Hauptmenü öffnen

Münstertal/Schwarzwald

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Münstertal/Schwarzwald
Münstertal/Schwarzwald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Münstertal/Schwarzwald hervorgehoben
Koordinaten: 47° 51′ N, 7° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 524 m ü. NHN
Fläche: 67,73 km2
Einwohner: 5110 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79244
Vorwahlen: 07636, 07602
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 130
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wasen 47
79244 Münstertal
Website: www.muenstertal.de
Bürgermeister: Rüdiger Ahlers
Lage der Gemeinde Münstertal/Schwarzwald im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
FrankreichLandkreis WaldshutLandkreis LörrachFreiburg im BreisgauLandkreis EmmendingenSchwarzwald-Baar-KreisLandkreis RottweilAu (Breisgau)AuggenBad KrozingenBadenweilerBallrechten-DottingenBötzingenBollschweilBreisach am RheinBreitnauBuchenbachBuggingenEbringenEhrenkirchenEichstetten am KaiserstuhlEisenbach (Hochschwarzwald)Eschbach (Markgräflerland)Feldberg (Schwarzwald)FriedenweilerGlottertalGottenheimGundelfingen (Breisgau)HartheimHeitersheimHeitersheimHeuweilerHinterzartenHorbenIhringenKirchzartenLenzkirchLöffingenMarch (Breisgau)MerdingenMerzhausenMüllheim (Baden)Müllheim (Baden)Münstertal/SchwarzwaldNeuenburg am RheinNeuenburg am RheinOberried (Breisgau)PfaffenweilerSt. Peter (Hochschwarzwald)St. MärgenSchallstadtSchluchsee (Gemeinde)Sölden (Schwarzwald)Staufen im BreisgauStegenSulzburgTitisee-NeustadtUmkirchVogtsburg im KaiserstuhlWittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild

Münstertal/Schwarzwald ist eine Gemeinde im Schwarzwald, die etwa 20 Kilometer südlich von Freiburg im Breisgau liegt.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Das Münstertal erstreckt sich von Staufen im Breisgau hinauf in den Schwarzwald. Es teilt sich in mehrere Seitentäler und erstreckt sich so in Richtung Belchen, über den Ortsteil Stohren in Richtung des Freiburger Hausberges Schauinsland und über die Münsterhalde in Richtung Badenweiler. Die Höhenlage von Münstertal erstreckt sich von 380 m bis 1414 m[2] auf dem Belchengipfel und weist damit einen Höhenunterschied von 1060 Meter auf.

GemeindegliederungBearbeiten

Münstertal/Schwarzwald besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Obermünstertal und Untermünstertal mit insgesamt 65 Dörfern, Weilern, Zinken, Höfen und Häusern.

Im Gemeindeteil Untermünstertal liegen die zwischen 1949 und 1950 aufgegangenen Orte Breitmatt, Diezelbach, Hasengrund, Laisacker(hof), Landensberg, Langenbach, Lehengasse, Limberg, Rammelsbach, Sägerstraße (Sägegasse), Sirnitz, Sirnitzgrund, Wildsbach und die 1960 aufgegangenen Orte Fischmatte, Gufenbach, Hinterer Rotenbuck, (Außen) Hof, (Mitte) Hof, (Oben) Hof, Kaltwasser, Mulden, Münster (linke Straßenseite), Münster (rechte Straßenseite), Neuhäuser (linke Straßenseite), Neuhäuser (rechte Straßenseite), Prestenberg-Lehn, Süßenbrunn, Vorderer Rotenbuck, Wasen (Oben), Wasen (Unten) und Ziegelplatz.[3]

Wappen der GemeindeteileBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Das Dorf Münster wurde bereits 1258 erwähnt und gab dem Tal seinen Namen. Im Jahr 1346 wurde es durch die Grafen von Freiburg zerstört.[4]

Am 1. Dezember 1971 schlossen sich die selbstständigen Gemeinden Obermünstertal und Untermünstertal zur Gemeinde Münstertal/Schwarzwald zusammen.[5]

PolitikBearbeiten

Kommunalwahl 2019[6]
Wbt.: 67,9 % (2014: 61,8 %)
 %
50
40
30
20
10
0
41,5 %
27,7 %
30,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+1,6 %p
-7,0 %p
+5,4 %p
 
Rathaus Münstertal

GemeinderatBearbeiten

Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgender Verteilung der 14 Sitze im Gemeinderat:

Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 41,5 % 6 (± 0)
SPD 27,7 % 4 (− 1)
FWG 30,8 % 4 (+ 1)

BürgermeisterBearbeiten

  • 1991–2007: Peter Jehle (CDU)
  • seit 2007: Rüdiger Ahlers (SPD)

WappenBearbeiten

Blasonierung: In Silber (Weiß) ein erniedrigter roter Wappenschild mit silbernem (weißem) Balken, darüber schwebend eine rote Mitra mit roten Zierbändern, begleitet von zwei schräggekreuzten schwarzen Schlägeln und Eisen.

