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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pfaffenweiler
Pfaffenweiler
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pfaffenweiler hervorgehoben

Koordinaten: 47° 56′ N, 7° 45′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 252 m ü. NHN
Fläche: 3,61 km2
Einwohner: 2613 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 724 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79292
Vorwahl: 07664
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 089
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausgasse 4
79292 Pfaffenweiler
Website: www.pfaffenweiler.de
Bürgermeister: Dieter Hahn
Lage der Gemeinde Pfaffenweiler im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
FrankreichLandkreis WaldshutLandkreis LörrachFreiburg im BreisgauLandkreis EmmendingenSchwarzwald-Baar-KreisLandkreis RottweilAu (Breisgau)AuggenBad KrozingenBadenweilerBallrechten-DottingenBötzingenBollschweilBreisach am RheinBreitnauBuchenbachBuggingenEbringenEhrenkirchenEichstetten am KaiserstuhlEisenbach (Hochschwarzwald)Eschbach (Markgräflerland)Feldberg (Schwarzwald)FriedenweilerGlottertalGottenheimGundelfingen (Breisgau)HartheimHeitersheimHeitersheimHeuweilerHinterzartenHorbenIhringenKirchzartenLenzkirchLöffingenMarch (Breisgau)MerdingenMerzhausenMüllheim (Baden)Müllheim (Baden)Münstertal/SchwarzwaldNeuenburg am RheinNeuenburg am RheinOberried (Breisgau)PfaffenweilerSt. Peter (Hochschwarzwald)St. MärgenSchallstadtSchluchsee (Gemeinde)Sölden (Schwarzwald)Staufen im BreisgauStegenSulzburgTitisee-NeustadtUmkirchVogtsburg im KaiserstuhlWittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild

Pfaffenweiler (alemannisch Pfaffewiler) ist eine Gemeinde etwa zehn Kilometer südlich von Freiburg im Breisgau am nördlichen Rand des Markgräflerlands.

Der Ort ist unter anderem durch das jährlich am ersten Septemberwochenende stattfindende Schneckenfest bekannt.[2]

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Pfaffenweiler liegt im sogenannten Schneckental im nördlichen Markgräflerland zwischen dem Batzenberg im Westen und dem Hohfirst als Teil des Schönbergmassivs im Osten. Durch das Tal fließt der Duffernbach.

GeologieBearbeiten

 
historischer Steinbruch

Das Schönbergmassiv besteht aus Gesteinsschichten von Buntsandstein bis Tertiär. Das Gestein wurde in mehreren Steinbrüchen bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts von ortsansässigen Steinmetzen abgebaut. Noch heute kann man die historischen Steinbrüche besichtigen.

NachbargemeindenBearbeiten

An Pfaffenweiler grenzen im Norden Schallstadt und Ebringen, im Osten Bollschweil, im Süden Kirchhofen (OT von Ehrenkirchen) sowie im Westen Norsingen und Scherzingen (beide zu Ehrenkirchen gehörig).

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde besteht aus den Dörfern Öhlinsweiler (alem. Ehlischwiler) und Pfaffenweiler.[3]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde möglicherweise erstmals in einer Schenkungsurkunde von Rebland an das Kloster St. Gallen als Openwilare erwähnt: Propterea vernacula terra juris mei in loco, qui dicitur Openwilare, tradimus sancto Galloni viginti juchos, et in Eberingen unum juchum de vinea. Die Urkunde datiert von einem 16. Januar in der Herrschaftszeit des Frankenkönigs Chilperich II., der von Juni 715 bis März 721 regierte, ohne eine Jahresangabe, es wird nur der herrschende König Chilperich (ohne Nummer) erwähnt. Die inneren Verhältnisse des Frankenreiches machen eine Errichtung der Urkunde in den Jahren 720 am wahrscheinlichsten, da Chilperich II. erst ab Ende 719 auch das Ostfränkische Reich, in dem sowohl Pfaffenweiler als auch St. Gallen regierte, davor nur das Westreich. Es erscheint als wenig plausibel, dass man im Ostreich eine Datierung nach einem westfränkischen Herrscher vorgenommen hätte. Die Regierungszeit von Chilperich I. (561–584) scheidet aus, da zu dieser Zeit das Kloster St. Gallen noch nicht bestand. Weitere Chilperichs gab es nicht.

Die Forschung geht allerdings davon aus, dass Openwilare wahrscheinlich nicht Pfaffenweiler oder Öhlinsweiler, sondern ein später aufgelassener Weiler im nördlichen Schneckental zwischen Pfaffenweiler und Wolfenweiler war, im Bereich der heutigen Gemarkungsgrenzen beider Ortschaften. Für das Schneckental sind mehrere solche Weiler für die damalige Zeit belegt.

