie es sich für einen Kölner ‚Tatort‘ gehört. Ein weiteres Beispiel dafür ist Freddys denkwürdiger Auftritt als Skinhead mit Sonnenbrille und Bomberjacke, der dem Kölner Kommissar nachhaltig deutlich macht, wieviel Angst ein solches Erscheinungsbild bei Passanten verbreitet.“[6]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV-Spielfilm urteilen zu diesem Tatort: „Rechte Gewalt, konsequent ins Bild gesetzt.“[7]

EinschaltquotenBearbeiten

Die Erstausstrahlung von Odins Rache am 11. Juli 2004 wurde in Deutschland von 8,88 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 27,3 Prozent für Das Erste.[1]

TriviaBearbeiten

KHK Schenk fährt diesmal als Dienstwagen einen 1970er Chevrolet Kingswood Estate.

 
„Dienstwagen“ von KHK Schenk

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Drehort und Einschaltquote bei tatort-fundus.de, abgerufen am 30. August 2014.
  2. Hintergrund zu "Odins Rache" bei tatort-fans.de abgerufen am 30. August 2014.
  3. Tatort-Kritik@1@2Vorlage:Toter Link/www3.berliner-zeitung.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bei berliner-zeitung.de abgerufen am 31. August 2014.
  4. Filmkritik "Odins Rache" bei spiegel.de abgerufen am 31. August 2014.
  5. Feridun Zaimoglu Im Kölner "Tatort" von 2004 suchen die Kommissare Max und Freddi nach dem Mörder zweier Neonazis bei zeit.de abgerufen am 31. August 2014.
  6. Lars-Christian Daniels So war der Tatort: Odins Rache bei wiewardertatort.blogspot.de abgerufen am 31. August 2014.
  7. Kurzkritik auf tvspielfilm.de, abgerufen am 31. März 2014.