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Wilderich von Droste zu Hülshoff

deutscher Jurist, Autor und Stiftungsvorstand

Wilderich Freiherr von Droste zu Hülshoff (* 24. April 1948 in Adenau) ist ein deutscher Jurist, Autor und Stiftungsvorstand.

Wilderich von Droste zu Hülshoff (links) und Bernd von Droste zu Hülshoff (rechts) am 150. Todestag von Annette von Droste-Hülshoff 1998 in Meersburg

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Wilderich Richard Fidelis Hubertus Freiherr von Droste zu Hülshoff wurde als Sohn des späteren Oberlandforstmeisters Mariano Freiherr von Droste zu Hülshoff und seiner Frau Sybille, geb. Iltgen, in Adenau geboren und wuchs dort auf. Er gehört der 24. Generation seiner Familie an, ist ein Enkel des Juristen und Autors Heinrich von Droste zu Hülshoff und der jüngere Bruder von Bernd von Droste zu Hülshoff. Seine Wohnsitze waren 1973 das Fürstenhäusle seiner Ur-Urgroßtante Annette von Droste-Hülshoff und Burg Meersburg, dann seit 1974 Kirchzarten. Seit 2005 lebt er auf dem Landsitz Villa Küchlin in Horben, wo seine Familie Land- und Forstwirtschaft und die Destillerie Baron Droste Hülshoff betreibt. Er ist seit 1978 mit der Orchesterdirigentin, Malerin und Schriftstellerin Hortense von Gelmini verheiratet und hat mit ihr einen Sohn, den Unternehmer Benedikt Freiherr von Droste zu Hülshoff[1].

AusbildungBearbeiten

Nach dem Abitur am Gymnasium in Oberlahnstein absolvierte er ein Volontariat bei der Deutschen Bank in Koblenz und begann ein Studium der Forstwissenschaft an der Forstlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen in Hann. Münden. Dann studierte er Rechtswissenschaft in Münster sowie in Freiburg im Breisgau, wo er 1969 seine spätere Ehefrau kennenlernte. Sein Referendariat absolvierte Droste zu Hülshoff beim Landgericht Konstanz und beendete seine juristische Ausbildung 1975 mit dem Zweiten Staatsexamen in Baden-Württemberg.

Berufliches WirkenBearbeiten

Droste zu Hülshoff arbeitete 1975/1976 als Rechtsanwalt in Freiburg, trat dann in den höheren Dienst der Landesverwaltung von Baden-Württemberg ein und war, nach Stationen im früheren Landesgewerbeamt Baden-Württemberg und dem Landratsamt Ortenaukreis, von 1980 bis 2013 Verwaltungsjurist im Regierungspräsidium Freiburg. Zunächst Referent für öffentliches Baurecht – auf diesem Gebiet wirkte er auch als Lehrbeauftragter an der Hochschule Kehl – wurde er persönlicher Referent von Regierungspräsident (Deutschland) Norbert Nothhelfer. 1986 richtete die Landesregierung unter Lothar Späth im Regierungspräsidium Freiburg ein „Grenzlandreferat“ ein, das zur Stabsstelle für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und europäische Angelegenheiten ausgebaut wurde. Droste zu Hülshoff wurde 1986 deren stellvertretender Leiter und 1999 deren Leiter[2]. Die Einrichtung organisiert im Rahmen der Europapolitik von Baden-Württemberg die politisch-administrative nachbarschaftliche Zusammenarbeit mit dem Elsass, den nördlichen Kantonen der Schweiz, Vorarlberg und Liechtenstein. Sie arbeitet dreisprachig deutsch-französisch-englisch und koordiniert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit an Oberrhein, Hochrhein und Bodensee auf regional-staatlicher Ebene – eine Aufgabe, die in allen anderen Bundesländern mit Auslandsgrenzen Ministerien durchführen. Zu ihrem Zuständigkeitsbereich gehören u. a. die Trinationale Metropolregion Oberrhein, die Internationale Bodenseekonferenz, die Genehmigung von EVTZ und die Förderung von Projekten im Rahmen der europäischen territorialen Zusammenarbeit (Interreg). Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in diesen Regionen gilt europaweit als modellhaft. Droste zu Hülshoff wirkte für Baden-Württemberg auch in der Donaustrategie mit. Nach seiner Pensionierung arbeitet Droste zu Hülshoff seit Oktober 2013 wieder als Rechtsanwalt.

