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Flughafen Teneriffa Nord

kleinerer der beiden Verkehrsflughäfen der spanischen Insel Teneriffa

Der Flughafen Teneriffa Nord (spanisch Aeropuerto de Tenerife Norte, früher auch Aeropuerto Internacional de los Rodeos; englisch Tenerife North Airport) ist nach dem Flughafen Teneriffa Süd der kleinere der beiden internationalen Verkehrsflughäfen der spanischen Insel Teneriffa. Das spanische Heer nutzt den Platz als Base de Los Rodeos als Stationierungsort des Batallón de Helicópteros de Canarias (BHELMA VI) seiner Heeresflieger Fuerzas Aeromóviles del Ejército de Tierra (FAMET).

Aeropuerto de Tenerife Norte
Base de Los Rodeos
Plataforma tfn.jpg
Kenndaten
ICAO-Code GCXO
IATA-Code TFN
Koordinaten

28° 28′ 58″ N, 16° 20′ 30″ WKoordinaten: 28° 28′ 58″ N, 16° 20′ 30″ W

632 m (2073 ft) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 10 km von Santa Cruz de Tenerife
Straße TF5
Nahverkehr Bus
Basisdaten
Eröffnung 3. Mai 1946[1]
Betreiber Aena
Terminals 1[2]
Passagiere 5.492.324[3] (2018)
Luftfracht 12.689 t[3] (2018)
Flug-
bewegungen
73.236[3] (2018)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
6,5 Mio.[2]
Start- und Landebahn
12/30 3171 m × 45 m Asphalt
Flughafen Teneriffa Nord, 2010

Lage und VerkehrsanbindungBearbeiten

Der Flughafen liegt auf einem Hochplateau etwa 10 Kilometer westlich der Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife im Gebiet der Gemeinde La Laguna.

GeschichteBearbeiten

Der Flughafen wurde im Jahr 1946 eröffnet. Im Laufe seiner Geschichte kam es, nicht zuletzt bedingt durch seine Lage, die häufig Scherwinde und dichten Nebel bedingt, zu mehreren schweren Unfällen. Hervorzuheben ist hier die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa vom 27. März 1977, die den schwersten Unglücksfall in der Geschichte der Luftfahrt ohne terroristischen Hintergrund sowie damit auch den zweitschwersten überhaupt darstellt.

Im Jahr 1978 wurde etwa 65 km entfernt bei El Médano der neue Flughafen Teneriffa Süd eröffnet, der seither einen größeren Teil des Flugverkehrs der Insel bewältigt. 2006 wurden noch etwa 30 Prozent des Passagierverkehrs und 70 Prozent des Frachtverkehrs der Insel in Teneriffa Nord abgewickelt. Er ist zwischenzeitlich auch mit Flugleittechnik auf aktuellem technischen Stand ausgerüstet.

Fluggesellschaften und ZieleBearbeiten

Teneriffa Nord wird aus deutschsprachigen Ländern nicht direkt bedient. Es gibt Umsteigeverbindungen mit Iberia Express via Madrid und mit Binter Canarias via Gran Canaria.

Insgesamt werden im Winterflugplan 20 ausschließlich spanische Flugziele bedient, darunter Asturias, Bilbao, Sevilla und Saragossa sowie alle Kanarischen Inseln.[4]

VerkehrszahlenBearbeiten

 
Quelle: Aena[3][5]
Verkehrszahlen des Aeropuerto de Tenerife Norte 2000–2018[3][5]
Jahr Fluggastaufkommen Luftfracht (Tonnen) Flugbewegungen
2018 5.492.324 12.689 73.236
2017 4.706.827 13.233 61.102
2016 4.219.633 12.427 55.669
2015 3.815.316 12.819 53.260
2014 3.633.030 13.991 52.694
2013 3.524.470 13.494 49.289
2012 3.717.944 14.778 55.789
2011 4.095.103 15.745 62.604
2010 4.051.356 15.938 61.605
2009 4.054.147 18.305 62.776
2008 4.236.615 20.782 67.800
2007 4.125.131 25.169 65.843
2006 4.025.601 23.194 65.297
2005 3.754.513 22.163 60.235
2004 3.368.988 23.647 56.592
2003 2.919.087 23.842 53.718
2002 2.486.227 21.148 48.785
2001 2.511.277 21.060 49.132
2000 2.411.100 22.463 48.902

ZwischenfälleBearbeiten

Von 1956 bis Oktober 2019 kam es auf dem Flughafen und in seiner Umgebung zu 13 Totalverlusten von Flugzeugen. Dabei kamen 952 Menschen ums Leben.[6] Beispiele:

  • Am 29. September 1956 stürzte eine SNCASE Languedoc (Luftfahrzeugkennzeichen EC-AKV) der Aviaco auf einem Flug von Málaga beim Anflug nahe dem Flughafen in ein Haus. Die 38 Flugzeuginsassen überlebten, jedoch wurde eine Person am Boden getötet.[7]
  • Am 5. Mai 1965 verunglückte eine Lockheed L-1049G Super Constellation der Iberia (EC-AIN) aus Madrid kommend beim Landeanflug. Nach einem missglückten Landeversuch bei schlechtem Wetter kollidierte die Maschine beim Durchstarten 50 Meter neben der Landebahn mit einem Bulldozer und zerbrach auf einem Acker, wobei 30 der 49 Menschen an Bord ums Leben kamen.[8]
  • Am 7. Dezember 1965 geriet eine Douglas DC-3 der Spantax (EC-ARZ) nach dem Start ins Trudeln und stürzte nahezu senkrecht ab. Alle 32 Insassen kamen ums Leben.[9]
  • Am 16. September 1966 musste eine von Spantax für Iberia betriebene Douglas DC-3/C-47 (EC-ACX) kurz nach dem Start wegen einer Triebwerksstörung im Meer notgewassert werden. Von den 27 Menschen an Bord konnten sich 26 aus der langsam sinkenden Maschine retten; ein Passagier weigerte sich, auszusteigen.[10]
  • Am 3. Dezember 1972 ereignete sich der schwerste Unfall einer Convair CV-990. Auf dem Flug nach München-Riem geriet die Spantax-Maschine EC-BZR während des Starts bei nahezu Null Sicht in etwa 90 Meter Flughöhe außer Kontrolle, überschlug sich und zerschellte schließlich am Boden. Alle 148 Passagiere, vorwiegend deutsche Urlauber, und sieben Besatzungsmitglieder starben (siehe Spantax-Flug 275).[11]
  • Am 15. Februar 1978 setzte eine Boeing 707 der Sabena (OO-SJE) vor der Landebahn auf, wobei das Bugfahrwerk kollabierte und das Flugzeug rund 1000 Meter über die Bahn rutschte, bis es seitlich davon abkam. Drei der 196 Insassen erlitten leichtere Verletzungen. Die Maschine brannte aus.[12][13]
  • Am 25. April 1980 starben alle 146 Menschen an Bord, als eine aus Manchester kommende Boeing 727-46 der britischen Dan-Air (G-BDAN) beim Landeanflug auf den Flughafen Teneriffa/Los Rodeos in einen Berg geflogen wurde (CFIT, Controlled flight into terrain). Als Ursachen wurden Navigationsfehler seitens der Piloten sowie unklare Informationen seitens der Flugsicherung ermittelt. Alle 146 Insassen wurden getötet.[14]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Flughafen Teneriffa Nord – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. History. Aena.es, abgerufen am 7. November 2019 (englisch).
  2. a b Introduction. Aena.es, abgerufen am 6. November 2019 (englisch).
  3. a b c d e Estadísticas de tráfico aéreo. Aena.es, abgerufen am 7. November 2019 (spanisch).
  4. Destinations. Aena.es, abgerufen am 7. November 2019 (englisch).
  5. a b Estadísticas de tráfico aéreo. Aena.es, abgerufen am 21. Dezember 2018 (englisch).
  6. Unfallstatistik Tenerife-Norte Los Rodeos Airport profile, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 7. November 2019.
  7. Unfallbericht Languedoc EC-AKV, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. Januar 2016.
  8. Unfallbericht L-1049 EC-AIN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Januar 2016.
  9. Unfallbericht DC-3 EC-ARZ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. Januar 2016.
  10. Unfallbericht DC-3 EC-ACX, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Januar 2016.
  11. Unfallbericht CV-990 EC-BZR, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. Januar 2016.
  12. 707 Flight International, 25. Februar 1978, S. 484, (englisch), abgerufen am 13. September 2016.
  13. Unfallbericht B-707 OO-SJE, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. September 2016.
  14. Unfallbericht B-727-100 G-BDAN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 6. Februar 2019.