Tapfheim ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries.

Wappen Deutschlandkarte
Tapfheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tapfheim hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 40′ N, 10° 41′ OKoordinaten: 48° 40′ N, 10° 41′ O
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Höhe: 415 m ü. NHN
Fläche: 44,45 km2
Einwohner: 4058 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86660
Vorwahl: 09070
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 218
Gemeindegliederung: 20 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ulmer Straße 66
86660 Tapfheim
Website: www.tapfheim.de
Erster Bürgermeister: Marcus Späth (parteilos)
Lage der Gemeinde Tapfheim im Landkreis Donau-Ries
KarteDornstadt-LinkersbaindtDornstadt-LinkersbaindtEsterholz (gemeindefreies Gebiet)Rain (Lech)Münster (Lech)Holzheim (Landkreis Donau-Ries)Oberndorf am LechMertingenDonauwörthAsbach-BäumenheimGenderkingenNiederschönenfeldMarxheimTagmersheimRöglingMonheim (Schwaben)KaisheimBuchdorfDaitingFremdingenAuhausenOettingen in BayernHainsfarthEhingen am RiesTapfheimMarktoffingenMaihingenMegesheimMunningenWolferstadtWallersteinNördlingenReimlingenEderheimForheimAmerdingenWemdingWechingenHarburg (Schwaben)HohenaltheimDeiningenAlerheimOttingFünfstettenHuisheimMönchsdeggingenMöttingenBaden-WürttembergLandkreis AnsbachLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis EichstättLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis AugsburgLandkreis Dillingen an der Donau
Karte

Geografie Bearbeiten

Lage Bearbeiten

Der Ort liegt an der Donau, etwa sieben Kilometer südwestlich von Donauwörth. Bis auf Rettingen liegen alle Ortsteile nördlich der Donau, in Rettingen reicht das Gemeindegebiet bis an die untere Zusam.

Gemeindegliederung Bearbeiten

Es gibt 20 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Es gibt die Gemarkungen Brachstadt, Erlingshofen, Oppertshofen, Rettingen und Tapfheim.

Geschichte Bearbeiten

Bis zur Gemeindegründung Bearbeiten

 
Rokokokirche St. Peter (1747–1749)
 
Südfront der Pfarrkirche St. Peter

Tapfheim wurde zwischen 750 und 800 erstmals anlässlich von Güterschenkungen an das Kloster Fulda urkundlich erwähnt. Der Ort war Sitz eines niederen Adels, der Herren von Tapfheim, das von 1067 bis 1401 bezeugt wird. Die Augsburger Bürgerfamilie Küchenmeister („Küchenmeister von Tapfheim“), in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts urkundlich erwähnt, war durch besondere Rechte mit Tapfheim verbunden. Ihr Wappen (Einhornrumpf) wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in das Siegel des Gerichts Tapfheim übernommen. Nachdem gegen Ende des 14. Jahrhunderts die Hofmark Tapfheim den Herren von Waldkirch gehörte, wurde diese im Jahre 1505 dem neu gegründeten Fürstentum Pfalz-Neuburg zugeteilt. Die Bayernherzöge und die Fürsten von Pfalz-Neuburg setzten Vögte als ihre Verwalter ein, die im Tapfheimer Schloss amtierten. Zum Zisterzienserkloster Kaisheim bestanden zwischen 1269 und 1803 enge kirchliche Beziehungen.

 
Südgiebel vom Schloss Tapfheim

Eingemeindungen Bearbeiten

Ehemalige
Gemeinde
Wappen Gemeindeteile Einwohner
(1970)
Datum Anmerkung
Brachstadt   Abtsholzerhof, Brachstadt 332 01.07.1972
Donaumünster   Donaumünster, Furtmühle 599 01.07.1972 Umbenennung am 12. Februar 1924
(vorher Gemeinde Münster)
Erlingshofen   Erlingshofen 601 01.07.1972
Oppertshofen   Oppertshofen 318 01.07.1972
Zusum-Rettingen
 
Rettingen
Bäldleschwaige, Bauernhansenschwaige, Birkschwaige, Dreiwinkelschwaige, Hubelschwaige, Hundeschwaige, Kilischwaige, Obere Hoserschwaige, Rettingen, Rothahnenschwaige und Untere Hoserschwaige 134 01.07.1972 Umgliederung der Gemeindeteile Quellhaus und Zusam mit 81 Einwohnern nach Donauwörth

Einwohnerentwicklung Bearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3487 auf 3879 um 392 Einwohner bzw. um 11,2 %.

