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Kashima Antlers

japanischer Profi-Fußballverein

Die Kashima Antlers (jap. 鹿島アントラーズ, Kashima antorāzu, von engl. antlers: Geweih) sind ein japanischer Profi-Fußballverein aus der Stadt Kashima (Präfektur Ibaraki). Die Antlers, die passend zu ihrem Namen einen Hirsch als Maskottchen führen, sind mit acht Titeln der Rekordmeister der seit 1993 aktiven Profiliga J. League. Im Jahr 2007 gelang sogar das Double aus Meisterschaft und Kaiserpokal.

Kashima Antlers
Logo
Basisdaten
Name Fußball-Club Kashima Antlers
(jap.:鹿島アントラーズ)
Sitz Kashima, Japan
Gründung 1993
Präsident JapanJapan Shigeru Ibata
Website so-net.ne.jp
Erste Mannschaft
Cheftrainer JapanJapan Gō Ōiwa (2017–)
Spielstätte Kashima Soccer Stadium
Plätze 42.300
Liga J1 League
2018 3. Platz
Heim
Auswärts

Inhaltsverzeichnis

VereinsgeschichteBearbeiten

1991–1993: Gründung und Einführung des ProfifußballsBearbeiten

Der Klub, der von der dazugehörigen Aktiengesellschaft K.K. Kashima Antlers F.C. (株式会社鹿島アントラーズ・エフ・シー, kabushiki-gaisha Kashima Antorāzu efu shī; engl. Kashima Antlers F.C, Ltd.) betrieben wird, gehört zu knapp zehn Prozent den fünf Heimatstädten des Klubs – neben Kashima sind das Kamisu, Itako, Hokota und Namegata–, zu über 90 Prozent 39 örtlichen Unternehmen.[1] Er ging im Februar 1991 aus dem (bis 1975 in Osaka ansässigen) Sumitomo Kinzoku Kōgyō Shukyū-dan (engl. Sumitomo Metal Industries' football club), einer Werksmannschaft des Bergbauunternehmens Sumitomo Kinzoku Kōgyō, hervor. Erster Star des neu gegründeten Teams war der Brasilianer Zico, der im Mai 1991 verpflichtet wurde. Erst im Juli des gleichen Jahres wurde nach einem Fanentscheid der Name „Kashima Antlers“ angenommen. Zur offiziellen Gründung kam es dann im Oktober 1991. Im Folgejahr traten weitere Änderungen in Kraft, die den Verein in Richtung Profifußball führten. Ein Vereinslogo, ein Maskottchen und die Klubhymne wurden vorgestellt. Zum Jahresbeginn 1993 wurde das neue Vereinsheim, die Trainingsplätze und das Stadion eingeweiht. Im Mai 1993 kam es zum ersten Spiel im neuen Kashima Soccer Stadium. Im Freundschaftsspiel begegneten die Antlers dem brasilianischen Verein Fluminense Rio de Janeiro.

Im Zuge der Entscheidung, in Japan eine Profi-Fußballliga zu etablieren und mehrere Vereine in kleineren Städten anzusiedeln, wurde auch die Sumitomo-Mannschaft in ein neues Joint-Venture eingebracht, an der sich neben dem Stahlkonzern vor allem die Stadt Kashima und die umliegenden Kommunen beteiligten. Die neue Mannschaft, die den Namen Antlers tragen sollte, gewann auf Anhieb die Hinrunde der ersten J. League-Saison 1993, was sie zur Teilnahme am Meisterschaftsfinale berechtigte. Obwohl dieses gegen Verdy Kawasaki verloren ging, war dies doch ein enormer Achtungserfolg einer Mannschaft, deren Vorgänger noch nie einen nationalen Titel gewonnen hatte oder auch nur in ein Pokalfinale eingezogen war. Ihr erstes Pokalendspiel verloren die Antlers nur wenige Wochen nach der Niederlage im Meisterschaftsfinale mit 2:6 gegen die Yokohama Marinos.

1994–2000: Etablierung zur erfolgreichsten Mannschaft JapansBearbeiten

Der erste große Erfolg ließ noch einige Jahre auf sich warten. Mit der Verpflichtung des brasilianischen Trainers João Carlos startete der Verein in erfolgreiche Jahre. In der Saison 1996 ging der Meistertitel erstmals nach Kashima. Dabei setzte man sich knapp gegen Nagoya Grampus Eight und Yokohama Flügels durch. Im darauf folgenden Jahr gewannen sie sowohl den Kaiserpokal und den Yamazaki Nabisco Cup. Das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte war das Jahr 2000, als das Triple aller nationalen Wettbewerbe gewonnen werden konnte (dieses Kunststück konnte in Japan bisher keine Mannschaft wiederholen). Meistermacher dieser Zeit war der Brasilianer Toninho Cerezo. 2002/03 war der Klub erstmals berechtigt, an der neu geschaffenen AFC Champions League teilzunehmen. Ohne Sieg schied man frühzeitig in der Gruppenphase aus. 2003 folgte der erste internationale Triumph: der Gewinn der ersten Ausgabe des A3 Champions Cup, der zwischen Japan, China und Südkorea ausgetragen wird. In drei von drei Begegnungen siegten die Antlers zwei Mal und spielten nur gegen den südkoreanischen Vertreter Seongnam Ilhwa Chunma unentschieden. Schon vor und nach diesem Erfolg wurde es national dann ein wenig ruhiger um den Verein. 2004 und 2006 kam der Klub dann sogar nur auf Rang sechs im Ligawettbewerb. Der letzte Erfolg konnte 2002 mit dem Sieg des Super Cups gefeiert werden.

Zur Spielzeit 2006 wurde Erfolgscoach Toninho Cerezo von seinem Landsmann Paulo Autuori ersetzt. Doch auch dieser brachte nicht die erwünschten Erfolge. Erst mit Oswaldo de Oliveira holte man sich den Erfolg wieder in den Verein. Zwischen 2007 und 2009 gewann die Mannschaft drei Mal in Folge die nationale Meisterschaft.

Im September 2008 kam der Klub weltweit in die Presse, nachdem dieser einem Fan ein lebenslanges Stadionverbot erteilte. Beim Spiel gegen Kashiwa Reysol schlug ein Zuschauer den Eckball ausführenden Alex, Spieler von Reysol, mit einer Fahne nieder. Das Spiel endete 1:1.[2]

2010 setzte sich die Mannschaft souverän in der Gruppenphase der AFC Champions League 2010 durch. Als einziges Team im Wettbewerb gewann der Klub alle Begegnungen und gab sich damit keine Blöße. Doch bereits in der ersten Runde der K.-o.-Phase schied Oliveiras Team nach 0:1 gegen die südkoreanische Mannschaft Pohang Steelers aus. Schon im Vorjahr scheiterte man in der gleichen Runde am FC Seoul. Bei der AFC Champions League 2008 feierte das Team seinen bisher höchsten Erfolg in diesem Turnier. Am 12. März 2008, beim Auswärtsspiel gegen den FC Krung Thai Bank aus Thailand siegten die Antlers mit 9:1.[3] Dreifacher Torschütze war der Brasilianer Marquinhos. Das Rückspiel im heimischen Kashima Soccer Stadium entschieden die Akteure ebenfalls nach 8:1 für sich. Da sich damals noch weniger Mannschaften für die K.-o.-Phase qualifizierten, waren die Antlers im Viertelfinale, wo man aber auch scheiterte (1:1 und 0:1 gegen Adelaide United).

Den ersten Titel der Saison 2010 gewinnen die Antlers im Februar. Im Endspiel um den Xerox Super Cup setzte sich der Klub nach einem 1:1 mit 5:3 im Elfmeterschießen gegen Gamba Osaka durch.[4] Bald darauf, zur europäischen Sommertransferperiode, wechselte Leistungsträger Atsuto Uchida nach Deutschland, zum FC Schalke 04.[5] Am 29. Oktober 2011 gewannen die Kashima Antlers im Finale des J.League Cups gegen die Urawa Reds mit 1:0 n. V. zum vierten Mal diesen Titel.

Aktueller KaderBearbeiten

Stand: 11. März 2017[6]

Nr. Position Name
1 Korea Sud  TW Sun-tae Kwon
3 Japan  AB Gen Shōji
4 Brasilien  MF Léo Silva
5 Japan  AB Naomichi Ueda
6 Japan  MF Ryōta Nagaki
7 Brasilien  ST Pedro Júnior
8 Japan  MF Shōma Doi
9 Japan  ST Yūma Suzuki
11 Brasilien  MF Leandro
13 Japan  MF Atsutaka Nakamura
14 Japan  ST Takeshi Kanamori
15 Japan  AB Yūto Misao
16 Japan  AB Shūto Yamamoto
17 Brasilien  AB Bueno
20 Japan  MF Kento Misao
Nr. Position Name
21 Japan  TW Hitoshi Sogahata
22 Japan  AB Daigo Nishi
23 Japan  AB Itsuki Ota
24 Japan  AB Yukitoshi Itō
25 Japan  MF Yasushi Endō
26 Japan  MF Kazune Kubota
27 Japan  MF Takahide Umebachi
28 Japan  AB Kōki Machida
29 Japan  TW Shin’ichiro Kawamata
30 Japan  ST Hiroki Abe
31 Japan  TW Yūto Koizumi
33 Japan  MF Mū Kanazaki
36 Japan  MF Toshiya Tanaka
40 Japan  MF Mitsuo Ogasawara

ErfolgeBearbeiten

NationalBearbeiten

1996, 1998, 2000, 2001, 2007, 2008, 2009, 2016
1997, 2000, 2007, 2010, 2016
1997, 2000, 2002, 2011, 2012, 2015
1997, 1998, 1999, 2009, 2010, 2017

KontinentalBearbeiten

TrainerBearbeiten

Seit der Einführung einer Profiliga und der Neugründung des Vereins wurde der Klub von neun Trainern in zehn Trainerperioden betreut. Dabei arbeitete der Japaner Takashi Sekiduka nur interimsweise für den Klub. Erster Verantwortlicher auf diesem Posten war der Japaner Masakatsu Miyamoto. Seit seiner Ablösung 1994 baut der Vorstand vor allem auf brasilianische Fußballlehrer. Bekanntester ist der ehemalige brasilianische Nationalspieler Zico. Er ist zudem die bisher einzige Person der Vereinsgeschichte, die sowohl als Aktiver als auch als Trainer beim Klub unter Vertrag stand.

Name des Trainers Zeitraum Bemerkung
Japan  Masakatsu Miyamoto 1993–1994
Brasilien  Edu 1995
Brasilien  João Carlos 1996–1998 • 1996: Japanischer Meister
• 1997: Kaiserpokal
• 1997: Yamazaki Nabisco Cup
• 1997: Japanischer Super Cup
• 1998: Japanischer Super Cup
Japan  Takashi Sekiduka 1998 Interimstrainer
Brasilien  Zé Mario 1998–1999 • 1998: Japanischer Meister
• 1999: Japanischer Super Cup
Brasilien  Zico 1999
Japan  Takashi Sekiduka 1999 • Interimstrainer
Brasilien  Toninho Cerezo 2000–2005 • 2000: Japanischer Meister
• 2000: Yamazaki Nabisco Cup
• 2000: Kaiserpokal
• 2001: Japanischer Meister
• 2001: Yamazaki Nabisco Cup
• 2003: A3 Champions Cup
Brasilien  Paulo Autuori 2006
Brasilien  Oswaldo de Oliveira 2007–2011 • 2007: Japanischer Meister
• 2007: Kaiserpokal
• 2008: Japanischer Meister
• 2009: Japanischer Meister
• 2009: Japanischer Super Cup
• 2010: Japanischer Super Cup
• 2011: Yamazaki Nabisco Cup
Brasilien  Jorginho 2012 • 2012: Suruga Bank Cup
• 2012: Yamazaki Nabisco Cup
Brasilien  Toninho Cerezo 2013–2015 • 2013: Suruga Bank Cup
Japan  Masatada Ishii 2015–2017
Japan  Gō Ōiwa 2017–

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kashima Antlers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. クラブプロフィール (Memento des Originals vom 20. Februar 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.so-net.ne.jp
  2. Lebenslanges Stadionverbot für japanischen Fan
  3. Spielbericht: FC Krung Thai Bank - Kashima Antlers
  4. Antlers gewinnen Super-Cup (Memento des Originals vom 6. Februar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.transfermarkt.de vom 27. Februar 2010 auf transfermarkt.de
  5. Atsuto Uchida wechselt zu den Knappen (Memento des Originals vom 5. Februar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.transfermarkt.de vom 13. Juni 2010 auf transfermarkt.de
  6. Kader der Saison 2017. In: data.j-league.or.jp. J. League, abgerufen am 11. März 2017.