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Donndorf (Eckersdorf)

Ortsteil von Eckersdorf

Donndorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Eckersdorf im Landkreis Bayreuth in Oberfranken (Bayern).

Donndorf
Gemeinde Eckersdorf
Koordinaten: 49° 56′ 6″ N, 11° 30′ 48″ O
Höhe: 401–418 m ü. NHN
Einwohner: 1954 (7. Jul. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 95488
Vorwahl: 0921

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Südlich des Dorfes fließt der Thalmülbach, ein linker Zufluss der Mistel, die wiederum ein linker Zufluss des Roten Mains ist. Ca. einen halben Kilometer nördlich liegt die Flur Schmatzerhöhe. Donndorf ist heute baulich mit Eckersdorf und Forst zusammengewachsen.

GeschichteBearbeiten

 
Schloss Fantaisie (nördliche Seite)
 
Hotel Fantaisie

Der Ort wurde 1223 als „Tandorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name bedeutet Siedlung bei den Tannen.[2] Aufgrund der Existenz einer Ziegelhütte nahm man zeitweise auch eine Herleitung vom Tonabbau an. Erst seit 1692 gibt es die Schreibweise „Dondorff“. Im Landbuch A wird noch zwischen zwei Teilen, dem „Vorderen“ und dem „Hinteren“ Donndorf unterschieden.

Auch vom 17.–19. Jahrhundert wurden die Ortsteile unterschiedlich gezählt. Es wurden zwischen zwei (Vorderdonndorf und Hinterdonndorf) und sechs Ortsteile (Vorderdonndorf, Hinterdonndorf, Lüchauenthal, Matzenberg, Thalmühle und Ziegelhütte) gezählt und benamt.

SiedlungsgeschichteBearbeiten

Vor der Einführung von Straßennamen existierten in Donndorf Hausnummern, die im Urkataster noch zu finden sind. Im Vergleich mit anderen Orten weisen sie einige Besonderheiten auf. Daraus lassen sich auch Schlüsse auf die Siedlungsgeschichte ziehen.

LüchauentalBearbeiten

Die ehemaligen Hausnummern 1 bis 15[3] umfassen das Lüchauental und den Gasthof „Weißer Hirsch“ (heute: Hotel Fantaisie). Die Nummerierung beginnt an der Talsohle und endet am Gasthaus. Bis zur Hs.Nr 11 werden alle ungeraden Nummern bergan links gezählt, die geraden Nummern bergan rechts. Die Häuser 12 und 14 stehen außerregulär bergan links. Das Lüchauenthal ist eine Plansiedlung der Schlossbewohner für ihre Bediensteten und als Straßendorf konzipiert. Die Häuser 1–11 umfassen im 19. Jahrhundert kaum Grundbesitz und sind sogenannte Sölden, in denen Taglöhner und Handwerker (z. B. Weber) leben.

HinterdonndorfBearbeiten

Die ehemaligen Hausnummern 22 bis 35[4] sind im hinteren Donndorf östlich des Schlossparks zu finden. Dort dürfte wohl auch der Sitz des Adelsgeschlechtes der Tanndorfer gelegen haben. Diese Herren von Tanndorf waren ausweislich des Landbuch A im Besitz des gesamten Dorfes. Der in Stein gefasste Kindleinsbrunnen – eine Quelle südlich der ehemaligen Gerichtslinde – dürfte die Trinkwasserversorgung ihrer Burganlage gewesen sein. Die Nummerierung beginnt beim südlichsten Haus folgt dann der heutigen Bayreuther Straße nach Osten in Richtung Bayreuth (Hs.-Nr. 22–27). Hs.-Nr. 28–35 finden sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite von Ost nach West nummeriert. Das Haufendorf Hinterdonndorf ist also rund um einen Mittelpunkt gebaut, von dem die Verbindungsstraßen zur Hohen Straße und zum Teufelsgraben abzweigen. Am Ortsausgang der mittelalterlichen Siedlung dürfte die Straße nach Geigenreuth abgezweigt haben. In der Nähe dieses Weilers – heute ein Stadtteil der Stadt Bayreuth – stand wohl der namensgebende Galgen. Darauf deuten auch andere Flurnamen (Himmelreich – das Gebiet rund um die Gerichtsstätte, Österreich – das Gebiet östlich eines Gaus) hin. Donndorf ist also im frühen Mittelalter der östliche Grenzort eines Siedlungsgebietes – nämlich des Hummelgaus.

VorderdonndorfBearbeiten

Eine Gruppe aus zumeist landwirtschaftlichen Anwesen (Hs.Nr. 36–42)[5] befindet sich nördlich des ehemaligen Lüchauer-Schlosses. Darunter befindet sich auch die ehemalige Ziegelhütte. Die Hausnummern 43 bis 51 sind von West nach Ost nummeriert, beginnend beim Domeyerschen Gasthof (heute: Bamberger Straße 28). Vorderdonndorf war also vermutlich ein Straßendorf entlang der heutigen B22.

NeuzeitBearbeiten

Am Ausgang des Mittelalters fiel das Dorf an die Herren von Plassenberg. Mit deren Aussterben kam es 1552 an die Herren von Lüchau, die ein Schloss am Eingang zum heute nach ihnen benannten Lüchauenthal besaßen. Mit deren Aussterben fiel das Lehen 1757 an die Bayreuther Markgrafen.

1758 wurde südlich des Orts mit dem Bau der markgräflichen Sommerresidenz Schloss Fantaisie begonnen. Dieses neue Schloss entstand östlich unweit des alten Lüchauerschlosses und wurde nach 1763 vollendet. Zum Schloss gehört eine ausgedehnte Parkanlage. Der heutige Hauptweg durch den Park unmittelbar südlich des Schlosses war vermutlich einst die Donndorfer Landstraße. Er wurde, aber durch die Lüchauer und die Markgrafen nach Norden auf den Verlauf der heutigen B22 verlegt. Dadurch wurde das Anwesen Donndorf 23 (heute Bayreuther Str 4 und 13) geteilt.

Südlich unterhalb des Schlosses befindet sich der sogenannte Herzog- oder Thalmühlweiher. Der letztgenannte Name bezieht sich auf eine Mühle, die 1591 das erste Mal in den Kirchenbüchern erwähnt wird. Noch zur Markgrafenzeit befand sie sich am heutigen Nordostufer des Herzogweihers und wurde bis zu ihrem Abriss durch Herzog Alexander im Jahr 1845 betrieben. Mit ihr verschwanden auch die Hausnummern Donndorf 20 und 21.

Das Hotel Fantaisie wurde 1864 auf den Mauern des Gasthofes Weißer Hirsch auf Betreiben Alexanders gebaut.

Das heutige Rathaus der Großgemeinde Eckersdorf wurde von Herzog Alexander errichtet. Dort lebte seine Lebensgefährtin. Von 1862 bis 1901 war darin eine Heilanstalt für Gemütskranke untergebracht, die durch den Arzt Dr. Falco betrieben wurde. Innovativ war der offene Vollzug der meist sehr betuchten Patienten.

Überregional bekannt war die Donndorfer Gerichtslinde mit einem Stammumfang von 14 Metern, die am Rande des Schlossparks stand. Durch einen Gewittersturm wurde sie 1849 zerstört. Es existiert von Philipp Heinel eine Zeichnung von dieser Linde aus dem Jahr 1828.[6]

Nordwestlich des Schlosses gab es im 18. und 19. Jahrhundert eine Ziegelhütte. Gegenüber dem Eingang zum Schlosspark stand die Brauerei der Familie Schoberth. Sie waren mit der Gastwirts- und Brauereifamilie in Eckersdorf verwandt und teilten sich in Donndorf einen gemeinsamen Bierkeller, der wohl in einem Steinbruch eingerichtet war.