Ehrenamtliches WirkenBearbeiten

 
Wilderich von Droste zu Hülshoff (rechts) bei der Verleihung des Europäischen Kulturpreises an André-Paul Weber im Historischen Kaufhaus (Freiburg im Breisgau)

Droste zu Hülshoff war seit 1994 Beirat und ist seit 1999, als Nachfolger der Stifterin, ehrenamtlicher Alleinvorstand der 1994 in Freiburg gegründeten, gemeinnützigen Kulturstiftung Libertas per Veritatem, welche die christlichen Grundwerte durch die Auseinandersetzung mit dem Gesamtwerk seiner Ehefrau fördert.[3] Er war auf Vorschlag von Ernst Seidel verschiedentlich Laudator bei der Verleihung der Europäischen Kulturpreise durch die Stiftung Pro Europa,[4][5][6] so 2012 für das Trinationale Umweltzentrum und 2014 für André-Paul Weber. Er ist u. a. Mitglied des Malteser Hilfsdienstes und Ehrenritter des Souveränen Malteserordens[7] sowie Mitglied der Annette-von-Droste-Gesellschaft e. V. Er war Mitglied des Freiburger Bachchores und wirkt auch als Organist[8].

SonstigesBearbeiten

 
Buch Annette v. Droste-Hülshoff im Spannungsfeld ihrer Familie, 1997

Droste zu Hülshoff war 1997[9] und 2012[10] Gast in der Fernsehratesendung Ich trage einen großen Namen. Auf den Gebieten seiner Publikationen wirkt er auch als Vortragsredner.

Werke und VeröffentlichungenBearbeiten

BücherBearbeiten

GedichteBearbeiten

Pfingsten und Mariä Krönung In: Maria Frau der Frauen. Otto Gillen/Hortense von Gelmini, Christiana-Verlag, Stein a. Rh. 1991, ISBN 3-7171-0944-8.

AufsätzeBearbeiten

  • Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Wandel 1986–2006. In: Vier Jahrzehnte Kleine Außenpolitik für Baden-Württemberg. Hrsg. Regierungspräsidium Freiburg, 2006, Redaktion: Wilderich von Droste.
  • Umweltschutz kennt keine Grenzen. In: Umweltreport. 1994.
  • Grenzüberschreitende Umweltschutz-Rechte der Kommunen im Deutsch-Französisch-Schweizerischen Grenzgebiet. In: Kommunalpraxis. Nr. 2/94.
  • Rechtsfragen kommunaler grenzüberschreitender Zusammenarbeit – Theorie und Praxis am Hoch- und Oberrhein. In: Kommunalpraxis. 11/93.
  • Aspekte der Umweltverträglichkeitsprüfung im deutsch-französischen Grenzraum (Oberrhein). In: UVP-Report. 2/92
  • Annette von Droste-Hülshoff – ein Genie im Spannungsfeld ihrer Familie. In: Deutsches Adelsblatt, 15. Januar 1997.
  • Zeitnotwendige Bemerkungen zum Verhältnis von Kirche und Kunst – falsch verstandenes Aggiornamento. In: Kirche heute. Nr. 10/95.
  • Hortense von Gelmini und ihr Werk. In: Einblicke. Glock u. Lutz, Heroldsberg bei Nürnberg 1981, ISBN 33-7738-7009-8.
  • Annette von Droste-Hülshoff am Bodensee – zum Gedenken an ihren 150. Todestag am 24. Mai 1998 in Meersburg. In: Badische Heimat. 4/1998.
  • Werner Adolph von Haxthausen – Inspirator des Bökendorfer Romantikerkreises und seine Nachkommen (Einleitung und Biografien), mit Sibren Verhelst (Genealogie), Gorinchem (Niederlande), 2014.

LiteraturBearbeiten

  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon. Band III., 1975.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser. Band XVII.
  • Broschüre der Stiftung Pro Europa. S. 59.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser. Bd. XVII, Band 107 der Gesamtreihe, 1994.
  2. Im Büro von Wilderich von Droste zu Hülshoff. In: Badische Zeitung. 29. Juni 2013.
  3. Libertas pe Veritatem - Stiftungszweck
  4. Broschüre der Stiftung Pro Europa, S. 59.
  5. Jean-Christophe Meyer: Distinction - André-Paul Weber honoré à Fribourg. In: L'Alsace. 15. Juli 2014.
  6. Sibylle Bartl: Fackelträger des Europäischen Geistes. In: Badische Zeitung. 19. Juli 2014.
  7. Denkwürdiger Auftritt im prachtvollen Ornat. Badische Zeitung, 18. November 2013.
  8. CD mit Werken von Johann Sebastian Bach und Charles Marie Widor, Privataufnahme am 30. April 2008 in Paris, St-Sulpice (Paris)
  9. „Ich trage einen großen Namen“: Droste-Hülshoff, des SR, 1997
  10. Wilderich von Droste zu Hülshoff in der Sendung „Ich trage einen großen Namen“ des SWR , youtube, 7. Juli 2013.