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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mertingen
Mertingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mertingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 39′ N, 10° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Höhe: 411 m ü. NHN
Fläche: 38,42 km2
Einwohner: 3984 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86690
Vorwahl: 09078
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 181
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Fuggerstr. 5
86690 Mertingen
Website: www.mertingen.de
Bürgermeister: Albert Lohner (CSU)
Lage der Gemeinde Mertingen im Landkreis Donau-Ries
Dornstadt-LinkersbaindtDornstadt-LinkersbaindtEsterholz (gemeindefreies Gebiet)Rain (Lech)Münster (Lech)Holzheim (Landkreis Donau-Ries)Oberndorf am LechMertingenDonauwörthAsbach-BäumenheimGenderkingenNiederschönenfeldMarxheimTagmersheimRöglingMonheim (Schwaben)KaisheimBuchdorfDaitingFremdingenAuhausenOettingen in BayernHainsfarthEhingen am RiesTapfheimMarktoffingenMaihingenMegesheimMunningenWolferstadtWallersteinNördlingenReimlingenEderheimForheimAmerdingenWemdingWechingenHarburg (Schwaben)HohenaltheimDeiningenAlerheimOttingFünfstettenHuisheimMönchsdeggingenMöttingenBaden-WürttembergLandkreis AnsbachLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis EichstättLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis AugsburgLandkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild

Mertingen ist eine Gemeinde im bayerischen Schwaben, Landkreis Donau-Ries. Sie befindet sich nahe der Stadt Donauwörth und etwa 35 km nördlich von Augsburg.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Mertingen liegt an der Schmutter kurz vor deren Einmündung in die Donau.

GemeindegliederungBearbeiten

  • Hauptort, Gemarkung und Pfarrdorf Mertingen (3234 Einwohner) mit dem Kirchdorf Heißesheim (185 Einwohner), Mertingen Bahnhof, dem Weiler Überfeldsiedlung, dem Gut Burghöfe und der Einöde Hagenmühle
  • Gemarkung und Kirchdorf Druisheim (453 Einwohner)

PlanungsregionBearbeiten

Mertingen gehört zur Planungsregion Augsburg.

GeschichteBearbeiten

 
Mertingen Ortsmitte

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Früheste Spuren menschlicher Besiedelung stammen aus der Altsteinzeit. Dies belegt der seltene Einzelfund eines Faustkeils auf dem Höhenrücken südöstlich von Mertingen. Im Jahre 15 v. Chr. eroberten die Römer zu Zeiten des Kaisers Augustus den Alpenraum und drangen bis zur Donau vor. Sie besetzten dieses neu erworbene Gebiet das zunächst Vindelicien genannt wurde und später als römische Provinz Rätien mit dem Hauptort und Legionslager Augsburg (Augusta Vindelicorum) organisiert wurde. Die Römer sicherten sowohl die Donaugrenze im Raum Mertingen als auch die strategische im ersten nachchristlichen Jahrhundert herausragend wichtige Straßengabelung bei den Burghöfen in der Zeit von 41 bis 54 und 259/260 durch den Bau von nacheinander zwei Kastellen. Hier endete die um 44 n. Chr. gebaute aus Italien über Augsburg kommende römische Fernstraße Via Claudia Augusta. Sie mündete unweit der Burghöfe (damals lat. Submuntorium) in die die Donau nahe dem Südufer begleitende römische Militärstraße, die von Historikern Donausüdstraße genannt wird. Die Donau bildete im Abschnitt von Mertingen zwischen 15 v. Chr. bis etwa 95 n. Chr. die Nordgrenze des römischen Reiches zum bis dahin unbesetzten Germanien. Danach wurde die Grenze über die Donau nach Norden verschoben (vergl. Raetischer Limes). Um das Jahr 260 n. Chr. wurde die Reichsgrenze in diesem Bereich zumindest de facto infolge des Drucks der germanischen Stämme (Limesfall) wieder bis zum Südufer der Donau zurückgenommen und befestigt (Donau-Iller-Rhein-Limes). Die Römer wurden Mitte des 5. Jahrhunderts von den aus dem Norden aus Germanien eingedrungenen Alamannen endgültig verdrängt. In der Flur „Wörthfeld“ wurden im Jahre 1969 32 Reihengräber aus der Merowingerzeit samt reichen Grabbeigaben (Waffen und Schmuck) entdeckt. Aufgrund dieser und weiterer Funde lässt sich vermuten, dass die Dörfer, die heute die Gemeinde Mertingen bilden nach dem Abzug der keltisch-römischen Bevölkerung bei der Landnahme durch die Alemannen nach vielen Jahren der Verlassen- und Vergessenheit neu gegründet wurden.

Auf halber Strecke zwischen Mertingen und Druisheim entstand ab dem 7. Jahrhundert um das heutige Gut Burghöfe ein Herrenhof mit Wirtschaftshof (die späteren Burghöfe), der ab dem 9. Jahrhundert befestigt und zur Burg Turenberc ausgebaut wurde, staufisches Tafelgut war, aber im 15. Jahrhundert wieder aufgegeben wurde.

Erstmals wird der Ort „Mardinga“ im Jahre 969 in einer Stiftungsurkunde des Bischofs Ulrich erwähnt. 1634 wurden im Dreißigjährigen Krieg schwere Verwüstungen durch 15.000 Mann starke schwedische Truppen unter König Gustav II. Adolf angerichtet.

In den Jahren 1796 und 1800 drangen französische Truppen in Mertingen ein. Als Napoleon 1805 die Donau überquerte, zogen 200.000 Mann drei Tage lang durch Mertingen. Bei seinem Russlandfeldzug im Jahre 1812 starben 30.000 bayerische Soldaten – darunter sechs Mertinger.

Im Jahre 1870 ließen sich in Heißesheim viele Mennoniten aus dem Badischen nieder.

EingemeindungenBearbeiten

Der Ortsteil Druisheim wurde am 1. Mai 1978 im Zuge der Gebietsreform eingemeindet.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Einwohnerentwicklung von Mertingen (inkl. der Ortsteile) in Zahlen.

Jahr 1961 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 2515 2652 2350 2806 2861 2903 3322 3675 3866 3808 3979

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

  • 1. Bürgermeister ist Albert Lohner (CSU)
  • 2. Bürgermeister ist Hans Mair (SPD)

GemeinderatBearbeiten

Die Sitzverteilung im Gemeinderat ist in der Amtszeit 2014–2020 wie folgt:
CSU: 7
SPD: 4
PWG: 5

In der Amtszeit 2008–2014 hatte die SPD einen Sitz mehr und die PWG ein Mandat weniger.

Dem Gemeinderat gehört außerdem 1. Bürgermeister Albert Lohner an; er ist seit 1. Mai 1996 im Amt und wurde 2002, 2008 und 2014 wieder gewählt.

WappenBearbeiten

Beschreibung: Über von Silber und Rot gespaltenem Schildfuß gespalten; vorne in Rot ein silbernes Kreuz mit zwei Querarmen, hinten in drei Reihen Eisenhütchen von Blau und Silber.

Bedeutung: Die Farben Silber und Rot im Schildfuß weisen auf das Hochstift Augsburg hin, das in Mertingen bereits im 11. Jahrhundert Besitz hatte. Das silberne Kreuz stellt das Kreuzpartikel des Stifts Heilig Kreuz von Donauwörth dar und steht als redendes Zeichen für dessen Herrschaft im Gemeindegebiet. Die Eisenhütchen erinnern an die Marschälle von Pappenheim, die um 1280 Lehnsherren in Mertingen waren und diese Zeichen in ihrem Wappen führten.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MusikBearbeiten

Durch die Konzerte des Kulturkreises ist Mertingen weit über die Region hinaus bekannt geworden als Podium für junge, hochbegabte Musiker am Beginn ihrer Laufbahn. Eine Veranstaltung mit der Geigerin Veronika Eberle oder eine Lesung mit Peter Härtling, begleitet von dem Pianisten Hartmut Höll und dem in Mertingen geborenen Bassisten Peter Lika, ein Liederabend mit Francisco Araiza (Tenor) sind Erfolge dieser engagierten Arbeit.

MuseumBearbeiten

Die Museumsfreunde Mertingen haben in langjähriger Arbeit drei alte ortstypische Gebäude – ein bäuerliches Anwesen, einen Stadel und ein altes Schulhaus – wiederhergestellt, ausgebaut und als Museum eingerichtet. Sie bewahren darin wesentliche Zeugnisse der Vergangenheit auf und vermitteln ein anschauliches Bild von der Lebensweise in einem nordschwäbischen Dorf im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

StraßenverkehrBearbeiten

Am Ortsrand von Mertingen verläuft die vierspurig ausgebaute Bundesstraße 2, welche in Richtung Norden über Donauwörth nach Nürnberg und in Richtung Süden nach Augsburg zur Bundesautobahn 8 StuttgartMünchen führt.

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)Bearbeiten

Der Bahnhof Mertingen liegt an der Bahnstrecke Nürnberg–Augsburg. Zwischen Donauwörth und Augsburg verkehren im 30-Minuten-Takt die Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn im Augsburger Verkehrsverbund (AVV) mit Halt in Mertingen. Hierdurch bestehen sehr gute Anbindungen nach München und Nürnberg.

Bis 1997 war Mertingen Ausgangspunkt der Bahnstrecke Mertingen–Wertingen. Der Personenverkehr wurde allerdings schon 1981 eingestellt.

 
Molkerei Zott Mertingen
 
Gewerbepark Mertingen-Ost

RadwegeBearbeiten

Mertingen liegt am Fernradweg, der als Via Claudia Augusta entlang einer gleichnamigen antiken Römerstraße verläuft.

WirtschaftBearbeiten

Für die ca. 3800 Einwohner gibt es 2550 Arbeitsplätze direkt am Ort.

Die nachfolgenden namhaften Unternehmen sind in Mertingen ansässig:

  • Zott (Molkereiprodukte)
  • Sigel (Büroprodukte)
  • Fendt Caravan (Wohnwagen und Wohnmobile)
  • Karger – Verzinkerei Mertingen (tiefster Horizontalkessel in Europa)

BildungBearbeiten

Freizeit und SportBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Anton von Steichele (1816–1889), Erzbischof von München und Freising, geboren in Mertingen
  • Leonhard Kleiber (1863–1942), Militärkapellmeister und Komponist, geboren in Mertingen

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mertingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 794.