DDR-Leichtathletik-Meisterschaften 1981

32. DDR Leichtathletik-Meisterschaften
Ernst-Abbe-Sportfeld (2013)
Ernst-Abbe-Sportfeld (2013)
Stadt Jena / 4 weitere Orte
Stadion Ernst-Abbe-Sportfeld
Wettbewerbe 35 + 8 an anderen Veranstaltungsorten
Eröffnung 7. August 1981
Schlusstag 9. August 1981
Chronik
Cottbus 1980 Dresden 1982

Die DDR-Leichtathletik-Meisterschaften wurden 1981 zum 32. Mal ausgetragen und fanden vom 7. bis 9. August im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld statt. Die Meisterschaft diente als letzte Generalprobe für den eine Woche später ausgetragenen Leichtathletik-Europacup in Zagreb.

Bei den Männern gelang es vier Athleten (Beck (400 m Hürden), Weber (Stabhoch), Beyer (Kugel) und Steuk (Hammer)) ihren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen, was bei den Frauen fünf Athletinnen (Göhr (100 m), Wöckel (200 m), Koch (400 m), Slupianek (Kugel) und Jahl (Diskus)) gelang.

Sportliche Höhepunkte waren der Junioren-Europarekord der erst 16-jährigen Heike Daute im Weitsprung, sowie die DDR-Rekorde für Klubstaffeln über 4-mal 100 Meter durch den SC Magdeburg bei den Männern und vom SC Motor Jena bei den Frauen.

Die Ehrenpreise des Generalsekretärs des ZK der SED und Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, erhielten für ihre ausgezeichneten Leistungen bei den Frauen Ellen Neumann für ihren 400-Meter-Hürdenlauf und bei den Männern Olaf Beyer für seinen 800-Meter-Lauf.

Wie üblich wurden aus zeitlichen oder organisatorischen Gründen verschiedene Wettbewerbe aus dem Programm der in Jena stattfindenden Hauptveranstaltung ausgelagert und an andere Orte zu anderen Terminen vergeben. In diesem Jahr waren dies der 10.000-Meter-Lauf, der Marathonlauf, das 50-km-Gehen, der Siebenkampf (Frauen) sowie der Zehnkampf (Männer) und wie jedes Jahr die Crossläufe.

Dabei stellte die Dresdnerin Ramona Neubert in ihrem ersten Siebenkampf gleich einen neuen Weltrekord auf. Im selben Wettkampf erzielte die Fünftplatzierte Heike Daute einen neuen Junioren-Europarekord. Beim 50-km-Gehen verbesserte der 20-jährige Berliner Uwe Dünkel seine eigene DDR-Bestleistung um 5 s.

Der erfolgreichste Athlet in diesem Jahr war mit drei gewonnenen Goldmedaillen der Magdeburger Sprinter Frank Emmelmann. Mit insgesamt 6 Gold-, 3 Silber- und 2 Bronzemedaillen war der SC Motor Jena die erfolgreichste Mannschaft der Meisterschaften, gefolgt vom ASK Vorwärts Potsdam die 6 Gold-, 2 Silber- und 7 Bronzemedaillen gewannen und dem SC Magdeburg mit 6 Gold-, 1 Silber- und 3 Bronzemedaillen.

HauptveranstaltungBearbeiten

MännerBearbeiten

 
Sieger im 1500-Meter-Lauf wurde Olaf Beyer (r.), vor Andreas Busse (m.). Links der Viertplatzierte Lutz Zauber
Disziplin Gold Silber Bronze
0100 m Frank Emmelmann
SC Magdeburg
10,19
s
Frank Hollender
SC Dynamo Berlin
10,52
s
Bernhard Hoff
SC Chemie Halle
10,53
s
0200 m Frank Emmelmann
SC Magdeburg
20,40
s
Bernhard Hoff
SC Chemie Halle
20,56
s
Olaf Prenzler
SC Magdeburg
21,00
s
0400 m Andreas Knebel
SC Magdeburg
45,72
s
Volker Beck
SC Turbine Erfurt
46,02
s
Carsten Petters
SC Einheit Dresden
46,12
s
0800 m Olaf Beyer
ASK Vorwärts Potsdam
1:44,31
min
Detlef Wagenknecht
SC Dynamo Berlin
1:44,81
min
Andreas Busse
SC Einheit Dresden
1:46,02
min
1500 m Olaf Beyer
ASK Vorwärts Potsdam
3:46,43
min
Andreas Busse
SC Einheit Dresden
3:47,02
min
Frieder Killig
SC DHfK Leipzig
3:47,08
min
5000 m Hansjörg Kunze
SC Empor Rostock
13:29,07
min
Werner Schildhauer
SC Chemie Halle
13:31,59
min
Olaf Kampe
SC Magdeburg
13:55,48
min
110 m Hürden Andreas Schließke
SC Karl-Marx-Stadt
13,65
s
Holger Pohland
SC DHfK Leipzig
13,89
s
Ingo Bruhn
SC Neubrandenburg
14,36
s
400 m Hürden Volker Beck
SC Turbine Erfurt
49,74
s
Jörg Hanniske
SC Cottbus
51,02
s
Rolf Herrmann
SC Dynamo Berlin
51,60
s
3000 m Hindernis Ralf Pönitzsch
SC Karl-Marx-Stadt
8:31,57
min
Andreas Garack
SC Cottbus
8:31,77
min
Michael Klabuhn
ASK Vorwärts Potsdam
8:36,18
min
4 × 100 m SC Magdeburg
Frank Löper
Frank Emmelmann
Olaf Prenzler
Andreas Knebel
39,53
  s
SC Dynamo Berlin
Frank Hollender
Detlef Burdack
Uwe Grunert
Wolfgang Guse
40,16
s
ASK Vorwärts Potsdam
Detto Zülow
Ingo Voge
Klaus-Dieter Kurrat
Frank Möller
40,43
s
4 × 400 m SC DHfK Leipzig
Frank Richter
Andreas Neuber
Enrico Becker
Andreas Stolle
3:07,54
min
SC Dynamo Berlin
Andreas Hübner
Rolf Herrmann
Detlef Wagenknecht
Uwe Preusche
3:08,04
min
SC Cottbus
Gerd Glodeck
Andreas Fuchs
Jörg Hanniske
Udo Bauer
3:10,79
min
20-km-Gehen Ralf Kowalsky
TSC Berlin
1:21:39,1
h
Roland Wieser
SC Dynamo Berlin
1:22:12,3
h
Ronald Weigel
ASK Vorwärts Potsdam
1:22:39,4
h
Hochsprung Rolf Beilschmidt
SC Motor Jena
2,24
m
Jörg Freimuth
ASK Vorwärts Potsdam
2,24
m
Henry Lauterbach
SC Turbine Erfurt
2,21
m
Stabhochsprung Axel Weber
SC Motor Jena
5,35
m
Dieter Sickert
SC Einheit Dresden
5,00
m
Frank Henschel
SC Cottbus
5,00
m
Weitsprung Uwe Lange
SC Dynamo Berlin
8,02
m
Henry Lauterbach
SC Turbine Erfurt
7,97
m
Frank Nowack
TSC Berlin
7,88
m
Dreisprung Matthias Schröder
SC Traktor Schwerin
15,99
m
Axel Groß
SC Empor Rostock
15,83
m
Bodo Behmer
SC Neubrandenburg
15,83
m
Kugelstoßen Udo Beyer
ASK Vorwärts Potsdam
21,44
m
Wolfgang Schmidt
SC Dynamo Berlin
20,33
m
Matthias Schmidt
SC Motor Jena
19,83
m
Diskuswurf Armin Lemme
SC Magdeburg
66,70
m
Wolfgang Schmidt
SC Dynamo Berlin
66,28
m
Hilmar Hoßfeld
SC Turbine Erfurt
62,98
m
Hammerwurf Roland Steuk
TSC Berlin
75,28
m
Tobias Stopat
SC Karl-Marx-Stadt
72,28
m
Matthias Moder
SC Dynamo Berlin
69,88
m
Speerwurf Gerald Weiß
SC Traktor Schwerin
89,56
m
Detlef Michel
TSC Berlin
86,76
m
Detlef Fuhrmann
SC Chemie Halle
86,48
m

FrauenBearbeiten

 
Das Frauenquartet Geipel, Wöckel, Auerswald und Göhr vom SC Motor Jena, stellte über 4-mal-100-Meter einen neuen DDR-Rekord für Klubstaffeln auf.
Disziplin Gold Silber Bronze
0100 m Marlies Göhr
SC Motor Jena
11,20
s
Bärbel Wöckel
SC Motor Jena
11,22
s
Kirsten Siemon
SC Empor Rostock
11,37
s
0200 m Bärbel Wöckel
SC Motor Jena
22,07
s
Kirsten Siemon
SC Empor Rostock
22,50
s
Gesine Walther
SC Turbine Erfurt
22,62
s
0400 m Marita Koch
SC Empor Rostock
49,64
s
Dagmar Rübsam
SC Turbine Erfurt
50,98
s
Gabriele Löwe
SC Einheit Dresden
51,84
s
0800 m Martina Steuk
TSC Berlin
1:58,71
min
Hildegard Ullrich
SC Turbine Erfurt
1:58,83
min
Marion Hübner
SC Chemie Halle
2:00,38
min
1500 m Angelika Zauber
SC Dynamo Berlin
3:59,90
min
Ulrike Bruns
ASK Vorwärts Potsdam
4:01,44
min
Beate Liebich
SC Turbine Erfurt
4:03,68
min
3000 m Ulrike Bruns
ASK Vorwärts Potsdam
8:49,67
min
Angelika Zauber
SC Dynamo Berlin
8:50,45
min
Beate Liebich
SC Turbine Erfurt
9:17,22
min
100 m Hürden Kerstin Knabe
SC DHfK Leipzig
13,08
s
Gloria Kovarik
SC Cottbus
13,26
s
Bettine Gärtz
SC Karl-Marx-Stadt
13,32
s
400 m Hürden Ellen Neumann
SC Dynamo Berlin
54,79
s
Petra Pfaff
SC Cottbus
55,54
s
Birgit Sonntag
SC Cottbus
56,98
s
4 × 100 m SC Motor Jena
Ines Geipel
Bärbel Wöckel
Ingrid Auerswald
Marlies Göhr
42,35
  s
SC Turbine Erfurt
Anneliese Walter
Gesine Walther
Dagmar Rübsam
Manuela Siegfried
43,96
s
SC Magdeburg
Sylvia Kirchner
Ilona Eulenstein
Undine Hartmann
Cornelia Feuerbach
44,86
s
4 × 400 m SC Magdeburg
Cornelia Feuerbach
Heidrun Giggel
Ilona Eulenstein
Undine Hartmann
3:33,85
min
SC Cottbus
Birgit Sonntag
Antje Hinz
Petra Pfaff
Sabine Pfaff
3:35,12
min
SC Turbine Erfurt
Sabine Busch
Hildegard Ullrich
Andrea Werther
Beate Liebich
3:36,30
min
Hochsprung Andrea Reichstein
SC DHfK Leipzig
1,93
m
Jutta Kirst
SC Dynamo Berlin
1,91
m
Manuela Schröder
SC Cottbus
1,91
m
Weitsprung Heike Daute
SC Motor Jena
6,91
  m
Sigrid Ulbricht
SC Magdeburg
6,89
m
Heidrun Geißler
SC Empor Rostock
6,68
m
Kugelstoßen Ilona Slupianek
SC Dynamo Berlin
21,46
m
Margitta Pufe
SC Motor Jena
20,37
m
Helma Knorscheidt
SC Chemie Halle
20,16
m
Diskuswurf Evelin Jahl
ASK Vorwärts Potsdam
66,72
m
Petra Sziegaud
SC Dynamo Berlin
65,38
m
Irina Meszynski
TSC Berlin
65,18
m
Speerwurf Petra Potreck
SC Traktor Schwerin
66,08
m
Ute Hommola
SC Karl-Marx-Stadt
64,04
m
Petra Felke
SC Motor Jena
63,40
m

Ausgelagerte WettbewerbeBearbeiten

Wie üblich wurden aus zeitlichen oder organisatorischen Gründen verschiedene Wettbewerbe nicht im Rahmen der in Jena stattfindenden Hauptveranstaltung ausgetragen.

Terminkalender der ausgelagerten Wettbewerbe in chronologischer Reihenfolge:

MännerBearbeiten

 
Neuer Titelträger im Zehnkampf wurde Rainer Pottel (hier beim Weitsprung) mit 8161 Punkten.
Disziplin Gold Silber Bronze
10.000 m Werner Schildhauer
SC Chemie Halle
28:11,23
min
Hansjörg Kunze
SC Empor Rostock
28:13,25
min
Klaus-Dieter Schiemenz
ASK Vorwärts Potsdam
28:52,17
min
Marathon Matthias Böckler
SC Chemie Halle
2:17:40,0
h
Matthias Weller
SC Motor Jena
2:18:08,8
h
Helfried Tannert
SC Einheit Dresden
2:18:46,0
h
50-km-Gehen Uwe Dünkel
TSC Berlin
3:45:51,0
  h
Hartwig Gauder
SC Turbine Erfurt
3:46:56,4
h
Dietmar Meisch
TSC Berlin
3:48:56,2
h
Zehnkampf Rainer Pottel
TSC Berlin
8161
Punkte
Siegfried Stark
SC Traktor Schwerin
8036
Punkte
Uwe Freimuth
ASK Vorwärts Potsdam
8011
Punkte
Crosslauf
Mittelstrecke – 4 km
Lutz Zauber
SC Dynamo Berlin
11:29
min
Günter Ruth
SC DHfK Leipzig
11:34
min
Olaf Beyer
ASK Vorwärts Potsdam
11:34
min
Crosslauf
Langstrecke – 12 km
Werner Schildhauer
SC Chemie Halle
34:17
min
Ralf Pönitzsch
SC Karl-Marx-Stadt
34:53
min
Klaus-Dieter Schiemenz
ASK Vorwärts Potsdam
34:58
min

FrauenBearbeiten

Disziplin Gold Silber Bronze
Siebenkampf Ramona Neubert
SC Einheit Dresden
6621
  Punkte
Marion Weser
SC Einheit Dresden
6090
Punkte
Sabine Möbius
SC DHfK Leipzig
5961
Punkte
Crosslauf
2 km
Ulrike Bruns
ASK Vorwärts Potsdam
6:21
min
Angelika Kuhse
SC Dynamo Berlin
6:33
min
Petra Sabban
SC Traktor Schwerin
6:43
min

MedaillenspiegelBearbeiten

 
Sprinter Frank Emmelmann, der erfolgreichste Athlet dieser Meisterschaften mit drei Erfolgen über 100 m, 200 m und der 4-mal-100-Meter-Staffel.

Der Medaillenspiegel umfasst die Medaillengewinner und -gewinnerinnen aller Wettbewerbe.

Platz Verein Gold Silber Bronze Gesamt
01   SC Motor Jena 6 3 2 110
02   ASK Vorwärts Potsdam 6 2 7 150
03   SC Magdeburg 6 1 3 100
04   SC Dynamo Berlin 5 110 2 180
05   TSC Berlin 5 1 3 9
06   SC Chemie Halle 3 2 4 9
07 SC DHfK Leipzig 3 2 2 7
08   SC Traktor Schwerin 3 1 1 5
09   SC Empor Rostock 2 3 2 7
10   SC Karl-Marx-Stadt 2 3 1 6
11   SC Turbine Erfurt 1 6 6 130
12   SC Einheit Dresden 1 3 4 8
13   SC Cottbus 5 4 9
14   SC Neubrandenburg 2 2
Total 43 43 43 129

RandnotizenBearbeiten

Traditionell wurden im Rahmen der Meisterschaften erfolgreiche Athleten vergangener Jahre feierlich aus der Nationalmannschaft verabschiedet. Unter den 24 ehemaligen Aktiven befanden sich unter anderem Ruth Fuchs und Johanna Klier.

LiteraturBearbeiten

  • Manfred Seifert: Sport81. Ein Jahrbuch des DDR-Sport. Sportverlag Berlin, 1981, ISSN 0232-203X, S. 241–243.
  • Neues Deutschland. 69, 123, 129, 170 und 184–188. Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, 1981, ISSN 0323-3375.

WeblinksBearbeiten

Commons: DDR-Leichtathletik-Meisterschaften 1981 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien