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Eschbach (Markgräflerland)

Gemeinde in Deutschland, Baden-Württemberg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eschbach
Eschbach (Markgräflerland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eschbach hervorgehoben
Koordinaten: 47° 53′ N, 7° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 246 m ü. NHN
Fläche: 10,03 km2
Einwohner: 2619 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 261 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79427
Vorwahl: 07634
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 033
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 24
79427 Eschbach
Website: www.gemeinde-eschbach.de
Bürgermeister: Mario Schlafke
Lage der Gemeinde Eschbach im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
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Über dieses Bild

Eschbach ist eine Gemeinde im Markgräflerland im Südwesten Baden-Württembergs und liegt etwa 15 Kilometer südlich von Freiburg im Breisgau im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Eschbach liegt in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen Oberrhein im Westen und dem Schwarzwald im Osten, zwischen Bad Krozingen im Norden und Heitersheim im Süden. Durch Eschbach fließt der Eschbach.

GeschichteBearbeiten

Der Flecken Ascabah findet sich erstmals im Jahr 807 in einer Urkunde. Im Laufe der Jahrhunderte hatten verschiedene Klöster Besitz an Eschbach, so die Klöster St. Gallen, St. Blasien und St. Trudpert, die es als Lehen an Adelsfamilien vergaben. Im Jahr 1368 wurde Eschbach mit dem gesamten Breisgau vorderösterreichisch. In den folgenden 400 Jahren übten unter anderem die Herren von Rappoltstein (1500–1613) und der Johanniterorden (1613–1806) die Dienstherrschaft aus. Im Jahre 1806 wurde die Gemeinde dann dem Großherzogtum Baden zugeschlagen. Eschbach gehörte zum Bezirksamt Staufen (1919) gelangte über den Landkreis Müllheim (1936) in den heutigen Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald (1973).[2]

ReligionenBearbeiten

Eschbach ist von jeher eine römisch-katholische Gemeinde. Die Kirche St. Agnes wurde bereits 1275 erstmals erwähnt. Die wenigen evangelischen Gläubigen gehören zur evangelischen Pfarrei Heitersheim.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 53,7 % (2009: 57,24 %) zu folgendem Ergebnis:[3]

 
Rathaus von Eschbach
Partei / Liste Stimmenanteil + / − %p Sitze + / −
CDU 36,7 % + 0,8 4 Sitze ± 0
SPD 21,7 % + 4,5 2 Sitze + 1
Freie Bürgerliste 39,6 % 4 Sitze

zum Vergleich Ergebnis 2009:

CDU 35,9 % −3,5 4 Sitze ±0
Lebenswertes Eschbach (LE) 25,7 % +0,2 3 Sitze +1
Freie Wählergruppe 21,6 % −14,0 2 Sitze −2
SPD 17,2 % +17,2 1 Sitz +1

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister der Gemeinde war seit 1983 Harald Kraus. Im August 2015 trat Mario Schlafke seine Nachfolge an.

WappenBearbeiten

Bevor Eschbach im 19. Jahrhundert eigene Siegel mit drei Hufeisen und schmückendem Beiwerk einführte, nutzte die Gemeinde ein allgemeines Typar mit dem Johanniterkreuz ohne Umschrift. 1900 nahm die Gemeinde auf Empfehle des Generallandesarchives das heutige Wappen an, das auf historischen Herrschaftsverhältnisse Bezug nimmt. Das Johanniterkreuz findet sich im Wappen der Herren von Rappoltstein.[2]

ZweckverbandBearbeiten

Eschbach ist Mitglied im Grenzüberschreitenden örtlichen Zweckverband Mittelhardt-Oberrhein, der auf Basis des Karlsruher Übereinkommens die grenzüberschreitende kommunale Zusammenarbeit von Gemeinden im Elsass und Baden fördert.[4]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Hofgut WeinstettenBearbeiten

 
Weinstetter Hof

Das älteste überlieferte Gebäude Eschbachs ist das herrschaftliche Hofgut Weinstetten nördlich der Wüstung Weinstetten,[5] die jetzt zu Eschbach gehört. Das abgegangene Dorf Weinstetten wurde im Jahr 896 erstmals urkundlich unter dem Namen Vizzilistat erwähnt. Durch das Rheinhochwasser von 1482 wurde es fast vollständig zerstört.[6] Nur der herrschaftliche Hof im Norden des Dorfes, der 1271 von den Herren von Üsenberg an die Johanniter von Freiburg verkauft worden war, blieb erhalten.

 
St. Agnes

Um 1606 errichtete Fürst-Großprior von Rosenbach das Gutshaus.[7] Der Weinstetter Hof ist heute im Besitz der Malerwerkstätten Heinrich Schmid und wurde restauriert. Der Öffentlichkeit ist er bei Veranstaltungen wie Open-Air-Konzerten oder dem Adventsmarkt zugänglich.[8]

Sankt AgnesBearbeiten

 
Friedhofskapelle

Die erste St.-Agnes-Kirche ist die heutige Friedhofskapelle. Der frühromanische Glockenturm stammt vermutlich aus dem 11. Jahrhundert. Bei Ausgrabungen Ende des 19. Jahrhunderts traten Reste des romanischen Langhauses aus dem 10. oder 11. Jahrhundert zu Tage. Im 13. Jahrhundert wurden die Rundbogen- zu Spitzbogenfenstern umgebaut, sowie der Chor und der Sakristeiraum angebaut. 1468 wurde der Bau erstmals der Heiligen Agnes von Rom zugewiesen. 1517 wurde die Kirche renoviert und die Wände bemalt, wie heute im Chor noch zu sehen ist. Ab dem 17. Jahrhundert wurde sie baufällig, war einsturzgefährdet, so dass sie abgestützt werden musste.

1885 wurde dann jenseits der Bahn mit dem Bau der neuen St.-Agnes-Kirche begonnen, die 1888 geweiht wurde. Im selben Jahr wurde das Langhaus der alten Pfarrkirche abgerissen, Turm und Chor sollten folgen, weil die Gemeinde die Kosten für den Unterhalt scheute. Das Bauamt hielt den Turm aber für erhaltenswert und so handelte die Gemeinde mit dem badischen Staat aus, dass er für den Unterhalt des Turmes aufkommt und sie den Chor erhält. So durfte auch der Friedhof an dieser Stelle bleiben und der ehemalige Chor dient heute als Friedhofskapelle. Zeitweise wurde er auch von der evangelischen Gemeinde genutzt.[9]

Eschbacher CastellBearbeiten

 
Eschbacher Castell

Das markanteste Gebäude Eschbachs ist das Adelshaus aus dem 15. Jahrhundert. Es ist ein dreistöckiges Herrschaftshaus mit einem weithin sichtbaren, hochaufragenden Baukörper. Ab 1795 wurde es unter dem Namen Zum Löwen als Gastwirtschaft betrieben. Bei Sanierungsmaßnahmen im Jahr 1999 kamen Um- und Anbauphasen, aber auch der ehemalige Turm der Brennerin zum Vorschein. Das Adelshaus erhielt den Namen Eschbacher Castell.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Im interkommunalen Gewerbepark Breisgau haben sich inzwischen über 170 Unternehmen angesiedelt.[10] Unter anderen produziert Cewe dort Fotobücher.[11] Der Gewerbepark verfügt neben dem Autobahnanschlusses Hartheim/Heitersheim und dem Verkehrslandeplatz über einen Gleisanschluss an die Rheintalbahn im Bereich des Bahnhofs Heitersheim.

BildungBearbeiten

In Eschbach gibt es mit der „Rappoltsteiner Schule“ eine Grundschule, außerdem verfügt die Gemeinde mit St. Anna und Arche Noah über zwei Kindergärten in der Trägerschaft der Gemeinde.[12]

VerkehrBearbeiten

 
Eschbach, Flugplatz Bremgarten

Eschbach liegt in der Nähe der Bundesautobahn 5. Der Ort ist über die Autobahnabfahrt 64b (Hartheim-Heitersheim-Eschbach) durch den Gewerbepark Breisgau zu erreichen.

Eschbach wird durch die Rheintalbahn Karlsruhe–Basel zerschnitten, die überdies im Ort eine relativ enge Kurve, den Eschbacher Bogen, macht, der die Züge zwingt, auf unter 100 km/h abzubremsen. Eine Entschärfung der Kurve wird, da es sich um eine ICE-Strecke handelt, seit Jahrzehnten diskutiert und würde bei einer Realisierung einen Eingriff in die örtliche Bausubstanz bedeuten.

Zudem sah der Bundesverkehrswegeplan 2003 den viergleisigen Ausbau der Rheintalbahn bis 2016, dem geplanten und tatsächlichen Zeitpunkt der Fertigstellung des Gotthard-Basistunnels vor. Die beiden neuen Gleise, die nach bisheriger Planung dem Güterverkehr vorbehalten sein sollen, sollen etwa 1,5 km westlich zwischen Eschbach und dem Gewerbepark durch die freie Landschaft zur A 5 gebaut werden. Die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren dieses Abschnitts 8.4 sollen ab 2017[veraltet] durch die Bahn angepasst werden.[13]

Eschbach selbst verfügt über keinen eigenen Bahnhof mehr, was an der Nähe des nur etwa 1,5 km entfernten Bahnhofs Heitersheim liegt. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird von der Südbadenbus Gesellschaft (SBG) gewährleistet.

Im größtenteils auf der Eschbacher Gemarkung liegenden interkommunalen Gewerbepark Breisgau befindet sich der ehemalige Luftwaffen-Stützpunkt und heutige zivile Sonderlandeplatz Flugplatz Bremgarten.

LiteraturBearbeiten

  • Ursula Huggle: 1200 Jahre Eschbach, Beständigkeit und Wandel. Eschbach 2008, ISBN 978-3-00-023896-3.
  • Geschichtsverein Markgräflerland (Hrsg.): Das Markgräflerland. Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur, Uehlin Print und Medien, Schopfheim 2010, Band 2, S. 4–56.
  • Ulrike Rödling, Alois Burget: Eschbach: Lebenslauf eines Dorfes, Gemeinde Eschbach (Markgräflerland), Eschbach 1993.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Eschbach (Markgräflerland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. a b Eschbach. In: leo-bw.de. Abgerufen am 5. Februar 2017.
  3. Badische Zeitung – Kommunalwahl 2014: Ergebnisse
  4. http://www.gemeinde-eschbach.de/wirtschaftsstandort/glct_goez.php
  5. Badische Seiten: Weinstetten
  6. Eschbach: Zeittafel zur Geschichte der Gemeinde Eschbach
  7. Museum im Schloss: Weinstetter Hof
  8. Veranstaltungen im Weinstetter Hof. Abgerufen am 18. September 2015.
  9. Ursula Huggle: 1200 Jahre Eschbach, Beständigkeit und Wandel. Eschbach, 2008, ISBN 978-3-00-023896-3, S. 22 ff
  10. Firmen. In: gewerbepark-breisgau.de. Abgerufen am 5. Februar 2017.
  11. Martin Pfefferle: Wo Erinnerungen am Fließband produziert werden – in Cewe-Fotobüchern. Badische Zeitung, 11. Dezember 2018, abgerufen am 21. Dezember 2018.
  12. Kindergartensatzung. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 22. Juni 2015; abgerufen am 22. Juni 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gemeinde-eschbach.de
  13. Planfeststellungsabschnitt Eschbach–Hügelheim (PfA 8.4). (Nicht mehr online verfügbar.) In: karlsruhe-basel.de. DB Netze, archiviert vom Original am 6. Februar 2017; abgerufen am 5. Februar 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.karlsruhe-basel.de