Hauptmenü öffnen
Ein Mudschahid mit einer 9K32 Strela-2 (1988)

Operation Cyclone (englisch für Zyklon) war der Tarnname für eine Unternehmung des US-amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA im Kalten Krieg, die ab Sommer 1979 in enger Zusammenarbeit mit dem pakistanischen Geheimdienst ISI die Bewaffnung, Ausbildung und Finanzierung islamistischer afghanischer Widerstandskämpfer (Mudschaheddin) zum Gegenstand hatte. Ziel war zunächst der Sturz der nach dem Saurrevolution genannten Putsch von 1978 entstandenen pro-sowjetischen Demokratischen Republik Afghanistan und ab dem Beginn der sowjetischen Militärintervention vom Dezember 1979 die Erzwingung des Rückzugs der Invasionstruppen.

Inhaltsverzeichnis

VerlaufBearbeiten

Am 3. Juli 1979 unterzeichnete US-Präsident Jimmy Carter auf Vorschlag seines Sicherheitsberaters Zbigniew Brzeziński die erste Direktive zur Unterstützung von antikommunistischen, afghanischen Mudschaheddin und der diese unterstützenden ausländischen Freiwilligen, darunter Osama Bin Laden, in Afghanistan mit u. a. 500.000 USD für Propagandamaterial, Funkgeräte und medizinische Versorgung.[1] Im Frühjahr 1979 hatten sich bereits rund 5000 zivile und militärische sowjetische Berater im Land eingefunden, die im afghanischen Bürgerkrieg zunehmend zum Ziel von Angriffen oppositioneller Kämpfer wurden.[2] Im Januar 1980, nach dem sowjetischen Einmarsch, genehmigte Carter die direkte Bewaffnung der Mudschaheddin in Afghanistan. Zum Zweck der Geheimhaltung wurden mit Wissen der Kontrollgremien im Kongress in Drittländern wie China und Ägypten sowjetische Waffen gekauft und über Pakistan nach Afghanistan geliefert.[3] Laut späteren Aussagen Brzezińskis kauften die US-Behörden sowjetische Waffen auch bei der tschechoslowakischen Regierung und sogar direkt von korrupten Einheiten der sowjetischen Armee in Afghanistan.[4]

Unter der Präsidentschaft Ronald Reagans ab 1981 wurden die Aktivitäten im Rahmen der Operation Cyclone stark intensiviert.[3] Die Waffenlieferungen umfassten nun auch Luftabwehrwaffen aus US-amerikanischer Produktion wie die FIM-92 Stinger.

Die Operation Cyclone war eine der längsten und teuersten CIA-Operationen überhaupt. Insgesamt wurden von den USA rund zwei,[5] nach anderen Quellen sogar mehr als sechs[6] Milliarden US-Dollar nach Pakistan geleitet. Die vom US-Kongress zur Verfügung gestellten Mittel wurden dabei im Haushalt verschleiert, als maßgeblicher Motor für die Steigerung der Finanzausstattung der Operation gilt der Abgeordnete der Demokraten im Repräsentantenhaus Charlie Wilson. In Abstimmung mit den Vereinigten Staaten unterstützte die Regierung Saudi-Arabiens die Operation mit Finanzhilfe in derselben Höhe.[6]

KritikBearbeiten

Die Unterstützung der Mudschaheddin führte zu einer Stärkung des Islamismus in Afghanistan, was den Taliban und Al-Qaida den Weg ebnete.[7] Drei der im Rahmen der Operation Cyclone geförderten islamischen Fundamentalisten waren Gulbuddin Hekmatyār, ein späterer Unterstützer Osama bin Ladens, bin Laden selbst und Abdurajik Abubakar Janjalani, Gründer der philippinischen Terror-Organisation Abu Sajaf.[8] Ab Ende 2001 wurden diese islamistischen Gruppen in Afghanistan von den USA bekämpft und in den Untergrund gedrängt.[9]

WeblinksBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Steve Coll: The Secret History of the CIA, Afghanistan, and Bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2001. Penguin, 2004, ISBN 9781594200076, S. 46. (englisch, Vorschau auf Google Books)
  2. Uwe Klußmann: Der Triumph des Westens: Tapferes, zähes Volk, in: Spiegel Special Geschichte vom 29. Juli 2008, abgerufen am 30. September 2014
  3. a b L. Britt Snider: The Agency & The Hill - CIA's Relationship with Congress, 1946-2004. 2008, S. 284 (cia.gov [PDF]).
  4. Interview with Dr Zbigniew Brzezinski, vom 13. Juni 1997, auf der Webseite des National Security Archive, abgerufen am 30. September 2014 (englisch)
  5. Ursula Lehmkuhl: Die Reagan-Jahre: Zurück zum "alten Glanz". In: Dossier USA. Bundeszentrale für Politische Bildung, 11. Oktober 2008, archiviert vom Original am 30. September 2014; abgerufen am 30. September 2014.
  6. a b Hasnain Kazim: 30 Jahre Afghanistan-Invasion: Das sowjetische Waterloo, in: Spiegel Online vom 22. Dezember 2009, abgerufen am 30. September 2014
  7. Kalter Krieg: Akten belegen westliche Hilfe für Islamisten in Afghanistan, in: Zeit Online vom 30. Dezember 2010, abgerufen am 30. September 2014
  8. Armin Wertz: Die Weltbeherrscher: Militärische und geheimdienstliche Operationen der USA. Westend, Frankfurt am Main 2015 ISBN 9783864890888
  9. ‘Al-Qaeda's origins and links’, "The organisation grew out of the network of Arab volunteers who had gone to Afghanistan in the 1980s to fight under the banner of Islam against Soviet Communism." BBC News vom 20. Juli 2004, abgerufen am 30. November 2018