Fulvio Ballabio

italienischer Autorennfahrer
Monte Carlo ALA 50

Fulvio Maria Ballabio (* 8. Oktober 1954 in Mailand) ist ein ehemaliger italienischer Autorennfahrer und Automobilhersteller.

RennfahrerBearbeiten

Ballabio nahm 1983 regelmäßig an der Formel-2-Europameisterschaft teil. Anfänglich fuhr er für das Team von Arturo Merzario, erreichte hier aber bei vier Rennen nur eine Zielankunft, die außerhalb der Punkteränge lag. Im Sommer wechselte er zum französischen Team AGS, für das er einen fünften und einen sechsten Platz erzielte. Ballabio beendete die Saison auf Platz 17 der Fahrerwertung. 1984, in der letzten Saison der Formel 2, erhielt er kein Cockpit mehr; gleiches galt für das erste Jahr der Nachfolgeserie, der Formel 3000-Meisterschaft.[1]

1986 trat er mit seinem eigenen Team, der Écurie Monaco, zu einem Rennen der Formel-3000-Meisterschaft an. Anlässlich der Trofeo Elio de Angelis, dem fünften Formel-3000-Rennen der Saison 1986, das auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola stattfand, meldete Ballabio ein selbst konstruiertes Auto namens Monte Carlo 001, das von einem älteren Dywa abgeleitet war. Im Zeittraining brauchte er für eine Runde nahezu doppelt so lange wie seine Konkurrenten; daher qualifizierte er sich nicht zum Rennen. Danach beendete Ballabio sein Formel-3000-Engagement. Zum übernächsten Rennen auf dem sizilianischen Autodromo di Pergusa meldete die von Ballabio geleitete Écurie Monaco einen gebrauchten March 85B. Fahrer war Guido Daccò, der das Rennen als 16. beendete. Aber auch damit scheiterte er an der Qualifikation.

Zwischen 1987 und 1989 fuhr Ballabio in der CART-Serie für Dick Simon Racing und Dale Coyne Racing. 2004 nahm er an zwei Rennen der Formula X Sport Series teil.[2]

AutomobilherstellerBearbeiten

1985 gründete Ballabio in das Fontvieille, Monaco, ansässige Unternehmen Monaco Racing Services, das später die Bezeichnung Monte Carlo Automobile erhielt. Von hier aus organisierte Ballabio zunächst sein Formel-3000-Engagement. Später konstruierte das Unternehmen Straßensportwagen, die eine sehr begrenzte Verbreitung erfuhren.

Im Jahr 1989 entwarf Ballabio den Centenaire, einen Supersportwagen, das erste mit kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff gebaute Auto, lange bevor Lamborghini oder Ferrari damit begannen. Das Auto hatte anfänglich einen Motor von Lamborghini. 1992 wurde eine offene Version vorgestellt, deren Motor Wurzeln im Rennsport hatte. Der von Carlo Chiti entworfene V12-Biturbo-Motor leistete 720 PS (530 kW). Es war ein leicht modifizierter Subaru MM3512 der in der 1990 von Coloni erfolglos in der Formel 1 eingesetzt worden war.

Während des Großen Preises von Monaco 2008 wurde der neue Supersportwagen von MCA enthüllt. Benannt wurde er zu Ehren des 50. Geburtstages von Albert II. Es war geplant mit diesem Supersportwagen beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2010 an den Start zu gehen; das ließ sich allerdings nicht realisieren.

StatistikBearbeiten

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1986 Deutschland  Obermaier Racing Porsche 956 Deutschland  Jürgen Lässig Vereinigtes Konigreich  Dudley Wood Rang 5

Einzelergebnisse in der Sportwagen-WeltmeisterschaftBearbeiten

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9
1983 Sauber Motorsport Sauber C7 Italien  MON Vereinigtes Konigreich  SIL Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Belgien  SPA Japan  FUJ Sudafrika  KYA
10
1986 Obermaier Racing Porsche 956 Italien  MON Vereinigtes Konigreich  SIL Frankreich  LEM Deutschland  NÜN Vereinigtes Konigreich  BRH Spanien  JER Deutschland  NÜR Belgien  SPA Japan  FUJ
7 12 5 8 4 4
1990 Team Davey Porsche 962 Japan  SUZ Italien  MON Vereinigtes Konigreich  SIL Belgien  SPA Frankreich  DIJ Deutschland  NÜR Vereinigtes Konigreich  DON Kanada  MOT Mexiko  MEX
DNF

WeblinksBearbeiten

Commons: Fulvio Ballabio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Übersicht über die Rennergebnisse Ballabios auf der Internetseite www.driverdb.com (abgerufen am 5. Februar 2012).
  2. Seite beim Speedport Magazine, Zugriff am 22. April 2010