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Langebrück

Ortschaft der Landeshauptstadt Dresden, Sachsen, Deutschland

Die Ortschaft Langebrück ist ein Stadtteil von Dresden. Sie liegt im Norden der Landeshauptstadt und grenzt an die Dresdner Heide. Langebrück besitzt einen Bahnhof an der am 17. November 1845 eröffneten Teilstrecke Dresden – Radeberg der Sächsisch-Schlesischen Eisenbahn (Strecke Dresden–Bautzen–Löbau–Görlitz).

Wappen von Langebrück
Wappen von Dresden
Langebrück
Ortschaft von Dresden
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Über dieses Bild
Koordinaten 51° 7′ 51″ N, 13° 50′ 22″ OKoordinaten: 51° 7′ 51″ N, 13° 50′ 22″ O.
Höhe 210 m ü. NN
Fläche 6,95 km²
Einwohner 3913 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte 563 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1999
Postleitzahl 01465
Vorwahl 035201
Adresse der
Verwaltung
Weißiger Straße 5
01465 Langebrück
Website www.langebrueck.de
Gliederung
Ortsteile

Oberdorf, Unterdorf, Heidehof

Langebrücker Unterdorf

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Längebrück liegt am westlichen Rand des Naturraums Westlausitzer Hügel- und Bergland, am nördlichen Rand der Dresdner Heide. Durch den Ort verläuft der Rote Graben, der im späteren Verlauf in Grünberg in die Große Röder mündet. Langebrück ist an die Bahnstrecke Dresden–Görlitz angebunden.

Nachbarorte und -regionenBearbeiten

Lausa
Weixdorf
Hermsdorf
Grünberg
Schönborn
Liegau-Augustusbad
Klotzsche   Radeberg
Dresdner Heide Dresdner Heide Dresdner Heide

GeschichteBearbeiten

Die Gründung des Ortes geht auf die Zeit um 1200 zurück. Damals wanderten Bauern aus den westlichen fränkischen Gebieten in den bisher slawischen Siedlungsraum ein. Die erste urkundliche Erwähnung Langebrücks stammt aus dem Jahre 1288.

Mitte des 19. Jahrhunderts entstandene Villenviertel. Pensionen und Landhäuser wohlhabender Bürger machten Langebrück um die Jahrhundertwende zur zweitreichsten Gemeinde in Sachsen. Langebrück erhielt nun auch offiziell den Titel eines Kurbades. 1906 legte die Gemeinde das erste, 1912 das noch heute bestehende Waldbad Langebrück (bis 1952 „Germania-Bad“) an. Erst 1947 wurde der Status Luftkurort amtlich gestrichen, dieser Titel wird jedoch erneut angestrebt.

Langebrück besteht heute aus dem landwirtschaftlich geprägten Unterdorf und dem ab dem 19. Jahrhundert entstandenen Oberdorf mit Villencharakter. In den 1930er Jahren entstand als weiterer Ortsteil der Heidehof, im Wesentlichen eine Einfamilienhaussiedlung. Der Heidehof erfuhr in den 1990er Jahren eine deutliche Erweiterung durch Einfamilien- und Reihenhäuser. Zum 1. Januar 1996 wurde die zuvor eigenständige Gemeinde Schönborn nach Langebrück eingemeindet und erhielt den Status einer Ortschaft.

1999 wurde die Gemeinde Langebrück in die sächsische Landeshauptstadt Dresden als Ortschaft eingemeindet. Gleichzeitig wurde Schönborn aus Langebrück wieder ausgegliedert und kam als eigene Ortschaft nach Dresden. Allerdings bilden beide zusammen noch heute den gemeinsamen statistischen Stadtteil Langebrück/Schönborn. Langebrück gehört auch nach der Eingemeindung nach Dresden zum Radeberger Land.

OrtsnameBearbeiten

Genau geklärt ist die Herkunft des Namens Langebrück nicht. Vermutlich leitet sich die Bezeichnung „Langenbrugk“ von dem altdeutschen Wort Brugk (Bruch) ab, was so viel wie langer Sumpf bedeutet. Eine weitere Version besagt, dass der damals genannte Ortsname „Langenbruke“ wahrscheinlich auf eine lange Brücke oder einen längeren Knüppeldamm oder Bohlenweg über ein Sumpfgebiet zurückzuführen ist.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1900 2.113
1925 2.867
1930 3.000
1939 3.510
1946 4.246
1964 4.037
1971 3.950
1981 3.450
Jahr Einwohner
1990 3.020
1991 2.946
1992 2.927
1993 3.003
1994 3.242
1995 3.444
1999 3.682
Jahr Einwohner
2003 3.713
2006 3.719
2007 3.700
2008 3.660
2009 3.682
Jahr Einwohner
2010 3.651
2011 3.662
2012 3.704
2013 3.714
2014 3.856
2015 3.894
2016 3.902
2017 3.913

PolitikBearbeiten

Ortschaftsratswahl 2019
Wahlbeteiligung: 79,5 %
 %
40
30
20
10
0
35,4 %
19,4 %
14,9 %
14,3 %
10,3 %

OrtschaftsratBearbeiten

Der amtierende Langebrücker Ortschaftsrat wurde am 26. Mai 2019 gewählt. Auf die CDU entfielen vier Sitze, die Grünen erhielten zwei und die AfD, FDP sowie die Linke jeweils einen Sitz.[1]

StädtepartnerschaftBearbeiten

Seit dem 3. Oktober 1990 besteht eine Städtepartnerschaft mit der baden-württembergischen Gemeinde Neulußheim.[2]

KulturdenkmaleBearbeiten

Langebrücker SaugartenBearbeiten

Der Langebrücker Saugarten ist der am besten erhaltene und größte der vier Saugärten in der Dresdner Heide. Er liegt etwa 500 Meter vom Rand der Ortschaft Langebrück entfernt. Das Gelände umfasst eine in ihrer Ausdehnung dem Dresdner Altmarkt vergleichbare Fläche von 1,27 ha und wurde 1781/82 als „Neuer Saugarten“ und insgesamt dritte Anlage dieser Art in der Dresdner Heide angelegt. Eine Steinmauer umgibt einen Teil des Saugartens. Am Sternbrückenhübelweg wurde ein noch heute existierendes Steinhaus in der Mauer eingebaut, in dem Jagdgerätschaften gelagert werden konnten.

GedenkstättenBearbeiten

DenkmaleBearbeiten

 
Duellstein

An der Flurgrenze zu Grünberg und Schönborn erinnert der sogenannte Duellstein an den tödlichen Ausgang eines Duells im Jahr 1834. Die Duellanten waren Oberleutnant Alexander Liskow und Leutnant Otto Julius Köhler, der Auslöser soll eine Beleidigung durch Liskow gewesen sein. Köhler wurde tödlich getroffen, Liskow wurde zu einem Jahr Gefängnis auf der Festung Königstein verurteilt. Der Gedenkstein wurde 1835 von der Familie Köhlers gestiftet. Er trägt die Inschrift „Dem Andenken des am 25. Juni 1834 hier im Zweikampf gefallenen Artillerie-Lieutenants Otto Bernhard Julius Koehler setzte diesen Stein die tief trauernde Liebe der Seinen“.[3]

Das Kriegerdenkmal Langebrück befindet sich am Rand der Dresdner Heide. Es wurde 1922 eingeweiht und erinnert an die Opfer des Ortes im Ersten Weltkrieg. Der Sandsteinsockel trägt die Inschrift „Den gefallenen Söhnen Langebrücks“, außerdem sind 95 Namen von gefallenen Soldaten aufgeführt. Auf dem Sockel thront die Skulptur eines brüllenden Löwen. Das Denkmal wurde 1993 saniert.[4]

Am Kannenhenkel in der Dresdner Heide erinnert ein Denkmal an den Landschafts- und Jagdmaler Albert Richter. Ein weiterer Gedenkstein im Ort wurde 1911 vom Langebrücker Turnverein zum Gedenken an Friedrich Ludwig Jahn, den Begründer der deutschen Turnbewegung gestiftet. An der Ecke Albert-Richter-Straße / Jakob-Weinheimer-Straße erinnert eine Gedenktafel an den Arzt und Schriftsteller Friedrich Wolf, der von 1918 bis 1919 an diesem Ort wohnte.

GedenkbäumeBearbeiten

 
Friedenseichen

In Langebrück befinden sich mehrere Dresdner Gedenkbäume. An der Weißiger Straße wurden 1871 vom Langebrücker Oberförster Wilhelm Theodor Bruhm und dem damaligen Forstadjunkt Max Neumeister sieben Eichen, die sogenannten Friedenseichen, gepflanzt. Sie erinnern an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Neumeister verfasste den Text für die an den Eichen errichtete Gedenktafel: „Große Männer Euch zum Ruhme / wachsen hier im Heiligtume / deutschen Waldes diese Eichen / Eurer Kraft und Taten Zeugen. / im April 1871.“ Die Tafel fiel nach dem Ersten Weltkrieg Vandalismus zum Opfer und wurde 1931 neu angefertigt, ist heute jedoch nicht mehr vorhanden.[5]

Gegenüber der Kirche wurde anlässlich des 400. Geburtstags Martin Luthers am 10. November 1883 eine sogenannte Luthereiche gepflanzt. Am Fuß der Eiche wurde am 29. Oktober 2017 ein Gedenkstein, gefertigt von einem ortsansässigen Steinmetz, der Öffentlichkeit übergeben. Außer der Eiche wurde am 400. Geburtstag Luthers auch eine Linde am damaligen Schulhaus zu seinem Gedenken gepflanzt. Der genaue Standort dieser Linde ist unter Historikern jedoch heute ungeklärt, da am beschriebenen Ort zwei alte Linden stehen und die Lutherlinde keine Gedenktafel trägt. Zwei weitere Eichen und eine Buche, die ebenfalls zum Gedenken an Luther in Langebrück gepflanzt wurden, sind heute nicht mehr vorhanden.[6]

Die Umweltgruppe Langebrück pflanzte am 3. Oktober 1990, dem Tag der Deutschen Wiedervereinigung, auf dem damaligen Schulgelände die sogenannte Einheitseiche. Aufgrund des Schulneubaus wurde der Baum 2001 auf das Grundstück der Verwaltungsstelle Langebrück auf der Weißiger Straße versetzt.[7]

Anlässlich des 725. Jahrestags der Ersterwähnung Langebrücks wurde im September 2013 am Bürgerhaus die Jubiläumslinde, eine Winterlinde, gepflanzt. Der von der Langebrücker Ortsgruppe des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz gestiftete Baum war zunächst Teil des Festumzugs anlässlich des Ortsjubiläums und wurde, nachdem die ursprünglich geplante Stelle an der Festwiese durch das Grünflächenamt der Stadt Dresden abgelehnt wurde, am neu errichteten Bürgerhaus gepflanzt.[8]

SonstigesBearbeiten

Jean Louis Nicodé gilt in seinem letzten Wohnort Langebrück als berühmtester Bürger. Nach ihm wurde die vormalige Albertstraße in Nicodéstraße umbenannt. Auch der Langebrücker Nicodé-Chor trägt seinen Namen.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter LangebrücksBearbeiten

Persönlichkeiten, die mit Langebrück in Verbindung stehenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Dresdner Heide, Pillnitz, Radeberger Land (= Werte unserer Heimat. Band 27). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1976, S. 68.
  • Bernhard Bauriegel: Luftkurort Langebrück und seine Umgebung – eine kurze Beschreibung. Schmidt, Langebrück 1900 (Digitalisat)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Langebrück – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der Ortschaftsrat stellt sich vor. langebrueck.de, abgerufen am 2. November 2018.
  2. Gemeinde Langebrück/Dresden. Gemeinde Neulußheim, abgerufen am 2. November 2018.
  3. Lars Herrmann: Langebrück. www.dresdner-stadtteile.de, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  4. Lars Herrmann: Straßen in Langebrück. www.dresdner-stadtteile.de, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  5. Historisches vom Heide-Boten – Aus der Geschichte Langebrücks. (PDF; 1,2 MB) Heide-Bote, Februar 2009, S. 12, abgerufen am 17. Oktober 2018.
  6. Langebrücker weihen Gedenktafel ein. Sächsische Zeitung, 9. September 2017, abgerufen am 17. Oktober 2018.
  7. Die Umgezogene aus Langebrück. Dresdner Neueste Nachrichten, 27. Februar 2018 (Online im PressReader).
  8. Sigrid Both: Würdiger Platz am Bürgerhaus für Jubiläums-Linde des LV Sächsischer Heimatschutz. Heide-Bote, November 2013, S. 2.