Das Wappen wurde 1972 der ein Jahr zuvor neu gebildeten Gemeinde vom Innenministerium des Landes Baden-Württemberg verliehen. Es knüpft in seiner Darstellung an die Geschichte des Ortes an: Die Mitra steht für das Kloster St. Trudpert, dessen Grundherrschaft das Münstertal bis 1806 unterstand. Das Bindenschild weist auf die Rolle der Habsburger als Obervögte hin. Schlägel und Eisen erinnern an die Bedeutung des Bergbaus im Gemeindegebiet, die bis ins 18. Jahrhundert andauerte.[7]

PartnergemeindeBearbeiten

Münstertal unterhält eine Partnerschaft mit Rittersgrün im Erzgebirge, das mittlerweile zur Gemeinde Breitenbrunn/Erzgeb. gehört.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

TourismusBearbeiten

Das Münstertal ist eine ländlich strukturierte Gemeinde. Der Tourismus wird von dem im Jahre 1935 gegründeten Verkehrsverein betreut.

Im Ortsteil Diezelbach befindet sich ein großer, ganzjährig geöffneter Campingplatz.

VerkehrBearbeiten

 
Die Münstertalbahn im Bahnhof Münstertal

Münstertal ist durch die Münstertalbahn nach Bad Krozingen an das überregionale Schienennetz angebunden. Die Bahn wird von der Südwestdeutschen Verkehrs-AG betrieben. Die Elektrifizierung der Strecke ist abgeschlossen, und am 21. September 2013 ist der Elektrozug-Betrieb offiziell aufgenommen worden.[8] Südwärts führt die Landstraße 130 zum Haldenhof, einem Zwischenpass des Sirnitzpasses.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kloster St. Trudpert
 
Bienenkundemuseum Münstertal

MuseenBearbeiten

  • Im Schwarzwaldhaus 1902 (ehemals: der Kaltwasserhof), in dem die gleichnamige ARD-Serie gedreht wurde, die 2003 den Adolf-Grimme-Preis bekam, befindet sich ein Museum, das sowohl über die Fernsehproduktion als auch über das Leben auf dem Bergbauernhof berichtet.
  • Das Bienenkundemuseum ist weit über die Grenzen Badens hinaus bekannt und berichtet über das Zusammenleben des Menschen mit den Bienen von den Anfängen in der Steinzeit bis in die Gegenwart. Es ist das größte seiner Art in Europa.
  • Das Besucherbergwerk Teufelsgrund berichtet von der Bergbautradition des Schwarzwalds. Im Mittelalter wurde hier Silber abgebaut, was der damaligen Stadt Münster großen Reichtum bescherte. Bis 1958 wurde Fluss- und Schwerspat abgebaut. In den vorangegangenen Jahrhunderten wurden überwiegend Bleierze gewonnen, die zum Teil vor Ort im Münstertal weiterverarbeitet wurden. Das Bergwerk verfügt heute über einen Asthma-Therapie-Stollen, in dem Atemwegserkrankungen sowie Hautleiden behandelt werden.
  • Das im Rathaus angesiedelte Museum für Bergbau-, Forst- und Siedlungsgeschichte informiert über Tradition und Geschichte des Münstertals.

BauwerkeBearbeiten

Das Benediktinerkloster St. Trudpert wurde im 9. Jahrhundert gegründet. Das Kloster war lange Zeit Mittelpunkt des Ortes und Ausgang der Christianisierung des südlichen Schwarzwaldes. Heute steht hier das Mutterhaus der Schwestern vom Hl. Josef. Im Ortsteil Obermünstertal steht die Ruine der Burg Scharfenstein.

HirschskulpturBearbeiten

An der L 130 zwischen den Ortsteilen Rotenbuck und Münsterhalden haben Unbekannte auf einem Felsen in der Nacht auf den 1. Mai 2016 eine lebensgroße Hirschskulptur aufgestellt.[9]

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • André Bechtold: Die Bergstadt Münster und die habsburgische Herrschaftsbildung am Oberrhein im 14. und 15. Jahrhundert. In: Das Markgräflerland, Band 2/2003, Schopfheim 2003, S. 81–91.
  • Korinna Thiem: Die Historische Landschaftsanalyse als Methode für die Fließgewässerbewertung am Beispiel des Münstertals im Schwarzwald. (= Culterra; 46). Universität Freiburg, Freiburg im Breisgau 2006

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. http://www.schwarzwald-geniessen.de/de/orte/M%FCnstertal
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2, S. 167–169
  4. Bernd Ottnad: Die politische Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart in: Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald (Hrsg.): Breisgau-Hochschwarzwald. Land vom Rhein über den Schwarzwald zur Baar, Karl Schillinger, Freiburg im Breisgau 1980, ISBN 3-921340-44-6, S. 125
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 499.
  6. Statistisches Landesamt Baden‑Württemberg, Gemeinderatswahlen 2019: Münstertal/Schwarzwald, abgerufen am 17. Juli 2019
  7. leo-bw – Das Wappen von Münstertal/Schwarzwald, abgerufen am 17. Juli 2019
  8. Staufen: Fotos: Eröffnung der elektrifizierten Münstertalbahn – Fotogalerien – badische-zeitung.de. Abgerufen am 22. September 2013.
  9. Manfred Lange: Münstertal: Lebensgroße Tierfigur: Auch das Münstertal hat jetzt einen Hirschsprung. Badische Zeitung, 2. Mai 2016, abgerufen am 26. Februar 2017.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Münstertal/Schwarzwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien