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Schloss Fantaisie

dreiflügelanlage aus Sandsteinquadern mit Mansarddach, ab 1758 geplant, 1760–65 errichtet, vermutlich nach Plänen von Carl Philipp von Gontard und Rudolf Heinrich Richter, Mitte des 19. Jahrhunderts unter Herzog Alexander von Württemberg teilwei
Schloss Fantaisie (südliche Seite)
Schloss Fantaisie (nördliche Seite)
Kaskade und Neptunbrunnen im Schlosspark Fantaisie

Das Schloss Fantaisie steht im Ortsteil Donndorf der Gemeinde Eckersdorf, fünf Kilometer westlich von Bayreuth. Erbaut wurde es als weitere Sommerresidenz (nach der Eremitage) für das Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth. Im Schlossgebäude ist das Gartenkunst-Museum eingerichtet. Zum Schloss gehört eine große Parkanlage.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Das Markgrafenpaar sammelte während einer fast einjährigen Italienreise 1754/55 Eindrücke (u. a. bei der Villa Doria Pamphilj in Rom), die es im Schloss Fantaisie umsetzte.[1][2][3] Der Bau begann 1758, wurde aber bald unterbrochen, da Wilhelmine noch im selben Jahr im Alter von 49 Jahren verstarb. Friedrich führte 1761 den Bau fort. Auch er konnte die Fertigstellung nicht miterleben. Er starb 1763 im Alter von 51 Jahren in Bayreuth.[4]

 
Muster auf einer Wand im Spindler-Kabinett

Die Tochter des Markgrafenpaares, Prinzessin Friederike, erbte den Besitz 1763. Von ihr stammt der Name Fantaisie. Sie ließ das Schloss bis 1765 von Johann Jakob Spindler fertigstellen. Es beherbergt das Spindler-Kabinett, eine Intarsienarbeit der Gebrüder Johann Friedrich und Heinrich Wilhelm Spindler in einer originalgetreuen Nachbildung des Originals, das sich im Bayerischen Nationalmuseum in München befindet.

Nach Friederikes Tod 1780 wurden Schloss und Park veräußert. 1792 erwarb ihre Cousine Friederike Dorothea Sophia von Brandenburg-Schwedt (1736–1798) den Besitz. Gemeinsam mit ihrem Mann, Herzog Friedrich Eugen von Württemberg (1732–1797), ließ sie den Park anglisieren. Ihr Enkel Alexander Friedrich Wilhelm (1804–1881) stockte das Schloss auf und ließ die Gartenstaffagen im Zeitgeschmack erneuern. Er lebte dort mit seiner zweiten Ehefrau Emilie von Meyernberg, einem vormals bürgerlichen Mädchen, das er dessen Gatten in Frankfurt abgekauft hatte, in einer „Ehe zur linken Hand“.[5]

Im Oktober 1938 wurde die Reichsschule des Nationalsozialistischen Lehrerbunds im Schloss Fantaisie eröffnet. Einen Monat später wurde dort das Generalkommando des neugegründeten Sudetendeutschen Freikorps, einer aus sudetendeutschen Männern gebildete paramilitärischen Einheit, im Schloss untergebracht.[6]

Aufgrund der späteren Umbauten hat sich nur sehr wenig vom ursprünglichen Schloss erhalten. Im Schlossgebäude wurde im Juli 2000 das damals deutschlandweit erste Gartenkunstmuseum eingerichtet.[7]

Der Schlosspark ist geprägt von Elementen aus den Stilphasen Rokoko, Empfindsamkeit, Romantik und Historismus. Der Park wurde wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. So wurden die Südterrassen, die zum See hin zeigen, wieder mit Weinstöcken bepflanzt, das Labyrinth wurde wieder angelegt und die Wasserkaskaden mit Sandsteinmuscheln und Fabelwesen instand gesetzt.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Meine Italienreise. www.wilhelmine-von-bayreuth.info, 2018, abgerufen am 31. März 2018.
  2. Wilhelmine von Bayreuth und die Antike: Nach Italien, nach Italien. Damals, 20. Oktober 2004, abgerufen am 31. März 2018.
  3. Br.de: Frauen des 18. Jahrhunderts (1): Prinzessin Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth, abgerufen am 31. März 2018.
  4. Eckersdorf/Donndorf – Schloss Fantaisie: Wechselhafte Besitzer-Geschichte. www.markgrafenkultur.de, 2018, abgerufen am 31. März 2018.
  5. Eva-Maria Bast, Heike Thissen: Bayreuther Geheimnisse. 1. Auflage. Bast Medien Service, Überlingen 2014, ISBN 978-3-9816796-1-8, S. 155 f.
  6. Bernd Mayer: Bayreuth im zwanzigsten Jahrhundert, S. 71.
  7. Gartenkunst-Museum. Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, 2018, abgerufen am 31. März 2018.

Koordinaten: 49° 56′ 1,4″ N, 11° 30′ 32,8″ O