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Gorbitz

Stadtteil der Landeshauptstadt Dresden, Sachsen, Deutschland
(Weitergeleitet von Gorbitz-Nord/Neuomsewitz)

Gorbitz ist ein Stadtteil von Dresden im Stadtbezirk Cotta, im Westen am Rande der Stadt Dresden. Gorbitz ist das größte Neubaugebiet Dresdens, dennoch wesentlich kleiner als Großsiedlungen wie Leipzig-Grünau oder Halle-Neustadt.

Wappen von Gorbitz -Süd, -Ost und -Nord/Neu-Omsewitz
Wappen von Dresden
Gorbitz
-Süd, -Ost und
-Nord/Neu-Omsewitz

Stadtteil und Statistische Stadtteile Nr. 95, 96 und 97 von Dresden
Landkreis BautzenLandkreis Sächsische Schweiz-OsterzgebirgeLandkreis MeißenÄußere Neustadt (Antonstadt)AlbertstadtBlasewitzBriesnitzBühlau/Weißer HirschCoschütz/GitterseeCossebaude/Mobschatz/OberwarthaCottaFriedrichstadtGönnsdorf/PappritzGompitz/AltfrankenGorbitz-SüdGorbitz-OstGorbitz-Nord/NeuomsewitzGroßzschachwitzGrunaDresdner HeideHellerau/WilschdorfHellerbergeHosterwitz/PillnitzInnere AltstadtInnere NeustadtJohannstadt-NordJohannstadt-SüdKaditzKleinpestitz/MockritzKleinzschachwitzFlughafen/Industriegebiet KlotzscheKlotzscheLangebrück/SchönbornLaubegastLeipziger VorstadtLeubenLeubnitz-NeuostraLockwitzLöbtau-NordLöbtau-SüdLoschwitz/WachwitzMicktenNaußlitzNiedersedlitzPieschen-Nord/TrachenbergePieschen-SüdPirnaische VorstadtPlauenProhlis-NordProhlis-SüdRadeberger VorstadtRäcknitz/ZschertnitzReickSchönfeld/SchullwitzSeevorstadt-Ost/Großer GartenSeidnitz/DobritzStrehlenStriesen-OstStriesen-SüdStriesen-WestSüdvorstadt-WestSüdvorstadt-OstTolkewitz/Seidnitz-NordTrachauWeixdorfWeißigWilsdruffer Vorstadt/Seevorstadt-WestLage des statistischen Stadtteils Gorbitz in Dresden
Über dieses Bild
Koordinaten 51° 2′ 44″ N, 13° 40′ 12″ OKoordinaten: 51° 2′ 44″ N, 13° 40′ 12″ O.
Höhe 130–210 m ü. NN
Fläche 2,83 km²
Einwohner 20.708 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 7317 Einwohner/km²
Postleitzahl 01169
Vorwahl 0351
Website www.dresden.de
Gliederung Einteilung des Stadtteils Gorbitz in drei Statistische Stadtteile
Stadtbezirk Cotta
Verkehrsanbindung
Autobahn A17
Bundesstraße B173
Straßenbahn 2, 6, 7
Bus 70, 80, 333

LageBearbeiten

Gorbitz liegt in Hanglage mit beträchtlichem Höhenunterschied zwischen 213 und 130 m ü. NN. Im Westen wird es von Altfranken und Gompitz begrenzt, im Norden von Omsewitz, Leutewitz und Cotta. Im Osten grenzen die Stadtteile Wölfnitz, Naußlitz und Löbtau, südlich der Stadtteil Roßthal und sonst nur die Stadt Freital an.

VerkehrBearbeiten

Durch Gorbitz verläuft die vierstreifig ausgebaute Coventrystraße (B 173), die unter anderem als Autobahnzubringer zur Bundesautobahn 17 fungiert.

