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GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Hainsfarth liegt am nördlichen Riesrand des Nördlinger Rieses in der Planungsregion Augsburg, etwa 1,5 km nordöstlich der Stadt Oettingen. Zwischen den beiden Orten fließt die Wörnitz. Die Staatsstraße St 2216 durchquert den Ort und verbindet ihn mit der Bundesstraße 466.

Gemarkungen und GemeindeteileBearbeiten

Die Gemeinde besteht aus zwei Gemarkungen, die den ehemaligen Gemeinden entsprechen, und hat sieben amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern sind der Siedlungstyp und die Einwohnerzahlen, Stand 30. Juni 2016, angegeben):[2][3]

Bahnposten (2 E.), Hefehof (3 E.) und Kreuzhof (1967 erbauter Aussiedlerhof, 8 E.) gehören zum Ort Hainsfarth und sind keine amtlich benannten Gemeindeteile. Auch das direkt am Rand von Oettingen stehende Leprosenhaus (Kapelle St. Anna) ist kein Gemeindeteil.

GeschichteBearbeiten

 
Die Synagoge

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Hainsfarth wird in den Schenkungsverzeichnissen des Klosters Fulda genannt. Diese beziehen sich auf die Zeit um das Jahr 800. Zur Zeit des Alten Reiches war das Dorf zwischen folgenden Landesherrschaften aufgeteilt: Domkapitel Eichstätt, Deutscher Orden, Markgrafschaft Brandenburg, Fürstentum Oettingen-Oettingen und Oettingen-Spielberg. Während der Oettinger Teil im Schwäbischen Reichskreis lag, gehörten die anderen Institutionen zum Fränkischen Reichskreis. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Hainsfarth lag im sogenannten Sicherungsdistrikt zwischen Oettingen und dem preußischen Fürstentum Ansbach. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Jüdische GemeindeBearbeiten

Hainsfarth beherbergte im 19. Jahrhundert die größte jüdische Gemeinde in Schwaben. 1942 während des Holocaust wurden die letzten jüdischen Einwohner von Hainsfarth deportiert und ermordet. Die restaurierte Synagoge und der jüdische Friedhof sind bis heute erhalten.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1976 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Steinhart mit ihren Ortsteilen Hasenmühle und Ziegelhütte eingegliedert.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 1318 Einwohner[4]
  • 1970: 1466 Einwohner[4]
  • 1987: 1443 Einwohner
  • 1991: 1468 Einwohner
  • 1995: 1524 Einwohner
  • 2000: 1517 Einwohner
  • 2005: 1485 Einwohner
  • 2010: 1441 Einwohner
  • 2015: 1419 Einwohner

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Klaus Engelhardt.

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat besteht aus zwölf Mitgliedern:

Gemeindefahne und StadtwappenBearbeiten

Die bisherige Gemeindefahne und das Gemeindewappen mussten durch eine neue Fahne und Wappen mit anderer Farbgebung ersetzt werden. Während der Vorbereitungen zur 1200-Jahr-Feier im Jahr 2005 wurde festgestellt, dass der ehemalige Bürgermeister, der 1993 die Fahnen erwarb, versäumt hatte, das Wappen und die Fahne genehmigen zu lassen. Weiß-Blau ist als Fahne in Bayern dem Freistaat vorbehalten, das Wappen verletzt die heraldischen Farbregeln. 2011 wurde entschieden, dass die neue Flagge drei Streifen (Blau-Weiß-Blau) haben soll, belegt mit dem neuen Wappen (in Weiß-Schwarz-Gelb).[5]

PartnerschaftenBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

 
Die Aumühle

NaturBearbeiten

Nördlich von Hainsfarth befindet sich der Steinbruch Aumühle. Der als Geotop ausgewiesene Steinbruch gehört zu den 100 schönsten Geotopen in Bayern.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 592 T€, davon waren 64 T€ (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Nach der amtlichen Statistik gab es 1998 im produzierenden Gewerbe 62 und im Bereich Handel und Verkehr 49 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 527. Im verarbeitenden Gewerbe gab es fünf, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 57 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1071 ha, davon waren 782 ha Ackerfläche und 282 ha Dauergrünfläche.

BildungBearbeiten

Im Jahre 1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten: 75 Kindergartenplätze mit 62 Kindern
  • Grundschule: mit vier Lehrern und 99 Schülern

Söhne / Töchter des OrtesBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hainsfarth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Hainsfarth in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 3. September 2019.
  3. Gemeinde-Website: Infos und Zahlen
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 793.
  5. www.augsburger-allgemeine.de: Dorfseele kocht: Hainsfarth muss seine Gemeindefahne austauschen. 18. Juli 2011, abgerufen am 18. Juli 2011.