Der Ort bildete mit dem Gemeindeedikt im 19. Jahrhundert eine Ruralgemeinde, zu der die Orte Matzenberg und Schloss Fantaisie gehörten. 1871 zählt man bei der Volkszählung 447 Einwohner in vier Ortsteilen, darunter befanden sich 24 Katholiken und ein Einwohner jüdischen Glaubens. Am 1. Mai 1978 wurde Donndorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Eckersdorf eingegliedert.

Richard Wagner zog Ende April 1872 mit seiner Familie vorübergehend in das örtliche Hotel Fantaisie.[7]

HausnamenBearbeiten

Unter den Hausnamen der Bewohner Donndorfs findet sich der Name „Amtmann“. Er war noch 1944 gebräuchlich, dürfte aber seine Wurzeln im 18. Jahrhundert haben. Nach dem Aussterben der Lüchauer fiel Donndorf in den Besitz der Markgrafen, die dort ein Amt finanziellen Verwaltung einrichteten. Noch 1792 war Donndorf der Sitz eines Amtmannes, der für Busbach, Donndorf, Eckersdorf, Hardt und Lohe als Vogtei-, Kameral- und Steuerbehörde zuständig war. Für einige Höfe, Güter und Sölden in Aichig (7), Kulmbach (8), Lindau (2) Lochau (5), und Schwingen (1) diente dieses Amt ebenfalls als Kameral- und Steuerbehörde. Als Amtshaus diente die Gärtnerwohnung des Schlosses. Im Jahr 1780 bekleidet dieses Verwaltungsamt Johann Georg Lunckenbein, der zusätzlich auch als Förster tätig ist. Ob die Träger des Hausnamens „Amtmann“ in verwandtschaftlicher Beziehung zu ihm stehen, ist unbekannt.

Ein weiterer bekannter Hausname „Wiesenbauer“ geht auf einen Bauern namens Baumann am Ausgang des 18. Jahrhunderts zurück. Er wurde als „Wiesen-Hans“ bezeichnet und trug den seinen inoffiziellen Namen durch Heirat von seiner Nachbarort Forst nach Donndorf.

Der Hausname „Matzen“ für die Bewohner des Matzenberges leitet sich von einem Matthäus Rettner ab.

BaudenkmälerBearbeiten

Baubeschreibungen: → Liste der Baudenkmäler in Eckersdorf#Donndorf

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Donndorf

Jahr 1867[8] 1871[9] 1910[10] 1933[11] 1939[11]
Einwohnerzahl 425 447 550 593 613

Ort Donndorf

Jahr 1826[12] 1867[8] 1987[13] 2016[1]
Einwohnerzahl 290 418 1721 1954

SonstigesBearbeiten

  • Evang. Kita Fantasie Donndorf
  • Freiwillige Feuerwehr Donndorf e. V.
  • TSV Donndorf-Eckersdorf 1910 e.V.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Hans Haas (1868–1934), deutscher Religionswissenschaftler und Theologe

VerkehrBearbeiten

Der Ort liegt an der B 22, die nach Eckersdorf bzw. nach Meyernberg führt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Forst.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Donndorf (Eckersdorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b www.eckersdorf.de
  2. W.-A. v. Reitzenstein, S. 56.
  3. BayernAtlas. Abgerufen am 18. März 2019.
  4. BayernAtlas. Abgerufen am 18. März 2019.
  5. BayernAtlas. Abgerufen am 18. März 2019.
  6. Schimpf: Busbach, S. 17.
  7. W. Bronnenmeyer: Richard Wagner. Bürger in Bayreuth. Ellwanger, Bayreuth 1983, S. 47.
  8. a b Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern, Sp. 843
  9. Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden, S. 113
  10. ulischubert.de, Bezirksamt Bayreuth
  11. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt und Landkreis Bayreuth. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  12. Geographisch-statistische Beschreibung des Ober-Mainkreises, S. 64
  13. Verein für Computergenealogie e. V., Donndorf