Manfred Lucha

deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), MdL, Sozialminister von Baden-Württemberg

Manfred „Manne“ Lucha (* 13. März 1961 in Garching an der Alz) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) und Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg für den Wahlkreis Ravensburg. Seit dem 12. Mai 2016 ist er Minister für Soziales und Integration im Kabinett Kretschmann II. Seit 2016 ist er stellvertretendes Mitglied des Deutschen Bundesrates.[1]

Manfred Lucha 2013

Ausbildung und BerufBearbeiten

Lucha wuchs im bayerischen Altötting auf.[2] Nach einer Lehre zum Chemiewerker und dem Zivildienst im Jugendhaus Weingarten machte Manfred Lucha die Mittlere Reife und eine Ausbildung zum Krankenpfleger am Psychiatrischen Landeskrankenhaus Weißenau. Er holte die Fachhochschulreife nach und studierte Sozialarbeit mit Abschluss Diplom an der FH Weingarten. 2005 absolvierte er ebenfalls in Weingarten das Masterstudium Management im Sozial- und Gesundheitswesen. Er war fachlicher Leiter des gemeindepsychiatrischen Zentrums Pauline 13 in Friedrichshafen. Lucha ist Sprecher des gemeindepsychiatrischen Verbundes Bodenseekreis und stellvertretender Bundesvorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft gemeindepsychiatrischer Verbünde.

PolitikBearbeiten

Manfred Lucha gehört seit 1979 der Partei Die Grünen an. Von 1998 bis 2000 war er Mitglied des Landesvorstands der Grünen in Baden-Württemberg. Im Gemeinderat von Ravensburg hatte er von 1994 bis 2016 einen Sitz und war dort Fraktionsvorsitzender seiner Partei. Im Kreistag des Landkreises Ravensburg saß er seit 1999; dort war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Bei den Bundestagswahlen 1990 und 1998 war er Kandidat der Grünen im Wahlkreis Ravensburg-Bodensee. Bei den Landtagswahlen 1996, 2001 und 2006 kandidierte er bei der Landtagswahl im Wahlkreis Ravensburg. Seit 2017 gehört er erneut dem Landesvorstand der Grünen in Baden-Württemberg an.

Bei der Landtagswahl 2011 errang er im Landtagswahlkreis Ravensburg ein Zweitmandat für den Landtag, das erste grüne Mandat für diesen Wahlkreis. Mit 26,1 Prozent der Stimmen konnte er sein Ergebnis von 2006 verdoppeln und erhielt damit nach dem CDU-Kandidaten Rudolf Köberle die zweithöchste Stimmenanzahl im Wahlkreis. Von 2011 bis 2016 war Lucha Vorsitzender des Arbeitskreises Soziales der Grünen Landtagsfraktion und Mitglied im Petitionsausschuss. Bei der Landtagswahl 2016 erhöhte er seinen Stimmenanteil auf 33,1 %, überholte damit den CDU-Kandidaten August Schuler und errang das erste Direktmandat für die Grünen in Ravensburg. Gleichzeitig wurde er Minister für Soziales und Integration im Kabinett Kretschmann II. Im Juli 2020 wurde bekannt, dass das von Lucha geführte Ministerium prüft, ob Neueinstellungen von Ärzten an Unikliniken künftig davon abhängig gemacht werden können, ob der Arzt oder Ärztin bereit ist, Abtreibungen durchzuführen.[3][4]

Familie und PrivatesBearbeiten

Manfred Lucha lebt in Ravensburg. Er ist verheiratet mit Ulrike Lucha und hat eine Tochter und einen Sohn.

Im Tatort „Todesspiel“ bekleidete er 2014 unter der Regie von Jürgen Bretzinger eine Nebenrolle.

LiteraturBearbeiten

  • Johann Meltzner: Schwäbischer Grüner mit bayerischen Wurzeln. Manfred Lucha. In: Profile Ravensburg. Biberacher Verlagsdruckerei, Biberach 2008, ISBN 978-3-933614-40-7, S. 140–143

WeblinksBearbeiten

Commons: Manfred Lucha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Manfred Lucha. In: bundesrat.de. Abgerufen am 18. September 2019.
  2. SWR1 BW, SWR1 BW: Manne Lucha. Abgerufen am 20. April 2020.
  3. Eiken Bruhn: Grünen-Politikerin über Abtreibung: „Wir haben eine Verantwortung“. In: Die Tageszeitung: taz. 6. Juli 2020, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 12. Juli 2020]).
  4. Grünen-Vorstoß: Ärzte-Jobs nur bei Bereitschaft zu Abtreibungen. Abgerufen am 12. Juli 2020.