Scharfschütze

Schützen, die durch selektiven gezielten Schusswaffeneinsatz ihren Auftrag ausführen

Scharfschützen sind Soldaten, die im Schusswaffengebrauch durch selektiven gezielten Schusswaffeneinsatz ihren Auftrag ausführen. Polizisten in diesem besonderen Auftrag werden als Präzisionsschützen bezeichnet. Zivilpersonen, die eine Schusswaffe mit Zielfernrohr gezielt einsetzen, werden ebenfalls als Scharfschütze bezeichnet.

Ein Scharfschütze mit Beobachter
Tätigkeitsabzeichen Scharfschütze/Präzisionsschütze der Bundeswehr

Herkunft des BegriffsBearbeiten

Das Wort „Schütze“ entstand im deutschen Sprachraum als ein Ausdruck für „Sender für Geschosse“, wobei kein Bezug zu der Form des Projektils oder der Schusswaffe bestand. Die Brüder Grimm als Autoren des Deutschen Wörterbuches leiten die Entwicklung dieses Begriffes aus dem althochdeutschen „scuzzo“ ab und verweisen auf die verwandten Worte in anderen Sprachräumen, „skut“ im Angelsächsischen, „skytt“ und „skytte“ im Norwegischen, Schwedischen und Dänischen. In Anlehnung daran verweisen spätere Sprachforscher auf die enge Beziehung zum friesischen „sketta“ und dem niederdeutschen „schütte“, aus dem dann im Mittelhochdeutschen „schütze“ entstand.

Die französische Sprache bezieht ihr Wort für Schütze, französisch tireur, aus dem Verb „tirer“, d. h. „ziehen“, und beschreibt damit die Tätigkeit beim Abfeuern eines Bogens, einer Armbrust (Sehne) oder einer Schusswaffe (Abzug), während der lateinische Schütze nach seiner Waffe oder dem Geschoss als „sagittarius“ (Pfeilschießer) oder „ballistarius“ (Schleuderer) bezeichnet wurde.

Die Bezeichnung für einen besonders guten Schützen entstand in der deutschen Umgangssprache in Verbindung mit dem Wort „scharf“, das auch mit „Scharfblick“, „scharfes Auge“, aber auch mit „scharfe Munition“ eine besondere Bedeutung erhält. Das Französische kennt nur die Steigerung des „tireur d’élite“, des Meister- oder Eliteschützen. Am aufschlussreichsten sind die im Englischen entstandenen Begriffe: So bezeichnet englisch marksman jemanden, der mit Genauigkeit das „mark“ (Ziel) trifft.

Der „sharpshooter“ entstand als Lehnübersetzung des deutschen Begriffs und ist spätestens seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Auch die Herleitung von amerikanischenSharpshooters“, den Schützeneinheiten mit weitreichenden Sharpsgewehren, ist möglich.

Zusätzlich kam der Begriff „Sniper“ für den militärischen Spezialisten auf. In diesem Fall stammt er aus dem Jagdwesen. Jemand, der eine „snipe“ (Schnepfe) mit einer Büchsenkugel, also nicht mit dem dafür sonst üblichen Schrotgewehr treffen konnte, musste schon ein sehr guter Schütze sein, da diese Vögel äußerst scheu, gut getarnt und im Flug sehr gewandt sind. Sniper ist inzwischen auch in Deutschland eine gebräuchliche Bezeichnung für Scharfschützen. Das Russische übernahm das englische Wort: russisch Снайпер Snajper.

Das Schimpfwort „Heckenschütze“ entwickelte sich aus der Umgangssprache des Mittelalters und steht in Beziehung zu den im Hinterhalt lauernden „Heckenräubern“. Es fand in den militärischen Sprachgebrauch noch in einem anderen Zusammenhang Eingang: Das preußische Exerzierreglement von 1714 sah zur Abwehr umherstreifender Kavallerie das „Heckenfeuer“ vor. Aus jedem halben Peloton (Aufstellungsart beim Gefecht) traten zwei Rotten hervor, gaben ihre Salve ab und traten wieder zurück. Sie traten dabei oft an die „Hecke“ heran, ein „Abatis“ genanntes Gewirr von Holzgestrüpp, gefällten Bäumen und Ästen, das dem Feind als erstes Hindernis in den Weg gelegt wurde. Das Heckenfeuer war kein Einzelfeuer, sondern Salvenschießen, wobei das Zielen eher sekundär war.

GeschichteBearbeiten

Wurzeln und erste AnfängeBearbeiten

Die historischen Wurzeln der Scharfschützen reichen bis in das 15. Jahrhundert zurück, zu den mit Arkebusen bewaffneten Soldaten, die vor den streng geordneten Gewalthaufen kämpften, um besser zielen zu können. Bis weit ins 18. Jahrhundert führten die Tirailleure oder Plänkler sowie Jäger das zerstreute Gefecht.

Ein entscheidender Schritt im Scharfschützenwesen war die Entwicklung des gezogenen Laufs. Das Prinzip des gezogenen Laufs mit Zügen und Feldern wurde im 15. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum entwickelt. Namentlich bekannt ist Gaspard Kollner aus Wien, der um 1498 daran arbeitete. Der spiralförmig gerillte (das englische Wort Rifle stammt ursprünglich von dem Deutschen Wort geriffelt ab) Gewehrlauf, so wie er heutzutage Verwendung findet, wird Augustus Kotter aus Nürnberg 1520 zugeordnet.[1] Diese neuartigen Gewehre mit Zügen und Feldern wurden Büchsen genannt. Das Wort Büchse wurde anfangs für jedes Gewehr angewandt. Erst im 17. Jahrhundert wurden damit Gewehre mit gezogenem Lauf bezeichnet. Mit Büchsen konnte man deutlich weiter und vor allem präziser schießen. Der Nachteil der Vorderladerbüchsen war der deutlich längere Ladevorgang und die teurere Herstellung. Vor allem die teure Herstellung verhinderte den Einzug in die reguläre Infanterie bis ins 19. Jahrhundert.

Deutsche Jäger im 17. JahrhundertBearbeiten

Die mit Büchsen ausgerüsteten deutschen Jäger- und Schützenbataillone aus dem 17. Jahrhundert wurden überwiegend aus freiwilligen Förstern und Jägern rekrutiert. Aber auch Waldarbeiter und Schützen aus den städtischen Schützenvereinen waren dort teilweise zu finden. Vor allem die Förster und Jäger brachten oftmals ihre eigenen Jagdwaffen mit gezogenen Läufen (Büchsen) mit. Darüber hinaus erhielten sie eine bessere Schießausbildung im gezielten Schuss als die reguläre Linieninfanterie.

Die erste bekannte Jägereinheit wurde 1631 von Wilhelm V. (Hessen-Kassel) aufgestellt, die bereits die Aufgaben heutiger Scharfschützen hatte. Die Jägertruppe hatte den Auftrag, den Feind aufzuklären und mit gezieltem Schuss auf ausgewählte und weit entfernte Ziele (vor allem Offiziere und Kanoniere) den Gegner zu schwächen. Dies erfolgte außerhalb der regulären Schlachtordnung, selbständig und ohne direkten Kontakt zur Führung (Auftragstaktik). Das Aufstellen und die Aufgaben dieser Jägereinheit war die Geburtsstunde des Konzeptes des Scharfschützen. Bei der Belagerung und beim anschließenden Angriff auf Fritzlar am 9. September 1631 zeichneten sich die Jäger aus Hessen-Kassel durch gezieltes Feuer aus und ermöglichten so die Erstürmung. 1641 bestimmte Maximilian I. von Bayern eigens einen fürstlichen Oberstjägermeister, der bei der Musterung der Soldaten die Jäger und Förster in Jägereinheiten zusammenfasste. 1643 verfügte das Herzogtum Bayern bereits über 2368 Mann dieser geschulten Schützen. Es wurden aber nicht wahllos alle Jäger oder Förster in die Jägereinheiten eingebunden. So berichtet eine Quelle, dass mehrere Männer nicht über die erforderlichen Waffen- und Schießfertigkeiten verfügten und so in reguläre Infanterieeinheiten versetzt wurden. Mit der Aufstellung von speziellen Jägertruppen folgten 1674 Brandenburg und 1744 Preußen. Die Uniformen der Jägereinheiten waren meist grün und/oder braun. Glitzernde Ausrüstungsgegenstände wurden im Einsatz in der Regel abgedeckt bzw. getarnt.[2] Bei der Schlacht bei Minden am 1. August 1759 hinterließen die preußischen Jäger einen großen Eindruck auf die verbündeten britischen Offiziere. In seinem 1814 erschienenen Buch über das Schießen beschrieb der britische Oberst George Hanger, dass die wohlgezielten Büchsenschüsse der preußischen Jäger, die versteckt aus einem kleinen Waldstück agierten, einige französische Offiziere auf dem offenen Feld zu Fall brachten.[3] Österreich setzte Mitte 18. Jahrhundert einen neuen Standard in den Jägereinheiten. Dort gab es eine einheitliche Ausrüstung, die vom Dienstherren gestellt wurde. Ihre Dienstwaffe war 1759 das M1759 Jäger-Gewehr und 1768 der M1768 Doppelstutzen für Grenzerscharfschützen, eine zweiläufige Waffe im Kaliber 14,8mm, Gesamtlänge 104cm, Gewicht 5,4Kg für den Beschaffungspreis von 30 Gulden. Der übliche Beschaffungspreis für Militärgewehre lag in der Regel bei 4 bis 8 Gulden.[4] Der obere Lauf war ein gezogener Büchsenlauf für weite Distanzschüsse und der untere Lauf war ein glatter Lauf für den Nahkampf. Darüber hinaus erhielten sie einen Spieß für den Nahkampf, an dessen Seite ein Haken angebracht war. Dieser Haken diente als Gewehrauflage für einen sicheren, ruhigen Schuss (Schießstock). Die Kombination Distanz/Nahkampfwaffe war für die damalige Zeit sehr fortschrittlich. Auch heute haben die meisten Scharfschützen eine sogenannte Backup-Waffe wie eine Pistole oder kurze Maschinenpistole. Wenn Scharfschützen paarweise mit Beobachter arbeiten, dann verfügt dieser meist über ein Sturmgewehr für die Nahsicherung. Im österreich-ungarischen Heer wurden 1788–1790 sogenannte Windbüchsen (frühe Druckluftgewehre) als Scharfschützengewehr getestet. Das Problem war aber der empfindliche Mechanismus, der einen feldmäßigen Einsatz ausschloss.[5] Im Doppelherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach wurde 1790 eine rund 750 Köpfe starke Scharfschützeneinheit gebildet, ein sogenanntes Büchsenschützen-Bataillon. Die Unteroffiziere waren meist gelernte Berufsjäger. In der Schlacht bei Auerstedt stand das Bataillon auf dem äußersten rechten Flügel. Dort deckte es mit Bravour den Rückzug des Kalckreuthschen Reserve-Korps.[6]

Die deutschen Jäger hatten einen ausgesprochenen Korpsgeist. Dieser neuartige Ansatz eines selbständig kämpfenden Soldaten manifestierte sich auch in einem anderen Verhältnis der Offiziere zu ihren Jägern. Wurde der gemeine Soldat in einem Linienregiment als „Hundsfott“ abgetan und auch gelegentlich angeredet, war es in der Jägertruppe üblich, sich im damals als vornehm geltenden Französisch als Monsieur (dt. „Herr“) bzw. Messieurs anzusprechen. Alleine die respektvollere Anrede stärkte den Zusammenhalt in der Jägertruppe zwischen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften untereinander. Darüber hinaus hatten sie eigene Abzeichen wie z. B. eine Achselschnur (Vorläufer der Schützenschnur). Der elitäre Charakter der Jägertruppe spiegelte sich auch in einer Anordnung des preußischen Militär vom 10. März 1813 wider, der besagte, dass Jägereinheiten, sofern möglich, im regulären Dienstbetrieb wie Lager oder Arbeitsdienst nicht einzusetzen seien.

Amerikanischer UnabhängigkeitskriegBearbeiten

Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg rekrutierte Daniel Morgan 1775 eine Schützenkompanie mit ausgezeichneten Schützen, die zumeist mit der präzisen Pennsylvania Büchse ausgerüstet waren. Er geriet in britische Gefangenschaft, und im Zuge eines Gefangenenaustausches kam er 1777 wieder zur Kontinentalarmee. Dort wurde er Kommandeur eine 500 starken Schützeneinheit, die als leichte Infanterie und Plänkler eingesetzt wurden. Deren bevorzugte Ziele waren, genau wie bei den deutschen Jägern, Offiziere und Kanoniere. Einer seiner besten Schützen war Timothy Murphy, der 1777 in der Schlacht von Saratoga den britischen General Simon Fraser erschoss. Dazu stieg Murphy extra auf einen Baum. Der erste Schuss traf den Sattel des Generals, der zweite traf den Hals des Pferdes. Der dritte Schuss verwundete Fraser tödlich. Auf britischer Seite wurde Captain Patrick Ferguson beauftragt eine Schützeneinheit mit 100 Mann, ausgerüstet mit Büchsen, aufzustellen. In der Schlacht von Brandywine wurden er und seine Männer das erste Mal eingesetzt. Dort erspähten sie zwei amerikanische Offiziere. Ferguson verbot seinen Männern auf diese zu schießen, da er es für unehrenhaft hielt diese hinterrücks zu erschießen. Ein paar Tage später erfuhr er, dass die beiden Offiziere mit großer Wahrscheinlichkeit George Washington und Kazimierz Pułaski waren.[7] Für den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg wurden 30 000 deutsche Söldner von den Briten angekauft. Da es sich dabei um 19 000 Soldaten aus der Landgrafschaft Hessen-Kassel handelte, bürgerte sich bald der Begriff Hessen bzw. Hessians für alle deutschen Truppen ein. Unter dem Eindruck der preußischen Jäger bei der Schlacht bei Minden waren die Briten sehr an deutschen Jägern interessiert und zahlten für diese deutlich mehr. Aufgrund dieser Tatsache wurden die hessischen Jägerkompanien auch mit regulären Soldaten aufgefüllt, die nicht dem hohen Standard an Ausrüstung und Ausbildung entsprachen. Trotzdem langten die wenigen „echten“ hessischen Jäger aus, um ihren legendären Ruf zu begründen. So wie beim Rückzugsgefecht am Pass bei Portsmouth, wo sich 33 hessische Jäger, unter der Führung des Hauptmanns Johann von Ewald, gegen eine 800 Mann starke Übermacht, geführt von Marquis de La Fayette, behaupteten. Als deren Bajonettangriffe im Feuer der verschanzten hessischen Jäger liegenblieb, forderte Lafayette die amerikanischen Riflemen an. So entstand eines der ersten bekannten Scharfschützengefechte. Die hessischen Jäger konnten aufgrund ihrer besseren Disziplin weiterhin die Oberhand behalten. Als Erkenntnis dieser Schlacht führte La Fayette in der französischen Revolutionsarmee je eine Kompanie Jäger mit Büchsen carabine de Versailles pro Bataillon ein. Dies musste er aber bald wieder revidieren, da eine Waffe mit gezogenem Lauf aus einem Bürger von Paris keinen Jäger bzw. Scharfschützen machte. Diese Schützeneinheiten scheiterten kläglich, da ihre Mannschaften nicht über die erforderlichen Schießkenntnisse wie Ballistik, Pulvermenge, Geschossgewicht usw. verfügten. Zudem fehlte ihnen das essentielle Verhalten/Bewegung im Gelände bzw. Geländekunde. Nach den ersten Schlachten wurden diese Einheiten wieder aufgelöst bzw. später wieder mit Musketen bewaffnet. In Frankreich konnten sich die Scharfschützen im 19. Jahrhundert nicht durchsetzen.[8]

KoalitionskriegeBearbeiten

Das am 24. Februar 1788 herausgegebene Königliche Reglement für die Königlich Preußische Leichte Infanterie regelte den Einsatz und die Anzahl (10 pro Kompanie) der Büchsen/Scharfschützen. So gab es genaue Anweisungen für die Taktiken, die heute noch Gültigkeit haben. Wie zum Beispiel, dass der Schütze vorzugsweise aus einer Deckung wie z. B. Graben oder Zaun zu agieren hat oder aus einer überhöhten Deckung wie zum Beispiel einem Baum. Dabei muss er die Deckung so wählen, dass er sich von dort zur nächsten Stellung ungesehen fortschleichen kann (Scharfschützenprinzip der Wechselstellung). Ein Jahr später wurde das Reglement dahingehend erweitert, dass die Scharfschützen durch zusätzliches Training in der Lage sein müssen aus sämtlichen Stellungen und Lagen (stehend, kniend, liegend) im Gelände zu schießen. Dieses spezielle Schießtraining zeichnete sich spätestens in den Koalitionskriegen aus. Überall, wo die preußischen Scharfschützen des Fußjägerregiments auf französische Plänker trafen, zeigte sich die überlegene Schießleistung der preußischen Jäger: so wie beim Rückzugsgefecht am 1. November 1806 unter der Führung von Ludwig Yorck von Wartenburg bei Nossentin. In dem waldreichen Gebiet konnte die französische Übermacht nur eingeschränkt kämpfen, und so fügten die preußischen Jäger ihr starke Verluste zu. Aus dem Yorckschen Regiment sind namentlich zwei Jäger bekannt. Bei Wahren wurde dem Oberjäger Schubert die Büchse zerschossen und dabei die rechte Hand verletzt. Er griff zur Büchse eines gefallenen Kameraden und kämpfte weiter und wurde wenige Minuten später zum zweiten Mal, dieses Mal im Mundbereich, verwundet. Er spie die zerbrochenen Zähne aus und kämpfte weiter. Friedrich Rittmüller, ein anderer Jäger aus dem Yorckschen Regiment, zeichnete sich dadurch aus, dass er sich mehrmals an französische Kavallerieplänkler heranpirschte, sie vom Pferd schoss und die Beutepferde einsammelte. Eine Zeitlang kämpfte er mit den preußischen Husaren auf Streifenpatrouille, ritt auf Büchsenschussweite an die gegnerischen Abteilungen heran und schoss deren Offiziere ab.

Die Militärregierung der preußischen Provinz Schlesien erließ am 26. April 1813 einen Befehl zur Aufstellung einer Jägereinheit aus Jägern, Förstern und Wilderer. Den Wilderern wurde Straffreiheit und eine spätere Einstellung als Forstgehilfe zugesichert. Darüber hinaus wurden jedem Jäger 3 Taler versprochen für jeden feindlichen Infanteristen, der mittels Präzisionsschuss (feindlicher Schütze hinter Wällen oder Schießscharten) getötet wurde.[9]

In Großbritannien wurde 1800 eine experimentelle Schützeneinheit aufgestellt, die 1802 in das reguläre Feldheer als 95th (Rifle) Regiment of Foot aufgenommen wurde. Sie waren mit der Baker Rifle, einer Büchse im Stil deutscher Jägerbüchsen, bewaffnet und trugen dunkelgrüne Uniformröcke sowie dunkelgrüne oder graue Hosen anstatt der auffälligen roten Uniformröcke und weißen Hosen der Linieninfanterie.

In den südeuropäischen Heeren, wie in Spanien und Italien, maß man der Entwicklung zunächst keine besondere Bedeutung bei. In Italien gab es jedoch innerhalb der Bersaglieri Scharfschützen mit Büchsen. Im portugiesischen Heer (Exército Português) wurden Jägereinheiten (Caçadores) nach britischem Muster aufgestellt.

Sezessionskrieg/Amerikanischer BürgerkriegBearbeiten

Nach den Koalitionskriegen gab es keine Zweifel mehr, dass sich die Kriegsführung durch den Einsatz von Büchsen ändern würde. Der Sezessionskrieg zeigte bereits einige Elemente der modernen Kriegsführung wie die Verwendung von Geschützen mit gezogenem Lauf, Telegraphen und Eisenbahnen. Trotzdem standen sich die Soldaten noch größtenteils Schulter an Schulter in Linie gegenüber, obwohl die Soldaten mehrheitlich bereits mit Büchsen ausgerüstet waren. Auch gab es bereits Mehrlader-Gewehre, die aber von der militärischen Führung abgelehnt wurden mit der Begründung, dass bei Verwendung dieser Gewehre der Infanterist die Munition im Übermaß verschießen würde. Auf beiden Seiten wurden eigenständige Scharfschützeneinheiten aufgestellt, so etwa die Freiwilligen der United States Sharpshooters bzw. „Berdan-Sharpshooters“ (nach ihrem Kommandeur Hiram Berdan genannt) der Nordstaaten. Berdan war kein Absolvent einer Militärschule. Er war lediglich Maschinenbauingenieur und ein sehr guter Sportschütze. Er verdankte seinen Rang einzig dem Umstand, dass er die Aufstellung einer Scharfschützeneinheit übernommen hatte. Berdans Männer brachten anfangs ihre eigenen Jagd- oder Sportgewehre mit. Später erhielten sie das Colt 5 Schuss Revolver-Gewehr. Erst im Juni 1862 wurden sie mit dem Sharps Rifle ausgerüstet. Sie trugen dunkelgrüne Uniformröcke, Hosen und Feldmützen anstatt der üblichen dunkelblauen Uniformröcke und hellblauen Hosen der Linieninfanterie. Das Mützenabzeichen war ein Jagdhorn. Die Berichterstattung über Berdans Scharfschützen oder über die Scharfschützen des Bürgerkrieges im Allgemeinen waren oft gekennzeichnet von journalistischer Übertreibung bis hin zur Propaganda. So soll der Schütze California Joe, von einer Baumkrone aus, einen Feind auf zwei Meilen Entfernung erschossen haben. Erwiesen ist aber, dass der Brigadegeneral Amiel Weeks Whipple den Berdan-Schützen am 7. Mai 1863 zum Opfer fiel. Auf der konföderierten Seite wurde 1862 ein Scharfschützenregiment aufgestellt. Die Südstaaten hatten mit Materialknappheit, vor allem im Bezug auf präzise Waffen, zu kämpfen. Trotzdem gelangen ihnen einige Erfolge. Bei Fredericksburg verhinderten konföderierte Scharfschützen stundenlang den Übergang über einen Fluss. Sie ließen sich auch nicht durch massiven Artilleriebeschuss vertreiben. Erst als ein Infanterieregiment auf Booten übersetze, konnten sie die Konföderierten im Häuserkampf vertreiben. Das bekannteste Opfer der konföderierten Scharfschützen war der Generalmajor Hiram Gregory Berry am 3. Mai 1863 in der Schlacht bei Chancellorsville. Die wenig verwendeten Zielfernrohre waren auf beiden Seiten meist ohne Linsen. Es waren meist lange, über den gesamten Lauf reichende Messingrohre, sozusagen eine Zielhilfe ohne Optik.[10]


Im Burenkrieg erlitt die britische Armee starke Verluste durch burische Scharfschützen, vor allem als diese über das neue Mausergewehr Modell 95 im Kaliber 7×57 mm verfügten.

Beginn des modernen ScharfschützenwesensBearbeiten

Die Entwicklung des modernen Scharfschützenwesens im eigentlichen Sinne begann mit dem Ersten Weltkrieg. Denn bis dahin wurden die entscheidenden Elemente eines präzisen Scharfschützengewehres entwickelt wie die industrielle Herstellung von Gewehren mit gezogenem Lauf, zuverlässige Patronen aus Metall, rauchloses Nitrocellulosepulver und brauchbare Optiken. Zunächst wurden hier noch mit Zielfernrohren bestückte Jagdwaffen verwendet, aber bereits ab 1915 begann in Deutschland und 1916 in Großbritannien die gezielte Auswahl besonders geeigneter Läufe aus der aktuellen Gewehrproduktion.

Erster WeltkriegBearbeiten

Als großer Vorteil für das deutsche Heer erwies sich der Umstand, dass es in Deutschland eine große Jagd- und Schießkultur gab. Bis ins 12. Jahrhundert reichte die Tradition der deutschen Schützenvereine. Die städtischen Schützenvereine hatten hauptsächlich die Aufgabe ihre Bürger an der Waffe auszubilden, damit diese ihre Stadt verteidigen konnten. So hatte Köln bereits 1341 einen Schützenmeister für die Armbrustschützen und gegen später einen eigenen Schützenmeister für die ersten Feuerwaffen (Handrohr). Die Einführung dieser beiden Waffen läutete den Niedergang der Ritterheere ein. Mit diesen Waffen konnte nun auch der einfache Infanterist einen adligen Ritter im Kampf besiegen.[11] Nach der Revolution von 1848 durfte auch der nichtadlige Bürger offiziell jagen, und fast jeder Ort, vom Dorf bis zur Stadt, hatte einen Schützenverein. Die jährlichen Schützenfeste waren vielerorts der gesellschaftliche Höhepunkt. Dadurch waren viele junge Männer bereits geübte Schützen, wenn sie vom Militär eingezogen wurden.[12]

Ende 1914 ließ der deutsche Herzog von Ratibor (Victor II. Amadeus von Ratibor, 1895 Präsident ADJV) ca. 20.000 Jagd- und Sportgewehre im Militärkaliber 7,92 × 57 mm mit Zielfernrohren an die erstarrte Westfront schicken. Diese wurden hauptsächlich den Jägerbataillonen zugeteilt und im Gegensatz zu anderen Ländern in der Regel nur an Soldaten, die im Umgang mit Zielfernrohren ausgebildet waren, wie z. B. Jäger, Förster oder Sportschützen, ausgegeben.[13][14] Auch an Wilderer wurden Zielfernrohrgewehre ausgegeben. So zum Beispiel an den am 2. Mai 1891 in Reisbach geborenen, mehrfach vorbestraften bayrischen Wilderer Georg Herrnreiter, der es mit 121 bestätigten Abschüssen zum Gefreiten brachte. Nicht wegen seiner Vorstrafen, sondern aufgrund seines sehr einfachen Bildungsniveaus wurde er nicht zum Unteroffizier befördert. Trotz seiner Vorstrafen wurden ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die Bayerische Tapferkeitsmedaille, die höchste Tapferkeitsauszeichnung Bayerns für Nicht-Offiziere, verliehen. Herrnreiter fiel am 28. Januar 1916 bei Arras.[15] Bereits am Anfang des Ersten Weltkriegs bewiesen deutsche Scharfschützen, dass sie ganze Angriffe zum Erliegen bringen konnten, wie der Forstassistent Wilhelm Büttner aus Schönberg in Mittelfranken. Der Vizefeldwebel der Landwehr von der 7. Kompanie des bayr. Res.-Infanterie-Regiment Nr. 15 wehrte zusammen mit dem Gefreiten Lindner mit ihren Zielfernrohrgewehren am 11. April 1915 im Bois-La-Faux-Ferry einen französischen Angriff ab. Büttner wurde unter anderem mit der Bayerischen Tapferkeitsmedaille in Silber und dem Militärverdienstkreuz 2. Klasse ausgezeichnet.[16] Die Dominanz der deutschen Scharfschützen, vor allem in den ersten zwei Kriegsjahren, ist unter anderem auch auf die deutsche Optikindustrie zurückzuführen, die mit Herstellern wie Busch, Fuess, Gerard, Goertz, Hensoldt, Oigee, Reichert und Zeiss führend auf dem Weltmarkt waren.[17]

Englische und französische Berichte sprachen immer dann von heftiger Scharfschützentätigkeit, wenn sie einem deutschen Jägerbataillon gegenüberlagen.[18] So waren beispielsweise Francis Pegahmagabow im Ersten Weltkrieg und Simo Häyhä im Zweiten Weltkrieg auch ohne Scharfschützenlehrgang, alleine durch ihre jagdliche Erfahrung, die erfolgreichsten Scharfschützen ihrer Zeit. Häyhä arbeitete überdies in den meisten Fällen nur mit Kimme und Korn. Seine Spezialität war die Jagd auf Füchse und Vögel. An beiden lernte er das Anpirschen und das präzise Schießen.[19] Der erste bekannte Scharfschützenlehrgang der Militärgeschichte fand im April 1916 in Döbeln statt und wurde als Zielfernrohr Kursus bezeichnet.[20] Es gibt mehrere Hinweise auf bereits früher veranstaltete Scharfschützenlehrgänge. So steht im Kriegstagebuch des Königlich Sächsischen Infanterie-Regiments Nr. 102 vom 24. Dezember 1914, dass Unteroffiziere, die bereits als Scharfschützen bezeichnet wurden, auf Gewehre mit Fernrohren in der Bedienung eingewiesen wurden. Das Infanterie-Regiment 28 hatte bereits Anfang 1915 eine eigene Scharfschützenabteilung. Das Schreiben des Stellv. Gen. Kdo. des II bayerischen Armeecorps vom 20. Januar 1916 legte fest, dass ab Januar 1916 die besten Schützen der Inf.-Ersatz-Bataillone zu Scharfschützen ausgebildet werden. Auch in der deutschen Landwehr gab es Scharfschützenschulen wie z. B. in der Armeeabteilung B. Das Königlich Bayerische 3. Landwehr-Infanterie-Regiment hatte ganze Scharfschützenzüge in einer Stärke von 50 Mann. Des Weiteren wurden auch bei deutschen Stoßtrupps Scharfschützen teilweise mit eingesetzt. Dies war die erste bekannte Form des modernen Gruppenscharfschützen.[21]

Die deutschen Scharfschützen wechselten nach einigen Schüssen ihre Position, was es besonders schwierig machte, sie auszumachen. Im Februar 1915 kam der britische Major Hesketh Vernon Prichard als Kriegsberichterstatter (er wurde aufgrund seines Alters von 37 als kämpfender Soldat abgelehnt) an die Westfront und wurde Zeuge, wie bei einem von ihm besuchten Bataillon 18 Soldaten an einem Tag Opfer der gut ausgebildeten deutschen Scharfschützen wurden (siehe Bildergalerie: Bekannte Personen, die durch Scharfschützen den Tod fanden). Des Weiteren stellte er fest, dass die wenigen britischen Zielfernrohrgewehre zum größten Teil wahllos an nicht ausgebildete Soldaten ausgegeben wurden und dass 80 % der Optiken aufgrund unsachgemäßer Bedienung falsch eingestellt waren. Als passionierter Jäger erkannte er den sofortigen Handlungsbedarf und gründete im August 1916 die First Army School of Sniping im Dorf Linghem in Nordfrankreich.[22][23]

Zigaretten-Aberglaube / Three on a matchBearbeiten

Der weitverbreitete (Aber)Glaube, dass das Anzünden von drei Zigaretten mit einem einzigen Streichholz Unglück bringe, hat seinen Ursprung im Ersten Weltkrieg. Dieser Aberglaube ist hauptsächlich im englischsprachigen Raum zu finden und hat seine Wurzeln in der Dominanz der deutschen Scharfschützen vor allem in den ersten zwei Kriegsjahren des Ersten Weltkriegs. Im Englischen wird es Three on a match genannt. Tatsächlich wurde einem möglichen deutschen Scharfschützen Zeit gegeben, die Anwesenheit des Feindes zu bemerken (erste Zigarette), in Anschlag zu gehen (zweite Zigarette) und zu schießen (dritte Zigarette).[24]

Unter anderem wird Three on a match in der britischen Satire/Komödie Ein tollkühner Himmelhund aus dem Jahr 1983 behandelt. Dieser beginnt in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs mit dem Helden der Geschichte, Captain Bullshot Crummond, der einigen der jungen Soldaten unter seinem Kommando das Konzept von Three on a match erklärt/demonstriert. Am Ende seiner Erklärung wird der dritte Soldat von einem deutschen Scharfschützen erschossen. Auch in der US-amerikanischen Serie Archer, Staffel 2, Episode 5 The Double Deuce wird ein Soldat von einem deutschen Scharfschützen getötet, nachdem er um eine Zigarette gebeten hat und der Feuergebende drei Streichhölzer benötigt hat, um diese anzuzünden.

In der Serie Downton Abbey hält der Soldat Thomas Barrow im Schützengraben, während es bereits dunkel ist, absichtlich seine Hand mit einem brennenden Feuerzeug über den Schützengrabenrand. Nach sechs Sekunden durchschießt ein deutscher Scharfschütze seine Hand und Barrow hat seinen absichtlich herbeigeführten Heimatschuss. Damit seine Selbstverstümmelung ihn im weiteren Leben nicht zu sehr behindert, nimmt er das brennende Feuerzeug absichtlich in die linke Hand.

Die britische Alternative-Rockband The Alarm verarbeitete die Thematik in dem Song Third Light in der fünften Strophe auf der LP Declaration von 1984:

  • First Light The sniper saw you. („Erstes Streichholz Der Scharfschütze hat dich gesehen.“)
  • Second Light Took careful aim. („Zweites Streichholz Er zielte sorgfältig.“)
  • Third Light He pulled the trigger on the gun. („Drittes Streichholz Er drückte den Abzug der Waffe.“)
  • Dead dead dead. („Tot tot tot.“)

Zweiter WeltkriegBearbeiten

 
Deutscher Scharfschütze mit Beobachter, Russland 1942
 
Deutscher Scharfschütze 1943
 
Deutsches Scharfschützenteam, Russland 1943
 
Bruno Sutkus, mit 52 gewonnenen Scharfschützen-Duellen der erfolgreichste Counter-Sniper der Militärgeschichte.[25]
 
Scharfschützenabzeichen 3. Stufe (Gold)

In der Reichswehr gab es ein Scharfschützenabzeichen für Unteroffiziere und Mannschaften: einen nach oben geöffneten Winkel mit einem Schenkelmaß von acht Zentimetern, ähnlich dem Gefreitendienstgradabzeichen der Wehrmacht. Dieses Abzeichen wurde am linken Unterarm getragen.[26] Mitte der Dreißiger Jahre standen führende deutsche Offiziere der Ausrüstung der Infanterie mit Gewehren mit Zielfernrohren ablehnend gegenüber. In der Wehrmacht erbrachten Vergleichsschießen zwischen den gut ausgebildeten Berufssoldaten der Reichswehr mit dem 98k mit offener Visierung und mit Zielfernrohr keine wesentlich besseren Schießergebnisse, eine Einführung wurde daher abgelehnt. Anders als die Wehrmacht erkannte man in der Waffen-SS von Anfang an den militärischen Wert von Scharfschützen. Bereits Anfang 1940 plante man die Aufstellung von geschlossenen Scharfschützen-Kompanien. Der Reichsführer SS schrieb hierzu am 29. März 1940 an den Reichsjustizminister Dr. Gürtner, dass sämtliche Wildschützen (Wilderer), besonders bayrischer und ostmärkischer Herkunft, der Waffen-SS angegliedert werden und in Scharfschützenkompanien Verwendung finden sollten. Durch entsprechende militärische Leistungen sollten sie so ihre Strafe im Fronteinsatz abbüßen. Wilderer, die mit der Kugel jagten, galten als ideale Scharfschützen. Sie mussten wie Jäger die Tarnung, das Anpirschen und den präzisen Schuss beherrschen, aber darüber hinaus noch auf „feindliche“ Jäger und Förster achten (siehe Georg Herrnreiter Erster Weltkrieg). Zur beabsichtigten Aufstellung kam es aber nicht. Man geht von einer Intervention des Reichsjägermeister Hermann Göring aus, der Wilderer zutiefst verabscheute.[27] Erst im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurden Scharfschützen in allen Streitkräften der kriegsbeteiligten Nationen eingesetzt, am massivsten jedoch von der Roten Armee. Der Roten Armee wurde der Wert dieser Spezialisten besonders im Finnisch-sowjetischen Winterkrieg 1939–1940 bewusst, als taktisch besonnen eingesetzte finnische Scharfschützen, wie zum Beispiel Simo Häyhä, den sowjetischen Einheiten schwere Verluste zufügten. Als Konsequenz aus diesen Erfahrungen wurde das Scharfschützenwesen fortan in den sowjetischen Streitkräften besonders gefördert.

Auch in Deutschland setzte ein Umdenken erst durch die erlittenen Verluste im Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945 durch gegnerische Scharfschützen ein, und es wurden wieder spezielle Scharfschützenschulen eingerichtet. Im Deutschen Reich wurde dieser Waffengattung zunächst wenig Bedeutung beigemessen. Für die Bestätigung eines Abschusses waren die Hürden in der Wehrmacht relativ hoch. Ein bestätigter Abschuss musste von einem Offizier oder Unteroffizier mit eigenen Augen gesehen und bestätigt worden sein. Da die Scharfschützen aber meist einzeln und auf sich gestellt operierten, wurden die meisten Abschüsse nicht bestätigt. Des Weiteren sahen einige deutsche Offiziere Scharfschützenabschüsse als selbstverständliche soldatische Pflicht an. Auch gab es Offiziere, die Scharfschützen als hinterlistige, unehrenhafte Soldaten ansahen und deshalb eine Bestätigung verweigerten. Im Gegensatz zur Roten Armee wurden Abschüsse im direkten Angriff oder Verteidigung bei der Wehrmacht ebenfalls nicht gezählt.[28] Eine konstante Zählung der Abschüsse begann bei den meisten Scharfschützen erst mit der Stiftung des Scharfschützenabzeichens am 20. August 1944. Zur Anerkennung früherer Abschüsse kam es in der Regel nicht, vielmehr wurden nur die gezählt, die ab 1. September 1944 erfolgten. Dies erklärt, warum viele deutschen Scharfschützen, obwohl bereits länger an der Front, ihre Abschüsse alle in den letzten 8 Monaten des Krieges erzielten.[29] Deshalb dürfte die tatsächliche Abschusszahl um ein vielfaches höher liegen als die Anzahl der bestätigten Abschüsse. In der Sowjetunion erkannte man schon von Anfang an den propagandistischen Wert der Scharfschützen. Scharfschützen kamen in der Regel aus dem Mannschaftsstand. Mit solch einfachen Soldaten konnte sich die Bevölkerung oder der einfache Infanterist eher identifizieren als mit hochdekorierten Offizieren. Die Tätigkeit der deutschen Scharfschützen rückte erst 1944 in den Fokus der Propaganda mit der Einführung des Scharfschützenabzeichens. Dieses wurde im Fronteinsatz so gut wie nicht getragen, da man bei Gefangennahme mit sofortiger Erschießung, zumindest aber mit schweren Misshandlungen rechnen musste. Das Scharfschützenabzeichen war hochangesehen, und das NS-Regime instrumentalisierte die Scharfschützen, indem es herausragende Schützen durch Ehrungen propagandistisch ausnutzte. In der Verleihungsbestimmung wurde ausdrücklich betont, dass das Abzeichen nur an ausgebildete Scharfschützen verliehen werden durfte. Scharfschützen, die sich ohne den vierwöchigen Scharfschützenlehrgang seit Jahren als solche, zum Teil sehr erfolgreich, betätigten, konnten das Abzeichen nicht verliehen bekommen.[30]

Neben dem Scharfschützenabzeichen in den drei Stufen (für 20, 40, 60 Abschüsse) konnten Soldaten noch wie folgt gewürdigt werden: Eisernes Kreuz 2. Klasse für 10 bestätigte Abschüsse und für 50 bestätigte Abschüsse das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Bei 100 bestätigten Abschüssen konnte der Soldat für das Deutsche Kreuz in Gold und bei 200 Abschüssen für das Ritterkreuz eingereicht werden. Des Weiteren ließ es sich Reichsmarschall Hermann Göring in seiner Funktion als „Reichsjägermeister“ nicht nehmen, Scharfschützen nach ihrem 50. bestätigten Abschuss mit entsprechenden Fotos und Filmaufnahmen für die Wochenschau persönlich zur Jagd einzuladen.[31] Offiziell wurden nur zwei Wehrmachtsscharfschützen mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet und drei weitere für das Ritterkreuz eingereicht. Verliehen wurde das Ritterkreuz an Matthäus Hetzenauer für 345 bestätigte Abschüsse, die von ihm alle in den letzten 8 Monaten des Krieges getätigt wurden, und an Friedrich Pein für seinen 200. bestätigten Abschuss. Josef (Sepp) Allerberger mit 257 bestätigten Abschüssen und Josef Roth wurden für das Ritterkreuz eingereicht, aber aufgrund der Wirren der letzten Tage des Krieges gab es von offizieller Seite keine Bestätigung mehr. Besonders verworren ist die Verleihungssituation beim Oberjäger Jakob Hechl von der 3. Kompanie vom Gebirgsjägerregiment 91 der 4. Gebirgsdivision. Für das Ritterkreuz waren seine 121 bestätigten Abschüsse nicht ausreichend, aber in Verbindung mit seinem außergewöhnlichen Einsatz als Späh- und Stoßtruppführer wurde ihm das Ritterkreuz am 12. März 1945 durch den Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner verliehen. Dies ist im Bozener Tageblatt vom 18. April 1945 nachzulesen. Im Standardwerk „Die Ritterkreuzträger 1939-1945“ ist zu diesem Fall lediglich vermerkt: Nicht im Bundesarchiv nachweisbar. Es liegt nahe, dass Generalfeldmarschall Schörner dem Oberjäger Hechl das Ritterkreuz in Eigenregie, also ohne offizielle Einreichung verliehen hat. Bruno Sutkus, der mit 209 bestätigten Abschüssen die Anforderungen für das Ritterkreuz erfüllte hätte, wurde auch nicht für das Ritterkreuz eingereicht. Bei Auszeichnungen unter dem Ritterkreuz war die Verleihung ebenfalls kein Automatismus. Das deutsche Kreuz in Gold wurde an den Gefreiten Hans Gruber für seinen 102. Abschuss, an den Obergefreiten Willi Pfirmann vom 2./Grenadier-Regiment 689 für 178 bestätigte Abschüsse und an den Gefreiten Georg Burdinski vom 5./Grenadier-Regiment 689 für 169 bestätigte Abschüsse verliehen. Burdinski soll bis Kriegsende 246 Abschüsse getätigt haben. Für Unteroffizier Bühler von der 547. Volksgrenadier-Division, Unteroffizier Roschorrek von der 561. Volksgrenadier-Division, Unteroffizier Georg Kleber und den Gefreiten Artur Zühlke vom 1./Grenadier-Regiment 1087, alle vier Scharfschützen mit über 100 bestätigten Abschüssen, ist keine Verleihung des deutschen Kreuzes bekannt. Auch beim Gefreiten Deffner vom 13./ Grenadier-Regiment 278 mit insgesamt 158 Abschüssen ist eine Verleihung nicht nachgewiesen.[32][33][34][35][36]

Deutscher Scharfschützeneinsatz in Verteidigung und RückzugsgefechtenBearbeiten

 
Deutscher Scharfschütze mit Splittertarnjacke, Westfront

Ein ideales Einsatzszenario bietet für Scharfschützen die Verteidigung oder Rückzugsgefechte. Dies bewiesen, nach dem Ersten Weltkrieg, erneut die finnischen Scharfschützen im Winterkrieg 1939 gegen die Sowjetunion. Sepp Allerberger, mit 257 bestätigten Abschüssen einer der erfolgreichsten Scharfschützen der Wehrmacht, beschrieb seine Taktik an der Ostfront wie folgt: „Ich wartete ruhig ab, bis die nächsten vier Angriffswellen sich auf unsere Linien zubewegten. Dann feuerte ich schnell auf die zwei hinteren Wellen, wobei ich jeweils auf den Magenbereich zielte. Diese unerwarteten Opfer im hinteren Angriffsbereich und die fürchterlichen Schreie der Verwundeten brachten den Angriff in den hinteren Reihen schon bald zum Stehen. Das wiederrum verursachte Unruhe in den beiden führenden Angriffsreihen, so dass der ganze Angriff zu stocken begann. Jetzt konnte ich mich auf Ziele in den beiden ersten Reihen konzentrieren. Ich schoss dabei auf alle sowjetischen Soldaten, die sich weniger als 50m vor meiner eigenen Stellung befanden. Als Ziel wählte ich das Herz oder den Kopf aus. Wenn sich feindliche Soldaten umdrehten und wegliefen, dann sorge ich mit Schuss in die Nieren dafür, dass sie schreiend zusammenbrachen. Zu diesem Zeitpunkt war der Angriff dann schon vollkommen zusammengebrochen.“ In solchen Kampflagen erzielte Allerberger oft über 20 Abschüsse, die allerdings bei der Wehrmacht nicht gezählt wurden, da diese im direkten Angriff oder Verteidigung getätigt wurden.[37]

An der Westfront boten die langgezogenen Heckenreihen der Normandie den deutschen Scharfschützen ideale Stellungen. Oft gruben sie sich unter den Hecken ein und waren so vor Mörserbeschuss geschützt. Zwischen den Hecken platzierten sie auch oft Sprengfallen, Minen und Stolperdrahtsprengfallen. Aus solch geschützten Stellungen heraus konnten die deutschen Scharfschützen oftmals mehrere Schüsse abgeben, bevor sie in eine Wechselstellung mussten. Mit nur wenigen Schüssen erzeugten sie leicht Panik und Chaos unter den meist kampfunerfahrenen GI´s. Der berühmte Journalist und Kriegsberichterstatter Ernie Pyle beschrieb die Problematik mit deutschen Scharfschützen in der Normandie 1944 mit den Worten: „Hier in der Normandie gibt es überall deutsche Scharfschützen. Die Scharfschützen sitzen in den Bäumen, in Gebäuden, in Ruinen und im Gras. Hauptsächlich verstecken sie sich aber in den hohen Heckreihen, mit denen die Felder hier in der Normandie eingegrenzt werden und die sich neben jeder Straße und neben jedem Weg befinden.[38] Der Hass auf die deutschen Scharfschützen in der Normandie ging so weit, dass dieser zu vorsätzlichen Kriegsverbrechen führte. Ernie Pyle notierte in Brave Men (New York 1944) ein Gespräch mit einem befreundeten Offizier. Dieser teilte ihm mit, dass er bzw. seine Einheit keine deutschen Scharfschützen lebend in Gefangenschaft brachten.[39]

Der Einsatz deutscher Scharfschützen in der Normandie wurde von einem englischen Sergeanten anhand des Gefreiten Kurt Spengler berichtet: „Spengler war als einziger Soldat seiner Einheit in einem Minenfeld bei Hermanville, 13Km nördlich von Caen, zurückgeblieben, als sich das deutsche Gros nach Süden absetzte. Tag und Nacht hielt er das Vorfeld unter Feuer und schoss einen Spähtrupp nach dem anderen von uns ab. Er war nicht kleinzukriegen. Rings um ihn herum war totes Niemandsland, gespickt mit Minen besonderer Art. Als wir nach tagelanger massierter Artillerieeinwirkung durchbrachen, fanden wir ihn tot. In der Nähe lagen die leeren Dosen der Konserven, von denen er gelebt hatte und viele leere Patronenhülsen. Nach der Einnahme von Hermanville wies der Kommandeur unseres Regiments mit einem Befehl darauf hin, dass diese Zähigkeit des deutschen Scharfschützen, der Spengler hieß, für uns das beste Beispiel von Tapferkeit und Haltung sei.[40]

Scharfschützen der Roten Armee im Zweiten WeltkriegBearbeiten

 
Sowjetisches Abzeichen „Snajper“
 
Sowjetische Briefmarke von 1943
 
Deutscher Scharfschütze, 1942, 6. Armee vor Stalingrad

Die Basis für das sowjetische Scharfschützenwesen wurde ironischerweise von der deutschen Reichswehr und der deutschen Optikindustrie Mitte der zwanziger Jahre geschaffen. Deutschland und die Sowjetunion waren von den damaligen übrigen Nationen isoliert. Deshalb unterhielt die deutsche Reichswehr in den zwanziger Jahren ein Ausbildungs- und Beratungsprogramm, zusammen mit der Roten Armee, in dem auch die deutschen Erfahrungen im Hinblick auf die taktischen Verwendungen von Scharfschützen weitergegeben wurden. Die durch Inflation und mangelnder Auftragslage wirtschaftlich angeschlagene deutsche Optikindustrie lieferte ganze Jahresproduktionen an die Rote Armee. Diese Zusammenarbeit ging sogar soweit, dass eine ganze Fabrikeinrichtung zur Herstellung optischer Geräte incl. Maschinen, Fertigungsplänen und technischem Know-how an die Sowjetunion verkauft wurde. Deutsche Optikmeister überwachten die Fertigung und bildeten ihre russischen Kollegen in der Technologie aus. U.a. ein Ergebnis dieser deutsch-russischen Zusammenarbeit war das Standardzielfernrohr der roten Armee, das PE Zielfernrohr mit einer lichtstarken Optik, Höhen- und Seitverstellung.[41]

Die zwei berühmtesten „Edelschützen“ (Bezeichnung eines Scharfschützen der Roten Armee mit mehr als 40 tödlichen Treffern) waren Wassili Saizew und Ljudmila Pawlitschenko. Saizew erzielte 252 Abschüsse. Er zeichnete sich besonders während der Schlacht von Stalingrad und später als erfahrener Ausbilder aus. Pawlitschenko war mit 309 bestätigten tödlichen Treffern die erfolgreichste Scharfschützin und war damit stark im Fokus der sowjetischen Medien. Sie wurde nach Kanada und in die USA auf eine PR-Reise geschickt und wurde zur ersten Sowjetbürgerin, die von einem US-amerikanischen Präsidenten – Franklin D. Roosevelt – im Weißen Haus empfangen wurde.[42] Die angeblich 70 getöteten Scharfschützen von Leutnant Golosov sind im Bereich Legendbildung und Propaganda einzuordnen, da dieser bereits im August 1943 fiel und keine seriöse Quelle diese Zahl bestätigt. Die Quelle in der russischen Wikipedia bestätigt zwar die Gesamttötungen von Golosov, aber die 70 getöteten Scharfschützen werden dort nicht erwähnt. Wenn überhaupt, dann wurde wahrscheinlich der einzelne, hervorragend schießende deutsche Infanterist zum Scharfschützen deklariert.

Durch das mediale Interesse sind die Taktiken der sowjetischen Scharfschützen, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, gut dokumentiert. Viele dieser Präzisionsschützen hatten ihre eigene Arbeitsweise: Der ukrainische Scharfschütze Kowbasa operierte aus verschiedenen Schützengräben (Feuergräben und Stellungen für Ruhepausen) und an den Flanken benachbarter Infanteriezüge, wo er eine vorgetäuschte eigene Stellung ausgrub und diese mit einem Hebelmechanismus für eine weiße Fahne versah. Neugierige deutsche Soldaten, die den Kopf aus dem Schützengraben hoben, konnten durch einen gezielten Einzelschuss getötet werden. Danielow hob ebenfalls Stellungen zur Tarnung aus und stattete diese mit Vogelscheuchen und den Uniformen der Roten Armee aus. Unerfahrene deutsche Soldaten konnten somit leicht aus ihrer Deckung gelockt und getötet werden. Edelschütze Ilin lauerte häufig in einem alten Fass oder Tunnel in der Nähe des Stahlwerks Roter Oktober auf feindliche Artilleriebeobachter, Melder, Kabelverleger oder Proviantträger.[43] Saizew operierte schwerpunktmäßig an der Grenze zum Niemandsland zwischen Mamajew-Hügel und dem Stahlwerk Roter Oktober, wo der 6. Armee die meisten Verluste durch Scharfschützenbeschuss zugefügt wurden. Auf dem Fabrikgelände postierten sich Schützen auf den höchsten Punkten von Werkhallen oder Wassertürmen, um in der Tiefe des Geländes wirken zu können. Der große Erfolg der sowjetischen Scharfschützen in Stalingrad lag hauptsächlich daran, dass sie in relativ großer Anzahl eingesetzt wurden und dass urbanes Gelände ideal für den Scharfschützeneinsatz ist. Es gibt dort Häuserruinen, Mauerreste, ausgebrannte Panzer, Kellerräume und ähnliche Standorte, die vom Gegner schlecht eingesehen werden können und von wo sich der Scharfschütze ungesehen in eine Wechselstellung begeben kann. Die Kampfweise sowjetischer Scharfschützen war den deutschen Truppen aus der Glorifizierung der Militärpropaganda (Armeezeitung Na Saschtschitu Rodiny) geläufig. In der Schlacht um Stalingrad entstand ein regelrechter Kult um das „Scharfschützentum“, das ideologisch verbrämt und in der Militärpropaganda als Kriegsabenteuer romantisiert wurde. Bekannte Einzelschützen wurden von der Bevölkerung wie Sportidole verehrt und erhielten starken Zulauf von Freiwilligen. Scharfschützen erhielten aufgrund ihrer Bedeutung und ihres besonderen Status eine bessere Einzelausbildung und wurden wesentlich besser verpflegt und versorgt als das Massenheer.[44] In der deutschen Propaganda wurden sowjetische Scharfschützen als kaltblütige Mörder und feige Heckenschützen dargestellt, tatsächlich handelte es sich zumeist um einfache Fabrikarbeiter und Angestellte, die für ihre besonderen Aufgaben speziell ausgebildet wurden. Die Rote Armee hatte aus ihren Erfahrungen im Winterfeldzug gegen Finnland gelernt, als ihnen dort von finnischen Scharfschützen empfindlichste Verluste zugefügt wurden. Aus diesem Grund wurden Scharfschützentechniken während der Schlacht um Stalingrad weiter entwickelt, um die Kommunikation des Gegners empfindlich zu stören, den Gefechtsfluss zu unterbrechen und den Gegner zu demoralisieren.[45]

Die sowjetischen Scharfschützen operierten, wie die Scharfschützen in den meisten anderen Ländern auch, stets zu zweit oder in eigenständigen Gruppen, ein Schütze und ein Beobachter, wobei die Rollen häufig nach Abgabe eines Präzisionsschusses wechselten. Sie wurden sowohl zur Gefechtsfeldaufklärung als auch zur gezielten Eliminierung feindlicher Offiziere und Unteroffiziere eingesetzt. Eine erfolgreiche Tötung des Gegners wurde in Tagebüchern festgehalten, wo Datum, Uhrzeit, Wetterbedingungen, Position und weitere Daten des Kampfauftrages vermerkt wurden.

Zunächst waren Scharfschützen auf Zugebene organisiert, während der Schlacht um Stalingrad auch auf Divisions- oder sogar Armeeebene. Insbesondere wurden sie zum Flankenschutz eingesetzt, um dort schnelle Umfassungsmanöver des Gegners zu verhindern. Die Kampfdistanz betrug im offenen Waldgelände unter 400 Meter, in Ortschaften meist unter 100 Meter Reichweite. Der Einsatz erfolgte meist in den frühen Morgenstunden, tagsüber in sicheren Verstecken oder getarnten Unterständen, und nachts arbeiteten sie sich so nah wie möglich an die deutschen Positionen heran.

Neuere Entwicklung bis heuteBearbeiten

 
Bundeswehrscharfschütze vom Jägerbataillon 292 mit einem G22 in Litauen 2015

Im Korea- und im Vietnamkrieg setzte sich die Einsicht in die Bedeutung spezialisierter Scharfschützen durch, als man erkannte, dass das Verhältnis von abgefeuerter Munition zu tatsächlichen Treffern zu groß war. So schuf man in den Vereinigten Staaten so genannte Sniper schools, um die Soldaten im effizienten Schießen auszubilden.

Wie in den meisten Staaten wurde auch in Deutschland die Scharfschützenausbildung nach dem Zweiten Weltkrieg vernachlässigt. Bis Mitte der 1990er Jahre fand die Scharfschützenausbildung der Bundeswehr bataillonsintern in den Kampfkompanien statt und es gab einen zweiwöchigen Scharfschützenlehrgang (Zielfernrohrschütze G3) für Reservisten. Die Bundeswehr setzte bis dahin das G3A3 mit Zielfernrohr (Hensoldt Fero Z-24, 4x30, Absehen 1) als Scharfschützengewehr ein. Ein Umdenken setzte erst mit den ersten Auslandseinsätzen ein. Für den SFOR Einsatz und das KSK beschaffte die Bundeswehr 1997 das G22 und forcierte daraufhin die Scharfschützenausbildung.

Beispiele für Scharfschützengewehre in der Historie mit KaliberBearbeiten

für weitere Langwaffen siehe Scharfschützengewehr

EinsatzkonzepteBearbeiten

ScharfschützenBearbeiten

 
Scharfschütze im Ghillie-Tarnanzug

Scharfschützen (engl. Sniper) sind Soldaten, die eingebunden in eine Kompanie, meist auf weite Entfernungen, bei Tag und Nacht feindliche Soldaten bekämpfen. Sie überwachen und sichern Räume und Objekte durch Feuer, klären Feinde auf und bekämpfen sie. Scharfschützen kämpfen im Zweierteam überwachend aus rückwärtigen Feuerstellungen, eingebunden in die Truppe, selten hinter feindlichen Linien, dabei auch tief im feindlichen Hinterland. Gruppenzielfernrohrschützen sind in ihre Teileinheit eingebunden.

Der 2-Mann Scharfschützentrupp – ein Schütze (engl. Shooter oder Sniper) und ein Beobachter (engl. Spotter), der den Schützen unterstützt – wechseln sich in der Funktion Schütze und Beobachter meist ab. Durch den Einsatz von Scharfschützen werden die Kampfmoral des Feindes gemindert, Feindkräfte gebunden oder behindert, sowie Wehrmaterial oder Schlüsselpersonal ausgeschaltet. Dazu zählen in erster Linie feindliche Scharfschützen, feindliche Führer, Bedienungspersonal von Geschützen und Maschinengewehren, Funker, aber auch Radaranlagen und elektronische Zieleinrichtungen.[46]

Maßnahmen gegen Scharfschützen sind Stellungswechsel, wenn eine eigene Position erkannt wurde, der Einsatz von Periskopen, Rauchkörpern und eigenen Scharfschützen im counter-sniping. Ist der ungefähre Standort eines Scharfschützen bekannt, können Artillerie und insbesondere Mörser, die dem Verband unterstehen, mit Sprengsplittergranaten eingesetzt werden. Eine Präventivmaßnahme für Führungskräfte ist das Verbergen von äußerlichen Hinweisen auf militärische Ränge. Das militärische Grüßen und Tragen von Offiziersuniformen unterbleibt. So wurde Horatio Nelson 1805 von einem französischen Scharfschützen erschossen, weil er an der Uniform und an seinen Orden als kommandierender Admiral erkannt wurde.[47]

Die Reichweite von Scharfschützen kann in Ausnahmefällen bis zu 2.500 Meter betragen. Sie ist von Waffe, verwendeter Munition und Witterungsverhältnissen abhängig. Die übliche Einsatzreichweite beträgt etwa 600 bis 800 Meter. Die geringste Distanz hängt von den Versteck- und Tarnmöglichkeiten ab. Es gab schon erfolgreiche Einsätze aus 90 Metern Entfernung. Ein Treffer aus einer Entfernung von 3.540 Metern wurde im Mai 2017 im Krieg gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ erzielt. Der Schuss wurde von einem Angehörigen einer kanadischen Spezialeinheit abgegeben. Das Projektil wurde aus einem McMillan Tac-50-Gewehr abgefeuert und flog über 10 Sekunden, bevor es sein Ziel traf.[48]

Das Überleben des militärischen Scharfschützen hängt in erster Linie von seiner Tarnung durch Geländeausnutzung bei Annäherung und Bewegungslosigkeit sowie Ausweichen und richtigem Verhalten im Gelände ab, bei vom Vorhandensein von ausreichend getarnten und gedeckt erreichbaren Wechselstellungen. Unterstützt wird dies durch selbstgefertigte Tarnanzüge, die auch ghillie suit genannt werden. Für die Tarnung gilt die Regel 80 % des Tarnmaterials aus der Natur (Sichtdeckung durch Äste, Gras, Erde sowie Bewegungslosigkeit) und 20 % künstliches Tarnmaterial (Tarnanzug und Tarnüberwurf).

Zur Ausstattung von Scharfschützen gehört darüber hinaus weitere spezifische Ausrüstung wie ein Spektiv, ein Windmesser und ein Barometer/Höhenmesser, da sowohl die Windstärke als auch die Lufttemperatur und Luftdichte durch Höhe über Grund Einfluss auf die Ballistik der Scharfschützenwaffe nehmen, sowie ein Laserentfernungsmesser und Unterlegmatten für die stundenlange Beobachtung. Gruppenzielfernrohrschützen sind meist zur Beobachtung nur mit einem Fernglas ausgerüstet.

GruppenscharfschützenBearbeiten

 
Designated Marksmen der Marines bei einer Übung

„Gruppenscharfschütze“ oder Zielfernrohrschützen sind in eine Gruppe eingebundene Soldaten, die Ziele bis 600 Metern Entfernung mit gezieltem Einzelfeuer bekämpfen. Diese Form war bereits in der Wehrmacht bekannt und wurde auch in die Infanteriegruppe der Bundeswehr übernommen. In der United States Army und dem United States Marine Corps werden diese als Squad Designated Marksman bezeichnet, die ihren Squad direkt unterstützen.

Diese Soldaten kämpfen als Bestandteil ihrer Gruppe, haben aber einen zusätzlichen Lehrgang absolviert. In der Bundeswehr waren die Gruppen-ZF-Schützen, heute Gruppenscharfschützen, mit dem G3 A3 ZF, heute zumeist HK MR308 ausgestattet. Ihre Ausbildung erfolgte innerhalb der Kompanie und war vornehmlich schießtechnisch ausgelegt. In der US Army sind sie mit der modifizierten Variante Mk 12 SPR des regulären M16 (Zielfernrohr, schwerer Lauf, Zweibein) oder, wie z. B. bei den Marines, mit speziellen Gewehren, so genannte Designated Marksman Rifle (DMR), ausgerüstet. In der israelischen Armee heißen diese ZF-Schützen Kalat Saar. Wesentlicher Unterschied zwischen einem Scharfschützen und einem Gruppen-Zielfernrohrschützen ist, dass erstem taktisch ein Einsatzraum befohlen wird, dem Gruppen-Zielfernrohrschützen eine Stellung.

 
Russischer Schütze in Wintertarnung mit einem Dragunow-Scharfschützengewehr

„Erfunden“ wurde der Designated Marksman wahrscheinlich während des Zweiten Weltkrieges, als man auf deutscher Seite Scharfschützen in Infanteriegruppen einband, damit diese sich besser gegen sowjetische Scharfschützen verteidigen konnten. Dasselbe wurde dann auch von den Amerikanern als Antwort auf deutsche Scharfschützen an der Westfront getan. Nach dem Krieg wurde dieses Prinzip in der Sowjetarmee standardmäßig weitergeführt, bei der in jeder Infanteriegruppe ein Schütze, der mit einem Dragunow-Scharfschützengewehr im Kaliber 7,62 × 54 mm R ausgerüstet war. In der Bundeswehr wurde bei der Infanterie (Grenadiere, Jäger, Fallschirmjäger und Gebirgsjäger) das Konzept mit zwei Zielfernrohrschützen je Gruppe mit HK G3 A3ZF, Zielfernrohrgewehr aus Serienproduktion, fortgeführt.

PräzisionsschützenBearbeiten

Als Präzisionsschütze wird heute ein Polizeischütze bezeichnet, der durch seine Ausrüstung und Ausbildung in der Lage ist, auf größere Distanz Ziele präzise zu treffen. Er hat und benötigt jedoch nicht die „Einzelkämpferausbildung“ eines militärischen Scharfschützen.

 
Präzisionsschütze während der Unruhen in Ferguson

Präzisionsschützen der Polizei und der Feldjäger/der Militärpolizei haben den Auftrag, durch gezielte Schüsse eine extreme Gefahrensituation abzuwenden, also z. B. Verbrechensopfer zu retten. Außerdem dienen sie als Beobachter, was in den meisten Fällen ihre einzige Funktion bleibt, und helfen bei der Planung von Sicherungsmaßnahmen bei gefährdeten Ereignissen. Im Vergleich mit militärischen Scharfschützen ergeben sich für ihren Einsatz völlig andere Beschränkungen und Rechtsgrundlagen, bedingt durch die Unterschiede von Polizeirecht und Kriegsrecht.

Auch der eigentliche Einsatz unterscheidet sich grundlegend: Polizeischützen schießen auf vergleichsweise kurze Entfernungen zwischen 50 und 120 Metern, um unbeteiligte Personen oder Geiseln nicht zu gefährden, während militärische Scharfschützen Distanzen von bis zu 2500 Metern abdecken. Sie stehen dabei in ständigem Kontakt zur Einsatzleitung, die auch das Ziel und den Zeitpunkt des Schusses klar festlegt. Außerdem müssen Präzisionsschützen der Polizei mit dem ersten Schuss den Straftäter unbedingt an der Fortsetzung seiner Tathandlung hindern. Hierzu wird nach Möglichkeit der Hirnstamm des Straftäters anvisiert. Bei Zerstörung des Hirnstammes wird der Getroffene augenblicklich handlungsunfähig (Mannstoppwirkung) und ist auch zu keinen reflexartigen Reaktionen mehr fähig.

Eine Tarnung spielt dabei keine so maßgebliche Rolle wie bei den Streitkräften, da Polizeischützen in der Regel nicht durch Feindaufklärung und Beschuss bedroht sind und nach der Schussabgabe nicht verborgen bleiben müssen. Ebenso dauert ein polizeilicher Präzisionsschützeneinsatz nur wenige Stunden, in denen sich die Schützen abwechseln können. Ein Problem für polizeiliche Präzisionsschützen in Deutschland ist die teilweise unterschiedliche Gesetzeslage hinsichtlich des finalen Rettungsschusses (siehe dort) in den einzelnen Bundesländern. Auch bei polizeirechtlich vorgesehenem finalen Rettungsschuss muss die Verhältnismäßigkeit anschließend von der Justiz geprüft werden.

Die Entwicklung des polizeilichen Scharfschützenwesens lässt sich mit dem Aufkommen des Terrorismus und der Schwerstkriminalität in den 1970er Jahren ansetzen.

Psychologisches AnforderungsprofilBearbeiten

 
Marines bei einer Übung im Jahr 2000 in Slunj (Kroatien)

Scharfschützen sollen besonders stressresistent, ausgeglichen, geduldig und intelligent sein. Diese Fähigkeiten werden benötigt, da Scharfschützen im Einsatz meistens auf sich gestellt sind, häufig einer sehr monotonen Aufgabe nachgehen und unabhängig in kleinen Gruppen bzw. alleine operieren. Deshalb müssen sie in der Lage sein, Entscheidungen selbst zu treffen, auf neue Situationen zu reagieren und zahlreiche Informationen auszuwerten.

Die besondere Einsatzart des Scharfschützen, aus dem Hinterhalt zu töten und nicht aus einer konkreten Notwehrsituation, kann besondere psychische Probleme verursachen.[49]

Beispielsweise lernt der Schütze während einer Observation, die Stunden oder Tage dauern kann, das Ziel mit all seinen menschlichen Eigenheiten (Lachen, Essen und anderen Dingen des normalen Lebens) kennen und kann dessen Mimik sehen. Gleichzeitig stellen die beobachteten Personen keine persönliche Bedrohung dar und wissen im Normalfall nicht von der Gegenwart des Schützen. Dabei kann eine Subjektivierung einsetzen, bei der die Zielperson zu einem Menschen wird, den man zu kennen glaubt. Deshalb soll der Schütze fähig sein, auch bei Individualisierung der Zielperson abzudrücken, ohne dabei übermäßig unter dem von ihm verursachten Tod des getöteten Menschen zu leiden. Nicht selten ist wegen dieser Individualisierung psychologische Betreuung nach einem Einsatz erforderlich.[50]

Bekannte ScharfschützenBearbeiten

Bekannte Personen, die durch Scharfschützen den Tod fandenBearbeiten

BildgalerieBearbeiten

Diese zeigt die extreme Aktivität und Effizienz der deutschen Scharfschützen, bereits von Anfang des Krieges. Der Schwerpunkt lag bei der Ausschaltung von Führungspersonal bzw. Offiziere. Diese Aktivität veranlasste den britischen Major Hesketh Vernon Prichard dazu im August 1916 die First Army School of Sniping zu gründen. Deutsche Scharfschützenaktivitäten gab es an allen Frontabschnitten, die Tatsache, dass die aufgeführten Soldaten, außer Leutnant Addenbrooke, in einem konzentrierten Bereich ca. 35 km auf einer Linie in Nordfrankreich fielen, resultiert daraus, dass diese im britischen Sektor und somit in der Aufmerksamkeit von Major Prichard lagen. Deswegen errichtete Major Prichard die Scharfschützenschule „vor Ort“ im Nordfranzösischen Dorf Linghem, ca. 30 km hinter diesem britischen Brennpunkt.[57]

Mediale RezeptionBearbeiten

Zahlreiche Filme und Fernsehserien widmen sich dem Thema Scharfschützen:

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

MonographienBearbeiten

  • Charles Henderson: Todesfalle. Die wahre Geschichte eines Scharfschützen in Vietnam. (Über Carlos Hathcock). Heyne, München 1993, ISBN 3-453-03687-5.
  • Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  • Eric L. Haney: Delta Force – Im Einsatz gegen den Terror. Ein Soldat der amerikanischen Elite-Einheit berichtet. Goldmann, München 2003, ISBN 3-442-15215-1. (Zum Thema psychologisches Anforderungsprofil auf S. 162 ff.)
  • Peter Brookesmith: Scharfschützen. Geschichte, Taktik, Waffen. Motorbuch, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02247-8.
  • Ian V. Hogg (Text), Ray Hutchins (Fotos): Moderne Scharfschützengewehre. Motorbuch, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02014-9.
  • David L. Robbins: Krieg der Ratten. Heyne, München 2001, ISBN 3-453-19001-7. (Über den Aufbau einer Scharfschützen-Schule in Stalingrad während des Zweiten Weltkrieges)
  • Peter Senich: Deutsche Scharfschützen-Waffen 1914–1945. Motorbuch, Stuttgart 1996, ISBN 3-613-01732-6.
  • Mark Spicer: Scharfschützen. Motorbuch, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-613-30586-1.
  • Stefan Strasser: Sniper. Militärisches und polizeiliches Scharfschützenwissen kompakt. 2. Auflage. Ares, Graz 2011, ISBN 978-3-902475-63-3.
  • Siegfried F. Hübner: Scharfschützen-Schießtechnik: Schießausbildung der Scharfschützen. Kienesberger, 1999, ISBN 3-923995-16-4.
  • Jack Coughlin: Shooter: The Autobiography of the Top-Ranked Marine Sniper. Amistad 2005, ISBN 0-06-447290-6.
  • Martin Pegler: Out of Nowhere: A History of the military sniper. Osprey Publishing, 2004, ISBN 1-84176-854-5.
  • H. Hestketh-Prichard: Sniping In France 1914–18. With Notes on the Scientific Training of Scouts, Observers, and Snipers. Helion and Company, 2004, ISBN 1-874622-47-7.
  • Reinhard Scholzen: Die Infanterie der Bundeswehr. Motorbuch, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-613-03293-4.
  • Chris Kyle (mit Jim DeFelice, Scott McEwen): Sniper: 160 tödliche Treffer – Der beste Scharfschütze des US-Militärs packt aus. Riva, 2012, ISBN 978-3-86883-245-7. (Autobiografie von Chris Kyle im Irakkrieg)

ZeitschriftenBearbeiten

  • Visier: Scharfschützen. Visier-Magazin. (Sonderausgabe, 34). Bad Ems 2004, ISBN 3-9809243-2-7.
  • Interview (1976) von Hauptmann Hans Widhofner mit den Wehrmachtsscharfschützen Matthäus Hetzenauer (345 Treffschüsse), Josef Allerberger (257 Treffschüsse) und Helmut Wirnsberger (64 Treffschüsse). Alle drei waren beim Gebirgs-Jäger-Regiment 144 der 3. Gebirgs-Division. Erschienen in Truppendienst, Ausgabe 1967 Teil I: S. 109–113, Teil II: S. 224–229, Teil III: S. 297–299.

DienstvorschriftenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Wiktionary: Scharfschütze – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Scharfschützen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://www.finedictionary.com/rifle.html
  2. Georg Heinz Wetzel: Die Hessischen Jäger. Eine deutsche Truppenhistorie im politischen Wandlungsprozess von vier Jahrhunderten (1631–1987). George, Kassel 1987.
  3. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seite 38, 58, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  4. https://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/4491287?name=Allgemeine%20Uebersicht%20%C3%BCber%20die%20Bewaffnung%20der%20kaiserlichen%20Armee%201700-1867
  5. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seite 47, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  6. Claus Reuter: Die Schlacht von Jena und Auerstedt, Augenzeugen berichten, In: Thüringen, Seine Geschichte, Xinxii Publishing, 2009, ISBN 978-1-894643-39-9, S. 22 u. S. 203ff.
  7. Scharfschützen: Meister der Geduld, Pat Farey, Mark Spicer 2010, Motorbuch Verlag, Seiten 21–23
  8. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seiten 82-87, 90, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  9. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seiten 93-96, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  10. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seiten 142-155, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  11. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seite 24,25, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  12. Scharfschützen: Meister der Geduld, Pat Farey, Mark Spicer 2010, Motorbuch Verlag, Seite 81
  13. Jäger und Gejagte: Die Geschichte der Scharfschützen, Jan Boger, 1997, Motorbuch Verlag
  14. Deutsche Scharfschützen-Waffen 1914–1945, Peter Senich 1996, Motorbuch Verlag, Seite 12
  15. https://www.omsa.org/na-ich-hab-schon-bessere-parademarsch-gesehn-bavarian-gold-bravery-medal-recipient-georg-herrnreiter/
  16. Bayrisches Kriegsarchiv, „Bayerns Goldenem Ehrenbuch“ München 1928.
  17. https://www.americanrifleman.org/content/from-civil-war-to-world-war-the-genesis-of-sniping-part-4/
  18. Jäger und Gejagte: Die Geschichte der Scharfschützen, Jan Boger, 1997, Motorbuch Verlag, Seite 166
  19. Scharfschützen: Meister der Geduld, Mark Spicer, 2010, Motorbuch Verlag, Seite 98, 99
  20. Sniping in the trenches, John L. Plaster 2017, Paladin PR Verlag, Seite 11
  21. Deutsche Nationalbibliothek, Bayerische Landwehr Infanterie-Regimenter
  22. Jäger und Gejagte: Die Geschichte der Scharfschützen, Jan Boger, 1997, Motorbuch Verlag, Seite 166–175
  23. David Payne: The British 'School Of Sniping’ On The Western Front. (englisch, eingesehen am 19. August 2009).
  24. https://howstuffworks.wiki/de/kultur/menschen/kultur-traditionen/folklore-aberglaube/why-is-it-bad-luck-to-light-three-cigarettes-with-one-match
  25. Im Fadenkreuz-Tagebuch eines Scharfschützen, Bruno Sutkus 2004, Munin Verlag, Seite 24
  26. Heeresverordnungsblatt 1928, Nr. 56 vom 27. Januar 1928.
  27. Das Scharfschützenabzeichen 1944/1945, Rolf Michaelis 2013, Seite 9
  28. Sniper: Militärisches und polizeiliches Scharfschützenwissen kompakt, Stefan Strasser 2014, Ares-Verlag
  29. Das Scharfschützenabzeichen 1944/1945, Rolf Michaelis 2013, Seite 27
  30. Deutsche Scharfschützen-Waffen 1914–1945, Peter Senich 1996, Motorbuch Verlag, Seite 134
  31. Das Scharfschützenabzeichen 1944/1945, Rolf Michaelis 2013, Seite 32
  32. Peter Brookesmith, S. 43 in Sniper-Training, Techniques and Weapons, London 2000, ISBN 3-613-02247-8.
  33. Peter R. Senich, S. 113 in: The German Sniper – 1914-1945. Boulder, London and Melbourne 1982, ISBN 0-87364-223-6.
  34. Im Auge des Jägers. Der Wehrmachtsscharfschütze Sepp Allerberger (eine biographische Studie), Albrecht Wacker 2021, Seiten 239–245
  35. Im Fadenkreuz-Tagebuch eines Scharfschützen, Bruno Sutkus 2004, Munin Verlag
  36. Das Scharfschützenabzeichen 1944/1945, Rolf Michaelis 2013, Seiten 32–42
  37. Scharfschützen: Meister der Geduld, Pat Farey, Mark Spicer 2010, Motorbuch Verlag, Seite 102
  38. Scharfschützen: Meister der Geduld, Pat Farey, Mark Spicer 2010, Motorbuch Verlag, Seite 107
  39. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seite 200, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  40. Deutsche Scharfschützen-Waffen 1914–1945, Peter R. Senich, 1996, Motorbuch Verlag, Seite 138
  41. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seite 202, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  42. Kazimiera J[ean] Cottam: Selected Biographies of Soviet Women Soldiers.
  43. Antony Beevor: Stalingrad. Orbis-Verlag, Niedernhausen 2002, ISBN 3-572-01312-7, S. 242.
  44. militarybooks.tripod.com
  45. Der Rattenkrieg in der Schlacht um Stalingrad wurde charakterisiert durch die Scharfschützenkämpfe in: Major John Plaster: The Ultimate Sniper.
  46. Alexander Przewdzick, Björn Jüttner: Bereit zum Schuss. In: Y – Das Magazin der Bundeswehr. Bundeswehr, 4. Dezember 2013, abgerufen am 7. Februar 2016.
  47. Wolf Schneider: Schlagschatten – Nelson, Sieger im Tod. In: NZZ Folio. September 2009.
  48. Canadian sniper 'kills IS militant two miles away'. BBC News, 22. Juni 2017, abgerufen am 22. Juni 2017 (englisch).
  49. Intelligence. A sniper’s duties require a wide variety of skills. […] Emotional balance. The sniper must be able to calmly and deliberately kill targets that may not pose an immediate threat to him. It is much easier to kill in self-defense or in the defense of others than it is to kill without apparent provocation. The sniper must not be susceptible to emotions such as anxiety or remorse. Candidates whose motivation toward sniper training rests mainly in the desire for prestige may not be capable of the cold rationality that the sniper’s job requires.” Auf US-Army Field Manual 23–10: Sniper Training and Deployment
  50. Eric L. Haney: Delta Force – Im Einsatz gegen den Terror. Ein Soldat der amerikanischen Elite-Einheit berichtet. Goldmann, München 2003, ISBN 3-442-15215-1, S. 164.
  51. Bayrisches Kriegsarchiv, „Bayerns Goldenem Ehrenbuch“ München 1928.
  52. Im Fadenkreuz-Tagebuch eines Scharfschützen, Bruno Sutkus 2004, Munin Verlag, Seite 24
  53. https://www.elbierzodigital.com/cacabelos-presenten-armas/69239
  54. https://www.francetoday.com/culture/remembrance/augustin-trebuchon-the-last-french-soldier-to-fall-in-the-first-world-war/
  55. Offenbar zweiter russischer General getötet. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. März 2022.
  56. https://www.bild.de/politik/2022/politik/putins-schlimmster-soeldner-von-scharfschuetzen-getoetet-80340272.bild.html
  57. H. Hestketh-Prichard: Sniping In France 1914–18. With Notes on the Scientific Training of Scouts, Observers, and Snipers. Helion and Company, 2004, ISBN 1-874622-47-7.