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Weinheim (Bergstraße) Hauptbahnhof

Bahnhof der Main-Neckar-Bahn zwischen Frankfurt am Main und Heidelberg/Mannheim
(Weitergeleitet von Bahnhof Weinheim (Bergstraße))

Weinheim (Bergstraße) Hauptbahnhof ist ein Bahnhof mit ICE- und IC-Systemhalt auf der Main-Neckar-Bahn zwischen Frankfurt am Main und Heidelberg/Mannheim in Weinheim. Hier beginnt auch die Weschnitztalbahn nach Fürth im Odenwald sowie die Bahnstrecke nach Viernheim.

Weinheim (Bergstr) Hbf
Bahnhof Weinheim (Bergstr.).jpg
Empfangsgebäude des Weinheimer Hauptbahnhofs nach Beendigung der Umbauarbeiten des Vorplatzes (2016)
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 6
Abkürzung RWE
IBNR 8000377
Kategorie 3
Eröffnung 1846
Lage
Stadt/Gemeinde Weinheim
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 33′ 12″ N, 8° 39′ 55″ OKoordinaten: 49° 33′ 12″ N, 8° 39′ 55″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Baden-Württemberg

Inhaltsverzeichnis

Geografische LageBearbeiten

Der Bahnhof Weinheim liegt in der Kernstadt, etwa 650 Meter westlich der Altstadt von Weinheim. Unmittelbar nordöstlich der Gleisanlagen schließt sich das Werksgelände der Firma Freudenberg an. Südlich des Bahnhofsgebäudes liegt der ZOB Weinheim mit sieben Bussteigen. Die Mannheimer Straße und die Gleise der Oberrheinischen Eisenbahn (OEG) queren die Eisenbahngleise auf einer Brücke im südlichen Bahnhofsbereich.

GeschichteBearbeiten

 
Gleisplan 1870

Weinheim erhielt seinen Bahnhof, als hier die Main-Neckar-Eisenbahn von Frankfurt am Main nach Heidelberg und Mannheim am 1. August 1846 in Betrieb ging. Mit Eröffnung der Bahnstrecke Weinheim–Worms 1905 erhielt der Bahnhof neue Signalanlagen.[1] Ab 1909 wurde die Bahnhofsanlage erweitert, wozu zum 1. Juni 1909 eine Bauabteilung der Großherzoglich Badischen Eisenbahnen errichtet wurde.[2]

2018 wurde der Bahnhof von „Weinheim (Bergstraße)“ in „Weinheim (Bergstraße) Hauptbahnhof“ umbenannt.[3]

AnlageBearbeiten

 
Bahnhof Weinheim, Gleise 1–4
(von rechts), Juni 2016

GebäudeBearbeiten

Das Empfangsgebäude befindet sich auf der Ostseite des Bahnhofs, Richtung Innenstadt. Der Kern des Gebäudes stammt noch von 1846, wurde allerdings in den 1950er Jahren massiv umgebaut. Ursprünglich hatte das Gebäude einen zur Stadtseite offenen U-förmigen Grundriss mit 2:5:2 Achsen. Bahnsteigseitig ist die historische Fassade weitgehend erhalten.[4] Im Zuge der Konjunkturprogramme 2008/09 wurde bis 2011 das Empfangsgebäude energetisch saniert und das Hausbahnsteigdach renoviert.[5]

In dem Gebäude sind ein DB-Reisezentrum, weitere Einrichtungen der DB, ein Zeitungs- und Buchladen, ein Café und eine Bäckereifiliale untergebracht. Im Gebäude befinden sich außerdem eine Fahrradreparaturwerkstatt und ein Handyladen.

Als Nebengebäude des Bahnhofs sind noch das Gebäude der ehemaligen Bahnmeisterei und der Wasserturm erwähnenswert. Die ehemalige Bahnmeisterei ist ein traufständiges Fachwerkgebäude mit Backsteinfüllung von 1875. Es liegt ebenfalls östlich der Gleise. Der Wasserturm stammt von 1912 und hat ein weit ausladendes, polygonales Obergeschoss für den Wasserbehälter.[6]

GleisfeldBearbeiten

Der Bahnhof besitzt sechs Bahnsteiggleise. Die Gleise 2, 3 und 4 dienen fahrplanmäßig dem Verkehr auf der Main-Neckar-Bahn, die Gleise 1, 5 und 6 werden durch die Weschnitztalbahn bedient. Die Bahnsteige sind durch zwei Unterführungen zu erreichen. 2015 wurden die Bahnsteige auf 76 cm Höhe erhöht und Aufzüge eingebaut.[7] Seit 2017 sind die Bahnsteige neben dem Zugang durch bzw. neben dem Empfangsgebäude auf der Ostseite auch über einen behindertengerechten Zugang auf der Westseite zu erreichen.

VerkehrBearbeiten

FernverkehrBearbeiten

Der Weinheimer Hauptbahnhof wird jeweils zweistündlich durch die ICE-Linie 26 und die IC-/EC-Linie 62 bedient. Die beiden Linien verdichten sich dabei zu einem Stundentakt. An Wochenenden verkehrt vormittags ein einzelner ICE der Linie 15 in Richtung Berlin mit Halt in Weinheim über die Main-Neckar-Bahn. Darüber hinaus bedient der private Anbieter Flixmobility den Bahnhof Weinheim mit ein bis zwei täglichen, unter dem Markennamen „Flixtrain“ geführten, Zugpaaren.

Linie Linienverlauf Takt
ICE/IC 26 Hamburg-Altona – Hamburg – Lüneburg – Uelzen – Celle – Hannover – Göttingen – Kassel-Wilhelmshöhe – Wabern – Treysa – Stadtallendorf – Marburg (Lahn) – Gießen – Friedberg (Hess) – Frankfurt (Main) – Darmstadt – Bensheim – Weinheim (Bergstr) – Heidelberg – Wiesloch-Walldorf – Bruchsal – Karlsruhe Zweistundentakt
IC/EC 62 Frankfurt (Main) – Darmstadt – Bensheim – Weinheim (Bergstr) – Heidelberg – Stuttgart – Ulm – Günzburg – Augsburg – München – München Ost Rosenheim – Prien am Chiemsee – Traunstein – Freilassing – Salzburg – Golling-Abtenau – Bischofshofen – St. Johann im Pongau Schwarzbach-St. Veit Dorfgastein – Bad Hofgastein Bad Gastein Mallnitz-Obervellach – Spittal-Milstättersee – Villach – Velden am Wörthersee – Pörtschach am Wörthersee – Krumpendorf – Klagenfurt Zweistundentakt
ICE 15 Stuttgart – Vaihingen (Enz) – Heidelberg – Weinheim (Bergstr) – Bensheim – Darmstadt – Frankfurt (Main) – Erfurt – Halle (Saale) – Berlin Südkreuz Berlin Hbf – Berlin Gesundbrunnen ein Zug am Wochenende
FLX 10 Berlin-Lichtenberg – Berlin Ostkreuz Berlin Ostbahnhof Berlin Hbf – Berlin Zoo Wolfsburg – Hannover Messe/Laatzen Göttingen – Kassel-Wilhelmshöhe – Fulda – Hanau – Frankfurt (Main) Süd Darmstadt – Weinheim (Bergstr) – Heidelberg – Vaihingen (Enz) – Stuttgart 1–2 Zugpaare

Regional- und S-BahnverkehrBearbeiten

 
Dieseltriebwagen der Baureihe 623 für die Weschnitztalbahn im Bahnhof Weinheim (2018)

Die Regionalbahnlinie RB 68 verkehrt stündlich nach Frankfurt (Main) beziehungsweise Heidelberg. Sie wird durch die Überlagerung mit der Linie S6 der S-Bahn RheinNeckar tagsüber zu einem annähernden Halbstundentakt zwischen Bensheim und Neu-Edingen/Friedrichsfeld verdichtet. Alle zwei Stunden verkehren außerdem Regional-Express-Züge nach Frankfurt (Main) und Mannheim. Die Regionalbahnlinie RB 69 erschließt das Weschnitztal im Halbstundentakt; am Wochenende erfolgt lediglich eine Bedienung im Stundentakt.

Linie Linienverlauf Takt
RE 60 Frankfurt (Main) – Darmstadt – Bensheim – Weinheim (Bergstr) – Mannheim Zweistundentakt
RB 67 Frankfurt (Main) – Darmstadt – Bensheim – Weinheim (Bergstr) – Neu-Edingen/Friedrichsfeld – Mannheim einzelne Züge
RB 68 Frankfurt (Main) – Darmstadt – Bensheim – Weinheim (Bergstr) – Neu-Edingen/Friedrichsfeld – Heidelberg (– Wiesloch/Walldorf) Stundentakt
RB 69 (Ludwigshafen (Rhein) – Mannheim –) Weinheim (Bergstr) – Birkenau – Mörlenbach – Rimbach – Fürth (Odenw) Halbstundentakt

(Sa/So Stundentakt)

S 6 Bensheim – Weinheim (Bergstr) – Neu-Edingen/Friedrichsfeld – Mannheim – Ludwigshafen (Rhein) – Frankenthal Hbf – Worms Hbf – Mainz Hbf Stundentakt

SchmalspurbahnBearbeiten

Der nahegelegene Haltepunkt der Bahnstrecke Mannheim–Weinheim („Oberrheinische Eisenbahn“) heißt „Weinheim Hauptbahnhof“ (bis 12. Juni 2016: „Luisenstraße“).[8] Von hier verkehrt eine straßenbahnähnliche Ringlinie der Rhein-Neckar-Verkehr (früher OEG) nach Mannheim und Heidelberg.

Linie Linienverlauf
5 Mannheim – Edingen – Heidelberg – Schriesheim – Weinheim – Viernheim – Käfertal – Mannheim

BusverkehrBearbeiten

Seit April 2014 besteht eine direkte Umsteigemöglichkeit zum Stadtbusverkehr. Ein neuer zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) wurde in direkter Nachbarschaft zum Bahnhofsgebäude errichtet und bildet seither eine wichtige Schnittstelle zwischen der Bahn und dem übrigen ÖPNV. Der Bahnhof wird von 8 Buslinien bedient.

Linie Linienverlauf
631 Sulzbach West – Hemsbach – Dürreplatz – Weinheim ZOB – Waid
632/632A Lützelsachsen Bahnhof – Weinheim ZOB – Hemsbach – Laudenbach Nord – Hemsbach – Weinheim ZOB – Ritschweier
633 Weinheim ZOB – Hermannshof – Weststadt – Weinheim ZOB
634 Weinheim ZOB – Weststadt – Hermannshof – Weinheim ZOB
681 Weinheim ZOB – Dürreplatz – Wald-Michelbach Bahnhof – Grasellenbach Im Erzfeld
682 Weinheim ZOB – Waid – Großsachsen – Rittenweier – Gorxheimertal – Dürreplatz – Weinheim ZOB
684 Weinheim ZOB – Birkenau – Mörlenbach – Rimbach – Fürth Bahnhof
688 Weinheim ZOB – Birkenau Ortsmitte – Nieder-Liebersbach Rathaus

GüterverkehrBearbeiten

Zu früheren Zeiten hatte der Weinheimer Bahnhof einen großen und leistungsstarken Güter- und Rangierbahnhof. Größter Kunde war die in Weinheim ansässige Unternehmensgruppe Freudenberg, die ihre Güter über einen eigenen Anschluss per Bahn transportierte. Zudem fanden bis 1994 Gütertransporte auf der Weschnitztalbahn statt, etwa für die Wald-Michelbacher Coronet-Werke.[9] Heute findet kein planmäßiger Güterverkehr zum Bahnhof Weinheim mehr statt. Der Güterbahnhof wurde abgerissen und auf dem Gelände ein Einkaufszentrum gebaut. Neben den beiden Hauptgleisen der Main-Neckar-Bahn finden sich im Bereich des früheren Güterbahnhofs zwei Ausweichgleise und ein Abstellgleis. Auch das elektronische Stellwerk befindet sich auf dem Gelände. Das frühere Gütergleis nach Viernheim, ein letztes verbliebenes Teilstück der früheren Bahnstrecke Weinheim–Worms, wird heute ebenfalls nicht mehr genutzt.

ZukunftBearbeiten

Im Zuge der zweiten Baustufe der S-Bahn RheinNeckar soll die Main-Neckar-Bahn und somit der Weinheimer Bahnhof durch die neue S-Bahn-Linie S7 in das bereits bestehende Netz eingebunden werden. Dies wird voraussichtlich 2020 erfolgen.[10] Bereits seit Dezember 2018 verkehrt hier die S-Bahn-Linie S6 der S-Bahn RheinNeckar zwischen Bensheim, Mannheim und Mainz.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnhof Weinheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 8. Juli 1905, Nr. 34. Bekanntmachung Nr. 372, S. 301.
  2. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 5. Juni 1909, Nr. 29. Nachrichten, S. 298.
  3. https://www.rnz.de/nachrichten/bergstrasse_artikel,-scharnier-zwischen-den-metropolregionen-weinheim-hat-jetzt-einen-hauptbahnhof-_arid,372879.html
  4. Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnbauten und -strecken 1839–1939. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Drei Bände im Schuber. Band 2.1. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 50 ff. (Strecke 002). S. 77
  5. DB Mobility Logistics AG, 28. Oktober 2010@1@2Vorlage:Toter Link/www.bahnhof.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnbauten und -strecken 1839–1939. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Drei Bände im Schuber. Band 2.1. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 50 ff. (Strecke 002). S. 77
  7. Bauprojekt Bahnhof Weinheim/Bergstraße (Memento des Originals vom 27. Oktober 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bauprojekte.deutschebahn.com
  8. Sommerfahrplanwechsel: Deutliche Angebotsverbesserungen und neue Linien. (Nicht mehr online verfügbar.) 12. Juni 2016, archiviert vom Original am 19. August 2016; abgerufen am 19. August 2016 (Verkehrsmeldung).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rnv-online.de
  9. Strecken und Bahnhöfe: Weinheim/Bergstr. – Mörlenbach – Fürth/Odenw. –– doku-des-alltags.de (Memento des Originals vom 23. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.doku-des-alltags.de
  10. S-Bahn | Rhein-Neckar. In: Rheinland-Pfalz-Takt. (der-takt.de [abgerufen am 31. Dezember 2016]).