Vom ausgehenden Mittelalter an gehörte Pfaffenweiler zur österreichischen Herrschaft Staufen und fiel dann nach dem Frieden von Preßburg 1805/06 an das Großherzogtum Baden.


Über Jahrhunderte war Steinhauerei neben Landwirtschaft und Weinbau ein wichtiger Erwerbszweig. So schuf der Bildhauer Jörg Kempf 1561 die Kanzel des Freiburger Münsters aus Pfaffenweiler Kalkstein. Das vermutlich älteste Gasthaus ist die „Stube“ im Ortsteil Öhlinsweiler, das 1574/75 erbaut wurde. Als „Stube“ diente es teilweise auch als Amtsgebäude.

Von 1492 bis 1811 gehörte die auf der anderen Seite des Batzenbergs gelegene Ortschaft Scherzingen zu Pfaffenweiler. Scherzingen wurde dann eigenständig und gehört seit der Gebietsreform 1974 zu Ehrenkirchen.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[4]

CDU 46,3 % 5 Sitze
Freie Bürgerliste 53,7 % 7 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Dieter Hahn. Er wurde im Oktober 2014 für eine zweite Amtszeit bestätigt. Er gehört ebenfalls dem Gemeinderat als dessen Vorsitzender an.[5]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot drei goldene, mit ebensolchen Patenen gedeckte Kelche (1:2).“

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

  • Jasper (Indiana), USA: Um 1850 wanderten zahlreiche Pfaffenweiler nach Nordamerika aus und ließen sich in der Siedlung Jasper nieder. Noch heute finden sich dort Pfaffenweiler Familiennamen wie Eckerle, Eckert, Gutgsell, Kiefer, Scherle und Elmlinger.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche St. Columba

BauwerkeBearbeiten

  • Katholische Pfarrkirche Kirche St. Columba
  • Gasthaus Stube
  • Historische Rebgrundstücke
  • Historische Steinbrüche

Denkmäler und GrenzsteineBearbeiten

  • Hohebannstein (Gemarkungsstein im Hohfirstwald, an den die fünf Gemeinden Bollschweil, Ebringen, Ehrenkirchen, Pfaffenweiler und Schallstadt angrenzen. Inzwischen steht am Ort nur noch eine Replik, der Originalstein befindet sich im Pfaffenweiler Dorfmuseum)
  • Afrikadenkmal am Waldrand auf dem Dürrenberg

MuseenBearbeiten

 
Eingang zum Freilichtmuseum
  • Dorfmuseum (beim Rathaus)
  • historische Steinbrüche (Freilichtmuseum)

SportBearbeiten

  • VfR Pfaffenweiler (Fußball)
  • TC Pfaffenweiler (Tennis)
  • TV Pfaffenweiler (Turnen)
  •  
    Blick auf den Ortskern von Pfaffenweiler durch die Weinreben des Batzenberg hindurch.
    TTC Pfaffenweiler (Tischtennis)
  • SSV Pfaffenweiler (Sportschießen)
  • AMC Pfaffenweiler (Kartslalom)

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Das auch überregional bekannte Schneckenfest in Pfaffenweiler findet seit vielen Jahren jährlich am ersten Septemberwochenende statt. Entlang der Kapellenstraße im Oberdorf (Öhlinsweiler) werden Höfe und Keller von den ortsansässigen Vereinen genutzt, um den einheimischen Wein und teilweise an traditionelle regionale Küche angelehnte Gerichte anzubieten. Merkmal des Schneckenfests ist die Brauchtumsschau, bei der jährlich ein Thema aus der Handwerkstradition des Dorfes von den Handwerkern selbst mit zum Teil Originalwerkzeugen dargestellt wird, zum Beispiel Steinhauer/Steinmetz, Rebanbau usw.

Beim alljährlich am letzten Sonntag im Juni durchgeführten Steibick-Fescht zeigen die Mitglieder der Steinhauergruppe das traditionsreiche Gewerbe im Freilichtmuseum Historische Steinbrüche.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Gemeinde Pfaffenweiler (Hg.): Pfaffenweiler, eine Ortsgeschichte von Edmund Weeger. Modo-Verlag, Freiburg 1997, ISBN 3-922675-66-2.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Informationen zum Schneckenfest
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 163–164
  4. Pfaffenweiler im Schneckental - Schneckenfest und Wein im Markgräflerland | Ergebnisbekanntmachung der Gemeinderatswahl. Abgerufen am 3. August 2019.
  5. http://www.badische-zeitung.de/kreis-breisgau-hochschwarzwald/hahn-und-schweizer-bleiben-buergermeister-in-pfaffenweiler-und-bollschweil--92713755.html

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pfaffenweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien