David Gray (Snookerspieler)

englischer Snookerspieler

David Gray (* 9. Februar 1979) ist ein ehemaliger englischer Snookerspieler aus London,[3][4] der zwischen 1996 und 2010 Profispieler war. In dieser Zeit gewann er das Merseyside Professional 1996, die Benson and Hedges Championship 1998 und die Scottish Open 2003 und erreichte Platz 12 der Snookerweltrangliste.

David Gray
Geburtstag 9. Februar 1979 (42 Jahre)
Nationalität EnglandEngland England
Profi 19962010
Preisgeld 647.520 £[1]
Höchstes Break 147 (2×)[1]
Century Breaks 83[1]
Main-Tour-Erfolge
Ranglistenturniersiege 1
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz 12 (2003/04)[2]
Beste Ergebnisse
Andere Profiturniere 2× Sieger
Amateurturniere Englischer Meister 1995

KarriereBearbeiten

Grays Cousin Paul Foreman versuchte sich ungefähr zur selben Zeit als Snookerspieler, hatte aber weitaus weniger Erfolg als Gray.[5] Gray machte erstmals auf sich aufmerksam, als er das Achtelfinale des Junioren-Wettbewerbes beim World Masters 1991 erreichte.[6] Nach dem Gewinn des englischen Vize-U17-Meistertitels nahm Gray ab 1993 an der English Amateur Championship teil.[7] 1994 unterlag er knapp Quinten Hann im Endspiel der U21-Weltmeisterschaft, ehe er 1995 ins Finale der English Amateur Championship einzog und sich dort gegen Paul Hunter zum britischen Meister kürte.[8] Zu diesem Zeitpunkt war Gray der jüngste Spieler, dem dies gelungen war.[3] Im selben Jahr erreichte er das Viertelfinale der U21-Weltmeisterschaft, das Halbfinale der Amateurweltmeisterschaft und das Endspiel der Europameisterschaft, das er knapp gegen David Lilley verlor.[9]

Zur Saison 1996/97 wurde Gray Profispieler.[1] Schnell erzielte er erste wichtige Erfolge, darunter die Teilnahme an der Runde der letzten 32 der UK Championship und eine Achtelfinalteilnahme bei den German Open. Darüber hinaus gewann er mit dem Merseyside Professional direkt in seiner Debütsaison ein erstes Profiturnier, welches aber im Gegensatz zu den anderen beiden genannten Turnieren keinen Einfluss auf die Weltrangliste hatte.[10] Auf dieser wurde er nach einer Spielzeit bereits auf Platz 152 geführt.[2] Dadurch musste Gray zwar seinen Profistatus bei der WPBSA Qualifying School verteidigen, dies gelang ihm aber. In den nächsten drei Jahren etablierte sich Gray als regelmäßiger Hauptrundenteilnehmer. Zu den besten Ergebnissen dieses Trienniums gehörte eine Achtelfinalteilnahme bei der Snookerweltmeisterschaft 2000 und der Sieg bei der Benson and Hedges Championship 1998. Dadurch qualifizierte er sich für das Masters 1999, eines der wichtigsten und exklusivsten Turniere der Profitour, verlor aber gegen James Wattana sein Auftaktspiel.[11] Zu dieser etablierte sich Gray auch in den Top 64 der Weltrangliste.[2]

Bei im Generellen weiterhin guter Form stieg Gray binnen der nächsten drei Jahre in die Weltspitze auf. Grund dafür war der Sieg bei den Scottish Open 2003, ein Turnier mit Einfluss auf die Weltrangliste. Gray hatte bereits bei der Ausgabe 2002 das Endspiel erreicht, damals aber noch verloren.[12] Mitte 2003 belegte Gray Platz 12 der Weltrangliste.[2] Die folgenden drei Spielzeiten gehörte Gray weiterhin zur erweiterten Weltspitze. Diesen Status bewies er mit Viertelfinalteilnahmen bei der Snookerweltmeisterschaft 2004 und beim Grand Prix und mit der Finalteilnahme bei der UK Championship 2004, dem zweitwichtigsten Ranglistenturnier der Tour. Gray verpasste aber den Eintrag in die Geschichtsbücher, als er deutlich gegen Stephen Maguire unterlag. Während des Turnieres hatte er zudem sein erstes Maximum Break gespielt.[13] In dieser Zeit wurde der Engländer stets in den Top 25 geführt.[2] Danach verschlechterte sich seine Form aber immer mehr; gute Ergebnisse gelangen ihm meistens nur noch beim Masters Qualifying Event, das aber keinen Einfluss auf die Weltrangliste hatte.[14] Binnen vier Jahre stürzte er auf Rang 79 ab,[2] wodurch er seinen Profistatus verlor.[1] Bereits 2009 hatte er eigentlich seinen Profistatus verloren, konnte aber den endgültigen Verlust dank einer Wildcard der World Professional Billiards & Snooker Association aufschieben.[15] Im Oktober 2009 sorgte er darüber hinaus für Wirbel, als er im Rahmen einer Reise nach Thailand bewusstlos und nur spärlich bekleidet in einem Gebüsch in Pattaya gefunden wurde. Seine Managementfirma 110sport vermutete eine Trunkenheit als Ursache.[16]

Bis 2013 versuchte Gray, sich für die Profitour wieder zu qualifizieren. Meistens nutzte er dabei die Q School als Mittel zum Zweck, wobei er zweimal erst im entscheidenden Spiel verlor. Darüber hinaus nahm er auch mehrfach an Events der Players Tour Championship teil, wobei er bei den FFB Snooker Open 2012 bis ins Achtelfinale kam. Bei einem anderen PTC-Event gelang ihm zudem ein zweites 147er-Break. Dieses Ergebnis reichte aber nicht fürs Erreichen einer der Qualifikationsplätze aus.[17] 2012 und 2013 versuchte Lilley beim Snookerbacker sein Glück, ein recht wichtiges englisches Amateurturnier, das er 2013 auch gewann. Im selben Jahr verpasste er den erneuten Einzug ins Endspiel der English Amateur Championship nur wegen einer Niederlage gegen Ben Harrison im entscheiden Qualifikationsspiel.[18]

Clive Everton urteilte 2009, dass Gray wegen eines „diszplinlose[n] Lebenstil[s]“ größtenteils sein angeborenes Talent nicht in Erfolge habe ummünzen können.[19] Während seiner Karriere trainierte Gray regelmäßig zusammen mit Jimmy White.[20]

ErfolgeBearbeiten

Ausgang Jahr Turnier Finalgegner Ergebnis
Amateurturniere
Zweiter 1993 Englische U17-Meisterschaft England  Alfie Burden 2:5
Zweiter 1994 IBSF U21-Snookerweltmeisterschaft Australien  Quinten Hann 10:11
Sieger 1995 English Amateur Championship – South England  Gary Farino 5:1
Sieger 1995 English Amateur Championship England  Paul Hunter 8:7
Zweiter 1995 EBSA-Snookereuropameisterschaft England  David Lilley 7:8
Zweiter 2011/2 Q School China Volksrepublik  Li Yan 1:4
Zweiter 2011/3 Q School England  Adam Duffy 2:4
Sieger 2013 Snookerbacker – Grand Finals England  Kyren Wilson 4:2
Zweiter 2013 English Amateur Championship – South England  Ben Harrison 5:8
Profiturniere
Sieger 1996 Merseyside Professional England  Paul Sweeny 5:2
Sieger 1998 Benson and Hedges Championship England  Dave Harold 9:6
Zweiter 2002 Scottish Open England  Stephen Lee 2:9
Sieger 2003 Scottish Open England  Mark Selby 9:7
Zweiter 2004 UK Championship Schottland  Stephen Maguire 1:10

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Ron Florax: Career Total Statistics For David Gray - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  2. a b c d e f Ron Florax: Ranking History For David Gray. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  3. a b Chris Turner, Janie Watkins: Player Profile: David Gray. Global Snooker Centre, Juni 2002, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  4. Gray Scoops Classic Crown. Snookerbacker, 23. Februar 2013, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  5. Potting all the way into the main frame. News Shopper, 23. Juni 2000, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  6. Ron Florax: David Gray - Season 1990-1991 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  7. Ron Florax: David Gray - Season 1992-1993 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  8. Ron Florax: David Gray - Season 1994-1995 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  9. Ron Florax: David Gray - Season 1995-1996 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  10. Ron Florax: David Gray - Season 1996-1997 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  11. Ron Florax: David Gray - Season 1997-1998 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
    Ron Florax: David Gray - Season 1998-1999 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
    Ron Florax: David Gray - Season 1999-2000 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  12. Ron Florax: David Gray - Season 2000-2001 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
    Ron Florax: David Gray - Season 2001-2002 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
    Ron Florax: David Gray - Season 2002-2003 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  13. Ron Florax: David Gray - Season 2003-2004 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
    Ron Florax: David Gray - Season 2004-2005 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
    Ron Florax: David Gray - Season 2005-2006 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  14. Ron Florax: David Gray - Season 2006-2007 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
    Ron Florax: David Gray - Season 2007-2008 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
    Ron Florax: David Gray - Season 2008-2009 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
    Ron Florax: David Gray - Season 2009-2010 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  15. David Gray. Pro Snooker Blog, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  16. David Hendon: David Gray Statement. Snooker Scene, 10. Oktober 2009, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  17. Ron Florax: David Gray - Season 2010-2011 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
    Ron Florax: David Gray - Season 2011-2012 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
    Ron Florax: David Gray - Season 2012-2013 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
    Ron Florax: David Gray - Season 2013-2014 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  18. Ron Florax: David Gray - Season 2011-2012 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
    Ron Florax: David Gray - Season 2012-2013 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  19. Clive Everton: Gray crashes out and into anonymity. The Guardian, 31. März 2009, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).
  20. Whirlwind blows out of World Championships. Raidió Teilifís Éireann, 20. April 2006, abgerufen am 10. Mai 2021 (englisch).