In Gorbitz befindet sich der größte Betriebshof der Straßenbahn Dresden. Drei Straßenbahnlinien erschließen Gorbitz (2 Kleinzschachwitz – Gorbitz; 6 Gorbitz – Niedersedlitz, 7 WeixdorfPennrich). Daneben verkehrt die Buslinie 70 Richtung Gompitz bzw. Klotzsche, die von Altgorbitz gut erreichbar ist. Weitere Bus- und Bahnlinien tangieren Gorbitz.

Die Regionalbus-Linie 333 des Regionalverkehrs Sächsische Schweiz-Osterzgebirge durchquert Gorbitz auf ihrem Weg nach Hetzdorf über Kesselsdorf und Wilsdruff.

Auf Grund der Hang- und relativen Außenlage ist Gorbitz recht weit von Eisenbahnhaltepunkten und Bahnhöfen entfernt. Die nächsten Zugänge zum Eisenbahnnetz sind der Dresdner Hauptbahnhof, der Haltepunkt Freiberger Straße und der Bahnhof Dresden Mitte.

AltgorbitzBearbeiten

 
„Hexenhaus“ im Niedergorbitzer Dorfkern

Das Ortsbild von Altgorbitz ist gekennzeichnet durch enge Gassen mit Altbauten und gehört zu den historischen Dorfkernen in Dresden. Vom Neubaugebiet Gorbitz wird es durch die Kesselsdorfer Straße getrennt und liegt damit südlich der Großsiedlung.

Altgorbitz entstand aus einer sorbischen Siedlung. Das Dorf erstreckt sich im Tal des „Gorbitzbachs“, der in Gorbitz-Ost an der Grenze zu Cotta in den Weidigtbach mündet. Letzterer ist seit der Verlegung seines Bachbetts im 19. Jahrhundert ein Weißeritz-Zufluss. Die Ortschaft teilte sich in Ober- und Niedergorbitz, die bis zur Eingemeindung nach Dresden 1921 zwei Gemeinden bildeten. Seit der Zugehörigkeit zu Dresden wird nur noch von (Alt-) Gorbitz gesprochen.

Obergorbitz trägt bis in die Gegenwart die typische Form eines Rundlings, während sich Niedergorbitz um den „Altgorbitz“ genannten Platz verteilt, aber durch die Tallage eher einem Straßendorf gleicht.

Die Großsiedlung Neu-GorbitzBearbeiten

 
Gorbitz 1987

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es auch in Gorbitz einschneidende Veränderungen. Bereits 1945 wurde in der ehemaligen Gaststätte Zum Reichsschmied an der Kesselsdorfer Straße das erste Dresdner Rundfunkstudio nach dem Kriege eingerichtet. Aus diesem entwickelte sich nach 1955 das DEFA-Studio für Trickfilme. Die früheren Felder des Kammergutes fielen 1946 unter die Bodenreform und wurden ab 1952 von der LPG „Einheit“ (Niedergorbitz) bzw. der LPG „Bergland“ (Obergorbitz) bearbeitet. Die Bauerngüter im Dorf wurden nun meist gewerblich genutzt und dabei oft erheblich umgebaut. Trotzdem blieben einige Baudenkmale, vor allem an der Uthmannstraße, bis heute erhalten.[1]

Auf Beschluss des Rates der Stadt Dresden begannen 1979 die Vorbereitungen zum Bau des größten Dresdner Neubaugebietes auf den Fluren des früheren Kammergutes Gorbitz. Die Planungen der Architektengruppe um Jörg Bösche, Udo Fehrmann und Wolfgang Henke sahen eine zentrale Mittelachse mit Straßenbahntrasse vor, an der sich die öffentlichen Einrichtungen konzentrieren sollten. Die Wohngebäude wurden gestaffelt und unter Berücksichtigung der Hanglage angeordnet, um günstige Blickbeziehungen ins Elbtal herzustellen. Am 21. August 1981 wurde an der späteren Gaststätte Grüner Heinrich der Grundstein zum ersten Bauabschnitt bzw. Wohnkomplex gelegt.[2] Bereits Anfang 1982 konnten die ersten neuerrichteten Wohnungen an ihre künftigen Mieter übergeben werden. Ein weiterer Meilenstein war die Übergabe der 100.000. nach 1945 in Dresden erbauten Wohnung am 19. Juli 1984 auf dem Wölfnitzer Ring 96.[1]

Der sichtbarste und größte Teil von Gorbitz ist daher überwiegend mit Plattenbauten bebaut, die in den frühen 1980er Jahren entstanden. Zu Beginn der 1990er Jahre lebten hier circa 38.000 Menschen, heute sind es wesentlich weniger. Das Haushaltsnettoeinkommen liegt deutlich unter dem Durchschnitt, die Sozialstruktur hingegen ist gemischt. In den oberen Lagen wurden inzwischen in größerem Maße Plattenbauten abgerissen (zum Beispiel an der Haltestelle Schlehenstraße) und stark umgebaut (zum Beispiel unmittelbar unterhalb des Straßenbahn-Betriebshofs).

 
Gorbitz 2012

Unter Federführung der Architekten Latz&Böttcher und Grohmann&Kilian wurden von 1995 bis 1997 Lücken und Ecken bestehender Bauten in Neu-Gorbitz mit modernen Gebäuden überbaut und dadurch die Siedlung aufgewertet. So errichteten Latz und Böttcher am Wölfnitzer Ring 2 in Neu-Gorbitz ein Glashaus, das mit seiner plastischen Gestaltung und dem Wechsel von offenen und geschlossenen Wandflächen der klassischen Moderne verpflichtet ist.[3] Das Wohn- und Bürohochhaus am Tanneberger Weg 44 in Neu-Gorbitz wurde von Ludger Kilian[4] als siebengeschossiger Kubus mit zurückgesetztem Dachgeschoss[5] im Stil der Klassischen Moderne errichtet.[6]

In der Kräutersiedlung wurden einzelne Eingänge in langen Plattenbaublöcken vollständig abgerissen, andere Eingänge wurden auf drei Stockwerke zurückgebaut und innen umgebaut. Die unteren und mittleren Lagen wurden teilweise saniert, 2005 wurde auch im zweiten Bauabschnitt abgerissen sowie das Gymnasium geschlossen.

Gorbitz wird in vier Bauabschnitte (auch Wohnkomplexe genannt) unterteilt.

  • Bauabschnitt eins
Unterhalb der Julius-Vahlteich-Straße.
  • Bauabschnitt zwei
Amalie-Dietrich-Platz (früherer Platz der Bauarbeiter) bis zum Merianplatz (früherer Platz der Eisenbahner) rechts und links der Straßenbahngleise (Wölfnitzer Ring und Leutewitzer Ring).
  • Bauabschnitt drei
Altgorbitzer Ring bis zur Hirtenstraße linker Hand der Straßenbahntrasse
  • Bauabschnitt vier
Rechts der Coventrystraße bis zum Straßenbahnhof Gorbitz.

Der vierte Bauabschnitt war ursprünglich nicht geplant, ergab sich jedoch, da die Medienkapazitäten (Wassermenge, Stromleitungsleistung) diesen zuließen. Ein Fünfter war angedacht, jedoch nie geplant, da hierfür die Medienkapazitäten nicht mehr ausreichten.

Zum 37. Jahr der Grundsteinlegung (21. August 1981) am 21. August 2018 wurde bei einem öffentlichen Festakt im Gorbitzer Gemeindezentrum mit der sächsischen Staatsministerin für Kunst und Wissenschaft Eva Maria Stange, der Kulturbürgermeisterin Dresdens Annekatrin Klepsch, dem Stadtteilchronisten Mathias Körner (stellv. SPD-Stadtbezirksrat) und Jörg Bösche (Chefarchitekten von Gorbitz aus dem Büro des Stadtarchitekten) der Denkmalstatus der ersten Kulturdenkmäler von Neu-Gorbitz bekannt gegeben. Grundlage für den Denkmalstatus vom Märchenbrunnen, dem Großmosaik „Fuchs und Trauben“ am Club Passage, der Schankwirtschaft „Gorbitzer Krug“ (Höhenpromenade) sowie dem angrenzendem Würfelhaus WBS 70/14,4 und der Gorbitzer Kirche gingen auf eine acht Jahre andauernde Initiative des Gorbitzers Mathias Körner zurück, der eine Denkmalkonzeption für Neu-Gorbitz entwickelt und den Antrag auf Denkmalschutz gestellt hatte, wofür er eine 500 Seiten starke Gorbitz-Chronik (Gorbitzer Höhenpromenade – Dresdens vergessener Schatz, winterwork-Verlag) erarbeitet hatte. Zudem bewirkte er das Auffinden und Wiederaufstellen des abstrakten Aktes „Bauarbeiter“ (Miroslav Klimes, 1986), der per Stadtratsbeschluss der frühen Nachwendezeit zerstört werden sollte, jedoch von Dresdnern über Jahrzehnte versteckt worden war.

EinkaufBearbeiten

Große Einkaufszentren sind das Sachsenforum und das Dresden-Karree (ehem. Gorbitz-Center). Das Sachsenforum befindet sich am Merianplatz. Das Dresden-Karree an der Coventrystraße wurde am 8. November 2018 nach zweijähriger Umbauzeit mit 12.000 Quadratmeter Verkaufsfläche wiedereröffnet. Eigentümer ist Hirmer-Immobilien aus München. Der Umbau kostete 20 Millionen Euro. Hauptmieter ist Kaufland auf 2.800 Quadratmetern. Daneben öffnen Thalia, Rossmann, Takko, Woolworth, k+k Schuhcenter, der Tabakladen Tabak&Co, Optiker Apollo, eine Apotheke, Bäckerei Stölzel, Fleischerei Richter und der Asia-Imbiss HQ Sushi & Wok.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

alphabetisch

  • Norbert Göller (Hrsg.): Gorbitz. Aus der Geschichte eines Dresdner Stadtteils. Sandstein Verlag, Dresden 2001, ISBN 978-3-930382-64-4.
  • Cornelius Gurlitt: Gorbitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 24. Heft: Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1904, S. 42.
  • Mathias Körner: Gorbitzer Höhenpromenade. Dresdens vergessener Schatz. 2015, ISBN 978-3-86468-906-2. (Verlagsinfo., Wochenkurier-Ausschnitt)
  • Friedrich August Leßke: Beiträge zur Geschichte und Beschreibung der Dörfer Ober- und Niedergorbitz, Wölfnitz, Pennrich, Naußlitz und Neunimptsch. Selbstverlag, Deuben 1896 (Digitalisat).
  • Gilbert Lupfer, Bernhard Sterra und Martin Wörner (Hrsg.): Architekturführer Dresden. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-496-01179-3.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gorbitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Gorbitz
  2. Bild der Tafel zur Grundsteinlegung (Memento vom 12. September 2012 im Webarchiv archive.today)
  3. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.woba-dresden.deBild Wölfnitzer Ring 2
  4. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.kilianarchitekten.deWohn- und Bürohochhaus am Tanneberger Weg 44: Negativnr. 11
  5. Lupfer et al., Nr. 125 (Eckbebauungen, Wölfnitzer Ring 2/Tanneberger Weg 44)
  6. zum Wohn- und Bürohochhaus am Tanneberger Weg 44 in Dresden-Gorbitz von Kilian ein Artikel von Torsten Birne vom 22. September 2001 in der Sächsische Zeitung, Dresden: Wohn- und Bürohochhaus, Dresden-Gorbitz »Kräftige Farben statt säuselndes Pastell«