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Armentières (niederländisch Armentiers, picardisch Armintîre, westflämisch Ermentiers) ist eine französische Gemeinde im Département Nord in der Region Hauts-de-France. Sie ist Hauptort (chef-lieu) des gleichnamigen Kantons Armentières.

Armentières
Wappen von Armentières
Armentières (Frankreich)
Armentières
Wahlspruch:
L’alliance de caractères
(französisch für: Die Vereinigung von Eigenarten)
Region Hauts-de-France
Département Nord
Arrondissement Lille
Kanton Armentières (Hauptort)
Gemeindeverband Métropole Européenne de Lille
Koordinaten 50° 41′ N, 2° 53′ OKoordinaten: 50° 41′ N, 2° 53′ O
Höhe 11–20 m
Fläche 6,28 km2
Einwohner 25.015 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 3.983 Einw./km2
Postleitzahl 59280
INSEE-Code
Website http://www.armentieres.fr/

GeografieBearbeiten

Armentières liegt an der Leie, im Nordwesten des Gemeindeverbandes Métropole Européenne de Lille. Die Stadt liegt außerdem an der Grenze zu Belgien.

GeschichteBearbeiten

Frühe NeuzeitBearbeiten

1668 fiel Armentières durch den ersten Aachener Frieden an Frankreich.

19. und 20. JahrhundertBearbeiten

Am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Armentières die Textilindustrie, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zum Wohlstand der Stadt hauptsächlich beitrug. Deswegen ist Armentières noch heute als „die Stadt des Leinens“ („La Cité de la Toile“) bekannt.

Im Ersten Weltkrieg war die Gegend um Armentières Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen deutschen und alliierten Truppen, die besonders von Großangriffen der Infanterie, Gaskrieg sowie lang anhaltenden Artilleriebeschuss gekennzeichnet waren. So wurden im März 1918 innerhalb von 15 Stunden etwa 20.000 deutsche Gelbkreuz-Granaten auf Armentières verschossen, wo „flüssiges Senfgas wie Regenwasser in den Abflussrinnen der Strassen floss“ (Harris/Paxman).[1]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Mit 25.015 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) gehört Armentières zu den Mittelstädten des Département Nord.

Jahr Einwohner
1975 26.346
1982 24.834
1990 25.219
1999 25.273
2007 25.170

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Derzeit gibt es drei Partnerstädte von Armentières[2]:

BildungBearbeiten

Sechs Gymnasien befinden sich in Armentières:

  • Institut Familial d’Armentières
  • Institut Saint Louis
  • Institution Saint Jude
  • Lycée Gustave Eiffel
  • Lycée Paul Hazard
  • Lycée Professionnel Ile de Flandre

KulturBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Belfried von Armentières

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Armentières

Der 1934 wiederaufgebaute Belfried des Rathauses von Armentières wurde 2005 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

Kulturelle VeranstaltungenBearbeiten

Die „Fête des Nieulles“ ist eine traditionsgemäße Festveranstaltung, die jedes Jahr im September stattfindet. Hierbei sind Paraden, Animationen oder Konzerte organisiert, sowie die Wahl der Schönheitskönigin „Reine des Nieulles“.

Armentières verfügt außerdem über eine Kulturhalle, den „Vivat“, wo die Einwohner Theaterstücke, Tanzspektakel und Musikkonzerte genießen können.

Orchester und ChöreBearbeiten

Armentières besitzt ein beträchtliches kulturelles insbesondere musikalisches Erbe. Derzeit gibt es unter anderem:

  • Vier Chöre
  • Eine Philharmonie, die aus der ältesten Philharmonie Frankreichs entstand (der 1788 gegründeten „Philharmonie d’Armentières“)
  • Eine Fanfare
  • Ein Orchester

SportBearbeiten

Der Fußballclub „Jeunesse Athlétique Armentiéroise“ (kurz JAA) wurde 1911 gegründet und spielt in der fünften französischen Liga (CFA2). Darüber hinaus besteht der 1932 gegründete Sportverein „Sports Ouvriers Armentiérois“ (kurz SOA) aus zwei bedeutenden Sektionen: Schwimmsport und Basketball, deren Frauenmannschaft die Saison 2009/10 in der ersten französischen Liga (LFB) spielte.[3]

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes du Nord. Flohic Editions, Band 1, Paris 2001, ISBN 2-84234-119-8, S. 81–95.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Armentières – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Robert Harris, Jeremy Paxman: A Higher Form of Killing: The Secret History of Gas and Germ Warfare. Arrow, London 2002, ISBN 0-09-944159-4., S. 31.
  2. Website von Armentières (Memento des Originals vom 2. März 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.armentieres.fr
  3. Website der LFB@1@2Vorlage:Toter Link/www.basketlfb.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.