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Winfried Hermann

deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), MdL, Verkehrsminister Baden-Württemberg
Winfried Hermann (2018)

Winfried („Winne“) Hermann (* 19. Juli 1952 in Rottenburg am Neckar) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Seit 12. Mai 2016 ist er Minister für Verkehr im Kabinett Kretschmann II in Baden-Württemberg und seit 1. Mai 2016 im Wahlkreis Stuttgart II direkt gewähltes Mitglied des Landtags (MdL). Davor war er im Kabinett Kretschmann I (12. Mai 2011 – 11. Mai 2016) Minister für Verkehr und Infrastruktur.

Inhaltsverzeichnis

Leben und BerufBearbeiten

Hermann engagierte sich am Eugen-Bolz-Gymnasium Rottenburg in der Schülermitverwaltung und war zeitweilig Schülersprecher. Nach dem Abitur 1971 leistete Hermann seinen Zivildienst im Kinderheim Diasporahaus Bietenhausen bei Haigerloch ab und begann 1973 ein Lehramtsstudium der Fächer Deutsch, Politik und Sport an der Eberhard Karls Universität Tübingen, welches er 1979 mit dem ersten Staatsexamen beendete. Nach dem Referendariat bestand er 1981 auch das zweite Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien. Anschließend war er bis 1984 an einem Gymnasium in Stuttgart als Lehrer tätig. Von 1989 bis 1998 leitete er den Fachbereich Gesundheit und Umwelt an der Volkshochschule Stuttgart.

Winfried Hermann ist verheiratet und hat eine Tochter.

ParteiBearbeiten

1982 wurde Hermann Mitglied bei den Grünen. Von 1992 bis 1997 war er Landesvorsitzender der Grünen in Baden-Württemberg.

AbgeordneterBearbeiten

Hermann gehörte von 1984 bis 1988 dem Landtag von Baden-Württemberg an und gehört ihm seit der Landtagswahl 2016 erneut an. Bei der Landtagswahl 1984 erzielte er im Wahlkreis Stuttgart II ein Zweitmandat, bei der Landtagswahl 2016 im selben Wahlkreis das Erstmandat.

Von 1998 bis 2011 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1998 bis 2002 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Seit 2002 war er Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für Sportpolitik. Daneben war er von 2002 bis 2005 umweltpolitischer Sprecher, seit 2005 zusätzlich Sprecher für Verkehrspolitik. In der 17. Legislaturperiode war er von 2009 bis 2011 Vorsitzender des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages.

Winfried Hermann ist stets über die Landesliste Baden-Württemberg in den Bundestag eingezogen.

MinisterBearbeiten

 
Spatenstich zur Neubaustrecke Wendlingen-Ulm am 7. Mai 2012

Von Mai 2011 - Mai 2016 war Hermann Minister im neu geschaffenen Ministerium für Verkehr und Infrastruktur im Kabinett Kretschmann I in Baden-Württemberg. Seit 12. Mai 2016 ist er Minister für Verkehr im Kabinett Kretschmann II in Baden-Württemberg und zuständig für die Themen Straßenwesen, SPNV, ÖPNV, Auto-, Schienen-, Schiff-, Luft-, Rad- und Fußverkehr.

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 fällt in die Ressortzuständigkeit des Ministers. In einem Interview hatte er zuvor abgelehnt, für das Projekt Stuttgart 21 Verantwortung zu übernehmen, sollte der geplante Volksentscheid dessen Weiterführung ergeben.[1] Obwohl der Volksentscheid später eine Weiterführung ergab, blieb er Minister und vertritt nun die Landesregierung bei diesem Projekt, was teils erhebliche Kritik bei den Projektgegnern hervorrief.[2]

Der Minister will das Schienenverkehrsangebot in Baden-Württemberg in den kommenden Jahren um weitere 15 bis 20 Prozent ausweiten. Dies soll insbesondere durch verstärkten Wettbewerb erreicht werden.[3]

Ein weiterer Schwerpunkt im Ministerium ist das Thema Nachhaltige Mobilität. Ziel ist es, Baden-Württemberg zu einem Pionierland für Elektromobilität, der Radinfrastruktur und für eine bessere Vernetzung der Verkehrsträger zu machen.[4] Im Bereich Straßenbau plant das Ministerium eine Verschiebung der Prioritäten weg vom Neubau hin zu mehr Investitionen in die Sanierung und Ertüchtigung.[5] Außerdem sollen bis 2025 zehn Radschnellwege in Baden-Württemberg entstehen.[6] Hermann lehnt die von der CSU vorgeschlagene PKW-Maut in Form einer Vignette ab.[7] Er setzt sich dafür ein, dass die Profifußballvereine für die regelmäßig durch ihre Fans begangenen schweren Sachbeschädigungen in Zügen anteilsmäßig aufkommen müssen. Alleine bei dem Baden-Württemberg-Derby Karlsruher SC gegen VfB Stuttgart war 2017 ein Schaden von mehr als 100 000 Euro entstanden.[8]

Am 26. Januar 2019 wurden bei einer Protestaktion von 1200 Gelbwesten in Stuttgart, gegen das kürzlich ausgesprochene Dieselfahrverbot, Rufe nach dem Rücktritt von Hermann laut.[9]

Weitere Ämter und EngagementsBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. "Dann gebe ich den Bahnhof ab" In: die tageszeitung, 12. Mai 2011.
  2. "MP Kretschmann und Minister Hermann (...) verstecken sich hinter dem Schwindel Volksabstimmung". Auf: Bei-Abriss-Aufstand, 26. März 2012.
  3. »Der Ausbau der Schienenverbindungen ist kein Selbstläufer mehr«. In: Internationales Verkehrswesen. Band 65, Nr. 1, 2013, S. 32 f.
  4. Ministerium (Memento des Originals vom 18. Mai 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mvi.baden-wuerttemberg.de
  5. Ministerium (Memento des Originals vom 4. August 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mvi.baden-wuerttemberg.de
  6. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.radschnellwege-auf-der-ueberholspur.a2f2143f-e7fa-42f1-b66e-b06074690508.html
  7. Pkw-Maut hat Freunde nicht nur in der CSU. Handelsblatt online, 11. Juli 2013.
  8. http://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-laender-hermann-fussballvereine-sollen-sich-an-zugschaeden-beteiligen-_arid,1030976.html
  9. Gelbwesten-Demo: 1200 Menschen gegen Dieselfahrverbot in Stuttgart. In: Epoch Times. 27. Januar 2019, abgerufen am 27. Januar 2019.
  10. Baden-Württemberg: HzL gewinnt SPNV-Strecken Zollernalb Eurorailpress.de vom 5. August 2013
  11. Institut Solidarische Moderne: Mitglieder des Instituts Solidarische Moderne, abgerufen am 10. August 2015.