Naoussa (Imathia)

Siedlung in Griechenland
Gemeinde Naoussa
Δήμος Νάουσας (Νάουσα)
Naoussa (Imathia) (Griechenland)
Basisdaten
Staat: Griechenland Griechenland
Region: Zentralmakedonien
Regionalbezirk: Imathia
Geographische Koordinaten: 40° 38′ N, 22° 4′ OKoordinaten: 40° 38′ N, 22° 4′ O
Fläche: 425,61 km²
Einwohner: 32.494 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 76,3 Ew./km²
Postleitzahl: 59200
Vorwahl: (+30) 23320
Gemeindelogo:
Gemeindelogo von Gemeinde Naoussa
Sitz: Naoussa
LAU-1-Code-Nr.: 0803
Gemeindebezirke: 3 Gemeindebezirke
Lokale Selbstverwaltung: f12f1214 Ortsgemeinschaften
Website: www.naousa.gr
Lage in der Region Zentralmakedonien
Datei:2011 Dimos Naousas.png

Naoussa (griechisch Νάουσα Naousa (f. sg.), ausgesprochen Náusa; mazedonisch Negusch Негуш; ältere Namen Niausta, Niagusta, Agoston und Agustos) ist eine Gemeinde mit etwas über 30.000 Einwohnern in der nordgriechischen Region Zentralmakedonien. Hauptort und Verwaltungssitz der Gemeinde ist die gleichnamige Stadt Naoussa.

Park in Naoussa
Der zentrale Platz von Naoussa im Winter
Kriegsdenkmal

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde Naousa liegt am westlichen Rand der zentralmakedonischen Tiefebene, die durch die Flüsse (von Süden nach Norden bzw. Osten) Aliakmonas, Loudias, Axios und Gallikos gebildet wird. Teile der Gemeinde liegen auf den, westlich der Kleinstadt ansteigenden, nördlichen Regionen des Vermio-Gebirges, das die westliche Begrenzung der zentralmakedonischen Tiefebene bildet. Andere Teile liegen in der Tiefebene selbst und dem Übergang vom Vermio zur Tiefebene.

Die nächste größere Stadt im Norden ist Edessa und im Süden Veria, Sitz des Regionalbezirks Imathia.

GeschichteBearbeiten

Nach seiner Eroberung im späten 14. Jahrhundert war Naoussa bis zum ersten Balkankrieg Bestandteil des osmanischen Reiches. Am 1. November 1912 wurde aus Naoussa die osmanische Verwaltung vertrieben und nachfolgend die Stadt von den aus Süden (Veria) vorrückenden griechischen Truppen besetzt.[2][3] Anschließend war Naoussa de facto Teil des griechischen Staates (Königreich), was mit dem Frieden von Bukarest 1913 endgültig bestätigt wurde.

Naousa war 1821 im griechischen Unabhängigkeitskrieg (1821–1829) Schauplatz eines schweren Kampfes zwischen den griechischen Aufständischen und den osmanischen Besatzungstruppen. Letztere blieben trotz erheblichen Widerstands siegreich. An die griechischen Opfer dieser Kämpfe erinnert in der Gegenwart ein Mahnmal in Naoussa.

Auch im griechischen Bürgerkrieg (1946–1949) war Naoussa Schauplatz von bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den kommunistisch kontrollierten Aufständischen und der regulären griechischen Armee unter Kontrolle der rechtsgerichteten Zentralregierung in Athen. Am 10. August 1947 wurde die Stadt von 500 Aufständischen angegriffen und zeitweilig besetzt, musste anschließend wieder geräumt werden. 200 Häuser wurden im Rahmen der Kämpfe durch Feuer zerstört, einschließlich einer Kirche.[4]

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Die Gemeinde Naoussa wurde nach der Verwaltungsreform 2010 aus dem Zusammenschluss von drei eigenständigen Gemeinden gebildet. Sie ist nach dem Hauptort und Verwaltungssitz der Gemeinde, der Stadt Naoussa benannt.[5] Die ehemaligen Gemeinden bilden seither Gemeindebezirke, diese sind weiter in 14 Kinotites untergliedert.

Gemeindebezirk griechischer Name Code Fläche (km²) Einwohner 2011 Kinotita
(Κοινότητα)
Lage
Naoussa Δημοτική Ενότητα Νάουσας 080301 301,731 021.152 Naoussa, Arkochori, Giannakochori, Rodochori, Stenimachos
Anthemia Δημοτική Ενότητα Ανθεμίων 080302 073,457 07.534 Episkopi, Kopanos, Lefkadia, Marina, Monospitia, Chariessa
Irinoupoli Δημοτική Ενότητα Ειρηνούπολης 080303 050,422 03.808 Angelochori, Zervochori, Polyplatanos
Gesamt 0803 425,610 32.494

WirtschaftBearbeiten

Wirtschaftliches Standbein der Stadt bzw. Gemeinde ist die Landwirtschaft und vor allem der Anbau von Wein. Sowohl das Weinbaugebiet Naoussa als auch die populäre rote Rebsorte Mavro Naoussis sind nach der Stadt benannt worden. Das Wine and Vine Museum ist hier beheimatet.

VerkehrBearbeiten

Der Bahnhof von Naoussa liegt an der Bahnstrecke Thessaloniki–Florina. Von und nach Richtung Athen muss in Platy umgestiegen werden.

In der Nähe von Naoussa verkehrte die Waldbahn von Gurnosovo.

KulturBearbeiten

In diesem Ort wurde am 16. Juni 1978 ein Kloster eingeweiht, in dem die pontosgriechischen Mönche des Kuştul-Klosters von Maçka bei Trabzon begraben sind.

Sport und FreizeitBearbeiten

Bei Naoussa befindet sich das Skigebiet Pigadia, in dem auch internationale und nationale Skiwettbewerbe durchgeführt werden.[6]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Naoussa unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2. Zeitungsartikel der griechischen Zeitung Embros, 20. Oktober 1912, S. 4, rechte Spalte
  3. Friedrich Immanuel: Der Balkankrieg 1912/13. Heft 2/3: Der Krieg bis zum Beginn des Waffenstillstandes im Dezember 1912. Verlag Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913, S. 91.
  4. Zeitungsartikel der griechischen Zeitung Eleftheria, 20. August 1947, S. 4, linke Spalte.
  5. Kallikratis-Programm, Gesetz 3852/2010, «Νέα Αρχιτεκτονική της Αυτοδιοίκησης και της Αποκεντρωμένης Διοίκησης − Πρόγραμμα Καλλικράτης.» ΦΕΚ 87 Α/7.6.2010, Άρθρο 1. Σύσταση δήμων. S. 1788. PDF Online (griechisch)
  6. Skigebiet 3-5 Pigadia – Naoussa - Skifahren 3-5 Pigadia – Naoussa. Abgerufen am 21. Februar 2022.
  7. Städtepartnerschaften von Assenowgrad (bulgarisch)