Politik Bearbeiten

Bürgermeister Bearbeiten

Erste Bürgermeister ist Marcus Späth. Er ist seit 11. Dezember 2022 im Amt. Seine Vorgänger waren Karl Malz (2004–2022), Alfred Stöckl (1986–2004) und Johannes Strasser (1972–1986), der anschließend (1986–2003) Abgeordneter im Bayerischen Landtag war. Malz wurde am 10. Oktober 2010 und am 9. Oktober 2016 jeweils ohne Gegenkandidat mit jeweils 96 % wieder gewählt. Zur Wahl am 22. Oktober 2022 trat er nicht mehr an. Bei dieser Wahl wurde Marcus Späth (Unabhängige Liste) mit 66 % zum Bürgermeister gewählt, einziger Gegenkandidat war Alexander Wolfinger (CSU).[4]

Gemeinderat Bearbeiten

Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 ergab sich bei einer Wahlbeteiligung von 63,2 % folgende Besetzung des Gemeinderates in der Amtszeit 2020 bis 2026:[5]

  • CSU mit 5 Sitzen
  • SPD mit 2 Sitzen
  • PWG mit 4 Sitzen
  • UBG mit 4 Sitzen
  • Die Linke/Alternative mit 1 Sitz

Im Gemeinderat der Wahlperiode 2014 bis 2020 waren vertreten:

  • CSU mit 5 Sitzen
  • SPD mit 3 Sitzen
  • PWG mit 4 Sitzen
  • UBG mit 3 Sitzen
  • Die Linke/Alternative mit 1 Sitz

Wappen Bearbeiten

 
Blasonierung:Geteilt; oben gespalten von Gold und Blau, vorne ein rot gezungter blauer Einhornrumpf, hinten der goldene Buchstabe K; unten in Silber ein rotes Andreaskreuz, das am Kreuzungspunkt mit einer rot bordierten goldenen Kugel belegt ist, darin ein rotes Doppelkreuz mit rotem Fußbalken.“[6]

Wirtschaft und Infrastruktur Bearbeiten

Gewerbebetriebe Bearbeiten

Am 30. Juni 2017 gab es nach der amtlichen Statistik 454 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort und 1689 am Wohnort. Damit war die Zahl der Auspendler um 1235 höher als die Zahl der Einpendler. 25 Einwohner waren arbeitslos.

Im Jahr 2016 bestanden 60 landwirtschaftliche Betriebe; von der Gemeindefläche waren 2858 ha landwirtschaftlich genutzt.

Vier Beherbungsstätten bieten 39 Gästebetten; 2017 wurden 7611 Übernachtungen registriert.

Gemeindesteuern Bearbeiten

Die wesentlichen Steuereinnahmen waren 2017, jeweils in 1000 €: Grundsteuern 447, Gewerbesteuer (netto) 756, Gemeindeanteil an der Einkommensteuer 2551 und Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer 78.

Verkehr Bearbeiten

Durch Tapfheim sowie die Gemeindeteile Donaumünster und Erlingshofen verläuft die Bundesstraße 16. Am Hauptort befindet sich der Bahnhof Tapfheim an der Bahnstrecke Ingolstadt–Neuoffingen.

Bildung Bearbeiten

In der Gemeinde gibt es zwei Kindertageseinrichtungen mit 157 genehmigten Plätzen; 2018 waren davon 148 Plätze belegt. 2018 besuchten die Grundschule 126 Schüler in sechs Klassen. Alle weiterführenden Schulen sind in Donauwörth. Seit 1976 gibt es eine Außenstelle der Volkshochschule Donauwörth.

Rundfunk Bearbeiten

 
Tapfenturm

Der Tapfenturm ist ein 78 Meter hoher Sendeturm aus Fertigbeton, der zur Verbreitung des Radioprogramms von Hitradio RT1 Nordschwaben auf 97,1 MHz mit 100 W ERP dient.

Freizeit, Kultur und Sehenswürdigkeiten Bearbeiten

Bau- und Bodendenkmäler Bearbeiten

Freizeiteinrichtungen Bearbeiten

In der Grundschule befindet sich die Gemeindebücherei. Hier können fast 9.400 Medien (Bücher, Filme etc.) ausgeliehen werden. Zusätzlich werden regelmäßige Autorenlesungen und andere kleinere Veranstaltungen rund um Bücher & Filme dort abgehalten.[7]

Weblinks Bearbeiten

Commons: Tapfheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Tapfheim in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 1. September 2019.
  3. Gemeinde Tapfheim, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 23. März 2021.
  4. Tapfheim: Marcus Späth wird neuer Bürgermeister. In: Augsburger Allgemeine. 13. November 2022, abgerufen am 13. November 2022.
  5. Bekanntmachung des abschließenden Ergebnisses der Wahl des Gemeinderats der Gemeinde Tapfheim am 15. März 2020. (PDF;27kB) Gemeindewahlleiter Malz, Tapfheim, 25. März 2020, abgerufen am 13. November 2022.
  6. Eintrag zum Wappen von Tapfheim in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. https://opac.winbiap.net/tapfheim/index.aspx